Freitag, 31. Oktober 2008

Mieten

B"H

Fast unnötig zu erwähnen, dass das Wetter in Tel Aviv wesentlicher wärmer und angenehmer ist als in Jerusalem. Jerusalem liegt hoch in den Bergen Judäas und ist stets von Winden begleitet. Tel Aviv hingegen liegt im Flachland an der Küste und das Klima ist feucht aber, jedenfalls für mich, viel angenehmer. Ich hasse die nasskalten windingen Winter in Jerusalem.

Als ich vor zwei Wochen das letzte Mal in Tel Aviv war, war es voll wie immer. Touristen, Einheimische, alles tummelte sich in der Stadt. Jetzt aber scheint alles eher verlassen und man merkt das der Winter einkehrt. Obwohl noch warm und sonnig, die Touristen kommen lieber der Sommerhitze wegen.

Unter anderem ging ich gestern auch noch gleich aus und nebenbei überhörte ich in einem Cafe an einem Nebentisch folgendes Gespräch. Ein junger deutscher Tourist zeigte einem Israeli seinen frisch unterschriebenen Mietvertrag. Der Israeli sollte dem Deutschen den Vertrag aus dem Hebräischen übersetzen. Allerdings hatte der Tourist schon unterschrieben und alles schien eh zu spät falls der Mietvertrag Ungereimtheiten ausweisen sollte.

Der Israeli begann dann auch gleich laut auszurufen:
"Bist Du bekloppt ?"
Der junge Deutsche zahlt doch glatt für ein möbliertes Zimmer in der Stadtmitte ganze 1000 Dollar.
Nun, 1000 Dollar für ein Zimmer ? Diese Preise hörte ich von New Yorkern aus Manhattan oder so. Aber in Tel Aviv ?
Der Deutsche jedenfalls meinte, dass man sowas in Deutschland ja auch schon zahle.
Na, vielleicht in München oder Köln, wer weiß.

Dann begannen die nächsten Ausrufe des Israelis. Wenn der Deutsche keinen sofortigen Nachmieter für sein Zimmer findet, zahlt er 500 Dollar Strafe. Und falls er einen Wasserrohrbruch erleidet und der Nachbar einen Schaden meldet, zahlt er er 40.000 Schekel (ca. 8000 Euro).

Der Israeli meinte kopfschüttelnd, dass das ja wohl ein absoluter Knebelvertrag sei und man sowas nicht unterschreibe. Er wünschte dem Deutschen alles Gute mit dem neuen Zimmer. Der Tourist wiederum gab sich unbeeindruckt.

Nicht nur, dass der Tourist völlig über den Tisch gezogen worden war, denn im Normalfall hätte er höchstens 400 - 500 Dollar gezahlt; nein, hier wurde auch noch das Touristendasein vollkommen ausgenutzt. Viele Leute befinden sich Touristen in Israel und meinen, dass Israel so ein westliches weltoffenes Land sei, in welchem ganz sicher auch westliche Maßstäbe, sprich Gesetze, herrschen. Dass diese Ansich total falsch ist, tritt oft erst immer zu spät ins Bewußtsein. Dann nämlich, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Israelisches Recht basiert zwar weitgehend auf dem ehemaligen britischen Mandatsrecht, doch gelten heutzutage wesentlich andere Voraussetzungen.

Und für Mietverträge gilt grundsätzlich, diese vorher immer erst durchchecken zu lassen. Nicht nur der Sprache wegen. Es existiert ein Standartmietvertrag, der benutzt werden sollte und ich weiß, das viele miese Vermieter ihre Chance gekommen sehen und Leute, die keinen blassen Schimmer von den hiesigen Zuständen haben, gerne über den Tisch ziehen. Besonders in Tel Aviv und auch in Jerusalem. Insbesondere dann, wenn der Tourist tatsächlich auch nur Tourist bleibt und keine Aliyah oder so machen wird.

Israel ist nicht eben mal so ein zweites kleines Deutschland, Österreich, eine Schweiz oder ein anderes westliches geordnetes Land. Israel bedeutet vielmals Chaos und das nicht nur auf die Politik oder Sicherheit hin bezogen. Eine völlig andere Mentalität wartet, an die man sich erst einmal gewöhnen muss.
Wie ? In dem man mit Israelis arbeitet. Dann nämlich zeigen sich die Charaktäre und man mert, dass man umdenken muss. Nichts läuft wie in Deutschland und was dort als logisches Argument gilt, ist in Israel noch lange nicht so logisch. Bevor man etwas unterschreibt, sollte man sich auf alle Fälle erst mit Einheimischen beraten. Meine besten Tips bekam ich immer von Israelis und nicht irgendwelchen anderen Touristen, die immer etwas wissen zu meinen. Meine israel. WG - Mitbewohner waren stets hilfreich und dadurch habe ich eine Menge gelernt.

Und wer in Tel Aviv etwas mieten will, sollte ganz besonders auf der Hut sein. Die Mieten überschlagen sich. Meist zahlt man auch noch saftige Kautionen und der Vermieter verlangt unterschriebe Schecks für ein Jahr im voraus, die er monatlich bei der Bank einlöst. Dort ist darauf zu achten, dass die Schecks von einem selber auf die Monate datiert sind. Das hatte der deutsche Tourist auch wieder übersehen. Mir tut er so ziemlich leid, denn er scheint ganz nett, aber für Israel zu unbeholfen. Jedenfalls noch …

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Älteste hebräische Inschrift gefunden


Archivbild aus dem Israel Museum / Jerusalem

B"H

Südlich von Jerusalem, nahe der Stadt Beit Shemesh, haben Archäologen die bisher älteste hebräische Inschrift ausgegraben. 3000 Jahre sind die fünf Zeilen alt und geben darüber Aufschluß, dass das Reich des König David nicht nur die Klitsche eines kleinen unbedeutenden Stammes war, sondern tatsächlich, wie in den Propheten angegeben, ein einflußreiches mächtiges Imperium.
Aber nicht alle Wissenschaftler stimmer hierbei mit dem Hebrew University Archäologen Yossi Garfinkel überein.

Bei Hirbet Keyafa handelt es sich um ein Tal in der Nähe von Beit Shemesh, von dem man ebenso das Elah Valley überblicken kann, welches wiederum als Kampfschauplatz zwischen David und Goliath angesehen wird. Ein 15 - jähriger Teenager fand die 15x15 cm große Tonscherbe mit der Inschrift nahe den Stufen eines auszugrabenden Hauses.

Nicht nur dieser Fund, sondern alle vorherigen genauso sollten eigentlich Aufschluß genug darüber geben, dass Israel ein jüdisches Land war und ist und keineswegs irgendwelchen Palästinenser gehört.

HebrewArt

B"H

Im Web gefunden:

Nur so, weil es eben nicht schlecht ausschaut ausschaut !


Gan Eden - Paradies



Jerusalem



Der Buchstabe ALEPH
HebrewArt

Deutschland - Israel

B"H

Ein aktueller Artikel auf Arutz 7 bringt das deutsch - israelische Verhältnis auf einen Punkt !

Pause ist immer gut !


Der Strand von Tel Aviv


B"H

Für mich ist Jerusalem stets mit sehr viel Arbeit verbunden und Tel Aviv hingegen erscheint viel relaxter. Nicht, dass ich in Tel Aviv nichts tue, aber mein Leben dort ist anders. Einfach von mehr Freiheit geprägt und nicht all den Jerusalemer Zwängen unterzogen. Einer der Gründe für die Tel Aviver Ungezwungenheit mag der Strand sein. Ein anderer Grund ist sicherlich die eigene Mentlität.

Jeder Ort schafft so seine eigene Mentalität und Gesellschaft und gerade hierin unterscheiden sich TA und Jerusalem ungemein. Die Heilige Stadt ist spannungsbeladen. Politisch genauso wie religiös.
Sobald ich durch relig. Stadtteile gehe, muss ich auch n och aufpassen, dass mit von meinen haredischen (ultra - orthod.) Bekannten niemand sieht, denn ich laufe wochentags in Hose und nicht im langen Rock herum.

Außerdem benötigt mein Inneres eine gewisse Ruhe und ich werde in der nächsten Woche wieder für einige Zeit nach Tel Aviv zurückkehren. Nur weg von den Religiösen, dem Druck und all den Spannungen. Ich kann es kaum mehr erwarten und entkomme schon heute in die Küstenstadt, obwohl ich wieder morgen schon wieder zurückkehre, um den Schabbat in Jerusalem zu verbringen.

In Tel Aviv kann ich der sein, der ich bin und unterliege keinen Beschränkungen. Dies meine ich nicht nur auf die Religion bezogen, sondern meist auf die gesamte Jerusalemer Mentalität. Letzteres wirkt manchmal wie ein Gefängnis und es ist immer vorteilhaft wegzukommen und etwas anderes zu sehen. Neue Leute zu treffen und einen freien Kopf zu bekommen.

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Schon wieder Segelei für den Terror


Artikel: YNET


B"H

Ein Boot mit 27 Passagieren, unter ihnen der Friedesnnobelpreisträger Mairead McGuire, ist in Gaza angekommen. Dort gab es dann auch gleich den gewohnten Medienrummel und die Passagiere aus 13 Nationen brüsteten sich, dass trotz vorheriger Drohungen, die israelische Marine das "Friedensboot" nicht gestoppt habe. Die Peaceniks meinen doch glatt, dass die Marine erkannte, dass so in ausländischen Gewässern nicht operieren werden könne. Dagegen denke ich, dass Israel dem Medienrummel nicht noch mehr Auftrieb geben wollte und die Peaceniks passieren liess. Ausgemachte "Friedensziel" war es, öffentlich auf die Seeblockade Israels gegen Gaza aufmerksam zu machen. Eine mehr als berechtigte Seeblockade, denn wurden in der Vergangenheit immer mehr Waffen aus dem Sinai sowie aus Ägypten nach Gaza geschmuggelt. Doch dieser reale Grund halt keine naiven Abenteurer ab.

Segeln zur Unterstützung des Hamasterrors in Gaza.
Wie naiv sind diese Passagiere eigentlich ? Wachen sie erst auf, wenn sie selber in den Al Khaida Folterkeller eintreten ?

Wahlen im Februar

B"H

Der offizielle Termin für die Knessetwahlen steht nun fest:
Am Dienstag, dem 10. Februar 2009, wählen wir ein neues Parlament.

Bis dahin müssen wir Ehud Olmert leider noch ertragen.

Der Himmel über Jerusalem

B"H

Der Himmel über Jerusalem am 27. Oktober 2008 gegen 15.00 Uhr.



Photo: www.bhol.co.il

Dienstag, 28. Oktober 2008

Partei oder Religion ?

B"H

Keiner in Jerusalem redet von einer Partei, wenn es um die Wahl des neuen Bürgermeisters am 11. November geht. Parteien spielen in dem Wahlkampf die geringste Rolle, sondern eher die Persönlichkeiten der zwei Spitzenkandidaten Me'ir Porush sowie Nir Barkat.

