Sonntag, 31. August 2008

Knochen für den Anstand

B"H

Im ultra - orthodoxen Mea Shearim (Jerusalem) flogen in der vergangenen Woche wieder einmal die Fetzen. Besser gesagt, einige grüne Plastikmülltonnen wurden abgefackelt bzw. ein paar kleine Feuerchen mitten auf der Hauptstraße Yechezkel gezündet.

Der Grund war die Verhaftungen einiger Mitglieder der "Anstandspolizei" aus Mea Shearim. "Polizei gegen Polizei" sozusagen. Hier die staatl. - zionistische Polizei und dort die selbsternannte "Reinheitskontrolle". Offenbar handelt es sich bei den Verhafteten um Mitglieder des sogenannten "Kommittees der Reinheit", welche seit Jahren diverse Plakate an den Hauswänden Mea Shearims aufhängen und zu mehr Anstand der Bevölkerung aufrufen. Wer abweicht, der muß halt mit Konsequenzen rechnen, die da schon einmal ein "Zusammenschlagen" beinhalten können. Laut Aussage einiger der Reinheits - Mitglieder gibt es für jeden gebrochenen Knochen extra Geld. Nennt man dies vielleicht "Erschwerniszulage" ?

Diejenigen, die schon immer gegen Haredim (Ultra - Orthod.) waren, werden sich jetzt so richtig ins Fäustchen lachen. "Seht her, die sind ja alle total gestört mit ihrer Sitte und dem Anstand".
Zu bedenken sei nur, dass die Mehrheit der haredischen Bevölkerung keineswegs mit solcherlei Methoden einverstanden ist. Okay, das Reinheitskommittee hängt munter seine Aufrufe auf, woran sich auch übrigens in Zukunft nichts ändern wird. Aber nicht alle Poster und Mitteilungen geben definitiv die Meinung der lokalen Bevölkerung wieder. Jede chassidische oder litvisch - haredische Richtung befolgt ihre eigenen Spielregeln und man benötigt kein generelles Reinheitskommando für alle.

Regelmässig lese ich die Mitteilungen an den Hauswänden Mea Shearims und berichte darüber in meinen relig. Sites. Ich sprach mit vielen Haredim und alle waren der Ansicht, dass jede Ausrichtung oder die eigene Familie halt ihre eigenen Regeln besitzt und sich danach gerichtet wird. Das selbsternannte Reinheitskommando kann herausschreien, was es will; dennoch muß man sich noch lange nicht daran halten und mit dem Gewehr bei Fuß stehen. Und mitdemonstriert wird schon lange nicht.

Reinheit und Anstand ja, doch nach den Gesetzen der Thora und kein wildes Haudrauf. Leider sehen viele Reinheitsleute nicht, welchen Schaden sie damit anrichten. Zwar mag ihnen jedes Mittel recht sein, doch der Ruf aller Haredim geht somit dahin. Und genau das hat gerade dieser Bevölkerungsteil nicht verdient.

Was geschieht in unserer Gesellschaft ?

B"H

Obwohl die Leiche der Kleinen, offensichtlich von ihrem Großvater ermordeten, Rose Ron immer noch nicht gefunden wurde, schlägt uns heute schon die nächste Schlagzeile entgegen. Eine 40 - jährige Mutter aus Bat Yam (nahe Tel Aviv) ertränkte ihren kleinen Sohn. Angeblich soll die Mutter ihre Nerven verloren haben, weil sie auf Tabletten gesetzt war.

Seit dem Fall "Rose Ron", scheuen sich die Bevölkerung nicht mehr, die Polizei zu informieren, falls ein Verdacht der Kindesmißhandlung besteht. Seitdem uns Rose Ron mit ihren Augen von allen Titelblättern aus entgegenstrahlte, reicht es der Nation. Folternde durchgeknallte Eltern sollen endlich weg und die Familienidylle wieder her.

Die Liste mit Gründen, warum Eltern ausrasten, ist endlos lang und trägt dieselben Inhalte wie in allen anderen Ländern der Erde auch. Die israelische Gesellschaft macht dabei keine Ausnahme. Der Unterschied besteht nur darin, dass wir ein kleines Land sind und jeder bei jedem mittrauert und es aufgrund der Enge stets irgendwie alle angeht.

Und so stehen wir anscheinend alle weiterhin ziemlich hilflos da, bis der nächste Fall publik wird.

Olmert in illegaler Geberlaune

B"H

Kurz vor ihrer Abdankung wollen George Bush und Ehud Olmert doch tatsächlich noch in die Geschichtsbücher eingehen. Jetzt soll noch schnell eine Unterschrift auf einen Vertrag geworfen werden, der die Teilung Jerusalems beschließt. Einfach mal eben so nebenbei, denn es gilt dem Namen alle Ehre zu machen.
Ehre ?
Welche Ehre ?
Ein amerikanischer Präsident mischt sich in eine Stadt ein, die er gar nicht kennt. Solange sein Blick auf den Sonnenaufgang aus dem Fenster des King David Hotels nicht gestört wird, ist doch alles Bestens. Wen schert es da, dass durch die Stadtmitte eine fatale Grenze verlaufen soll. Alle Grenzen zurück an ihren Verlauf im Jahre 1967. Und bitte Olmert samt Bush und Rice gleich mit.

Illegale Geschäfte haben Ehud Olmert noch nie gestört und so sind ihm auch heute jegliche Kritik und selbst das Volk zuwider. Von den eigenen Koalitionsmitglieder oder der Knesset erst gar nicht zu reden. Vielleicht sollte Olmert sein eigenes kleines Land mitten im Gazastreifen beantragen. Dort kann er dann schalten und walten wie er will und seiner Frau Aliza so richtig auf die Nerven gehen.

Kadima steht mit den sephardischen Hardim (Ultra - Orthod.) in der Koalition und deren Vorsitzender Eli Yishai verkündete rechtzeitig, dass SHASS ja wohl keineswegs mit Olmert in den Entscheidungen Jerusalems betreffend, im Einklang steht. Eli Yishai hat allen Grund sauer zu sein. Erstens hat Kadima die von SHASS eingeforderte Kindergelderhöhung noch nicht einmal in Anlauf genommen. Und zweitens traf sich ausgerechnet Eli Yishai mit Yaakov Litzmann von der aschkenazisch - haredischen Front der "Yahadut HaTorah" - Partei. Yaakov Litzmann, einer der führenden Mitglieder der Yahadut HaTorah sowie Mitglied der chassidischen Gruppe Gur, unterbreitete Yishai den Vorschlag der Zusammenarbeit beider Parteien in Bezug auf das Kindergeld. Ein überraschender Vorschlag, denn seit Monaten bekämpft die Yahadut HaTorah den Gegner SHASS und nennt die Sepharden Verräter.

Nun muß sich Olmert anscheinend in seinen letzten knapp zwei Wochen Amtsperiode etwas Neues einfallen lassen, denn ein virtuelles Abkommen findet nirgendwo Zustimmung. Positiv ist, dass sich ausgerechnet wegen Olmert die Haredim wieder miteinander verbünden.

Freitag, 29. August 2008

Kugel und Gefillte


Gefillte Fisch am Schabbat



B"H

Der Schabbat in Jerusalem ist ein ganz besonderes Erlebnis. Das weiß jeder und ich will niemanden neidisch machen. Vielleicht sollte ich das, denn schließlich sollte ein Jude zumindest in Israel leben. Nur hier kann man die unbeschreibliche Schabbatatmosphäre erleben. Selbst im so säkuleren Tel Aviv.

Doch nichts ist so wie Jerusalem, denn wir befinden uns in der Heiligen Stadt samt Klagemauer, zu welcher gerade am Freitag abend (Erev Schabbat) Hunderte, wenn nicht Tausende, Besucher aus aller Welt kommen. Man betet oder beobachtet einfach nur das Geschehen um sich herum. Yeshivastudenten tanzen vor der Kotel (Klagemauer) und stimmen ihre Schabbatgesänge an.

Danach geht es weiter zum Schabbatmahl.
Normalerweise gehe ich am Erev Schabbat so gut wie nie an die Kotel, sondern in eine der Synagogen im ultra - orthod. Mea Shearim.

Besonders in relig. Gegenden riecht es schon am Freitag morgen nach Schabbatessen. Was sage ich: Schon am Donnerstag abend dringen die Gerüche hinaus auf die Straße. Überall wird gekocht und vorbereitet. Hühnersuppe, Kugel (Nudel - oder Kartoffelpastete) und Gefillte Fisch. Bei den sephardischen Juden schaut das Schabbatessen grundlegend anders aus. Hier gibt es einen ganzen Fisch in meist scharfer Sauce, Reis und Kube (in Teig eingelegte Fleischbällchen) oder Gondi (Fleischbällchen) bei den iranischen Juden.

Selbst die Luft riecht in Jerusalem am Schabbat anders. Jedenfalls in den relig. Bezirken.

Wer dies noch nicht erlebt hat, der sollte es nicht auslassen. Jerusalem ist ein Symbol für Gastfreundschaft und jedermann findet einen Platz an einem Schabbattisch. Juden werden stets an relig. Familien vermittelt. Ein Erlebnis, welches man woanders kaum finden wird. Und gerade das habe ich in deutschen Gemeinden so unheimlich vermißt. Die fehlende Atmosphäre und die Luft zum Atmen.

Ich wünsche allen Lesern einen tollen Schabbat, wo immer sie auch sein mögen !!!


Hier ein paar interessante Links zum Schabbat in Jerusalem:

Jeff Seidel's Schabbatvermittlung in Jerusalem

Schabbatessen für Jedermann, die Machlis - Family

Der Lothar und die neue Saison

B"H

Der neue Trainer des Fußballclubs Maccabi Netanya, Lothar Matthäus, beginnt dieser Tage seinen neuen Job. Und das auch gleich so richtig mit Zeitungsinterviews in israelischen Sportrubriken.
Lothar wolle Leistung sehen und kein arrogantes Spielergehabe ohne jegliche Grundlage. Erfolg muß erkämpft sein und so wie er alles in Israel bisher beobachtet habe, gelten zu hohe Erfolgsforderungen ohne zu bedenken, dass man hier halt nicht in einem europ. Spitzenclub ist.
Und ja, er habe Abstimmungsprobleme in Netanyas Abwehr entdeckt, die es gelte wettzumachen. Mit großer Euphorie also beginnt Lothar sein neues Werk.

Hier in Israel gilt Lothar noch etwas, denn er war Weltmeister und unzählige Male deutscher Fußballmeister. Er hat zahlreiche UEFA - Cup Spiele hinter sich und scheint auch sonst ein Mann von Welt und mit viel Erfahrung zu sein. Fast zuviel für die israelische Provinz. Und folglich stimmt, was Lothar sagt. Jedenfalls solange er den Erfolg des Maccabi Netanya aufrecht erhält.

Wenn es da mal viel zu erhalten gibt, denn in Israel ist der Fußballclub Beitar Yerushalaim absolute Spitze. Wahrlich kein Spitzenclub im Bundesligasinne, doch hat man in Jerusalem den Vorteil, einen Besitzer namens Arkadi Gaydamak zu haben. Und eben Gaydamak, als russisch - israelischer Milliardär, ermöglicht Beitar jegliche Neueinkäufe, wofür er aber auch Erfolg sehen will.

Wetten, dass falls Lothar in Israel tatsächlich als Trainer Erfolg haben sollte, sich Arkadi bei ihm meldet. Die Frage ist nur, ob die radikale Beitar - Fanfront einen deutschen Trainer akzeptieren würde. Wahrscheinlich nicht, denn zu den Beitar Fans gehört vor allem die rechte relig. sephardische SHASS Riege, die auch keinen arabischen Spieler erlauben.
So wurde selbst Arkadi in die Knie gezwungen.

Interview mit frommen Girls


B"H

Ein Interview mit frommen Girls und gleichzeitig Party Time.

Für all diejenigen, die absolut religiös sind:

Ich bin nicht gerade in meiner "Anstandskleidung" zu sehen, sondern stattdessen in Hose.

Zu meiner Rechten lehnt Diana Campuzano, die im Sept. 1997 bei einem Terrorattentat in der Jerusalemer Ben Yehudah schwer verletzt worden war. Ich bin die Zweite von links (essend) in der vorderen Reihe (mit schwarzem Shirt), Diana rechts neben mir, trägt weiss.



Donnerstag, 28. August 2008

Happy Birthday, Gilad !




B"H

Sich immer noch in Hamas - Gefangenschaft befindend, feiert Gilad Schalit heute seinen 22. Geburtstag.