Der säkulere Nir Barkat gibt sich ganz weltoffen. Er steht für das Unternehmertum, was wir in Jerusalem dringend benötigen. Es fehlen Arbeitsplätze und bezahlbare Wohnungen. Soziale Brennpunkte sind an der Tagesordnung; und das nicht nur zwischen Palästinensern und Juden, zwischen Arm oder Reich, sondern insbesondere zwischen relig. und säkuleren Juden. Wie weit dürfen sich haredische Stadtteile noch ausdehnen bzw. werden neu gebaut ? Fühlen sich die säkuleren Bewohner überrannt und fliehen nach Tel Aviv oder andern Ortes ?

Jerusalem ist die zweitärmste Stadt Israels (nach Bnei Brak) und dies bezieht sich nicht nur auf die arme haredische Bevölkerung, sondern genauso auf die Palästinenser. "Wer Arbeit sucht, der findet welche !" Dieser Ausspruch gilt auch in unserer Stadt schon lange nicht mehr. Arbeit ist Mangelware und hohe Gehälter gleich gar. Hightech - Firmen machen sich zwar breit, aber wen suchen die schon: Leute fürs Telefonmarketing und wer nichts verkauft, fliegt eh gleich wieder raus. Noch dazu schaut der Haushalt der Stadt mies aus. Erst der Bau der unseligen überflüssigen Brücke, dann die Straßenbahn, deren Netz sich immer noch im Bau befindet. Unsere Hauptstraßen, siehe Jaffa Road, gleichen wegen des Netzbaus einem Chaos und wer Bus fahren will, der braucht Staugeduld. All das hat dem Stadtsäckel schwer geschadet und man gibt dem vorherigen Bürgermeister Ehud Olmert die Schuld. Sind also eine moderne Straßenbahn mit moderner Fußgängerzone, Grünflächen und all dem Geplanten derzeit zu utopisch ? Allein die Finanzen sind Utopie und wer soll das alles zahlen. Olmert ist weg, Lupolianski demnächst auch und wir sitzen auf dem Schuldenberg. Bürgerinitiativen klagen über mangelnde Finanzen für die Schulen und die Uni. Die große Politik will unsere Stadt gleich ganz aufteilen und plant, ein neues Berlin mit Mauer und allem Drum und Dran zu errichten.

Wohin geht Jerusalem und mit wem ?
Und diese Frage beantwortet uns keine Partei, sondern eine Persönlichkeit. Nir Barkat gibt sich also ganz Manager und weltoffen. Ohne Frage, er kann Jerusalem managen und in eine Zukunft führen; nur war und ist Jerusalem eine Stadt der kleinen Leute und die Frage ist, ob unsere Stadt überhaupt die große Welt und Pariser Schaufenster benötigt. Arbeitsplätze und Finanzhaushalt ja, aber was ist mit dem menschlichen Jerusalem ? Nie habe ich mich in einer Stadt so mit den Menschen verbunden gefühlt wie hier. Man redet miteinander und der Nachteil ist schon fast, dass ein soziales Entkommen oder eine Flucht in die Einsamkeit zur Unmöglichkeit werden. Die Jerusalemer sind kommunikativ und hier weiß man noch, was der Nachbar macht.

Gegen den Manager Nir Barkat steht mit weissem langen Bart der ultra - orthodoxe Me'ir Porush. Kann so einer Jerusalem leiten ? Eine doch inzwischen moderne Stadt mit einem gehörigen Anteil an säkulerer Bevölkerung ? Wie der schon aussieht ? Haredi und der der schließt bestimmt alles am Schabbat und wir müssen auf relig. machen. - So jedenfalls die Stereotype.

Währenddessen mauserte sich Porush aber auch zur Alternative der Säkuleren sowie Nationalreligiösen, denn er behauptet, für alle dasein zu wollen. Mea Shearim hingegen nimmt eh nicht an der Wahl teil und viele Chassidim, wie Gur, lehnen Porush grundsätzlich ab und treffen sich lieber mit Barkat zum Plausch. Alles ist Politik und viele haredische Gruppen mischen kräftig mit. Im Falle Porush ist jedoch Vorsicht vor übereilten Stereotypen geboten, denn die haredische Ablehnung basiert auf jahrelangen komplizierten Zwisten untereinander, und einfach schnell zu sagen "Naja, die doofen Haredim suchen eh nur Vorteile", kommt in dem Fall nicht zum tragen.

Alles wird davon abhängen, wen Porush auf seine Seite bringen kann und die Säkuleren sind nicht immer abgeneigt, denn es geht um die Einheit Jerusalems, die uns da eine Zipi Livni oder ein Ehud Olmert streitig machen wollen. Und wer ist besser in der Lage, sich für unsere Stadt einzusetzten als ein relig. Jude, dem ein vereintes Jerusalem samt Thora wichtig sind ? Gebe ein Nir Barkat nicht letztendlich doch wieder nach und zieht uns eine Mauer hoch ?

Bei all den Fragen kommt es auf keine Partei an, sondern die Person ist gefragt. Bisher verläuft der Wahlkampf fair und schmutzige Wäsche wird ganz bestimmt nirgendwo gewaschen. Vielleicht eher gegenüber einem anderen Kandidaten, den der russisch - israelische Milliardär Arkadi Gaydamak darstellt. Gaydamak, laut Umfragen längst abgeschlagen, sucht sich nun seine Chance woanders; nämlich bei den Palis in Ostjerusalem, die er eigentlich nicht abkann. Aber was soll's ? Die Haredim liessen ihn trotz Schleimereien hängen und die säkuleren Bewohner können mit einem Russen, der sich nur auf Russisch oder Englisch verständigen kann, nicht anfangen.

In Jeruslem gilt, dass wer auf dem Machane Yehudah Markt siegt, gewinnt. Porush war schon bei den Marktständen und gewann. Davon war er wohl selber überrascht. Aber wie gesagt, Jerusalem will Einheit und Porush lehnt sich am ehesten gegen die Regierung auf. Wer will, der kann ihn heute abend (Dienstag) bei der "Orthodox Union" im "Israel Center" um 19.00 Uhr live erleben. In wenigen Tagen folgt Konkurrent Nir Barkat der gleichen Prozedur im "Israel Center" in der Keren HaYessod.

Noch ist nichts entschieden und das allergrößte Problem überhaupt wird sein, die Bewohner zur Wahlurne zu bewegen. Ich selber kämpfe noch mit mir und nicht nur ich. Tausende weitere ebenso. Das Wahlergebnis jedoch ist offen und noch ist gar nichts entschieden.


Links:

Website von Porush

Website Barkat

Die ungarischen Juden und der "Kastner Zug"

B"H

Die ungarischen Juden und der "Kastner Zug".

Ein kontroverses doch informatives Thema !

Montag, 27. Oktober 2008

Es wintert

B"H

Israel verfügt über keinen nennenswerten Herbst oder Frühling, und demnach ist es entweder Sommer oder Winter. Regnet es und wir frieren - ganz klar, dann ist es Winter. Und die Regenperiode hat schon begonnen, obwohl noch die Sonne scheint. Kalt ist es dennoch bei Tagestemperaturen von 20 Grad. Da werden die Pullover rausgesucht und besonders in Jerusalem mummelt man sich ein. Hier sind die Winter stets kalt, naß und windig.
Dies steht uns nun alles wieder bevor und ich freue mich immer auf Tel Aviv, wo relativ angenehme Temperaturen herrschen.

Nach all dem Feiertagsgewirr geht es in Jerusalem wieder normal zu und die Touristenzahl scheint gesunken. Endlich dürfen wir in den Alltag zurück, trotzdem dies mit viel Arbeit verbunden ist. In Israel bestehen viel längere Arbeitszeiten noch dazu bei niedrigerem Gehalt. Aber wem macht das groß etwas aus, wenn die Situation ausreichend bekannt ist und man sich nach Jahren der Aliyah eh daran gewöhnt hat. Nur an die kalten Jerusalemer Winter ohne viel Heizung werde ich mich nie gewöhnen.

Livnis Verhandlungskomplex



B"H

Diese Karikatur von ARUTZ 7 drückt besonders deutlich die letzten Verhandlungstaktiken für eine eventuelle Regierungskoalition aus. Zipi Livni im pro - palästinensichen Stil gegenüber der "Rentnerpartei" sowie der haredisch - sephardischen SHASS - Partei.

Auf in den (Wahl)Kampf !


Artikel auf Arutz 7


B"H

In einem sind wir uns in Israel fast alle einig: Schnelle Neuwahlen müssen her. So schnell wie nur möglich, denn wer weiß, welchen schlimmen Geist Olmert mit seinen LGebietszusagen reitet. Und welche Partei ist schon bereit, Olmert überhaupt noch anzuerkennen, geschweige denn seine konfusen Entscheidungen.

Der früheste Wahltermin für die neue Knesset könnte auf den 27. Januar 2009 fallen. Ansonsten stehen Februar oder März zur Debatte. Nur schnell weg von der Kadima - Ära und weg von Livni und ihrer Anhängerschaft. Oppositionsführer Benjamin Netayahu steht ganz hoch im Kurs, doch ist bei Meinungen von Außenstehenden Vorsicht angeraten. Religiöse werden sich kaum für ihn entscheiden, denn seine Abgabe der Stadt Hebron an die Palis ist bis heute nicht verziehen. Und am letzten Schabbat zogen 550 Pali - Polizisten in Hebron ein. Gesandt von Abu Mazen, der da Hebron nicht von seinen Hamas - Feinden besetzt sehen will. Die 550 palästinensischen Polizisten sollen auf der Pali - Seite der geteilten Stadt Hebron für Ruhe und Ordnung sorgen. Hinter dem Stacheldraht, auf jüdischer Seite, betrachtet man die hochbewaffneten Pali - Polizisten als neue Bedrohung. Wenn Israel diesen Akt aufgefahren hätte, täte jetzt die ganze Welt wieder einmal gegen unser Land aufschreien. Aber wer interessiert sich schon für die palästinensische Aggression ? Das geht dann ja schon in Ordnung !



Teilung zwischen Juden und Palis in Hebron

Abu Mazen sandte seine Einheiten aus taktischen Gründen am Schabbat, denn gerade dann konnten die jüdische Bevölkerung nicht protestieren. Und da sage nochmals jemand, die Palis verstehen nichts von der jüdischen Religion. All diese Tatsachen gehen jedoch ebenso in Israel unter, denn die Politiker sind viel zu sehr mit sich und ihrem Ego beschäftigt als das noch große Sicherheitsentscheidungen getroffen werden können.

Der Wahlsieger wird nicht mehr Kadima heißen, sondern höchstwahrscheinlich Netanyahu mit seinem Likud. Rechtsruck werden das viele nennen, liegen aber gerade damit falsch. Vielleicht bin ich ja der Rechtsruck, denn bei den kommenden Knessetwahlen werde ich meine nationalrelig. Wählerschaft bei der "Mavdal" aufgeben und zu den Haredim (Yahadut HaTorah) überlaufen. Einzig und allein tut es mir bei der Koalition "Mavdal / Ichut HaLeumi" um Mina Fenton und Aryeh Eldad leid, denn die beiden sind mir noch am liebsten.