Was es Neues gibt im Fall "Schalit" ?
Nichts.
Gilads Vater Noam stattete vor wenigen Tagen Premier Olmert einen Besuch ab, doch der hob nur abwehrend die Arme und rollte mit den Augen. Resignierend meinte Olmert: "Was soll ich denn noch machen ? Es wird doch schon alles unternommen".

Noam Schalit gibt in der Presse der israel. Regierung die Schuld dafür, dass sein Sohn nach wie vor in Gaza gefangengehalten wird. Nichts bewegt sich, denn die Hamas stellt zu hohe Forderungen und Olmert überlegt anscheinend, wie er die eventuelle Freilassung von hochgradigen Mördern wie Marwan Barghouti der israelischen Bevölkerung verkaufen soll. Oder vielleicht sind derlei Geschäfte des Gefangenenaustausches der Regierung zu heikel. Die Frage bleibt immer, ob wir nicht der Hamas die Kontrolle übergeben und so selbst zur Zitrone werden, die man ausquetschen kann.
Außerdem ist Olmert eh bald aus dem Spiel heraus, denn Ende September finden innerhalb seiner Kadima - Partei neue Vorstandswahlen statt.

Familie Schalit bleibt nichts anderes übrig als weiterhin zu hoffen.


Links:

http://en.wikipedia.org/wiki/Gilad_Shalit

http://giladshalit.blogspot.com/

Die Suche nach Rose geht weiter

B"H

Der Fall "Rose Ron" sorgt nun auch international für Schlagzeilen. Besonders in Frankreich, da fast alle Beteiligten franz. Abstammung sind.

Die israelische Polizei sucht währenddessen immer noch nach der Leiche der kleinen Rose Ron. Der angebliche Mörder (der zugleich auch der Großvater ist) Ronny Ron gab bei den Beamten an, er habe Rose's Leiche in einem Koffer verstaut und im Tel Aviver HaYarkon Fluß versenkt. Bisher jedoch konnte die Leiche von Tauchern nicht geborgen werden. Man nimmt an, dass der Koffer mit der Leiche in einem Schlammgebiet gesunken ist und plant daher, eine Stelle des Flusses auszutrocknen, um so alles besser absuchen zu können. Andererseits kann es durchaus sein, dass Ronny Ron die Polizei bezüglich des Versteckes der Leiche belog.

Seit der Staatsgründung gab es kaum solch eine Tragödie wie das Leben und den Tod der kleinen Rose Ron.

Mittwoch, 27. August 2008

Das kurze Leben der Rose Ron


Das Opfer: Rose Ron



B"H

Schon lange war Israel nicht mehr so bestürzt wie in diesen Tagen. Nein, keine Politk oder Attentat brachte die Einwohnerherzen so aus der Fassung wie das Schicksal der fast fünfjährigen Rose Ron.

Wer mochte nicht das kleine lächelnde Mädchen, welches uns in den letzten drei Tagen vom Fernsehbildschirm oder den Titelseiten der Zeitungen anschaute. Wer hatte da kein Mitgefühl ?
Aber ahnten wir es alle dennoch nicht ?

Gestern kam heraus, was herauskommen mußte und seitdem kennt der staatliche Radiosender Reschet Beth kein anderes Thema mehr als Rose Ron. Der Schock sitzt tief in der Gesellschaft und heute fragen alle, was denn so schief gelaufen sei, dass es niemand bemerkt hat. Hat die Gesellschaft versagt ?

Rose Ron (damals Pizem) wurde im Jahre 2004 in Paris geboren. Ihre Vater ist der 23 - jährige Benjamin Pizem sowie seine Ex - Frau Marie. Ungefähr ein Jahr nach der Geburt der kleinen Rose erfuhr ihr Vater, dass er einen in Israel lebenden Vater habe. Benjamin und Marie Pizem entschlossen sich kurzerhand, nach Israel auszuwandern und vorerst bei Benjamins Vater in der Stadt Modi'in zu wohnen. Ein fataler Fehler, denn schon bald begann Marie Pizem eine wilde Affäre mit ihrem nur 45 Jahre alten Schwiegervater Ronny Ron.

Benjamin Pizem erfuhr von dem Verhältnis, nahm die kleine Rose und zog mit ihr zurück nach Paris. Danach tobte ein wilder Sorgerechtsstreit zwischen dem inzwischen geschiedenen Paar, wobei letztendlich Mutter Marie das Sorgerecht zugesprochen bekam. Benjamin lieferte Rose in Israel ab und für das kleine Mädchen begann damit eine Tragödie. Mutter Marie hatte in der Zwischenzeit ihren Schwiegervater, den Vater Benjamins sowie den Großvater von Rose, geheiratet und zwei weitere Kinder mit ihm. Obwohl Marie Pizem so für Tochter Rose aus erster Ehe gekämpft hatte, änderte sie schlagartig ihre Meinung. Rose wurde überflüssig und unerwünscht. Ihre beiden Stiefgeschwister hingegen wurden verhätschelt.

Der neue Gatte von Marie, der gleichzeitig der Opa von Rose war, kannte keine Liebe für seine Enkelin. Sie störte und als er mit ihr vor drei Monaten zusammen im Wagen saß, sie an einem Keks schmatzte und er die Fassung verlor, begann das Unglück.
Rose schmatzte und als Ronny Ron Rose anschrie sie solle sich gefälligst benehmen, begann das Mädchen zu weinen. Daraufhin rastete Ron ganz aus und schlug ihr mit dem Handrücken mit voller Wucht ins Gesicht. Kurz darauf stellte er fest, dass Rose nicht mehr am Leben war und warf ihre Leiche kurzerhand in einem roten Koffer verstaut in den Yarkon Fluß in Tel Aviv. Danach fuhr er ruhig nach Hause und nichts geschah. Keine Vermißtenanzeige wurde aufgegeben, Mutter Marie war alles egal und man lebte ganz "normal" weiter. Alltag und Routine. Niemand vermißte Rose und fast drei Monate mußten vergehen bis die in Frankreich lebende Großmutter die israelische Polizei informierte. Erst da begann die Suche nach dem Mädchen.



Die Suchaktion der Polizei


Die Presse bekam Wind und die Schlagzeilen überschlugen sich in den letzten Tagen. "Wo ist Rose" ? Die Polizei bekam mehrere Hundert Hinweise und verhängte eine Nachrichtensperre. Nichts war bekannt, selbst der Nachname von Rose nicht. Eine riesige Suchaktion begann, doch es fiel schwer, nach der langen Zeit von drei Monaten noch Details ausfindig zu machen. Und es geschah was zu erwarten war, der Verdacht fiel auf Familie Ron. Die Familie war noch vor dem Tode von Rose nach Netanya umgezogen und einige Nachbarn hatten Rose als trauriges lächelndes Mädchen in Erinnerung. Was genau das Kind mit ihren Eltern durchmachte, ist bisher nicht bekannt. Der zweite Gatte Maries, der Opa von Rose, log der Polizei das Blaue vom Himmel herunter. Er habe Rose in ein Kloster geschickt, dann gab er an, er habe sie den Palästinensern verkauft, dann irgendwelchen Breslover Chassidim. Zum Schluß gestand Ronny Ron seine Tat und gestern ließ die Polizei eine riesen Suche im Yarkon Fluß anrollen. Man habe per Unterwasserkamera einen großen Gegenstand auf dem Grund ausfindig gemacht und hierbei könnte es sich um den Koffer mit der Leiche handeln. Heute will man Klarheit und den Gegenstand von Tauchern heben lassen.



Großvater Mörder: Ronny Ron



Mutter Marie schwieg


In Israel ist Kindesmißhandlung oder sogar Kindestötung schon lange kein unbekanntes Thema mehr. Werden wir nicht täglich mit Kindesmißhandlungen in der Presse traktiert ? Hier vergehe sich jemand an Kindern und dort ? Religiöse, Säkulere, wie tief ist unsere kleine Gesellschaft gesunken, in der sich ein Kind fürchten muß ?

Und wie immer beginnen die Fragen wie "wo die Behörden waren, wo die Nachbarn, wo die Polizei". Wieso vermißte niemand die kleine Rose ?

Bleibt offen, was Rose in ihrem so kurzem Leben alles durchmachen mußte. Um die Eltern kümmern sich jetzt die Gerichte und die Bevölkerung war seit dem Mord an der kleinen Hodaya Pimstein vor einigen Jahren nicht mehr so in Wallung. Hodaya Pimstein wurde damals von ihrem Vater Eli in der Badewanne ertränkt, weil dieser sich an seiner Ex - Frau rächen wollte.


Links:

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3588296,00.html



Rose mit ihrer Großmutter Vivian Yaakov aus Frankreich, welche die Polizei informierte.

Dienstag, 26. August 2008

Aliyah nach Israel ?

B"H

Bei der in der vergangenen Woche stattfindenden Bloggers Convention machte uns der Veranstalter Nefesh Be'Nefesh immer wieder darauf aufmerksam, dass wir Schreiberlinge doch ja die weltweite Aliyah (Auswanderung nach Israel) propagandieren sollen. Kurz gesagt, wir schreiben und morgen rennt alles zu Nefesh Be'Nefesh und beantragt sofortige Einwanderung nach Israel.

Obwohl ich in diesem Blog viel über das Leben und die Zustände in Israel berichte, sehe ich mich dennoch keinesfalls als Aliyah - Propagandamaschinerie. Persönlich bin ich jedoch der Meinung, dass ein Jude in Israel leben sollte; und dies nicht nur aus relig. Gründen. Zionismus - okay, aber des Weiteren spielen praktische Gründe ebenso eine bedeutende Rolle. Für mich ist es leichter, mich in einem Land (Israel) wohlzufühlen, in dem ich mich meiner Religion wegen rechtfertigen muß. Wenn ich von Rosh HaShana (jüd. Neujahrsfest) oder von Purim rede, dann weiß selbst der säkulerste Israeli so ungefähr, von was ich da rede. Und ich brauche nicht zu einem Boss laufen, den ich um Urlaub bitte, wobei ich gleichzeitig die jüdische Religion erörtern muß.

Die Organisation "Nefesh Be' Nefesh" gilt heute neben der "Jewish Agency" als größte Aliyah Organisation. Jeder Jude hat das gesetzliche Recht, nach Israel einwandern zu können und wer sich für solch ein Vorhaben entschließt, der mache einen Termin bei eben einer der beiden Organisationen aus. Das Problem ist nur, dass Nefesh Be'Nefesh ausschließlich nur mit Briten, Franzosen, Amerikanern und Kanadier arbeitet. Alle anderen Länder kleben nach wie vor an der Jewish Agency, die da die Aliyah organisiert.

Trotz aller positiven Punkte hagelt es für Nefesh Be'Nefesh allerdings auch Kritik. Zum einen werden da Spendengelder von amerikanischen Evangelisten angenommen. Fanatische Christen, die da so ihre eigenen Pläne mitpendeln lassen. Unter anderem, dass man soviele Juden wie möglich nach Israel bringen, sie dann zum Christentum missionieren will, um somit eine Rückkehr des falschen Meschiach J. C. herbeizuführen. Geradezu absurd, doch Nefesh Be' Nefesh nimmt das Geld ja offenbar an. Genauso wie die Jewish Agency auch.

Daher weisen mich viele Bekannte darauf hin, Juden aufzurufen, direkt nach Israel zu fliegen, um hier auf dem jeweiligen Innenministerium die Aliyah zu beantragen. Nicht jeder muß nur mit einer Aliyah Organisation kommen. Und insbesondere sephardische Israelis, die einmal teilweise zufuß aus Marokko, Tunesien, dem Irak, dem Iran, dem Jemen oder aus Syrien nach Israel kamen, weisen mich stets darauf hin, dass sie ohne einen Pfennig in der Tasche ankamen. Und nur mit der Kleidung, die sie auf dem Leibe trugen. Niemand habe sich in den 50iger oder 60iger Jahren auch nur eine Sekunde um sie gekümmert oder ihnen geholfen. Nichts haben sie bekommen; keinen Mietzuschuß, kein kostenloses Taxi vom Flughafen und kein Cash von mehr als 20.000 Schekeln (ca. 4000 Euro). Man habe gehungert und von ganz unten begonnen. Darauf sind die Leute heute noch stolz und schauen argwöhnisch auf die heutigen Neueinwanderer, die da vor allem von Nefesh Be' Nefesh für ihre Aliyah auch noch reichlich bezahlt werden. Kohle vom Staat Israel und von der Organisation obendrein. Alles werde den Neueinwanderern heute nur so in den Hintern gesteckt. Das sei ja schrecklich. Und was bringen die uns überhaupt ? Sind die Teil unserer, der israelischen, Gesellschaft ? Die Anglos lernen ja noch nicht einmal richtig Hebräisch und hängen lieber in ihren London - New York - New Jersey oder Toronto Anglo - Cliquen herum und meinen, sie seien jetzt wer weiß was.