Da ein Knessetwahltag in Israel stets auf einen Dienstag fällt, beschert uns der Tag zumindest einen arbeitsfreien Tag !!!


Links:

Photos aus Hebron

Syriens Schwächen

B"H

Syrien kann einfach nicht ohne den Iran und trotz Friedensbezeugungen Israel gegenüber, wird Syrien immer der israelische Feind Nr. 1 (neben dem Iran unter Achmadinejad) bleiben. Die Bush - Regierung scheint dies eher zu begreifen als unsere eigene Olmert - Regierung:

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3613619,00.html

Sonntag, 26. Oktober 2008

Neuwahlen !

B"H

Und wieder einmal sehen wir voraussichlich im kommenden Februar oder März neuen Knessetwahlen entgegen.
Auch nach einem Monat hat es Außenministerin und Kadima - Parteivorsitzende Zipi Livni nicht vollbringen können, eine neue Regierung auf die Beine zu stellen und so den bisherigen und abgedankten Premier Ehud Olmert abzulösen. Die Schuld sucht Livni nun bei all den anderen Parteien und sie habe das Blutsaugertum gründlich satt. Anstatt sich ständig von neuen Forderungen erpressen zu lassen, will sie heute Präsident Schimon Peres offiziell mitteilen, dass sie bei den Koalitionsverhandlungen gescheitert ist.

Zum Schluß machten ihr auch noch die haredische Partei "Yahadut HaTorah", die Rentnerpartei "Gimla'im" sowie die sephardisch - haredische SHASS - Partei einen gründlichen Strich durch die Rechnung. Hinter den Kulissen gingen es eh wild zu mit all den kleinen Intrigen und Allüren. Die "Gimla'im" vielleicht doch lieber mit Netanyahu und der anscheinend aus der Versenkung zurückgekehrte Sha'ul Mofaz will auch wieder mitreden. Und zwar gegen Livni und propagandiert munter seinen eigenen Kadima - Vorsitz, dem Livni ihm allerdings wegschnappte.

"Was sollen wir mit einer Zipi Livni, die da schon bei "einfachen" Koalitionsverhandlungen scheitert ? Was soll das da erst mit dem iranischen Präsidenten, dem Syrer Assad oder der Hamas werden ?"
So lauten die ironischen Stimmen und jeder weiß, dass Zipi sich gründlich blamierte. Olmert lacht sich gleich ins Fäustchen, denn bis zu den Neuwahlen sitzt er wieder fest im Sattel und Zipi Livni darf sich wieder auf ein Leben als seine Untergebene freuen.

Insgesamt jedoch sind alle froh, dass es Neuwahlen geben wird. Kadima hat ahgehalftert und bei den neuen Knessetwahlen wird die "Partei" hoffentlich ganz verschwinden. Neuwahlen sollten jedoch so früh wie möglich angesetzt werden, denn Olmert scheint im Ausverkausfrausch zu sein. Alles bietet er den Palis an; sogar die Hälfte Jerusalems. Nicht genug, dass er eine korrupe Partei hinterläßt, sondern zusätzlich könnte er uns mit einer nationalen Sicherheitskatastrophe den Gar ausmachen.

Israeli War Games



B"H

Neue israelische Combat - Videospiele zum kostenlosen Downloaden.

Mehr dazu hier:

http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/128058

Der Kampf Israel gegen den Iran stattfindend in Gaza als Videospiel:

http://www.rising-eagle.com/

Übergabe an das "Yad Vashem"

B"H

Kulturminister Bernd Neumann übergab dem Jerusalemer Holocaust - Museum "Yad VaShem" in einer feierlichen Zeremonie in der "Hall of Names" eine Liste, welche alle 600.000 Juden, die zur Zeit des Dritten Reiches in Deutschland lebten, auflistet.



Mitte: Der deutsche Kulturminister in der "Hall of Names" im Yad Vashem.


Zwanzig deutsche Wissenschaftler arbeiteten vier Jahre lang daran, die umfassendste Liste aller ehemaligen jüdischen Bewohner zusammenzustellen. Die Kosten hierzu beliefen sich auf 1,57 Mio Euro. Nach Fertigstellung wurde die Liste Kanzlerin Merkel überreicht und diese beauftragte Neumann dem "Yad VaShem" eine digitale Kopie auszuhändigen.

ca. 2,5 Mio Dateneinträge wurden aus mehr als 1000 Quellen zusammengesammelt; einschließlich jüdischer - sowie Naziarchive.

Freitag, 24. Oktober 2008

Ausflug



B"H

Am letzten Montag mittag unternahm ich einen Ausflug in das Arabische Viertel der Altstadt.
Nein, diesesmal nicht mit der Yeshiva "Ateret Cohanim", sondern ganz allein. "Mann, bist Du mutig dahinzugehen", meinten einige meiner amerikanischen Freunde. Aber Amerikaner geben sich stets besorgt und machen sich schnell in die Hose. Immer soll alles sicher sein und falls die Sicherheit einmal dahingestellt bleibt, muß man sie ihnen dennoch versichern.

Allerdings war mir schon etwas mulmig zumute, denn wann gehe ich schon einmal ins Arabische Viertel außer an den Pessach - und Sukkotzwischenfeiertagen Chol HaMoed ? Auskennen tue ich mich im Bazar auch kaum und komme gerade einmal vom Jaffa Tor an die Kotel (Klagemauer) oder von der Kotel zum Damaskus Tor, welches auf Hebräisch eigentlich "Schechem (Nablus) Tor - Shaar Shechem" heißt und mit Damaskus gar nichts zu tun hat. Überhaupt ist die gesamte Altstadt mit Toren überzogen und wer schon auf Sicherheit machen will, der trete durch das Jaffa Tor in die Altstadt. Das Damaskus Tor würde ich vor allem im Dunkeln nicht empfehlen, denn drumherum treiben sich viele Hamas - Typen herum. Gegenüber befinden sich zwei arabische Hostels, das "Palm Hostel" sowie das "Faisal Hostel". Vor allem letzteres ist in Hamashand und es treiben sich viele linksextreme Journalisten aus aller Welt dort herum; genau wie jene jungen Touristen, die meinen, sie müssen ihren Beitrag zum Frieden im Terroristenramallah oder Schechem (Nablus) abvolontieren. Im Faisal findet sich garantiert eine Adresse und die Touris werden für sieben Schekel (ca. 1,50 Euro) im Sammeltaxi in die palästinensischen Autonomiegebiete gekarrt.

Große Risiken wollte ich jedenfalls bei meinem Ausflug ins Viertel nicht eingehen. Keine einsamen Nebengassen und nur immer nach Tourist ausschauen und nicht nach Israeli. Eine Weisheit, für die ich mich schon kurz darauf schämte und doch wieder zum Israeli wurde. Viele andere anwesende Israelis hatten mich unbewußt dazu ermuntert. Allerdings war ich nicht auf dem üblichen Shoppingtrip nach billiger Ramschware, sondern wollte mir die verblichene römische Architektur anschauen. Oder das, was noch davon übrig ist. Außerhalb des Damaskus Tores zum Beispiel. Links vom Eingang, unterhalb der Brücke, befindet sich das ehemalige römische Eingangstor in das antike Jerusalem. Die riesige Einkaufsstraße führte vor 2000 Jahren bis ins heutige Cardo im Jüdischen Viertel. Händler priesen ihre Waren feil, was auch heute noch der Fall ist. Trotz räumlicher Trennung der vier Altstadtbezirke. Das Arabische Viertel ist das größte Territorium, indem auch die meisten Menschen recht eingepfercht leben. Dies hat vor allem den Grund, dass Tausende Palis vor dem israeli. Mauerbau schnell nach Ostjerusalem zogen, um die israelische Staatsbürgerschaft zu behalten, um so sein Arbeitslosen - bzw. Kindergeld vom Staate Israel abzukassieren. Wer kann denn schon im voraus sagen, wann die Abu Mazen Autonomiebehörde einmal zahlt. Pünktlich sicher nicht und was dann ?

Ich zockelte also einigen Tourigruppen hinterher und das, was ich eigentlich suchte, fand ich dann doch nicht. Nämlich die von Herodes gebaute Antonia Festung neben dem Zweiten Tempel. Heute soll nur noch eine kleine Ruine vom dem Gebäude übrig sein. Irgendwo in oder bei der Via Dolorosa. Und so machte ich mich als orthodoxer Jude zur Via Dolorosa auf. Ich war überrascht, dass es davon zwei gab. Eine am Austrian Hospice und die andere weiter unten Richtung Kotel. Und mittendrin befinden sich irgendwelche Stationen, an denen Christen ihren Kreuzzug antraten und beteten. Umgeben von Kitschläden. Der christliche Meschiach mal lächelnd und dann wieder völlig fertig am Kreuz hängend. Jeder bekommt so sein J. Poster nach Belieben. Manche Touristen rasteten sogar aus und begannen, die Häuserwände anzugrabbschen oder zu küssen. Hm, weiß denn niemand, dass diese Straße vor 2000 Jahren so gar nicht existierte. Jerusalem wurde mehrere Male zerstört und immer wieder neu auf den Ruinen aufgebaut. Deswegen ist das Jerusalem von vor 2000 Jahren ca. 20 - 30 Meter unter der Erde zu finden und nicht in den Gassen, in denen wir heutzutage entlanglaufen. Im jüdischen Cardo gibt es ein paar Fenster in die Tiefe, durch welche man in die originalen Gassen bzw. Ausgrabungen schauen kann.

Der Bazar roch nach allem möglichen Zeug. Kräuter, Gewürze, abgestandene Luft … alles war dabei. Hier ein paar Eindrücke. Übrigens fühlte ich mich einigermaßen sicher und war froh, den Trip unternommen zu haben.



Das Haus Ariel Scharons (mit israelischer Flagge) auf dem Weg zum Damaskus Tor.



Touristenkitsch im christlichen Viertel



Die Enge des Bazars









Graffitis an den Häuserwänden. Meist Drohungen gegen Israel incl. Hamassprüche.



Israelische Soldaten auf Patrouille vermitteln uns Juden ein Gefühl der Sicherheit.



Gewürzstand im Arabischen Viertel



Kaktusblüten (Sabras)

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Der Papst gegen YAD VASHEM - Inschrift

B"H

Benedikt XVI. gegen das Jerusalemer Holocaust - Museum YAD VASHEM.

http://hamantaschen.blogspot.com/2008/10/der-papst-gegen-yad-vashem-inschrift.html

Livni bietet eine Milliarde

B"H

Wer wird da widerstehen ?
Erneute Koalitionsverhandlungen stehen heute auf Zipi Livnis Terminkalender. Die sephardisch - haredische SHASS Partei soll doch noch irgendwie umgarnt werden. Jetzt bietet Zipi Livni eine Milliarde Schekel (ca. 200 Mio Euro), wenn SHASS denn nur der Koalition mit Kadima beitrete.

Die sephardischen Haredim von SHASS gaben Livni zwei Ziele für einen etwaigen Regierungsbeitritt vor:

1. Eine drastische Erhöhung des vom ehemaligen Finanzminister Benjamin Netanyahu (unter der Regierung Sharon) gekürzten Kindergeldes.

2. Keine Verhandlungen mit den Palästinenser über eine Teilung Jerusalems.

Nun ist Zipi Livni zumindest bereit, tief in die Tasche zu greifen, denn SHASS ist nur allzu bekannt für die Annahme von Barem. Mit Essenverteilung, kostenlosen Kindergärten, dem Neubau von Mikvaot (Ritualbäder) und anderweitigen sozialen Zuwendungen hält SHASS seine Wählerschaft bei der Stange.

Dennoch, ganz so leicht wie Livni sich das vorstellt, läßt SHASS sich auch wieder nicht einlullen. Immerhin handelt es sich bei Zipi um eine Frau und Haredim tun sich mit dem anderen Geschlecht schwer. Was Livni nicht begreift - es hängen noch ganz andere Faktoren an einem Koalitionsbeitritt mit SHASS. Zum Beispiel wird sich die Partei nicht nur mit ihrem geistigen Oberhaupt, Rabbi Ovadiah Yosef, beraten, sondern genauso mit dem geistigen litvischen Führer, Rabbi Yosef Shalom Eliyashiv. Die relig. Parteien sind ein konpliziertes Gebilde und wer nicht informiert bzw. im Bilde ist, der begreift die Zusammenhänge nicht. Wer mit wem und wer haßt oder hintergeht wen ? Eine Schmierenkomödie wie in jeder anderen Gesellschaft auch.

Gestern, zum Beispiel, ließ der Rebbe der größten chassidischen Gruppe Israels, der Chassidut Gur, verlauten, dass Gur nicht für den haredischen Kandidaten der Jerusalemer Bürgermeisterwahlen, Me'ir Porush, stimmt. Weiterhin wurden Boten zu den Gruppen Belz, Vishnitz und zu Rabbi Eliezer Berland (Breslov) gesandt. Gur droht: Wer für Porush stimmt, beleidigt Gur.

Warum die Koalitionsverhandlungen in Israel so unverschämt kompliziert sind ?
Die Antwort lautet: Weil die israelische Politik halt nun einmal so ist. Protektia (eine Hand wäscht die andere), Korruption, jeder denkt an seine Vorteile und was geht mich das Volk an. Und kaum ein Politiker oder jemand, der mit dem Thema zu tun hat, scheint sich dem entziehen zu wollen.

Zur Sicherheit verlautet es schon einmal aus Livni - Kreisen, dass Zipi auch bereit ist, eine Minderheitenregierung mit 50 Anhänger zu bilden. Dann regiert sie zwar ohne Mehrheit, aber was soll's ?
Soll sie ausgerechnet jetzt aufgeben, wo sie solange als Olmerts Opportunistentrophäe diente und ihm den Speichel geleckt hat.

Speichel hin oder her, das Volk würde Neuwahlen vorziehen.

Gestohlene jüdische Gegenstände nach 70 Jahren wiederentdeckt


Nach der Kristallnacht


B"H

Der israelische Journalist Yaron Svoray fand nach längerer Suche von den Nazis gestohlene jüdische Gegenstände; vergraben auf einer Müllhalde in Brandenburg (nördlich von Berlin).

Während der Reichskristallnacht im November 1938, wurden in Deutschland 200 Synagogen zerstört, 92 Juden wurden ermordet und 25.000 - 30.000 verschwanden in Konzentrationslagern.
Sämtliche gefundene Gegenstände wurden offenbar in der Reichkristallnacht von den Nazis gestohlen und verborgen.

Die Müllhalde samt Diebesgut befindet sich nicht weit entfernt vom einstigen Wohnhaus Hermann Goerings. Yaron Svoray bekam die Info über die Gegenstände vom Sohn eines ehemaligen Aufsehers der Müllhalde und innerhalb einer Stunde des Grabens mit blossen Händen, wurden Teile des Diebesgutes schnell entdeckt.

Der genaue Standort der Müllhalde wird noch geheim gehalten, denn man will verhindern, dass sich illegale Sammler auf den Weg machen, herumbuddeln und alles auf Ebay verscherbeln. Stattdessen sollen die gestohlenene Gegenstände professionell ausgegraben werden.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Und was macht die Politik ?

B"H

Außenministerin und zugleich neue Kadima - Parteivorsitzende Zipi Livni versucht nach wie vor eine Regierung zu formen. Jeder Oppositionspolitiker scheint so seine eigenen Spielchen zu betreiben und Zipi Livni stellte Verteidigungsminister Ehud Barak (Arbeiterpartei) hohe Pöstchen in Aussicht, wenn er denn der Regierung Livni beitreten täte. Kurz gesagt, alles artet in einem einzigen Pokerspiel aus.

Dazu kommt, dass am 11. November in Jerusalem Bürgermeisterwahlen anstehen und einer der Spitzenkandidaten schon vorher aus dem Rennen flog: Aryeh Deri, der Kandidat der sephardisch - haredischen SHASS - Partei.
Er nämlich sei vorbestraft und so jemand könne nicht einfach mal eben so zum Bürgermeister gewählt werden. Deri ist raus und somit zieht auf religiöser Seite der Kandidat der aschkenazischen "Yahadut TaTorah", Me'ir Porush, alle Augen auf sich. Religiös bedeutet in dem Falle aber noch lange nicht, dass Porush auch von allen Relig. gewählt werden wird. Die Nationalrelig. schlagen sich anscheinend auf die Seite des säkuleren Kandidaten, Nir Barkat, und viele Haredim (Ultra - Orthod.) gehen vermutlich erst ga nicht erst zur Wahl (wie vermutlich die Chassidim von Gur).

Porush - Barkat, so lautet das Spitzenduell.

Der russisch - israelische Milliardär, Arkadi Gaydamak, hingegen scheint weit abgeschlagen. Was sollen wir auch mit ihm ? Er spricht kein Hebräisch und wohnt noch nicht einmal in Jerusalem. Nur allein mit Kohle in der Hand läßt sich unsere Stadt nicht regieren und es gehört schon etwas anderes dazu als russisches Einerlei. Jerusalem ist die Stadt der Religionen, der Tradition und vor allem die der sephardischen Juden. Und diese bestehen ganz besonders auf ihren Traditionen. Die Religiösen dagegen fordern einen Bürgermeister, der, u.a., den Schabbat einhält und die Palis wollen jemanden, der ihnen mehr Land zugesteht. Jerusalem war noch nie eine leicht zu regierenden Stadt und wenn alle Außenstehenden immer so gerne an den verstorbenen Teddy Kollek erinnern - gerade er war es, welcher die Religiösen mehr als mies behandelte und sie überging. Letztendlich mußte seine Politik zum Ende kommen und nach dem Wechsel weinte Kollek niemand eine Träne mehr nach, obwohl der Nachfolger Ehud Olmert genauso versagte.

Warten wir einmal ab, wer am 11. November gewinnt …


Links:

Website von Me'ir Porush

Website von Nir Barkat

Dienstag, 21. Oktober 2008

Ausgrabungen vor dem "Mughrabi Tor"

B"H

Erinnert sich noch jemand an die Vorfälle vor fast zwei Jahren ?
Erst schlugen die Palis samt Weltbevölkerung Alarm: Da graben die Juden vor dem "Mughrabi Tor", gleich neben der Kotel (Klagemauer) herum und das sei bestimmt alles nur Tarnung. In Wahrheit sollen nämlich die Moslems vorm Tempelberg verdrängt werden.

Was für idiotische Anschuldigungen damals schon !
Eigentlich verursachte den Streit jene Brücke, welche nach einem Erdbeben ein Jahr zuvor fast vollständig in sich zusammenfiel. Die Stadtverwaltung plante den Bau einer neuen Brücke, jedoch stieß man an jener Stelle auf historische Funde aus der Zeit der Byzantiner. Also kamen die Archäologen und begannen das Buddeln. Die Moslems hingegen waren sauer, denn sie wollen alles wahrhaben, nur nicht einen antike jüdische Tempelpräsenz. Die zwei Tempel habe es nie gegeben und alles sei schon immer Mohammeds und Allahs gewesen. Selbst dann, wenn Mohammed niemals in Jerusalem war und der Koran unsere Stadt kein einziges Mal erwähnt.

Was also ist aus den Ausgrabungen, der neuen Brücke und dem Konflikt überhaupt geworden ? Damals schalteten viele TV - Stationen (z.B. BBC) live zu den Ausschreitungen auf dem Tempelberg.
Gegraben wird nach wir vor und es kamen Ruinen einer ganzen Siedlung zutage. Die Palis regen sich schon längst nicht mehr auf und betrachten alles als normal. Die neue Holzbrücke ist nach wie vor provisorischer Natur, bleibt aber vorerst erhalten, denn die Ausgrabungen sind noch in vollem Gange.

Soviel zum ehemaligen Weltgeschehen mit dem kleinen Blick in die nahe Vergangenheit.

Juden im Arabischen Viertel

B"H

Während der Zwischenfeiertage von Pessach und Sukkot veranstaltet die nationalrelig. Yeshiva "Ateret Cohanim" jedesmal kostenlose Tours durch das Arabische Viertel in der Altstadt Jerusalems. Ziel dieser Tours ist es, Außenstehenden zu zeigen, dass im Arabischen Viertel von einst und heute ein aktives jüdisches Leben besteht und bestand. Was viele nicht wissen ist, dass das Judentum ein lange History im Arabischen Viertel hat. Schon vor mehr als Hundert Jahren lebten ausgerechnet dort mehrere Hundert Juden unterschiedlicher Herkunft. Von sephardischen Juden bis hin zu Vishnitzer Chassidim. Der Vishnitzer Hof steht noch heute, obwohl sich dort keine Chassidim mehr befinden. Genau gegenüber steht das Gebäude einer ehemaligen Mikweh (Ritualbad). Und das gleich wenige Meter nachdem man den Kotel Plaza (Klagemauergegend) durch den Tunnel in Richtung Arabisches Viertel verläßt. Genau außerhalb des Tunnels was das einstige jüdische Leben zu finden und so allmählich scheint es zurückzukehren. Rabbi Eliezer Berland errichtete genau dort seine Yeshiva "Shuvo Banim" der Chassidut Breslov.