Dieses "Wer - weiß - was - Gefühl" bekam selbst ich auf der Convention mit, wo es hauptsächlich um westliche Einwanderer ging. Und die Anwesenden selbst schienen gänzlich zu vergessen, dass sie inmitten einer Stadt (Jerusalem) sitzen, in welcher die sephardischen Juden die Mehrheit darstellen. Genau diese Aspekte stören mich bei vielen welstlichen Neueinwanderern. Die absolute Priorität nach meiner Aliyah, und selbst vorher, nahm für mich die Assimilation in die israelische Gesellschaft ein. Bis heute lege ich hohen Wert darauf mit Israelis zusammen zu sein. Mit gebürtigen Israelis. Dazu gehören auch perfekte Sprachkenntnisse der heimischen hebräischen Sprache und derjenige, der sich richtig einlebt und mit Israelis kommuniziert, der bekommt automatisch ein anderes Bild von der Gesellschaft als ein Anglo, der die "Jerusalem Post" liest und sich im Supermarkt aufregt, weil niemand Englisch spricht.

Israeli kann man sich aufgrund seiner neuen Staatsbürgerschaft nur allzu leicht nennen. Aber bedeutet der Te'udat Zehut (Personalausweis) automatisch eine Identifizierung mit der Gesellschaft ? Nein, keineswegs, denn dazu gehört mehr als ein Plastikdokument. Wer in Israel ankommt, der sollte sich einen israelischen Bekanntenkreis aufbauen, auf den Hintern setzen und die Sprache erlernen und überhaupt die Mentalität lieben lernen. Es stimmt, alles ist gewöhnungsbedürftig und nicht einfach. Israel ist garantiert kein Zuckerschlecken und anfangs geht man schon einmal vor Heimweh die Decke gewaltig hoch. Vor allem dann, wenn man hilflos dasteht und der Busfahrer einen vor allen Fahrgästen ankeift. Dann ist der Moment gekommen, in dem man sich mit den Asylanten in Deutschland identifiziert. Aber bei jeder dieser negativen Erfahrungen sollte nie der Grund aus den Augen verloren werden, warum ein Jude in diesem Land wohnt. Kein Neueinwanderer hat es einfach und Israel bedeutet nun einmal eine Kämpferei. Doch mit jedem weiteren Schritt erlangt man auch einen gewissen Stolz es geschafft zu haben. Und am Ende wird mit einem Schmunzeln auf all die Jahre des Anschreiens und des Fehlermachens zurückgeschaut.

Montag, 25. August 2008

Der Krieg und der Meschiach

B"H

Neulich kam ich zu einem relig. Vortrag (Schiur) und die Dame an der Rezeption, mit der ich recht gut bekannt bin, fragte mich etwas Unerwartetes.

Sie: "Und, was sagst Du zur aktuellen Lage ?"

Ich: "Was denn für eine Lage ? Ist etwas passiert ?"

Sie: "Sag mal, liest Du keine Zeitungen oder sowas ?"

Ich: "Eigentlich schon, aber andererseits befinde ich mich durch all das Religiöse oft in der Vergangenheit des Zweiten Tempels oder der Zeit Avrahams".

Sie: "Weißt du nicht, dass es bald Krieg geben wird ? Schau dir mal die Lage an: Arabische Abgesandte treffen sich mit ihren Kumpanen im Libanon und ich wette, dass der Libanon bald Israel angreifen wird. Der Libanon zusammen mit den Palästinenser, damit Israel an mehreren Fronten gleichzeitig zu tun hat. Dies alles geschieht noch vor den hohen Feiertagen im Oktober. Wirst schon sehen. Und dann kommt der Meschiach".

Nein, meine Bekannte hat keinen psychopathischen Knall und ist auch nicht Chabad wegen Meschiach und so. Wenn man sich die derzeitige Lage genauer anschaut, kann einen tatsächlich das Grausen ereilen. Nicht das unsere Regierung heute morgen wieder einmal 198 Palis aus dem Knast freiließ und Abu Mazen diese wie wild in Ramallah umwarb und feierte; was tut sich eigentlich um uns herum ?
Ein so "moderner" Abu Mazen, der dennoch an seinen Terroristenstrategien festhält und all seine Terroristen aus dem Gefängnis entlassen sehen will. Ein Scheich Nasrallah, der den Libanon irgendwann ganz unter seine Macht bringen wird und ein mit den Muskeln spielender Iran, der Syrien mit Waffen versorgt. Trotz Feuerpause rüstet auch die Hamas in Gaza auf und hält für die Kinder eine besondere Ferienüberraschung parat. Mehrere Wochen in einem Ausbildungslager für Terroristen, wo man in der Sommerfrische locker und cool den Jahid – Beruf erlernt. Vielleicht hätten die sogenannten Friedensleute, welche vor wenigen Tagen per Schiff in Gaza landeten, solch einem Trainingslager einmal einen Besuch abstatten sollen.

Ist die Prognose meiner Bekannte so ganz aus der Luft gegriffen ?

Vielleicht hat sie ja recht und falls ja, dann hoffen wir mal, dass der Meschiach tatsächlich eintrifft.

Video und Photos der Blogger Convention

B"H

Diejenigen, welche die letzte Woche stattfindende Blogger Convention in Jerusalem nicht live mitverfolgen konnten, haben die Gelegenheit, dies hier nachzuholen:

www.nbn.org.il/bloggers

Wer Photos anschauen will, kann das hier tun:

http://www.nbn.org.il/gal2/event.html

Ich habe mich wunderbar aus allem herausgehalten und trete nur selten von Weitem in Erscheinung. :-)

Rüdiger Heim auf den Spuren der Reue ?

B"H

Das israel. Online - Magazin Ynet berichtet heute von Rüdiger Heim, der seinen Vater, den berüchtigten NS - Verbrecher Aribert Heim, für Tod erklären lassen will, um so an das Bankkonto seines Vaters zu kommen. Die Gutschrift auf dem Konto beträgt 1,78 Mio Dollar und Heim, der Sohn, plant, einen Teil des Geldes der Schoah - Aufklärung zur Verfügung zu stellen.


Der NS - Verbrecher Aribert Heim wird in Südamerika vermutet.




Aribert Heim, auch Dr. Tod genannt, war einer der brutalsten NS - Ärzte im KZ Mauthausen. Bis heute ist er einer der meistgesuchtesten Naziverbrecher. Sein Sohn Rüdiger Heim hingegen sagte der BILD - Zeitung, er habe seinen Vater seit seiner Flucht aus Deutschland im Jahre 1962 nicht mehr gesehen. Und es sei anzunehmen, dass Heim nicht mehr lebe. Wenn er denn am Leben wäre, so betrage sein Alter heute 94 Jahre.

Leben christliche Missionare in Saus und Braus ?

B"H

Fast täglich bekomme ich von überall her Material bezüglich der geradezu kriminellen Machenschaften christlicher Missionare in Israel zugeschickt. Leider kann ich all den Vorwürfen nicht so nachgehen, wie ich gerne möchte. Selbst die israelische Anti - Missionsorganisation "Yad Le' Achim" ist überlastet.

Aus meiner langjährigen Erfahrung mit derlei Missionaren heraus ist mir bekannt, dass viele von ihnen in Deutschland beflissen um Spendengeldern bitten, nur um diese hier in Israel geradezu zu verprassen. Man lässt es sich gutgehen; mietet oder kauft ein grosses Haus. Lädt zum Essen ein, fährt ein schickes Auto und führt auch sonst kein schlechtes Leben.

Ist das Geld erst einmal ausgegeben, dann bemüht man sich halt einmal wieder nach Deutschland und bittet um mehr Spenden. Alles zum "Wohle" der Juden oder des Herrn oder für wen auch immer. Ist ja eh egal, Hauptsache der Rubel im Kirchenklingelbeutel rollt und man kann wieder in meinen Pool hopsen.

Sonntag, 24. August 2008

Die Paranoia des Ehud Barak

B"H

Seltsamerweise sind viele Knessetabgeordnete oder Minister im Kabinett Olmert nach wie vor der Meinung, die israelische Bevölkerung liebe sie. Abscheinend spielt da jedoch nur der Faktor "Ich liebe mich selbst" eine fest Rolle, denn was weiß schon ein abgehobener Politiker von der Realität ? Und momentan schaut es tatsächlich so aus, dass wir weder Kadima - Karikaturen noch die genauso abgehalfterte Gestalt des Verteidigungsminister und Ex - Premier Ehud Barak sehen können.

Zwischen den etwaigen Nachfolgekandidaten Olmerts, Zipi Livni und Sha'ul Mofaz, wird überaus kräftig schmutzige Wäsche gewaschen. Und wenn sich zwei streiten, freut sich bekanntlich der Dritte. So jedenfalls denkt Ehud Barak von der Arbeiterpartei. Aber laut Baraks soll ausgerechnet Premier Olmert da einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht haben, denn in der vergangenen Woche bekam die Presse Informationen zugespielt, Frau Barak unterhalte eine heimliche Promi - Firma im heimischen Wohnzimmer. Ob da nicht wieder ein abgekartertes Spiel läuft, wenn Frau Barak sich mit den Promis zusammensetzt ? Etwa Schleichwerbung für den Gatten Ehud ?

Aber wer will eigentlich Barak, Mofaz, Olmert oder Livni ?
Barak wütet durch die Gegend, weil die Gattin aufgrund der Enthüllungen ihre Wohnzimmerfirma schliessen mußte. Und wer sei an allem schuld ? Olmert, denn der habe da seine Leute herumspionieren lassen, um ihn (Barak) fertigzumachen. Aber so haben wir nicht gewettet und er (Barak) lasse sich hier gar nichts vorschreiben. Somit lachen derzeit Zipi Livni und Sha'ul Mofaz, denen Barak doch gerade Unfähigkeit vorgeworfen hatte.

Und wer lacht am allermeisten ?
Oppositionsführer Benjamin Netanyahu, denn der kann sich, laut Umfragen, gewaltig freuen und liegt auf einem der vordersten Plätze. Wann also zerplatzt die Blase Kadima ? Bald, und wir werden sehen, wie schnell die abgehalfterten Scharon - Asylanten wieder zum LIKUD des Netanyahu kriechen werden.

Yesch

B"H

Die nationale Supermarkt - Kette "Supersal" will mal wieder so richtig kräftig mitverdienen und legt provokant los. Nachdem der Rebbe der chassidischen Gruppe Gur, Rabbi Yaakov Aryeh Alter, sowie der geistige Führer der litvischen Haredim (Ultra - Orthod.), Rabbi Yosef Shalom Eliyashiv, schon vor Monaten einen Bann auf die "Schefa - Kette" aussprachen, reagierte Supersal jetzt mit einem neuen Angebot. Da Schefa aus dem "Weg geräumt" sei und die Haredim einen boomenden Umsatz versprechen, eröffnete man in der vergangenen Woche die neue relig. Supermarkt - Kette "Yesch - Es gibt".

Mit preiswerten Waren will der Supersal die haredische Bevölkerung auf seine Seite ziehen und so am riesen Geschäft mit dem super koscheren Essen mitverdienen.

Die Apartheit landet in Gaza

B"H

Nach langem Hin und Her entschloß sich die israelische Regierung die beiden von Kreta aus gestarteten Friedensschiffe in Gaza andocken zu lassen. Zur Besatzung der 46 Friedensaktivisten gehörten unter anderem ein Israeli sowie eine Verwandte des britischen Ex - Premiers Tony Blair. Von Leo De Caprio war dennoch keine Spur und überhaupt feierte die radikale Friedensfront das Ereignis als vollen Medienerfolg. "Kleine Leute können doch noch etwas bewirken", so die Friedensleute. In Gaza wurden sie dann auch gleich von mehreren Tausend Einwohnern willkommen geheißen und es herrschte Volksfeststimmung.

Fragt sich nur, wer sich da tatsächlich so für den "Frieden" einsetzt, denn die Schiffsbesatzung war pro - Gaza, doch anti - Israel eingestellt. Frieden und Objektivität auf der einen und Ablehnung sowie Subjektivität auf der anderen Seite.
Wer also schürt da neuen Haß ?