Erneut nahm ich an solch einer Tour durch das Arabische Viertel teil. Unser Guide Avichai erklärte uns das ehemalige aktive jüdische Leben inmitten der Moslems. Dies ging bis zum Jahre 1929 gut. Im Jahre 1929 dann begannen die ersten Pogrome der Araber (heute nennen sie sich Palästinenser) und wer als Jude nicht schnell das Weite sucht, wurde vom arabischen Mob hingerichtet. Und wer da heute so groß den Frieden propagandiert, der sollte aus der Geschihcte lernen. Das einzige Ziel der heutigen Palästinenser besteht darin, die Juden loszuwerden, um das gesamte Land allein zu bevölkern. Frieden ? Welchen Frieden ? Man werfe nur einen Blick auf die eigene Geschichte !

Unser Tourguide führte uns zu einer Stelle, die sich zufällig genau vor einer Kirche befand. Avichai machte uns auf die extrem großen Steine aufmerksam, auf welchen wir standen. Die stammen aus der Zweiten Tempel Periode berichtete er. Währenddessen zogen um uns herum drei christliche Touristengruppen mit ihren Holzkreuzen umher. Jede der Gruppen schleppte ihr eigens Kreuz auf und ab und machte uns durch mißbilligende Blicke darauf aufmerksam, dass wir nicht gerade willkommen waren. Nach einigen Minuten flippte einer der arabischen Christen, welcher auf die Kirche aufpasste, total aus. Er schrie uns an, dass wir Juden gefälligts verschwinden sollen und das Christen und Moslems die Welt gehöre und Juden in ihr nichts verloren haben. Die umherstehenden christlichen Touristen sagten kein einziges Wort und es schien gerade so als schmissen sie ihren eigenen Meschiach J. hinaus, denn der war Jude. Ist das nicht absurd ?

Unsere Gruppe zog unbeeindruckt weiter, und da ich am Anfang mitlief, bekam ich den nächsten Vorfall nicht mit. Nachdem wir in einer von Hamasgraffitis überzogene Gegend kamen, wurde der hintere Teil der Gruppe mit Steinen beworfen. Avichai informierte die Armee und fragte uns, ob wir weiterlaufen oder alles abbrechen wollen. Die fanatischen Christen mit ihren Attacken hatten wir schon hinter uns und nun flogen moslemische Steine. Abbrechen jedoch wollte keiner. "Jetzt erst recht", so schien das Motto zu lauten. Die Tour ging weiter ohne neue Zwischenfälle.

Was viele nicht wissen ist, dass die Klagemauer (Kotel) nicht nur aus dem Teil besteht, welcher den Touristen am Plaza zugänglich ist. Die Kotel dehnt sich bis hinein ins Christliche Viertel an der Via Dolorosa aus. Bis an den Ort, an dem wir von dem arabischen Christen beschimpft worden waren. Nicht weit vom Kotelplaza, aber schon im Arabischen Viertel, befindet sich die "Kotel HaKatan - die Kleine Klagemauer". Dieser Kotelabschnitt liegt näher am ehemaligen Allerheiligsten (Kodesh HaKedoshim). Auf der einen Seite betreten die Moslems den Tempelberg und links davon stehen wir vor der Kotel HaKatan. Es war ein komisches Gefühl, die Moslems auf den Tempelberg gehen zu sehen; ein Ort, der ihnen nicht gehört und zu dem sie absolut keine Verbindung haben. Die "Yeshiva Ateret Cohanim" versucht soviele Häuser im Arabischen Viertel aufzukaufen wie nur möglich. Genügend Juden wären bereit, dort zu leben, doch ist es schwer, die Palis dazu zu bewegen, ihr Eigentum an Juden zu verkaufen, denn es besteht immer die Gefahr, dass sie von ihren eigene Leuten dafür hingerichtet werden. Ateret Cohanim muß also nicht nur den Kaufpreis bezahlen, sondern den Verkaufswilligen eine neue Identität beschaffen.

Bleibt eine letzte Frage:
Warum kauft Ateret Cohanim keine Häuser im Christlichen Viertel der Altstadt ?
Obwohl ein riesiges Gebäude inmitten des Christlichen Viertels von der griech. – orthod. Kirche aufgekauft wurde, verspürten Juden nie einen besonderen Hang zum Christlichen Viertel. Und obwohl heutzutage alle den islamischen Terrorismus als den jüdischen Feind Nr. 1 sehen, so war dies noch bis vor kurzem das Christentum. Pogrome, Inquisition, Verbannungen, Talmudverbrennungen, Kreuzritter, Mission und Holocaust stellen nur einige Beispiel dar. Und seit den frühen Zeiten wollten es die Kirchen vermeiden, dass sich ausgerechnet Juden im Christlichen Viertel der Jerusalemer Altstadt niederlassen. Eine besondere Ironie des Schicksales.

Wireless - Betrug in Jerusalem

B"H

Heutzutage hängen viele Laptop - Besitzer von einer wireless Internet connection ab, und so auch ich. Wer viel unterwegs ist, wie ebensfalls meine Wenigkeit, der geht in Cafes, bestellt etwas und benutzt das Wireless - Angebot.

Jerusalem ist voll von solchen Cafes und anderweitigen Plätzen, doch sind viele Plätze der reinste Betrug. Man bestellt etwas, setzt sich hin, versucht eine Internetverbindung herzustellen und alles scheitert. Wer sich beim Personal beschwert, der bekommt zu hören, dass das Cafe entweder selber gar keine Verbindung hat und man von woanders her klaut. So geschehen im Cafe AROMA in der Jaffa Road.

Die COFFEE BEAN, ebenso in der Jaffa Road, gegenüber vom Hillel, ist noch schlimmer. Viele Male funktioniert hauseigene Internet gar nicht, was einem jedoch vorher bei der Bestellung nicht gesagt wird. Praktisch lebt die COFFEE BEAN von Leuten, die das Wireless nutzen wollen, bestellen und hinterher ein SORRY zu hören bekommen. "Sorry, aber das Internet funktioniert nicht".

Besondere VORSICHT ist bei derlei Plätzen angeboten !!!

Sonntag, 19. Oktober 2008

Sukkot ist fast vorbei


Simchat Thora an der Kotel (Klagemauer). Der Tanz mit den Thorarollen (Hakafot).


B"H

Heute abend beginnt das "Hoshana Rabbah", der vorletzte Tag des israelischen Sukkot. Morgen abend beginnen zwei Feiertage gemeinsam, die in der Diaspora separat begangen werden. Der biblische Feiertag "Shemini Atzeret" fällt in Israel mit "Simchat Thora - dem Ende der Thoralesung und zugleich Beginn des Neubeginns mit Parashat Bereshit / Genesis". Am Dienstag abend gehen die Sukkotfeiertage in Israel offiziell zuende.
In der Diaspora hingegen endet alles erst am Mittwoch abend.

Wie gesagt, heute abend beginnt das "Hoshana Rabbah", an welchem der Minhag (Brauch) herrscht, dass Juden die ganze Nacht durchlernen und morgens früh während des Morgengebetes Schacharit ihre "Hoshanot - Weidenzweige" auf den Boden schlagen. Eine symbolische Prozedur alle Sünden abzuschütteln und loszuwerden.

Heute nacht stürmen Tausende Menschen an die Klagemauer (Kotel) und wer morgen frueh ein tolles Schauspiel sehen will, der gehe gegen 4.30 Uhr an die vollkommen überfüllte Kotel.

Chag Sameach !!!

Samstag, 18. Oktober 2008

Sukkotphotos

B"H

Bis Mittwoch nehme ich mir noch frei vom grossen Bloggeschehen, aber wer einige Photos vom Sukkotgeschehen in Hebron anschauen möchte, der kann dies hier tun.
Die "Ma'arat HaMachpelah - die Graeber unserer Vorväter und Vormütter in Hebron" ist meist nur an den Zwischenfeiertagen von Pessach und Sukkot geöffnet. Für Juden geöffnet, denn Moslems dürfen das ganze Jahr über ungehindert hineingehen und beten. Auch sie betrachten Avraham als ihren Vorvater, den Vater Ishmaels, Yitzchaks Bruder.

Allerdings nutzen sie ihre Rechte mehr als nur aus und öffnen für Juden nur an den Zwischenfeiertagen sämtliche Zugänge zu den Gräbern. Ein Hohn, wenn man bedenkt, dass Yitzchak und nicht Ishmael von G - tt auserwählt worden ist.


http://hamantaschen.blogspot.com/2008/10/photos-aus-hebron.html

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Verzögerungen

B"H

Sorry, aber momentan kommt es zu einigen Verzögerungen und ich setzte weniger Artikel in die Blogs. Am Sukkot bin ich voll eingespannt und werde alles in der kommenden Woche nachholen. Immerhin nutze ich die Zeit zu neuen Themen sowie weiteren Details.

Chag Sameach und Schabbat Schalom !

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Haredisches (ultra - orthod.) Sukkot

B"H

Wen die jüdische Religion und die dazugehörigen Sukkotfeiern interessieren, der finde hier einen interessanten Bericht.

Boykottiert die Missions - Parade !!!

B"H

Wer am heutigen Nachmittag nicht von penetranten christlichen Missionaren mit dämlichem "Wir lieben Euch alle - Grinsen" umgeben sein will, der meide die Innenstadt weiträumig !

Gegen 15.00 Uhr stiegt die christliche Jerusalem - Parade, in welcher radikale Christen aus aller Welt ihre sogenannte "Solidarität ?" zu Israel bekunden wollen. Allerdings besteht diese "Solidarität" fast ausschließlich aus der Judenmissionierung.

Eine ganz besondere Freude dürfte das "Happy Clappy Event" eh nicht werden, denn dieses Jahr fällt das achttägige Sukkot (Laubhüttenfest) fast ins Jerusalemer Wasser. Seit gestern abend regnet es und der Wetterbericht behielt doch noch recht. Derzeit regnet es ebenso und der Himmel zeigt sich grau in grau.

Sukkot News

B"H

Den ersten Sukkotfeiertag haben wir alle gut überstanden. Jerusalem ist voll Laubhütten (Sukkot) und innerhalb der kommenden zwei Tage werde ich mich ebenso in Beit Shemesh und Bnei Brak umschauen. Das Problem besteht darin, dass gerade jetzt an den Feiertagen (Sukkot endet nächste Woche Dienstag) soviel geboten wird, dass die Auswahl schwer fällt. Besonders in haredischen (ultra - orthodoxen) Gegenden geht die Post ab.



Sukkot in Mea Shearim / Jerusalem


Heute abend jedenfalls nahm ich an zwei Festen bei zwei chassidischen Gruppen teil und morgen abend plane ich das Gleiche. Aber auch wer nicht gerade relig. ist, kommt auf seine Kosten. Vor dem Rathaus am Safra Square steht eine riesige Sukkah, in welcher Bürgermeister Lupolianski sämtliche Gäste empfängt. Jeder darf eintreten und falls männlich, dem Bürgermeister auch die Hand schütteln. Da er Haredi ist, schüttelt er nur die Hände von Männern und nicht von Frauen.

Aber auch sonst steigen in der Stadt viele Parties sowie anderweitige Veranstaltungen. Israelis zieht es normalerweise immer in die Natur oder sie sind auf dem Actiontrip. Vergnügungsparks und andere Tours. Furchtbar für jeden Geldbeutel, doch was bleibt einem anderes übrig, wenn Zwischenfeiertage anstehen, kaum oder gar nicht gearbeitet wird und die Kids Schulferien haben ?

Montag, 13. Oktober 2008

Chag Sameach - Happy Sukkot !


B"H

Heute abend beginnt das achttägige Laubhüttenfest Sukkot.
Was relativ selten geschieht, wird jedoch für heute abend vorausgesagt. Stürmen und regnen soll es. Und ausgerechnet dann, wenn wir alle in unseren Laubhütten (Sukkot) sitzen. Naja, die Hoffnung bleibt, das sich der Wetterbericht vielleicht irrt, denn bisher erlebte ich es in Israel nur einmal, dass es am ersten Sukkotabend aus allen Eimern schüttete; und das war im Jahre 1997.

Soweit scheint noch die Sonne und meinen ersten Feiertag werde ich in Jerusalem verbringen. Bis morgen abend reicht der erste Feiertag (in der Diaspora bis Mittwoch abend). Am Mittwoch beginnen in Israel die Zwischenfeiertage des Sukkot (Chol HaMoed). Geschäfte, Post und Banken werden teilweise nur halbtags geöffnet sein und ein jeder muß sich halt erkundigen. Busse fahren wie immer ! Regierungseinrichtungen sowie die Rathäuser bleiben allerdings bis nach Sukkot geschlossen !

Donnerstag früh findet an der Kotel (Klagemauer) der "Birkat HaCohanim - Segen der Tempelpriester" statt. Ein Ereignis, zu dem ich gar nicht mehr gehe, denn es ist zu überlaufen und zweitens hören wir den Segen der Cohanim täglich in den Synagogen.

Die Stimmung in Jerusalem wird einzigartig sein und Tausende Juden sind am Anrollen. Wie berichtet, sind die radikalen Christen zwecks ihrer Parade hier, aber wen interessiert die Judenmission und die Blabla - Parade ?

Für mich persönlich ist Sukkot immer stressig, denn ich bin bei vielen Freunden eingeladen und außerdem berichte ich über diverse relig. und insbesondere haredische Ereignisse.
Für die Zwischenfeiertage an Pessach und Sukkot gibt es eine Halacha, dass das Schreiben verboten ist. Oder zumindest vermieden werden sollte. Bis vor wenigen Jahren war mir das neu, aber ich zog Erkundigungen ein und fand heraus, das die Aussage der Richtigkeit entsprach. Ich werde an Sukkot Berichte schreiben, doch längst nicht so regelmässig. Alles, was keinen Platz oder keine Zeit findet, setzte ich nach dem Feiertag in den Blog und bis dahin geht alles etwas relaxter zu, denn auch ich nehme mir ein kleines Timeout. Jedenfalls ab und zu.

Allen Lesern wünsche ich CHAG SAMEACH, tolle Sukkotfeiertage, und ein tolles Neues Jahr !

Der Held


B"H

Israelische Tageszeitungen sind immer besonders dick wenn der Schabbat oder ein Feiertag anstehen. Viel dicker als deutsche Zeitungen. Unzählige Beilagen machen das Tragen der Plastiktüte, in welche die Händler die Wochenendausgaben stopfen, manchmal zur fingerschneidenden Tortur. Und auch heute ist es einmal wieder soweit; neben der nervigen Werbung gibt es besonders viele Beilagen zu den Sukkot Feiertagen. Ausflugstips und Rezepte zum Festessen.

Daneben hält die Zeitung MAARIV ein interessantes Interview mit Sophie Ben Dor, der Tochter von Eli Cohen, bereit.
Der im Mai 1965 in Syrien zum Tode verurteilte und hingerichtete israelische Spion Eli Cohen ist bis heute ein Held.
In Ägypten geboren, danach nach Südamerika umgezogen, um sich als Araber auszugeben und so Kontakte zur arabische Feindeswelt zu knüpfen, landete Cohen schließlich in Damaskus. Seine Familie in Israel sah er nur selten, denn er war gezwungen, ein Leben im Untergrund zu führen. Niemand durfte etwas wissen und schon gar nicht die Syrer, bei denen er schnell aufstieg. Mittlerweile war er nach Damaskus umgezogen und spionierte munter die syrischen Truppen aus. Gerüchten zufolge waren seine Kontakte so hochrangig, dass er eventuell als Staatsoberhaupt Syriens hätte enden können.

Per Funkgerät teilte er seine Botschaften der israelischen Regierung mit und spionierte so geheime syrische Attacken auf Israel aus. Die syrische Regierung wurde bald mißtrauisch, denn immer wieder geschah es, dass die Syrer in einen isarelischen Hinterhalt gerieten. Letztendlich wurde Eli Cohen gefaßt und dann dann kam seine wahre jüdisch - israelische Identität heraus. Und wie sich jeder vorstellen kann, waren die Syrer nicht gerade erbaut darüber, dem israelischen Mossad voll auf den Leim gegangen zu sein. Was für eine Blamage !

Eli Cohen wurde gehängt und bis heute bleibt seine Leiche verschwunden. Die Syrer rücken nichts heraus, denn zu tief sitzt die Blamage und die Wut, dass man hereingefallen war.

Cohens Tochter Sophie gab ein seltens Interview, in welchem sie ihren Ärger über gefälschte Briefe ihres Vaters abläßt. Der Mossad selber habe die Briefe an ihre Mutter Nadja verfaßt, um sie glauben zu machen, dass ihr Gatte in einer gefahrlosen Position arbeite. Dabei sei Cohen schon längst in Damaskus eingesetzt gewesen und von dort gebe es keinen Postverkehr.

Ihren Vater hat Sophie Ben Dor niemals richtig kennen gelernt, denn sie war nur einige Monate alt als er hingerichtet wurde. Wut über ihn empfinde sie, denn er habe eine Familie gegründet und Kinder in die Welt gesetzt. Wie habe er sich da auf solch einen Job einlassen können ? Ihre Mutter Nadja jedoch berichtet den Kindern und Enkeln von der Person Eli Cohen, die da kaum jemand so richtig kannte. Selbst seine Witwe nicht, denn sie lernte ihn erst Ende der 50 - iger Jahre in Ramat Gan kennen.

Seit seinem Tod setzt die Familie alles daran, seine Leiche in Israel zu bestatten, doch vergeblich. Die Syrer geben nicht nach und heute läßt man verlauten, dass die Leiche irgendwo verloren gegangen sei. Jedenfalls kann sich niemand mehr daran erinnern, wo die Bestattung stattfand.

Einerseits mußte Cohen mit seiner Entdeckung sowie der Hinrichtung rechnen. Jeder Spion muß das. Allerdings hat Israel Eli Cohen sehr viel zu verdanken und egal, wer was berichtet, Cohen bleibt weiterhin der Held.


Links:

http://www.elicohen.org/

http://www.youtube.com/watch?v=DkS2gMWh8-Y

Sonntag, 12. Oktober 2008

Vorsicht Mission !


B"H

Dieser Tage ist es eher schwer, das passende oder relevanteste Thema herauszusuchen, um darüber zu berichten. Sind es vielleicht die erneut aufgeflammten Krawallen zwischen Juden und Palis in der nordisraelischen Küstenstadt Akko oder die anhaltende weltweite Finanzkrise ? In Akko gibt es seit gestern abend wieder Straßenschlachten, welche von einem Araber am Abend des Yom Kippur ausgelöst worden waren als dieser am höchsten jüdischen Feiertag durch ein jüdisch relig. Viertel der Stadt fuhr. Seither kommt die bis dahin verborgene Kluft zwischen Juden und Palästinensern erst richtig zum Ausbruch. Ein Zustand, der überall im Land ausbrechen kann und nicht nur in Akko.

Die Finanzkrise ?
Nach den Sukkotfeiertagen werden Entlassungen in der israelischen Finanzwelt befürchtet. "Kommt die Krise auch zu uns", fragen sich alle besorgt ?

Mein eigentliches Thema dieser Tage ist und bleibt die anstehende Parade der Christen in Jerusalem an den Sukkotfeiertagen. Morgen abend (13. Oktober) beginnt das Laubhüttenfest Sukkot und schon seit Tagen befinden sich unzählige Christen in der Stadt. Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden, doch geht es bei der Mehrheit der Anwesenden um Judenmission. Deswegen sind sie hier und nicht weil sie alle lächelnd auf Frieden im Nahen Osten machen oder um Juden ihre Solidarität zu verkünden.

Zu Tempelzeiten kamen zahlreiche Nichtjuden nach Jerusalem, um ihre Opfer darzubringen und auch nach dem Eintreffen des Meschiach und Bau des Dritten Tempel wird dieser Zustand wieder eingeführt werden. Gerade aus diesem Grunde kommen alljährlich an den Sukkotfeiertage Tausende Christen in unsere Stadt und viele Bewohner kritisieren, dass die Christen sich hier so richtig breitmachen. Anscheinend gelten für viele von ihnen keine Regeln, weil sie meinen, sie seien die "wahren " Juden und überhaupt gehöre ihnen hier alles.

Es gibt viele ehrliche normale Leute unter ihnen und nicht jeder kommt zu Missionszwecken, dennoch verderben ihnen gerade die schwarzen fanatischen Schafe den Ruf und in Jerusalem werden derzeit alle über einen Kamm geschert. Wie soll man auch groß unterscheiden, wem man da glauben kann ?

Die Christliche Botschaft, ansäßig in der Rachel Imenu Street im Jerusalmer Stadtteil Katamon, organisiert an jedem Sukkot eine Parade der Christen durch die Jerusalemer Innenstadt: Sacher Park, Bezalel, King George, Jaffa Road bis hinunter zum Rathaus. Und jedes Jahr wieder sprechen haredische (ultra - orthod.) Rabbiner einen Bann gegen die Parade aus. Mission sei das, reine Judenmission - und damit haben sie meistens recht. Des Weiteren wird die israel. Anti - Missionsorganisation "Yad Le'Achim" nicht müde, vor der Parade und den einfallenden gläubigen Christen zu warnen.

Mir selber passierte es, dass ich Missionsmaterial in die Hand gedrückt bekam als ich mir die Parade anschaute. Außerdem laufen viele Paradeteilnehmer trotz Verbot mit Schilder und Plakaten herum, die da Juden offen aufrufen, zum Christentum überzulaufen, weil ihnen sonst die Hölle drohe.

Eindeutiger Quatsch, den wir uns aber in diesen Tagen ausgerechnet an einem jüdischen Feiertag anscheinend gefallen lassen müssen. Am vergangenen Freitag mittag ging ich durch die Jerusalemer Fußgängerzone Ben Yehudah und gleich am Anfang sah ich zwei Frauen mit christlichem Lächeln a la "J. liebt Euch alle" ausgestattet, emsig Flugblätter verteilen. Mein erster Gedanke galt der Polizei, mein zweiter Yad Le'Achim zu informieren. Doch ich tat nichts, denn auf die Polizei ist oft kein Verlaß mehr, da amerikanische Evangelisten Millionenspenden an den Staat Israel geradezu zum Fenster hinauswerfen und so alle gefügig machen zu scheinen. Das "Trojanische Pferd" stellt das beste Beispiel für deren Missionstaktik dar.