Er kommt, er kommt nicht, er kommt, ...

B"H

Nun soll Paul Mc Cartney doch sein einmaliges Israel - Konzert abhalten. Nach einer Zusage, dann wieder Absage und jetzt wieder Zusage, soll sein Konzert am 25. September im Tel Aviver HaYarkon Park stattfinden.

Welcome to the Israeli Zigzag decision making, Paul !

Freitag, 22. August 2008

Bronze für Israel

B"H

Beim allerletzten Anlauf schaffte es unser kleines Land doch noch. Der Windsurfer Schachar Zubari holte eine Bronze - Medaille und das Land ist unheimlich stolz. Selbst Olmert und Peres liessen ihm Grüsse zukommen.

Mehr Infos über Schachar Zubari:
http://www.sailing.org/biog.php?id=ISRSZ1


http://en.wikipedia.org/wiki/Shahar_Zubari

HAARETZ - Artikel zur Blogger Convention

B"H

Die israelische Tageszeitung HAARETZ veröffentliche einen sehr objektiven Bericht zur "First International Bloggers Convention" am Mittwoch dieser Woche.

Conference brings together virtual Jewish world in real-time

By Raphael Ahren


More than 200 Jewish bloggers, most of them immigrants from North America, attended the First International Jewish Bloggers Convention in Jerusalem this past Wednesday. Attendees seemed as much if not more interested in meeting fellow bloggers than in panel discussions dedicated to the agenda of taking Jewish blogging to the next level. "Everybody knew already how to get traffic, so there was nothing new," said German-born Miriam Woelke, publisher of several blogs about Orthodox and Ultra-Orthodox communities in Israel.

"It's kind of nice to see faces of people that I only read online," David Abitbol, one of the panelists and founder of Jewlicious, told Haaretz.



Den gesamten Artikel gibt es hier:

http://www.haaretz.com/hasen/spages/1014345.html

Persönlich finde ich es geradezu erschreckend, wie sich manche der anwesenden Blogger jetzt auf ihren Sites ins Zeug legen, Nefesh Be' Nefesh, Bibi Netanyahu und andere zu propagandieren.
Ohne Zweifel ist Nefesh Be' Nefesh ein Segen für alle Neueinwanderer und leider gab es sie zur Zeit meiner Aliyah im Juni 2000 noch nicht. Andererseits jedoch regt es mich auf, wie sich einige der Panel - Diskutanten ihre Tickets zahlen lassen konnten und sich so, gewollt oder ungewollt, an gewisse Organisationen binden. Wo bleibt da noch die Objektivität und Bloggerfreiheit ?

Donnerstag, 21. August 2008

Informative Blogs

B"H

Eine Blogempfehlung der Blogger Convention:

Coffee and Chemo

Die nationalrelig. Rivka berichtet von ihrer Krebserkrankung. Ihr Blog geht einfühlsam auf die Leiden eines Krebspatienten ein.
Sehr lesenswert !!!



Einige Empfehlungen aus dem engl. sprachigen Blogbereich:

The Key to Redemption - Gegen christl. Missionare sowie Erläuterungen zur israel. Politik.

Esav Exposed - Gegen christliche Missionare in Israel.
Die Autorin von "The Key to Rdemption" prangert gnadenlos die christl. Missionarstätigkeit in Israel an.
Sehr lesenswert und informativ !!!

Persönliche Eindrücke und die Medien

B"H

Dabei sein ist alles - hier der Bericht zur "First International Jewish Bloggers Convention".

Wer ausführlichere Details zur Convention erfahren möchte, kann mich dies gerne wissen lassen. Allgemein habe ich in meinem Bericht nur einen Teileindruck wiedergegeben.

Gefahr im Ausland

B"H

Israelische Sicherheitsbehörden warnen gerade uns Staatsbürger vor Auslandsaufenthalten. Generell sei kein einziges Land der Erde mehr sicher für uns. Egal, ob USA, die Türkei oder Deutschland; überall lauere die Gefahr.

Die libanesische Terrorgruppe Hizbollah läßt einmal wieder die Muskeln spielen, denn Scheich Nasrallah braucht "frische Ware". Alle israel. Gekidnappten, ob tot oder lebendig, gingen durch den "Ausverkauf" und derzeit hat Nasrallah nichts in der Hand. Da droht man halt mit neuen Entführungen und derlei Drohungen sind ernst zu nehmen.

Und was machen die Israelis ? Jedenfalls die Mehrheit.
Man redet sich ein, dass einem das schließlich nicht passiert. Was soll man auch anderes tun ? Sich schon in der Folterkammer bei Henker Hassan N. oder Achmadinejad sehen ? Das vergrault einem ja erst so richtig das Leben. Wohin sollen wir denn noch ? Überall lauert Gefahr und ist es nicht Nasrallah, so kommen vielleicht antisemitische Sprüche (ein Hoch auf die israelische Paranoia). Schließlich haben auch Israelis ein Recht auf Urlaub im Ausland. Und so kommt es, dass die Mehrheit Terrorwarnungen ignoriert.

Vielleicht sollte man aber dennoch im Urlaub etwas vorsichtiger sein, nicht so laut herumkeifen und allen verkünden, dass man stolzer Israeli ist. Und vor allem nicht am Strand mit BAMBA - Tüten um sich werfen.

Anmerkung: BAMBA ist eine der vielen israel. Nationalspeisen. Junkfood (kleine Salzwürmchen) aus der orangen Plastiktüte.

Happy Birthday, Schimon


Schimon Peres


B"H

Präsident Schimon Peres feiert heute seinen 85. Geburtstag. Lobenswert ist, dass zumindest er sich nicht jünger macht wie die 50 - jährige Frau Madonna mit ihrem neuen eingebildeten "kabbalistischem" Alter von 36 Jahren.

Trotz seines Alters und ganz ohne Kabbalah macht Schimon dennoch auf Jungbrunnen. Und obwohl ich ideologisch nicht immer mit ihm übereinstimme, wünsche ich ihm "Mazal Tov". Schon allein deswegen, weil er unser Land einigermassen würdig repräsentiert und er keiner neuen "Mitlonenet Aleph" (der Anklägerin von Ex - Präsident und Mr. Pervert, Moshe Katzav) an die Wäsche geht.

Mittwoch, 20. August 2008

Der neue "Kalte Krieg" ?

B"H

Der syrische Präsident Baschar Assad wird heute in Moskau erwartet. Gerüchten zufolge planen Assad und Putin die Ausbrütung eines Racheplanes gegen Israel. Unsere Regierung half nämlich vor wenigen Wochen aktiv den Georgiern bei ihrer Schlacht gegen die Russen.

Damaskus und Moskau sind seit Jahren beste Freunde und Assad kann sich über fehlende hochmoderne russische Waffenlieferungen bestimmt nicht beklagen. Und Israel ist besonders den Syrern sowohl als auch Putin ein Dorn im Auge. Busenfreunde der Amerikaner kann der russische Präsident momentan wirklich nicht gebrauchen und da schlägt man sich gerne auf die arabische Seite.

Live - Schaltung zur jüdischen Blogger Konferenz

B"H

Um 17.00 Uhr Ortszeit (16.00 Uhr in Deutschland) beginnt heute die "International Jewish Bloggers Convention" in Jerusalem.

Wer "live" mit dabei sein will, der kann sich ab 17.30 Uhr (16.30 Uhr deutscher Zeit) auf der "Nefesh Be' Nefesh Site" einklinken.

Während wir über das Buffett herfallen, dürft Ihr daheim zuschauen. Aber neben dem Essen werden genauso Vorträge aus der jüdischen Blogwelt geboten.

Das Event findet NUR in ENGLISCHER Sprache statt.

So, see you this afternoon !!!

http://www.nbn.org.il/bloggers/

Freiheit für Terroristen !

B"H

- Passend zum aktuellen Kabinettsbeschluß -
Israel lässt in den kommenden Tagen ca. 200 paläst. Fatah - Terroristen, die in israel. Gefängnissen einsitzen, frei. Die Mehrheit davon sind Gefangene, die in tötliche Attentate auf Israelis verwickelt waren bzw. solche, die derlei Attentate vorbereiteten. Verkauft wird das Ganze als "guter Wille" gegenüber Abu Mazen.

Premier Ehud Olmert auf Kamikazekurs.


Cartoon: Arutz 7

Olmert, trete zurück !!!

B"H



Sticker geklaut von "10 Agorot"

Der siebte Jahrestag




B"H

Wie berichtet, segeln in diesen Tagen 44 radikale Friedensaktivisten mit zwei Schiffen von Kreta nach Gaza. Sogar der Schauspieler Leonardo De Caprio wird mit unter den Seglern vermutet.

Anhand dieser Aktion wollen sie auf die israelische Seeblockade des Gazastreifens aufmerksam machen. Gestern veröffentlichte die Internet Site YNET einen Artikel der Mutter von Malka (Malki) Roth. Die damals 15 - jährige Malka kam am 9. August 2001 zusammen mit 14 weiteren Menschen bei einem Selbstmordattentat in der Jerusalemer Sbarro Pizzeria ums Leben. Ebenso in diesen Tagen begehen die Angehörigen der Terror - Opfer den siebten Todestag (gemäß des jüdischen Kalenders). Die Mutter von Malka Roth beschuldigte die Friedensaktivisten auf den Gefühlen der Angehörigen israelischer Terror - Opfer herumzutrampeln, denn um Objektivität geht es bei der Segelei ja wohl nicht.

Hier die Geschichte eines weiteren Opfers des Sbarro - Attentates; dem Schicksal der Hannah Nachenberg.


Freitag abend, Erev Schabbat, im Mai 2001

Mit einer Freundin bin ich bei Rabbi Machlis zum Schabbat - Essen. Rein zufällig sitzen wir am Tisch mit David Nachenberg und seiner Frau Hannah. Deren kleine Tochter Sarah ist draußen am Rumtollen mit den Machlis - Kindern.
Seit einigen Jahren kenne ich David. Noch aus der Zeit, in der er Single war. Er ist amerikanischer Herkunft und heiratete irgendwann Hannah, auch Amerikanerin. Sie trafen sich auf einem Konzert der religiösen Popband "Schlock-Rock". Liebe auf den ersten Blick sozusagen.

Hannah und David erzählten mir von ihren ganzen Problemchen. Nein, in Jerusalem würden sie nicht mehr wohnen, stattdessen seien sie nach Modi'in gezogen. David arbeitete bei Bank Hapoalim in Ramat Gan (heute arbeitet er als Lehrer in Modi'in) und Hannah suchte gerade Job. Das ewig überzogene Bankkonto würde nerven, aber sonst gehe es ihnen gut.


9. August 2001

Hannah Nachenberg sitzt mit ihrem Onkel und ihrer Tante samt Tochter Sarah in der Jerusalemer Pizzeria SBARRO. Tante und Onkel sind zu Besuch aus den USA. Gerade wollen sie ihre Pizza essen als es knallt.
Ein palästinensischer Selbstmordattentäter sprengte sich am Eingang des SBARRO in die Luft. Es war am frühen Nachmittag gegen 14.00 Uhr. Hochsommer. Die Pizzeria war gerammelt voll. Um noch mehr Leute in den Tod zu reißen, wartete der Attentäter, bis die Ampel an der Kreuzung King George / Yaffo für die Fussgänger auf grün sprang. Mehrere Hundert Menschen waren in der Nähe. 15 Menschen starben (davon sieben Kinder) und 130 wurden verletzt.

Die Bombe war außer mit Sprengstoff auch mit Nägeln gefüllt. Hannahs Onkel und Tante waren nur leicht verletzt, Tochter Sarah hatte fast keinen Kratzer abbekommen, doch Hannah war vorn über den Tisch gekippt.
Die Tante untersuchte sie nach dem ersten Schock. Fast kein Blut, gar nichts.

Die Ambulanz traf ein. Der erste "Erste Hilfe Helfer", der in das Sbarro rannte, war der Gerer Chassid Moshe Frand. Später wurde er vom damaligen Bürgermeister Ehud Olmert für sein Engagement ausgezeichnet. Er zeigte mir stolz seine Urkunde.

Hannah Nachenberg kam ins Hadassah - Krankenhaus. Dort stellte man fest, dass sie einen Nagel mitten im Herzen hatte. Ihr Mann David wurde sofort verständigt und der wiederum rief Rabbi Machlis an.
Der Nagel wurde aus Hannahs Herzen entfernt, doch sie erlangte bis heute nicht mehr das Bewußtsein.