Eine Stunde später passierte ich die Ben Yehudah erneut, aber die lächelnden Christinnen waren verschwunden. Die chassidische Gruppe Chabad hatte nicht weit vom Tatort einen Stand eröffnet und ich informierte die Chabadnikim, was denn da so in ihrer Standnähe abgehe. Bei Chabad zeigte man sich empört und meinte, dass ich beim nächsten Mal nur bei ihnen vorbeikommen soll und sie (Chabad) täten das Problem schnell in die Hand nehmen. Ich brauche nur kurz anzuklopfen und schon ginge es los. Missionare raus !
Wenn mal alles nur so rasant und rigoros ablaufen würde.

Aber nicht nur die Parade allein macht allen negativ zu schaffen: Der Jerusalemer Kibbutz Ramat Rachel ist bekannt für das Beherbergen christlicher Missionare. Ständig finden dort Kongresse statt und am Sukkot mieten sich die radikalen Christen ebenso im Jerusalemer Convention Center "Binyanei Ha'Uma" ein. Dort bauen sie ihre christlichen Ramschstände auf und rennen nebenbei zu Vorträge, bei denen lauthals verkündet wird, wie man denn die "unliebsamen Juden" endlich zum Christentum bekehren könne.

Mitfeiern wollen sie dennoch alle und wenn es geht gleich bei den Haredim. Missionare kennen keine Scham und wo man hin will, da stürmt man halt idiotisch drauflos. Gerade dieser Tage sollten sich Nichtjuden von haredischen Gebieten fernhalten, denn dort ist nicht gut Kirschen essen und das aus gutem Grund. So manch einer in Jerusalem mag sich über die "Solidarität" freuen, doch sollte nicht vergessen werden, dass sehr sehr viele jüdische Bewohner den christlichen Touristen nicht gerade mit Wohlwollen begegnen und man sie ablehnt. In Synagogen oder jeglichen Sukkotfeiern in Mea Shearim, Kiryat Matterdorf, Sanhedria, Makor Baruch, etc. sind die derzeitigen Touristen jedenfalls nicht willkommen.

Weitere interessante Links zum Thema:

Die Zeugen Jehovas und die Juden

Gewarnt wird vor: Kibbutz Ramat Rachel

Der Rabbi und die Bischöfe

Die Missionare marschierten

Die gestohlenen jüdischen Kinder

Der Vatikan und seine jüdische Beute

Nicht der Mossad, sondern G - tt !

B"H

Manchmal gibt es so eigenartige Momente im Leben, in denen man einfach nicht anders kann als zu glauben, dass es einen G - tt gibt. Nicht, dass solche Momente nur in derlei einzigartigen Situationen stattfinden, sondern natürlich sollte ein jeder sich ständig bewußt sein, dass es da einen einzigen alleinigen G - tt gibt. Doch zweimal im Leben passierte es, dass mir diese Tatsache erst dann so richtig aufging als es um die Gerechtigkeit ging; denn gerade die Gerechtigkeit oder das, was wir dafür halten, kommt in unserer Welt nicht selten viel zu kurz.

Das erst Mal hatte ich den besagten Moment bei einer Neonazi Demo in der fränkischen Stadt Fürth, in der ich einmal lebte.
Am 1. Mai 2000 (einen Monat vor meiner Aliyah nach Israel) fand in der Fürther Innenstadt sowie auf der Fürther Freiheit vor dem Hauptbahnhof eine Neonazi Demo statt und das Erschreckende für mich war, dabei Zeuge einer Naziflaggenprozession zu sein. Genau genommen der Flaggen des deutschen Kaiserreiches oder wie man sie auch immer betiteln mag. Bis zu dem Zeitpunkt kannte ich derlei Demos nur aus dem TV oder aus Filmberichten über die Nazizeit. Diese Event einmal hautnah mitzuerleben, war für mich erschütternd und spätestens in dem Moment wurde mir klar, dass meine Aliyah nach Israel der absolut richtige Schritt war.

Damals hatten sich Tausende Menschen zu einer Gegendemo auf der Fürther Freiheit versammelt und ich will nicht verschweigen, dass ich ebenso stolz auf das Verhalten vieler Fürther war. Widerstand gegen die Neonazis und ein riesiges Pfeifkonzert bei den Nazigesängen aller angestimmten drei Strophen der deutschen Nationalhymne.

Als es dann auch noch furchtbar zu regnen begann, hörte ich neben mir einen Demonstranten sagen, dass es doch noch einen G - tt gibt. Die Nazis nämlich flüchteten vor Blitz und Donner in den U - Bahn - Schacht und machten sich per U - Bahn auf und davon.

Das zweite Mal ereignete mich gestern abend als ich von dem Ableben des österreichischen Jörg Haider las. Zuerst glaubte ich an einen Scherz oder so in der Art. Wer denkt schon daran, dass Haider plötzlich ins Jenseits gleitet und seine Partei ohne Gallionsfigur dasteht ? Und genau dann wird einem klar, dass nicht wir oder Haider irgendetwas bestimmen, sondern das da ein G - tt der Herr der Lage ist. Und hoffentlich erhält Haider seine angemessene Strafe, die wir da auf Erden leider nicht mitbekommen.

Selbstverständlich befaßt sich auch die israelische Presse mit dem Tod von Jörg Haider, doch geraten die Schlagzeilen die den Hintergrund. Wall Street und der Ausstand in der nordisraelischen Hafenstadt Akko sind wichtiger als der Tod eines antisemitischen Populisten. Darauf hingewiesen wird, dass einige Rechte in österreichischen Foren dem Mossad die Schuld in die Schuhe schieben. Der Autounfall sei nur Fiktion und in Wirklichkeit sei das alles ein hinterlistiges Attentat gewesen.

Jörg Haider war in Israel niemals das, was manche in Österreich oder Deutschland zu glauben scheinen. Nicht jeder rechte Heini oder Neonazi findet seinen Weg ins israelische Interesse. Wir haben andere Probleme und wer in der hiesigen Presse deutsch -jüdische Promis wie Friedman, Knobloch oder Broder sucht, der ist total fehl am Platze. Die Leute kennt hier kein Mensch und sie interessieren auch niemanden. Und obwohl dies kein Vergleich sein soll - um Haider scherte sich ebenso kein Mensch. Warum auch ? Antisemiten gibt es überall und wir verschwenden nicht groß unsere Gedanken an Haider & Co., wenn es in Israel um das tägliche Überleben geht.

Nicht der Mossad, sondern G - tt ist für das Ableben Jörg Haiders verantwortlich und leider tut dieser uns Seine Gründe nicht kund. Dennoch mag Haider endlich seiner gerechten Strafe entgegensehen.

Aktion des Simon - Wiesenthal - Centers


B"H

Der Leiter des "Simon Wiesenthal Center", Ephraim Zuroff, rief vor einiger Zeit eine neue Aktion ins Leben:


OPERATION LAST CHANCE

Eine Aktion, welche bisher nicht gefaßte Nazi - Täter vor Gericht bringen soll.

Wer Hinweise geben kann, auf den wartet eine Belohnung !

Freitag, 10. Oktober 2008

Aufruhr

B"H

Drei Event verursachen derzeit Aufruhr und bei einem fragt man sich glatt, ob das die richtige Art war, den Yom Kippur zu begehen.
Aber der Reihe nach.

Zuerst einmal sandte die Terroristenhizbollah einen neuen Bericht an Israel, welcher den Verbleib oder besser gesagt - das Schicksal des am 16. Oktober 1986 gekidnappten Soldaten Ron Arad klären soll. Ron Arad war damals mit seinem Jagdbomber über dem libanesischen Luftraum unterwegs gewesen und abgeschossen worden. Mit dem Fallschirm sprang er aus dem Flugzeug und seither verlieren sich seine Spuren. Sicher ist, dass er gleich nach seiner Landung von arabischen Terroristen gefangen genommen und in ein Versteck gebracht wurde. Seitdem ranken sich Hunderte von Gerüchten um sein Schicksal. Ist er tot oder noch am Leben ? Fall er lebt, wer hält ihn gefangen ? Ist er im Iran, in Syrien, ist es die Hamas oder die Hizbollah ? Persönlich glaube ich, dass Ron Arad nicht mehr am Leben ist, doch wer weiß. Seine Tochter Yuval ist mittlerweile 20 Jahre alt und seine Familie sowie Freunde kämpfen unermüdlich um mehr Infos. Bisher fast vergeblich.

Nun sandte die Hizbollah "neue Infos", welche besagen, dass Ron Arad in der Nacht vom 4. auf den 5.Mai 1988 seinen Entführern entkommen sei. Seine Bewacher fanden am Morgen des 5. Mai seine Zelle leer auf. Vom Gefangenen Arad keine Spur und man wisse nicht, wo er abgeblieben sei. Vielleicht auf der Flucht irgendwo umgekommen … Wer könne das heute noch sagen ?

Die israelische Presse macht einen riesen Wind darum, doch unter dem Strich bleibt die Feststellung, dass wir nach wie vor nicht wissen, was aus Ron Arad geworden ist.

Das zweite Entführungsschicksal ist Gilad Shalit, der vor mehr als zwei Jahren von der Hamas in den Gazastreifen verschleppt worden war und seither mehr als 800 Tage in Gefangenschaft sitzt. Innerhalb der letzten Tage machten die Eltern und Freunde Shalits durch Demos auf sich aufmerksam und heute ist eine neue Demo vor dem Hause Zipi Livnis in Tel Aviv geplant.

Wir wissen, dass Gilad Shalit am Leben ist, doch außer der Gewißheit scheint alles festgefahren. Die Hamas stellt zu hohe Forderungen zwecks eine Freilassung und Israel hadert mit sich selbst, auf diese einzugehen oder lieber an die Allgemeinheit zu denken. Was, wenn man hochgradig gefährliche Terroristen wie einen Marwan Barghouti freiläßt ? Ist ein einziger Gekidnappter wie Gilad Shalit das wert ? Oder sollten wir lieber daran denken, dass durch eine Freilassung Hunderter Terroristen viele neue Attentate geschehen, bei denen unzählige Israelis umkommen ? Wie würde eine freier Shalit sich dann fühlen und können oder wollen wir das alle mit dem Gewissen vereinbaren ?

Der dritte Fall ist brandaktuell und begann mit einem Kalkulationsfehler am Abend des Yom Kippur.
Tatort: das nordisraelische Akko, in dem Palis und Juden zusammenleben. Genauso wie in Ramle, Yaffo oder Haifa.