2008

Hannah Nachenberg liegt nach wie vor bewußtlos in einer Reha - Klinik nahe Tel Aviv. Die Augen geöffnet, doch nichts wahrnehmend. Ihre Tochter Sarah ist in der Zwischenzeit ziemlich gewachsen, doch Bilder malt sie ihrer Mutter immer noch.
David versucht gerade in den USA einen Prozeß gegen eine palästinensische Bank zu führen und hat gute Chancen zu gewinnen.
Er arbeitet als Sportlehrer in Modi'in und schreibt nebenbei Rap - Musik. Neuerdings hat er auch einen Blog. Er textet Rap - Songs über amerikanische jüdische Sportler.

Manchmal kommt Michael, ein britischer Sänger, zu Hannah ans Krankenbett. Singt ihr religiöse jüdische Lieder und Hannah schaut an die Decke. Abwesend. Doch Michael ist sich sicher, etwas Gutes zu tun. Seitdem ein paar christliche Missionare zu Besuch kamen und David Nachenberg überreden wollten, an J. C. zu glauben, damit seine Frau "gerettet" werde, läßt David nur noch jüdische Besucher zu. Die Missionare flogen kurzerhand raus.

Manchmal sehe ich David Nachenberg, der noch immer zu den Machlises kommt. Allein oder mit Tochter Sarah. Wie es seiner Frau gehe ? Naja, immer das Gleiche halt. Nichts Neues.


Nachtrag: Das SBARRO wechselte vor wenigen Jahren seinen Standort und zog um. Es befindet sich heute in der Yaffo - Straße, gegenüber Cafe Hillel. Im "alten" Sbarro King George / Yaffo ist heute das Cafe Ne'eman.


Die Nachenberg Familie in besseren Zeiten




http://www.geocities.com/racharik/chana.html

http://www.cjonline.com/attic/commercial.restored/stories/083102/usw_mideastamer.shtml

Happy Birthday, Madonna !!!

B"H

Madonna feiert in diesen Tagen ihren 50. Geburtstag und damit die eigene Depression darüber nicht ganz so tief ausfällt, kam ihr doch glatt ein hilfreicher Gedanke. Den muss ich mir übrigens merken, denn die Idee scheint überzeugend. Zumindest dem eigenen Ego.

Laut kabbalistischer Berechnung des jüdischen Alphabetes ist Madonna nämlich erst 36 Jahre alt. Das neue Alter gibt ihr gleich neuen Auftrieb und wer da noch behauptet, sie sei alt, der schaue sich lieber ihr "wahres" kabbalistisches Alter an. Ätsch !

Kabbalah hin oder her ... Madonnas Gesicht scheint jedoch über keine kabbalistischen Kenntnisse zu verfügen.

Montag, 18. August 2008

Blogger - Gegensätze

B"H









In nichtenglischsprachigen Länder kaum beachtet wird die an diesem Mittwoch stattfindende "International Jewish Bloggers Convention" in Jerusalem. Kein Wunder, denn die eingeladenen Blogger müssen jüdisch und einigermaßen rechts sowie pro - Aliyah eingestellt sein. Außerdem muß der gesamte Blog in englischer Sprache verfaßt sein. Dies sind die Bedingungen, welche der Organisator "Nefesh Be'Nefesh (NBN)" stellt.

In der englischsprachigen Blogospähre wird mehr als diskutiert und es ergaben sich sogar schon die oben aufgeführten "Pro - und - Anti - Convention Sticker". Nicht nur, dass sich einige als Diskussionspartner auf der Bühne übergangen fühlen; nun gibt es sogar Spekulationen, dass der israel. Geheimdienst Schabak alles mitbekommt. Vor allem die rechte Szene ist daher in Aufruhr geraten und ruft zum Boykott der Veranstaltung auf.

Wie dem auch sei, Feind hört mit oder nicht, ich gehe hin und der Rest ist mir gänzlich Wurst. Sicher braucht der Schabak keine Blogger Convention, um seiner Schüffeltätigkeit nachzugehen und fast jedem ist bekannt, dass die Diskutierenden auf der Bühne harmlos sind. Heißt, nicht aufmucken und etwas Chaotisches von sich geben. Bei einem jedoch bin ich mir nicht ganz so sicher ...

Das Positive sei auch erwähnt: Es gibt ein kostenloses Buffett und die Dauer der Veranstaltung beträgt "nur" vier Stunden.
Das Negative: Einigen Teilnehmern wurden die Flüge aus den USA von NBN gezahlt und daher nehme ich stark an, dass gerade sie nicht so über das Event berichten dürfen, wie sie es eigentlich gerne wollen. Wie heißt es doch so schön: Bargeld lacht und leider werden dann viele zu Opportunisten.

Ich bekomme kein Flugticket, denn am Mittwoch werde ich nur einige Meter vom Austragungsort entfernt sein und brauche noch nicht einmal einen Bus zu nehmen. Und schreiben, was ich will, kann ich auch !

Vertreten bin ich mit meinem engl. Blog SHEARIM.

Empfehlungen

B"H

Hier einmal wieder einige ausgezeichnete Sites, die einen Besuch wert sind.

Gamla News

10 Agorot Blog aus Israel

Jewish Comedy

Palmtree of Deborah - israelische Politik schonungslos verdeutlicht

Segeln für den Terror

B"H

Es ist schon erstaunlich, wie leicht sich besonders jüngere Leute von der palästinensischen Propaganda einfangen lassen. Aber nicht nur die Propaganda ist hier schuld, sondern ebenso die heimischen Medien, die Tatsachen nicht selten verdrehen. Heutzutage einen aufrichtigen Journalisten zu finden, gleicht der Suche nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen. Auch in Deutschland ist dies bei der "Süddeutschen" oder dem "Spiegel" nicht anders. Und wer die "Tagesschau" - Berichterstattung sieht, der kann sich meist nur noch übergeben. Das Judentum wird falsch dargestellt, die Geschichte überhaupt genauso wie die politische Realität. Aber andere Länder wollen den arab. Terror fernhalten und so geht man schon einmal "ungewollt" Kompromisse mit Terroristen ein. Alles zum Wohle des eigenen Landes.

Und dann sind da auch noch die, die sich eben nicht mit Bier und Pommes vor dem Fernseher einzig und allein mit der Tagesschau zufrieden geben. Sie wollen mehr, denn ihnen tun die dargestellten palästinensischen Kinder, Flüchtlinge, was auch immer, so unendlich leid. Wäre den Europäer diese "Weisheit" nur zur Zeit des Holocaustes eingefallen. Dafür aber soll jetzt zurückgeholfen werden. Gegen die Juden, denn wer braucht die schon ?
Und so setzen sich viele nach der Tagesschau an den PC und tippen der "International Solidarity" oder gleich palästinensischen Organisationen, dass sie doch so gerne zurückhelfen wollen. Egal wie, aber das kann man ja alles nicht mehr mit ansehen. Arabischer Terror, Bin Laden, Hamas, Hizbollah, ach was. Das sind doch alles liebe nette Menschen, nur halt völlig verkannt. Und an allem sind die kriegstreibenden Israelis schuld.

In dieser Woche ist es wieder einmal soweit. Die "Jerusalem Post" berichtet von zwei Schiffen, die mit 44 Friedensaktivisten Kreta gerade verliessen und in Richtung Gaza schippern. Man wolle einmal wieder zurückhelfen, denn diese ganze Gaza - Blockade sei ja schrecklich.

Die israelische Marine erwartet die 44 Helfer im Laufe der Woche und hat Order, sie nicht nach Gaza schippern zu lassen. Nichts da mit helfen, sondern gleich Abschiebung auf dem Wasser.
In Gaza regt man sich auf, die Helfer regen sich auf, und die Marine gibt sich gelassen.

Aber für was steht diese Aktion eigentlich ? Dafür das die israelische Seeblockade um Gaza unmenschlich ist ? Wie war das da noch mit illegalen Waffenlieferungen aus Ägypten ? Und lautet der Absender nicht Al Khaida ? Sind die 44 Helfer also getarnte Al Khaida Aktivisten wie alle anderen pro - palästinensischen Helfer auch ? Der Verfassungsschutz täte gut daran sich auch einmal um solche Leute zu kümmern, denn es sind nicht nur immer diejenigen, die zum Islam konvertieren. Manchmal ist es gleich der Otto Müller von nebenan. Und der geht sonntags in die Kirche und montags zurückhelfen.


Eines der zwei Aktivisten - Schiffe

Sonntag, 17. August 2008

Hecheln für die menschliche Rasse und Nike

B"H

Mitteilung an alle sportlichen Aktivisten und solche, die sich als Werbegag zur Verfügung stellen:

Millionen Läufer aus aller Welt wollen ihre menschliche Stärke und Fähigkeit unter Beweis stellen.

Muss man deswegen gleich rennen ?

Das Rennen wird in New York, Los Angeles, Madrid, Paris, London, Istanbul, Shanghai und natürlich auch in Tel Aviv stattfinden.

Das Tel Aviver Rennen startet am Kikar Rabin (Rabin Square vor dem Rathaus) und endet in Sportek (im HaYarkon Park).

Alle Teilnehmer erhalten ein Nike Dry Fit shirt und eine Registriernummer.

Wie schön ! Es lebe die lebende Werbung !

Die Registrierung kostet 110 Schekel (22 Euro).

Auch das noch ...

Anmelden kann man sich hier:

http://shvoong.co.il/regi/nightrun.asp

Noch Fragen ? Dann hier anrufen: 1700 700 305

http://nikerunning.co.il/humanrace/index.asp

Vergesst nur Euer Nike - Schuhwerk nicht, sonst schindet Ihr keinen guten Eindruck !!!

Israel, Georgien und die Waffen - Connection

B"H

Laut dem Nachrichtenmagazin YNET unterhält Israel seit sieben Jahren eingehende militärische Verbindungen mit Georgien. Diese Verbindungen reichen von Waffendeals bis hin zur kämpferischen Fortbildung. Das israel. Verteidigungsministerium billigte diese Connection, denn wird doch Georgien als israelfreundliches Land eingestuft. Und liefere Rußland nicht Waffen an die arabischen Feinde ?

Brigadegeneral (Reservist) Gal Hirsch reiste sogar eigens nach Georgien, um die dortigen Truppen zu trainieren. Eifrig lernten die Georgier israel. Militärweisheiten und mit Sicherheit zahlte sich diese indirekte Form der Weitergabe von Militärgeheimnissen auch für Gal Hirsch aus. Der Führer der Terroristenvereinigung Hizbollah, Hassan Nasrallah, jedenfalls hielt vor ein paar Tagen eine glühende Hetzrede gegen Israel. Israel und seine Militärs wie Hirsch versagten im Libanonkrieg und nun auch in Georgien. Nasrallah sonnte sich in der Propaganda und zog wieder einmal so richtig ab.

Die Frage ist nur, ob Israel sich eine aktive Einmischung im Georgienkonflikt tatsächlich leisten kann oder soll ?

Olmerts fatale Zustimmung

B"H

Soeben beschloß die israelische Regierung die Freilassung von 200 Pali - Inhaftierten; zwei Gefangene davon haben Blut an den Händen, denn sie waren an tödlichen Anschlägen auf Israelis beteiligt. Diese sogenannte "gut gemeinte Geste" der Olmert Regierung soll den Fatah - Führer Abu Mazen gegenüber der Hamas - Konkurrenz stärken. Nur die Fatah unter Abu Mazen könne Kompromisse mit den Israelis erreichen und somit soll das palästinensische Fußvolk auf Fatah - Kurs gebracht und von der Hamas weggeführt werden.

Die Regierung Olmert hat immer noch nichts dazu gelernt und dazu noch Fakten absichtlich übersehen bzw. nicht wahrhaben wollen. Erstens läßt man keine Mörder einfach so laufen, denn somit wird die Abschreckung vor Mord immer geringer. "Laßt uns mal die Juden umbringen und danach holt uns eh die Pali - Führung wieder heraus !"
Zweitens ist Abu Mazen nicht besser als die Hamas; betrachten wir nur einmal seine Holocaust - Verleugnung oder die Anstiftung des Samir Kuntar zum Attentat in Nahariya. Kuntar kam vor etwas mehr als einem Monat beim Austausch gegen Ehud Goldwasser und Eldad Regev frei.

Genau wie die Hamas verfolgt Abu Mazen nur ein Ziel:
Die Vernichtung des Staates Israel.

Der israelischen Regierung einen Herzlichen Glückwunsch zur Beihilfe der Vernichtung ihres eigenen Staates !

Einziger Lichtblick: Verkehrsminister Sha'ul Mofaz (Kadima) sowie der sephardisch - haredische Koalitionspartner SHASS stimmten gegen die Freilassung.

Freitag, 15. August 2008

Verfehlte Erziehung in Stuttgart

B"H

In der Thoralesung für diesen Schabbat, Parashat Va'etchanan, lesen wir davon, wie Moshe G - tt bat, ihn doch noch nach Eretz Israel einreisen zu lassen. Israel war der große Traum von Moshe und Millionen anderer Juden im weiteren Verlauf der Geschichte. Was hätten die Juden während der Inquisition, der Pogrome und des Holocaustes nicht gegeben, um in Israel leben zu können.

Die Jüdische Gemeinde Stuttgart plant die baldige Einrichtung einer Jüdischen Grundschule. Laut "Rabbiner ?" Netanel Wurmser ist das Ziel des Religionsunterrichtes, die Kinder relig. auf das Leben in der Diaspora vorzubereiten.

Es ist ein biblisches Gesetz, dass Juden in Israel leben sollen (siehe dazu auch den Ramban). Wer sich unbedingt für die Diaspora entscheiden will, kann das aus diversen Gründen tun; doch jüdische Kinder automatisch auf das Leben in der Diaspora vorzubereiten und ihnen Israel nicht nahelegen, ist wider jeder Thora sowie des Zweckes, zu dem uns G - tt erschuf.

Israel ist und sollte das erklärte Ziel eines jeden Juden sein und bleiben. Was das Leben in der Diaspora den Juden einbrachte, dürfte ausreichend bekannt sein. Und wehe dem, der es sich dort zu bequem macht …

So ganz anders

B"H

Vor drei Wochen traf ich sie zum ersten Mal persönlich wieder: Diana Campuzano.

Ein Jahr vor dem Bombenattentat in der Jerusalemer Shopping Mall, Ben Yehudah, hatte ich sie insgesamt nur drei Tage lang kennen gelernt. Natürlich sind drei Tage alles andere als ausreichend, doch bei Diana hat sich viel verändert. Ihre Bewegungen und ihre Sprache sind hastig geworden. Sich ständig wiederholend und den Satz neu beginnend.

Gestern abend traf ich sie zum zweiten Mal wieder und wir werden den Schabbat mehr oder weniger zusammen verbringen. Mit einer Freundin war ich Kaffeetrinken gewesen und als ich danach zurück in meine Jerusalemer Unterkunft kam, war Diana gerade angekommen. Einer Bekannten führte sie gerade ihre Website vor. Eine Site, auf der ihre Geschichte festgehalten ist. Aus mir unverständlichen Gründen erzählt sie wildfremden Leute sofort immer unbefangen ihre Story. Wie sie am Tisch saß und sich der palästinensische Attentäter vor ihr in die Luft sprengte.

Sie arbeite im Gemeindebüro einer New Yorker jüdischen Gemeinde. Aber nur manchmal, denn sie leide immer noch an einem Trauma. Und ihr Gesundheitszustand sei miserabel.

Unser PC crashte und ich schaffte es nicht, ihn wieder zum Laufen zu bringen. Diana nahm meinen Platz ein und machte sich ans Werk. Nach drei Wochen fiel mir dabei zum ersten Mal ihre verbrannte Hand auf. Eine Hand, die irgendwie nicht zum Rest des Körpers zu passen schien, denn die Hautfarbe ist faltig dunkel. Ihre Arme und Beine sind weniger schwer verbrannt. Ihre Stirn ist voll Narben und man sieht von weitem, dass sie einiges durchlitten hat.

Als ich sie zum ersten Mal wiedertraf, berichtete ich einer Freundin geschockt von Dianas neuer Persönlichkeit und sie meinte, dass das ja alles kein Wunder sei, wenn man solche Behandlungen über sich ergehen lassen muß. Ständig Operationen und Untersuchungen.

Aliyah wolle sie jetzt noch keine machen.
Hinterher fiel mir ein, dass ich vergaß zu fragen, ob sie denn an den Schauplatz in der Ben Yehudah zurückgekehrt ist. Anfangs stellte sie dies in Frage. Ich jedenfalls werde die Frage heute nachholen.

In etwas mehr als einer Woche fliegt sie wieder heim nach New York. Obwohl sie sich seit dem Attentat sträubte nach Israel zu kommen, scheint es ihr jetzt sehr gut zu gefallen. Die Erinnerungen sind noch da, ebenso die Freunde und gleichzeitig Narben, die nicht verschwinden werden.

Perfekte Rechtfertigung

B"H

Nicht jeder, der sich Jude nennt, ist gleichzeitig ein glühender Zionist, versteht etwas von seiner Religion, Geschichte oder von Israel. In Deutschland geht man leider innerhalb der nichtjüdischen Gesellschaft viel zu häufig davon aus, dass Judesein = Israel bedeutet. Und jeder Jude habe automatisch die Pflicht, dem Antisemitismus entgegenzuwirken.

Dazu kann ich nur sagen: "Good Morning, Germany". Sind auch wirklich alle schon wach oder träumt man noch romatisch vor sich hin.

Was in Amerika, Frankreich oder England gewiß keiner Seltenheit entspricht, stößt in Deutschland, sowohl als auch bei deutschen Juden, auf Unverständnis und man regt sich doch tatsächlich auf. So sehr, dass die heutige "Jerusalem Post" darauf eingeht. Da streitet der Autor Henryk M. Broder mit Evelyn Hecht - Galinski, da die Tochter des verstorbenen Heinz Galinski der Ansicht ist, Israel verhalte sich wie Nazi - Deutschland.

So, what ? Lasse man die Dame doch meinen. Wen kümmert das, ob da so eine Tochter, die offensichtlich den Namen ihres Vaters nutzt, etwas von sich gibt ? Wieviele ausländische Juden gondeln nach Ramallah und ziehen eine anti - israelische Show ab ? Sie leben weder in Israel, noch haben sie eine Ahnung, was hier abgeht, noch haben sie jemals Bombenattentate oder Raketenangriffe miterlebt. Az ma ? So, what ?

Jeder kann behaupten, was er will. Und wenn sich Frau Hecht - Galinski lieber in Gaza - City statt in Tel Aviv niederlassen will, so ist das ihr Problem. Ich jedenfalls wünsche ihr dabei angenehmen Aufenthalt.

Ich denke aber, dass die Dame doch am liebsten daheim in Deutschland bleibt und es vorzieht, von dort aus wohlwissende Sprüche von sich zu geben. Denn da ist sie wer. Wen würde in Israel ihr Gelaber kümmern ? Noch nicht einmal die Linkspartei MERETZ.

Donnerstag, 14. August 2008

"DER SPIEGEL" im Visier des "Media Watch"

B"H

Zwei hervorragende wichtige Sites des "Media Watch"

Palestinian Media Watch

Man schaue sich nur die Pali - Propaganda - Schizophrenie an:

http://www.pmw.org.il/Bulletins_july2008.html#b240708


Israels Media Watch
(auf Hebr.)

Israel's Media Watch
(auf Russisch)

Israel's Media Watch
(auf Englisch)


Israel's Media Watch klagt, u.a., auch DER SPIEGEL und den Autor Rolf Behrens wegen falscher Berichterstattung an. Gross wundern tut mich das nicht, denn es ist weitreichend bekannt, dass die deutsche Presse Israel stets vorverurteilt ohne Fakten zu kennen. Im Judentum genauso wie in der Politik.

Mittwoch, 13. August 2008

Gush Katif Museum eröffnet

B"H

Das angekündigte neue Gush Katif Museum hat seine Pforten nahe dem Jerusalemer Machane Yehudah Markt eröffnet. Der bisherige Besucherstrom beweist ein reges Interesse und Leiterin Miriam Gottlieb gibt sich zuversichtlich.

Das Museum befindet sich in der Shaarei Zedek Street, zwischen Jaffa Road und Agrippas. Es ist wochentags von 13.00 - 20.00 Uhr geöffnet. Freitags allerdings nur von 9.00 - 13.00 Uhr.
Der Eintritt ist frei !!!

Telefon: 02-625-5456
e - mail: mgushkatif@gmail.com

Israels Abtreibungsproblem

B"H

In Israel gibt es jährlich 50.000 Abtreibungen. Die meisten davon geschehen aus finanziellen Gründen, denn viele Mütter wissen nicht, wie sie ein weiteres Kind ernähren sollten.

Hier ein interessanter Filmbericht (mit engl. Untertiteln) dazu:

http://www.friendsofefrat.org/

Leben ohne Visa

B"H

Das israel. Innenministerium gab neue Statistiken bekannt.
Demnach leben in Israel 250.000 illegale Personen ohne jegliches gültiges Visum. Monatlich kommen 400 - 500 neue illegale Personen hinzu. Die Mehrheit davon wird seit über einem Jahr im Süden des Landes, von Gaza aus, eingeschleust. Hierbei jedoch handelt es sich meist um Afrikaner. Andererseits gibt es fast genauso viele weitere Ausländer, die als ganz normale Touristen nach Israel einreisen und das Land partout nicht mehr verlassen wollen.

Obwohl ständig Entdeckung droht, lassen sich viele Touristen einfach nicht zur Ausreise bewegen. Nichtjuden werden nur einige kurzfristige Visa erteilt und irgendwann ist auch damit Schluß. Wie schon zuvor einige Male berichtet, fahren dann solche Touristen für ein paar Tage hinüber nach Zypern, Griechenland oder in die Türkei. Wer sich nur nach Ägypten oder Jordanien bemühen will, bekommt am israelischen Checkpoint meist nur einen einzigen weiteren Monat ausgestellt. Von daher fliegt die Mehrheit der Betroffenen schnell nach Zypern und kommen mit der Angst zurück, am Ben Gurion Flughafen abgelehnt zu werden.

Die ganz neue Masche ist es, sich in seinem Heimatland mehrere Pässe auf unterschiedliche Namen ausstellen zu lassen. Zum Beispiel werden da Zusatznamen plötzlich zu richtigen Vornamen: aus Andreas Albert Meier wird nur noch Albert Meier. Einmal Andreas und dann wieder nur Albert.

Auf diese Weise meinen die Illegalen, dem israelischen Computerwesen zu entkommen. Aber auch damit ist seit einiger Zeit Schluß, denn am Flughafen gibt es eine Fingerabdruckindentifikation. Zusätzlich untersuchen die Behörden, ob es sich bei Heiratsanträgen zwischen Israelis und nichtjüdischen Ausländern nicht um fiktive Ehen handelt. Laut dem Innenministerium ist dies bei 70 % der Fall (die Ehen sind tatsächlich fiktiv).

Ich kann verstehen, dass Leute aus der Dritten Welt Israel des Geldes wegen intereessant finden, doch was zieht einen Westeuropäer nach Israel ? Ist Euch allen klar, dass ihr hier fast keinerlei Rechte habt ? Und was geschieht, wenn Ihr einmal krank werdet ? Die Krankenhäuser behandeln Euch nicht ohne teures Cash und das kostengünstigere "Magen David Adom" will ein gültiges Visum sehen. Was Euch ggf. bleibt sind arab. bzw. armenische Ärzte in der Jerusalemer Altstadt. Aber auch die können bei ernsthaften Krankheiten nicht mehr weiterhelfen und verweisen auf ein israel. Krankenhaus.

Ich denke, dass schon allein diese Gründe zum Nachdenken bewegen sollten. Falls nicht, dann will ich Euch sagen, dass ich unzählige Illegale traf, die ihr Leben haßten. Immer Angst vor Entdeckung haben zu müssen, kann ganz schon auf die Nerven gehen.

Bei Entdeckung droht die Abschiebung und die Strafe Israel mindestens fünf Jahre nicht mehr betreten zu dürfen.

Besten Dank an Abu Mazen

B"H

Zu unser aller Entsetzen unterbreitete Premier Ehud Olmert der palästinensischen Autonomiebehörde unter Abu Mazen einen aktuellen Friedensplan. Derzeit fuchtelt Olmert noch wie wild herum und will unbedingt als Friedensheld in die Geschichtsbücher eingehen. Ganze 93 % der Westbank bot er den Palästinensern an und einen freien Zugang per Autobahn hinunter nach Gaza gleich mit. Klingt wie ein israelisches Selbstmordkommando.

Toll, mögen nun die so "friedensliebenden" Europäer denken, das ist doch endlich einmal was. Abu Mazen jedoch dachte anders und lehnte den Olmert - Plan sofort ab. Begründung: Jerusalem sei in dem Plan nicht mit enthalten.

Ich erwähne diese Pressemitteilung nur, damit es nicht immer von den linken Friedenstauben heißt, Israel unternehme nichts in bezug auf Frieden. Tatsächlich wäre Olmerts Plan eine Sicherheitsgefahr für Israel und es ist zu begrüßen, dass Abu Mazen ablehnte. Egal, wie seine Gründe lauten; Israel jedoch hat er einen großen Gefallen getan.

Paul sagt ab

B"H

Paul Mc Cartney hat sein für September geplantes Konzert in Tel Aviv abgesagt.

Ehrlich gesagt hatte es mich bei seiner Konzertankündigung eh schon gewundert, dass er tatsächlich nach Israel kommen will. Die meisten Stars beehren uns nicht gerade und wenn dann wirklich einmal jemand kommt, wird er hofiert bis zum geht nicht mehr. Sogar Präsident Schimon Peres lädt ein, was aber eher an seiner Persönlichkeit liegen mag, denn er liebt den Mittelpunkt. Vor allem mit einem Glamoursternchen am Arm.

Dienstag, 12. August 2008

Im Urlaub

B"H

Es scheint geradezu, dass das halbe Land im Urlaub steckt. Besonders im August ist in Israel fast immer tote Hose. Die Unis laufen nur eingeschränkt weiter; die Studenten sind in den Semesterferien, doch finden nach wie vor private Kurse statt. Aber auch damit ist bald Schluß, denn ca. eine Woche vor dem 1. September schliessen auch die Unis ihre Pforten ganz.

Der 1. September wird jedes Jahr zum "Tag des Jahres" erklärt. Mehr oder weniger unbewußt, doch arbeiten alle stets auf ihn hin - den Schulbeginn nach den fast dreimonatigen Sommerferien. Wie sehnen sich Eltern diesen Tag herbei, denn dann haben die Kinder wieder etwas zu tun und hängen nicht den ganzen Tag daheim herum. Ausschlafen, TV, Computer oder Freunde treffen, so verbringen auch die israel. Jugendlichen ihre Sommerferien. Jedenfalls jene, die nicht wie viele Tausende in die Türkei geflogen sind und es sich in dortigen Spielkasinos gutgehen (oder auch nicht) lassen.

So machen derzeit nur die Kadima - Politiker Zipi Livni und Sha'ul Mofaz auf sich aufmerksam. Beide wollen Olmerts Nachfolge antreten und beide liefern sich eine Schlammschlacht. Zweites Thema ist natürlich die Invasion Russlands in Georgien. Die Berichterstattung ist objektiv und ich habe noch nicht herauslesen können, auf welche Seite Israel sich schlagen wird. Die russischen Zeitungen Israels jedoch haben sich schon eingehend festgelegt. So steht die russ. Tageszeitung "Vesti" zu den Georgiern. Auch fanden sich einige aus Georgien stammende Neueinwanderer vor israel. Regierungsgebäuden zur Demo ein. Mehrere Hundert Israelis (Georgier, die Aliyah machten) und georgische Juden befinden sich immernoch am Kriegsschauplatz und warten, dass sie per Flugzeug heim nach Israel geholt werden. Bisher geschah nichts.

Wer derzeit einen Israelaufenthalt plant, der muß noch bis zum November mit saftigen Preisen rechnen. Hostels und Hotels haben Hochkonjunktur. In arabischen Gegenden steigen die Preise automatisch an, sobald man einen Touristen anrauschen sieht. Amerikaner, Deutsche, Japaner, Hongkong, egal woher, Ihr seid alle reich und wenn Ihr das Gegenteil behauptet, dann seid Ihr einfach nur geizig. Mit Argumenten wie "Ich bin Student" läßt sich kein Pali im arab. Markt mehr abwimmeln. Genau dort könnt Ihr handeln, wohingegen in israel. Läden alles seinen Festpreis hat.

Regierungseinrichtungen laufen manchmal nur auf Halbbetrieb, denn viele Angestellte sind im Urlaub. Das Oberrabbinat sowie die Yeshivot (relig. Schulen) sind fast ganz dicht. Das allseits normale Leben geht erst wieder am 1. September los (für Relig. im Monat Elul). Dann aber gleich wieder richtig.

Altstadtphotos zum letzten Tisha Be'Av

B"H

Photos aus der Jerusalemer Altstadt. Aufgenommen am vergangenen Sonntag, dem Fastentag Tisha Be'Av.

http://hamantaschen.blogspot.com/2008/08/altstadtphotos-vom-tisha-beav.html

Montag, 11. August 2008

Warum die Juden ?

B"H

Am gestrigen Trauer - und Fastentag Tisha Be'Av nahm ich an einem relig. Programm der haredisch - litvischen Yeshiva AISH HaTorah teil. Und wer Aish näher kennt, der weiss garantiert, dass Rabbi Motty Berger viele Themen ganz besonders liebt und eines davon lautet "Warum die Juden ?"

Warum wurden Juden seit Jahrtausenden Opfer des Antisemitismus aller Völker ? Übrigens sind es nur die Juden, die ein eigenes Wort für ihre Benachteiligung bzw. Unterdrückung entwickelten: Antisemitismus.

Zu Beginn des Vortrages stellten wir eine ganze Liste von nichtjüdischen Vorurteilen den Juden gegenüber zusammen:

"Auserwähltes Volk"
Man habe den christlichen G - tt J. C. umgebracht.
Juden seien entweder geizig oder stinkreich. Wobei beide Stereotype ganz nach Belieben verwendet werden, obwohl sie sich logischerweise widersprechen.
Juden würden immer zusammenhalten und planen eine Machtübernahme der ganzen Welt.
Juden haben komische Riten.
Bei Juden weiss man nie, ob sie dem jeweiligen Land, indem sie leben, loyal sind.

Viele weitere Punkte zierten unsere Liste.

Rabbi Motty Berger konzentrierte sich fast nur auf einen der Punkte. Zum Beispiel das "Auserwählte Volk", welches von G - tt auserwählt worden ist (siehe Thora); von G - tt und kein Jude behauptet von sich aus, er sei auserwählt. Dies ist G - ttes Entscheidung und wer damit Probleme hat, der solle sich bei Ihm beschweren und nicht bei Seinen Auserwählten, den Juden.

Aber was bedeutet "auserwählt" ?
Keineswegs eine Vorrangstellung, sondern sollen Juden den Nichtjuden ein gutes Beispiel sein, indem sie die Thora einhalten und der Welt Moral zeigen. Nicht immer war oder ist dies bisher der Fall, aber immerhin haben Christen erst von den Juden von einem allmächtigen G - tt gelernt, der die Welt erschuf.
Wir Juden haben demnach die Aufgabe, der Welt offen kundzutun, dass es nur einen einzigen allmächtigen G - tt gibt. Das bedeutet "auserwählt".

Warum aber Antisemitismus ?
Anscheinend weil gerade die Juden der Welt die Moral lehrten. Von der Antike bis heute beten die Menschen zu Götzen oder morden und stehlen. Und seither hatten viele ein Problem damit, wenn Juden kamen und von Moral erzählten.

Und glauben nicht die Christen an das Alte Testament (die Thora) ? Wieso zweifeln sie dann überhaupt G - ttes Statement an, dass die Juden Sein Auserwähltes Volk sind und in alle Ewigkeiten bleiben werden ? Vielleicht weil sie wissen, dass es wahr ist ? Und mit der Wahrheit kann man so seine Probleme haben, wenn man sich selbst niedriger setzt als man ist.

Wer tatsächlich an die Thora glaubt, der zweifele G - ttes Entscheidungen nicht an und drehe sie nicht nach Belieben herum, wie es halt in den persönlichen Kram passt. Wer an die Thora glaubt und nichtjüdisch ist, der hat die Sieben Noachidischen Mitzwot und nach jüdischem Glauben kann jeder Mensch einen Platz in der Olam Habah, der Kommenden Welt, erlangen.

Ist Jerusalem reif für Porush ?

B"H

In Jerusalem geht der Bürgermeister - Wahlkampf um. Vor wenigen Jahren, als der noch amtierende Bürgermeister Uri Lupolianski gewählt wurde, schieden sich schon die Geister. Eigentlich glaubte Lupolianski damals, die haredische (ultra - orthod.) Bevölkerung voll und ganz auf seiner Seite zu haben, doch nichts war es. Die Haredim sehnten sich nicht gerade nach einem "selbsternannten" Haredi, einen, der nicht wie sie haredisch geboren wurde, sondern erst später in seinem Leben religiös geworden ist. Kaum jemand, der im Verlauf seines späteren Lebens relig. wird oder zum Judentum konvertiert und sich entscheidet haredisch zu leben, wird auch tatsächlich von den Haredim anerkannt. Die israel. Realität schaut so aus, dass derjenige stets ein Außenseiter bleiben wird, was sich besonders bei den Schidduchim (Heiratspartnern) bemerkbar macht. Auf dem haredischen Heiratsmarkt werden einem dann nur ebenso Konvertierte bzw. später relig. gewordene angeboten. Ausnahmen gibt es, doch sind sie keinesfalls alltäglich.

Einer der bekannteste Opfer der leider so realen Einstellung anderen gegenüber wurde Bürgermeister Uri Lupolianski. Zusätzlich beschuldigte man ihn von haredischer Seite, er rufe schließlich keine positiven relig. Änderungen in der Heiligen Stadt hervor. Viele Discos, Restaurants und Läden seien nach wie vor am Schabbat geöffnet und was für ein "guter" haredischer Bürgermeister kann soetwas zulassen ? "Nein, er sei keiner von ihnen". Und so kam es einerseits vor, dass die Reifen seines Dienstwagen in Mea Shearim zerstochen wurden, dann wiederum wurde er zu relig. Veranstaltungen der Agudat Israel (weniger extreme chassidische Gruppen wie Vishnitz, Gur, Belz oder litvische Haredim) eingeladen. Insgesamt versucht Lupolianski ein Bürgermeister für alle Bürger zu sein. Einer gewissen Beliebtheit erfreut er sich, wenn seine Amtszeit auch etwas öde sein mag. Farblos halt, aber durchaus tolerant.

Der russische - israelische Milliardär Arkadi Gaydamak möchte gern. Anscheinend sind die Russen immer der Meinung, sie können alles kaufen. Nicht so in Israel und schon gar nicht in Jerusalem. Das Geld wird zwar gerne genommen, aber dann auch "Auf Nimmerwiedersehen". So erging es ebenfalls dem "großen " Gaydamak, der da Tausende von Dollars an Yeshivot spendete, doch im letzten Moment von den Haredim allein gelassen wurde. Wer will auch so einen als Bürgermeister ?
Die größten Chancen hat der Israeli Nir Barkat. Er ist Unternehmer und sitzt seit Jahren im Stadtrat. Außerdem spricht er Hebräisch ohne jeglichen quälenden russ. Akzent. Wobei Gaydamak eh NUR Englisch, Russisch oder Franz. spricht.

Die "Yahadut HaTorah" - Partei kam auf die Idee, einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Man wolle endlich einen geborenen Haredi und so sah man in Me'ir Porush den geeigneten Kandidaten. Laut aktuellen Umfragen jedoch würde Porush seinem Konlurrenten Nir Barkat um 20 % unterliegen. Haredische Zeitungen nahmen diese Umfragen geschockt auf, hatte man sich doch schon sicher gefühlt. Jerusalem mag zwar für den liberalen Haredi Lupolianski gewappnet sein, doch Porush ist zuviel. Immerhin besteht die Stadt auch aus Palästinensern, Nationalrelig. und Säkuleren. Ich kenne Porushs Pläne nicht, doch gemäß seiner Partei täten einige Veränderungen im Hinblick auf den Alltag stattfinden und dies sei den nicht - haredischen Bürgern zuviel. Aufgabe eines Bürgermeisters ist es, sich um alle Bewohner zu kümmern und bei Porush hegen wir das Gefühl, das dem nicht so sein wird.

Ehrlich gesagt, kümmert mich das weniger, denn ich nehme nie an der Wahlen zum Bürgermeister teil. Bei einem jedoch sind wir uns alle sicher: Ein Bürgermeister wie der ignorante Teddy Kollek soll nicht mehr her.

Freitag, 8. August 2008

Tisha Be'Av in Jerusalem

B"H

Morgen abend zum Schabbatausklang beginnt der jüdische Fasten - und Trauertag Tisha Be' Av. Aufgrunddessen finden nach dem Schabbat nicht unbedingt die grossen Feiern statt. In Tel Aviv vielleicht eher, aber vor allem in Jerusalem werden bis zum Sonntag abend (nach Fastenende) viele Geschäfte und Restaurants geschlossen sein. Die Busse fahren dagegen ganz normal weiter, wohingegen die Stadtverwaltung und eventuell die Banken sowie die Post dicht sind.

Morgen abend (Samstag) findet eine öffentliche Lesung der "Megillat Eichah" zum Tisha Be' Av statt. Dies geschieht um 21.30 Uhr auf dem Kikar Safra vor dem Jerusalemer Rathaus. Organisiert wird das Ganze von den rechten "Women in Green". Nach EICHAH versammeln sich Tausende, meist nationalareligiöse Juden, um gemeinsam
um die Stadtmauer zu laufen. Am Löwentor gibt es gewöhnlich politische Reden, darunter die Vorsitzende der Women in Green, Nadja Matar, sowie der Knessetpolitiker Aryeh Eldad von der Partei Ichud HaLeumi. Viele Jahre lang bin ich immer gern mitgelaufen, bis es mir im vergangenen Jahr zu politisch wurde. Kann sein, dass ich einfach nur die Nase voll habe, obwohl ein Gang um die Stadtmauer empfehlenswert ist. Wann kommt man sonst schon so sicher bewacht zum Damaskustor und anderen Orten in Ost - Jerusalem ?
Von der Politik abgesehen, ist der Marsch sehr zu empfehlen, denn es herrscht eine gute Stimmung (wenn man das an dem relig. Trauertag einmal so sagen darf) und viele geniessen einfach nur die Sites um den Tempelberg. Nach dem Damaskustor lag der eigentliche Haupteingang zum Beit HaMikdasch (Tempel). Der antike Eingang in das Jerusalem zur Zeit des Zweiten Tempels befand sich gleich links vom heutigen Damaskustor. Die Überreste sind noch zu sehen, wenn man sich etwas hinunterbeugt. Leider fehlt es an Personal oder an Geld, das antike Tor aufrechtzuerhalten und demnach schaut es heute recht heruntergekommen aus.

Ich wünsche allen Lesern SCHABBAT SCHALOM und ein leichtes Fasten (Zom Kal) am gleich abschließenden Tisha Be'Av.


Der Marsch der "Women in Green"

Auschwitz in Not

B"H

Das Vernichtungslager Auschwitz bittet dringend um finanzielle Unterstützung. Direktor Piotr Cywinski sagte, dass eine Soforthilfe von 100 Mio Dollar benötigt wird, um das 191 Hektar große Gelände in gutem Zustand zu erhalten. Einige der Holzbaracken mussten schon aufgrund von Einsturzgefahr für den Besucherstrom von jährlich 1 Mio Menschen geschlossen werden.

Cywinski beschwerte sich darüber, dass international die Ansicht besteht, das Museum werde schon irgendwie weiterlaufen. Finanzielle Hilfe dagegen treffe nur spärlich ein. Der Direktor schlug vor, dass ausländische Regierungen mit Langzeitkrediten helfen sollten, denn schließlich weise das Museum auf eine internationale menschenrechtliche Verantwortung hin.

Das KZ - Museum besteht seit 1947 und erhält jährlich 5 Mio Dollar von der polnischen Regierung. Austerdem werden weitere 5 Mio Dollar durch Publikationen Überlebender, Dokumentarfilme oder Eintrittsgeldern hinzuverdient. Nur sage und schreibe 370.000 Dollar an Spendengeldern kommen aus dem Ausland.

Interessante Links

B"H

Die Nachrichtenmagazine Debka und ARUTZ 7

"Outreach Judaism" - gegen christliche Missionare

Israels Sozialversicherung "Bituach Le'umi"

Donnerstag, 7. August 2008

Der Sport der Jerusalemer

B"H

Jeder weiß wie es ist, einen schlechten Start in den Tag zu haben. Mich ereilte es heute gleich so richtig. Erst bekam ich auf der Bank die neuen erhobenen Gebühren so richtig zu spüren. Das ist besonders ärgerlich, wenn dort eine Angestellte sitzt, die nichts tut, außer kurz etwas in den PC tippt, zwischendurch ihren Kaffee bekommt und dann nach etwas in ihrer Handtasche sucht. Drei Transaktionen und das Geld war futsch.

Danach entschloß ich mich zu allem Übel, einen Bus zu nehmen. Also wartete ich 15 Minuten und nichts geschah. Erst danach sah ich, dass die Bushaltestelle nicht mehr gültig ist. Aufgrund all der Bauten zur Straßenbahn, herrscht in der Jerusalemer Innenstadt das Straßenchaos. Jetzt wo die Yaffa zwischen King George und Shlomzion HaMalka gesperrt ist, stehen die Busse nur noch in einer Endlosschlange. Wer aus Katamon oder der German Colony kommt, steht mit seinem Bus bis in alle Ewigkeiten. Und der beliebte Jerusalemer Sport ist seit ein paar Jahren das Verlegen der Haltestellen. Gestern nacht wurde meine Haltestelle verlegt und nur durch Zufall fand ich die neue. Das Gekeife der wartenden Fahrgäste war schon in vollem Gange und bis einmal ein Bus kommt, dauert es jetzt Ewigkeiten.

Viele, die in Jerusalem weilen oder hier wohnen, sollten lieber in Erwägung ziehen, zu laufen. Gesünder ist es bei der Luftverpestung vielleicht nicht, aber schneller allemal.

Mittwoch, 6. August 2008

Jewish Blogger Convention in Jerusalem

B"H

Vor ein paar Tagen ließ mich eine Freundin von diesem Event wissen und ich schrieb mich ein. Offiziell heißt es, dass "Nefesh Be'Nefesh" sich später melden wird, um einem mitzuteilen, ob man registriert worden ist oder nicht.

Kurz darauf schon bekam ich die Zusage und ich mache mich am 20. August auf zur Nefesh Be'Nefesh Bloggers Convention in Jerusalem. Wird bestimmt interessant werden, obwohl viele schon im Internet ablästerten, dass dies ja wohl eine Convention für "Frummies - Fromme" sei. So, what ? Wir zahlen ja nichts, denn alles ist von Nefesh Be'Nefesh gestiftet.

Wer sich noch anmelden will, kann dies sicher tun. Allerdings sollte es sich um einen jüdischen Blogger mit meist orthod. Inhalt handeln. Ausserdem muss der Blog vollständig in englischer Sprache geschrieben sein !!!

Wen mein engl. Blog interessiert:

http://shearim.blogspot.com


The conference will include:

- 'Meat' & Greet: Mingle and network with fellow bloggers over a Deli buffet
- Panel Discussion: Taking Jblogging to the next level: Increasing your readership, reach and influence
- Comedy performance by FrumSatire: The Rantings of a Frum Yid with a Warped Perspective
- Branding Israel - From Vision to Reality: Zavi Apfelbaum, Director of Brand Management, Foreign Ministry
- Building Israel One Post at a Time - Open Discussion with Blogger Panelists
- Dessert

Ausverkauf der Billigarbeiter

B"H

In Israel arbeiten ganz 100.000 Arbeitskräfte bei Zeitarbeitsfirmen. Seit Jahren schon haben Zeitarbeiten auch hier im Lande Hochkonjunktur, denn für ein Unternehmen sind reguläre Arbeitskräfte, wie anderswo auf der Welt auch, viel zu teuer. Außerdem kommt in Israel etwas Besonderes hinzu: Ein Festangestellter (außer Zeitarbeit) hat ein gesetzliches Anrecht auf finanzielle Entschädigung (Pizuim). Diese tritt nach drei Jahren Betriebzugehörigkeit ein und ist unabhängig davon ob der Arbeitnehmer oder der Arbeitgeber kündigte. Je länger jemand beschäftigt ist, desto höher die Summe der Pizuim, und da denkt so mancher Unternehmer lieber dreimal nach, bevor er einen Angestellten entläßt.

Die Arbeitskräfte der Zeitarbeitsfirmen hatten bis zum Januar dieses Jahres keinerlei Rechte. Bezahlter Urlaub, Kündigungsschutz, Feiertagsgeld, Rentenzahlungen und andere soziale Recht ? Pustekuchen. Mit viel niedrigerem Lohn müssen sie sich auch noch zufrieden geben.

Ab Oktober tritt nun ein weiteres neues Gesetz in Kraft, welches die israel. Zeitarbeiter sozial besser absichern soll. Nach dem gesetzlichen Mindestlohn von 3585 Schekel (ca. 717 Euro) steht nun die Festanstellung auf dem Plan. Jede Zeitarbeitsfirma muß dann einem Angestellten die Festanstellung (mit Arbeitsvertrag) nach neun Monaten gewähren. Zuvor war dies nicht der Fall und der Angestellte hangelte sich von Zeitvertrag zu Zeitvertrag. So kann man das Gesetz der Pizuim bequem umgehen und der Angestellte geht leer aus.

Nicht nur Zeitarbeitsfirmen lieben dieses System der Ausnutzung. Auch die Hebräische Uni (HebrewU) in Jerusalem sowie Regierungsbehörden degradieren auf diese Weise viele Angestellte zu Billigkräften.

Die Zeitarbeitsfirmen wollen sich dieses Gesetz nicht so einfach bieten lassen und drohen. Zum 1. Okotober würden Tausende ihren Job verlieren und den Zeitarbeitern bleibt derzeit nichts anderes übrig als abzuwarten was sich tut.

Die Flut aus Darfur

B"H

Seit einem Jahr leben in Israel mehrere Hundert oder sogar Tausend Darfur - Flüchtlinge. In Tel Aviv sieht man sie meistens auf dem Rasen des Levinsky Park, gegenüber dem Busbahnhof, campieren. Ihr Aufenthalt ist gesetzlich nicht geregelt und die Regierung hat andere Probleme als sich um Asylanten zu kümmern.
Seit Jahren wird Israel von Ausländern überschwemmt und die Israelis haben die Nase gestrichen voll. Vor allem die Angestellten des Innenministeriums bei der Visavergabe. Es wird gnadenlos abgeschoben, denn niemand weiß sonst, den Strom noch zu bewältigen.

Israel ist kein Land, in dem ein nichtjüdischer Ausländer besonders viel soziale Rechte hat. Eigentlich hat er fast gar keine Absicherungen, es sei denn, er bringt Geld mit und zahlt alles selbst. Auf Sozialhilfe haben Ausländer keinerlei Anspruch und Asylantenunterkünfte sind unbekannt. Jeder muß sich selber behelfen und irgendwie überleben.

Seit fast zehn Jahren hat sich die Gegend um den neuen Zentralen Busbahnhof von Tel Aviv in eine Kloake verwandelt. Philippinas, Afrikaner, Russen, Chinesen und Rumänen. Zwischen Peep - Shows und Gemüsehandlung wird billig gehaust und Israelis, die nicht unbedingt in der Gegend etwas Dringendes zu erledigen haben, lassen sich dort nicht mehr blicken.

Jetzt regt sich auch noch die Kleinstadt Lod (Lud) auf, denn sie soll einen Teil der Darfur - Flüchtlinge aufnehmen. Aber wohin mit ihnen ?
Lod, gleich neben dem Ben Gurion Flughafen, erholt sich langsam aus einer Krise und wer sich umschaut, der entdeckt massig Neubauten und Shopping Malls. Der kleine Mann aus Lod jedoch kann sich nur wenig leisten. Jobs gibt es, doch nur bedingt. Und die ansässigen sephardischen Juden, Palis sowie Äthiopier kloppen sich fast um jede Stelle. Die Einwohnerschaft betrachtet die Äthiopier schon als zuviel und nun sollen die Darfur - Leute kommen. Die Äthiopier wiederum sehen Darfur als Konkurrenz.

Tatsache ist, dass auch der Jerusalemer Stadtteil Nachlaot in den vergangenen Monaten von Äthiopier überschwemmt wurde. Vor dem Kiosk in der Nissim Behar Street stehen fast immer Zwanzig von ihnen vor einer Kneipe, schütten sich zu und gröhlen die Passanten an. Beliebt machen sie sich damit gerade nicht. In Lod soll das Gleiche der Fall sein und deswegen sieht man bei den Darfur - Leuten rot. Die seien bestimmt auch nicht anders. Das Resultat ist, dass sich schon lange eine Zweiklassen - Gesellschaft zwischen Schwarz und Weiß aufgetan hat. In einigen Gegenden sieht man Schwarz, in anderen hingegen gar nicht, denn da will Weiß gefälligst unter sich bleiben.