Nachdem der Yom Kippur begann und laut aktueller Umfragen 63% der Israelis diesen und das Fasten sehr ernst nehmen, fuhr ein Pali mit seinem Auto durch ein relig. Wohngebiet in Akko. Für ihn stellte die Fahrt eine Abkürzung dar und er wollte lediglich seine Kinder von irgendwo abholen. Die relig. Bewohner des Stadtteiles fanden das weniger lustig und steinigten sein Auto.

Nach Yom Kippur, gestern abend, brannte Akko.
Nicht unerwartet und nicht nur wegen dem Pali, der da durch den falschen Stadtteil fuhr. Fast immer dort, wo Juden und Palis fast zusammenleben, stauen sich Haßgefühle auf. Offiziell lebt man friedlich nebeneinander, aber der Friede findet schnell sein Ende, wenn es zu bestimmten Ereignissen kommt. Und in letzter Zeit sind die Gemüter politisch zu erhitzt als das da von einem tollen friedlichen Nebeneinander die Rede sein kann. Inoffiziell gibt es Abgrenzungen. Nicht nur räumlich, sondern auch im mitmenschlichen Bereich. Wer will schon Palis als seine Freunde betiteln ? Meist lebt jeder für sich und besonders nach Attentaten oder Kriegen wird die Kluft deutlich.

Nun brennt Akko und die Palis fühlen sich bedroht. Fensterscheiben klirrten und schnell wird die Polizei beschuldigt, nichts zu unternehmen. Dabei kam es auch auf Paliseite zu Ausschreitungen, was immer gerne heruntergespielt und verschwiegen wird.

Ein deutliches Zeichen an die Regierung. Olmert, Livni & Co. lassen sich von Rice und Obama einwickeln und unter Druck setzten. Dabei vergessen alle uns, die Bevölkerung, die da nicht mitzuspielen bereit ist.

Vielleicht ist es kein schlechter Rat einmal auf diese Bevölkerung zu schauen, denn nur um ein paar dämliche Randalierer handelt es sich im Fall Akko nicht. Akko ist überall und wer da ein Jerusalem teilen will, der holt sich Akko ins eigene Haus.

Yom Kippur ist vorbei - es komme Sukkot

B"H

Nachdem die Uhren in Israel auf Winterzeit umgestellt worden waren, begann der 25 - stündige Fastentag Yom Kippur ungewöhnlich früh. Und da kurz vor dem höchsten jüdischen Feiertag irgendwie immer eine ernsthafte, geradezu bedrückende Stimmung herrscht, mußte alles holterdipolter gehen. Es war keine Zeit und so schrieb ich fast gar nichts, sondern rannte von einem Termin zum anderen und kam erst kurz vor Fastenbeginn richtig zum Essen.

Der Tag an sich verging schnell, doch litt ich fast den gesamten gestrigen Tag unter Kopfschmerzen. Beim letzten Gebet vor Fastenende, konnte ich mich nicht mehr konzentrieren und alles lief an mir vorbei. Im Programm, an dem ich in der Altstadt teilnahm, beschwerte sich ein Teilnehmer bei einem der Rabbis, dass das ja alles so depressiv sei. Die ganze Stimmung und man fühle einen ständigen Druck, dass G - tt uns jetzt richte. Da habe man angst, etwas falsch zu machen.

Der Rabbi antwortete, dass G - tt dies zwar alles tue, doch sei der Yom Kippur ein fröhlicher Tag. G - tt wolle keine depressiven Golems vor Sich stehen haben. Stattdessen sollen wir uns auf unsere positiven Eigenschaften konzentrieren und uns nicht einreden, wir seien nutzlose Chaoten, die es eh zu nichts bringen. Dieser Trost half auch letztendlich mir und von da ab ging alles wesentlich besser. Manchmal machen wir Menschen es uns selbst tatsächlich selber zu schwer und fallen dann in die Depression, ohne zu bedenken, dass G - tt das gar nicht will und uns mehr vergibt als wir dies mit uns selbst zu tun bereit sind.

Montag abend steht schon der nächste Feiertag an. Nämlich das 8 - tägige Sukkot (Laubhüttenfest). In der Diaspora dauert es neun Tage. Und jetzt läuft auf Hochtouren des Laubhüttenbau. Überall hämmert es und die Leute bauen ihre Holzhüttchen auf.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Ein leichtes Fasten

B"H


Allen Lesern ein tolles Neues Jahr und ein leichtes Fasten !


Leider bin ich heute nicht mehr zum Schreiben gekommen. Alle, die mir e - mails schrieben, bekommen erst in einigen Tagen Antwort.

Dienstag, 7. Oktober 2008

Der "Yom Kippur" steht vor der Tür

B"H

Morgen (Mittwoch) abend beginnt der höchste jüdische Feiertag "Yom Kippur". Wer an Details interessiert ist, kann diese hier finden.

Enden tut der 25 - stündige Fasttag am Donnerstag abend und dann fahren auch wieder die Busse bzw. die Restaurants öffnen. Ab morgen mittag werden die Geschäfte, Cafes und die Märkte früh schliessen und auch der Busverkehr wird eher eingestellt als an einem Freitag vor Schabbatbeginn. Schließlich wollen sich die Leute auf den Fasttag vorbereiten und vor Beginn noch ihre letzte Mahlzeit, das Se'udat Mafseket", einnehmen. Empfehlen tue ich dazu immer viel Weintrauben zu essen, denn die enthalten Flüssigkeit.:-)

Einfach wird die Abstinenz von jeglicher Nahrung sicherlich nicht, denn es soll heiß werden. Obwohl wir den Tag eh fast nur in der Klimaanlagen betriebenen Synagoge verbringen, ist es nicht leicht, bei der trockenen Luft nichts zu trinken.

Die Synagogenplätze mußten für den Yom Kippur im voraus reserviert und bezahlt werden und sind wesentlich teurer als am Rosh HaShana. Wer noch keinen Platz haben sollte, der kann in die Altstadt bei Chabad (Zemach Zedek Synagoge), der "Yeshivat HaKotel" oder der Yeshiva "Aish HaTorah" vorbeischauen. Allerdings sind die jeweiligen G - ttesdienste nur für Juden !

Nach Ausklang des Yom Kippur veranstaltet Jeff Seidel in seinem nahegelegenen "Jewish Student Information Center" einen Break - Fast mit Getränken, Bagels, Käse, Kuchen und Früchten. Auch hierzu sind nur Juden eingeladen !

Am Yom Kippur wird es ebenso weder Radio noch TV geben und wer Filme schauen will, der braucht Kabel oder DVDs. Wer auf die Bank muß, der sollte dies heute schnell erledigen, denn ich nehme an, dass morgen die Banken und die Postämter schon geschlossen haben.

Vorab wünsche ich allen ein gutes, gesundes, erfolgreiches und frohes Neues Jahr (5769) und dass G - tt uns alle gnadenvoll richtet.

שנה טובה וגמר וחתימה טובה מירושלים

Der Rabbi und die Bischöfe


Die Bischofssynode
Photo: Reuters, Artikel: YNET


B"H

Wer hätte das gedacht ?
Der Papst lud den Oberrabbiner von Haifa, Rabbi She'ar Yashuv Cohen zu einer am Montag stattfindenden Bischofssynode in den Vatikan ein.

Ja, Ihr habt richtig gelesen. Der Papst lud einen Rabbiner ein.

Offizielles Ziel war, die Bedeutung der Thora und des Jüdischen Volkes zu definieren. Darüber hinaus sollte nachgedacht werden, wie die Thora den Katholiken nähergebracht werden kann bzw. welchen Zugang Katholiken zur Thora haben.

Rabbi Cohen sagte hinterher, dass er nicht an der Synode teilgenommen hätte, wenn ihm bekannt gewesen wäre, dass es sich um eine Gedenkveranstaltung für Papst Pius XII. handelte. Und so griff dann der Rabbiner das Verhalten Pius XII. während der der Nazizeit an. Der Vatikan habe kaum etwas für Juden getan und er, Rabbi Cohen, sei spreche niemanden frei von Schuld. Dazu hätte er keine Authorität, denn soetwas entscheiden die Hinterbliebenen der Holocaust - Opfer. Diese Aussage erinnerte mich an eine ähnliche, die Eli Wiesel einmal machte. Die heute lebenden Juden besitzen kein Recht, den Tätern zu vergeben, denn das können nur die Opfer selbst.

Nicht nur, dass der Vatikan während des Holocaustes kaum etwas zur Rettung der Juden unternahm; stattdessen ging man selbst aktiv gegen Juden vor. Eine Tatsache welche bis heute Gültigkeit besitzt, denn nach wie vor wird die Judenmission propagandiert.

Ferner griff Rabbi She'ar Yashuv Cohen den iranischen Präsidenten an.


Rabbi She'ar Yashuv Cohen


Insgesamt glaube ich kaum, dass der Vatikan besonders zufrieden mit der Rede Cohens war, denn schließlich erhoffte man sich mehr Loyalität. Und so gab dann auch die jüdische Gemeinde Roms einen negativen Kommentar ab, dass Rabbi Cohen sich vorher nicht mit ihren Mitgliedern abgesprochen habe. Auf keinen Fall solle das liberale Verhältnis zum Vatikan gefährdet werden.

Es wurde höchste Zeit, dass endlich einmal jemand vor den Bischöfen sprach und sogar den Mund aufmachte. Nicht nur Schönfärberei und Angst vor Mißverständnissen. Es wäre zu begrüssen, wenn dies öfters geschehe, aber bei einem nächsten Mal wird der Vatikan sicher besser aufpassen, wen man sich denn da einlädt.

Strudel und Faschismus

B"H

Erst nachdem ich neulich einen neuen Widget in meine Sites einbaute, sah ich, aus welchen Ländern und Orten meine Leser kommen. Dabei fiel mir bei den deutschen Sites auf, dass ungewöhnlich viele Österreicher mich lesen.

Nichts gegen die Österreicher und ich selbst war ein paar Mal in dem Ländle und auch in der Schwyz; dennoch erweckt gerade Österreich den Gedanken an einen Jörg Haider. Wie kann solch ein Rechter ausgerechnet in dem Lande Erfolge verbuchen ? Oder kann dies nur in Österreich passieren und nicht in Deutschland ? Sind die Deutschen da vorbehaltener und die Österreicher die sich nicht zurückhaltenden Rechten ?

Auch die israelische Presse berichtet regelmässig über die politischen Verhältnisse in der Alpenrepublik und von dem neuen "29% Rechtsbündnis". Wie soll man damit umgehen und was will ein Jörg Haider überhaupt ? Das Bündnis jedenfalls bestreitet, für den ehemaligen Faschismus des Nazireiches zu stehen. Für wen steht es dann ?

Geht es in Österreich eher nur gegen die Ausländer und für ein "reines Österreich" ? Soll eine Überfremdung wie in Kreuzberg verhindert werden ? Wie fühlt sich die wachsende jüdische Gemeinde in Wien und kann jemand, der chassidisch herumläuft, dies ohne Repressalien tun ?

Vielleicht kann sich dazu einmal jemand aus Österreich äußern, was mich freuen täte. Man trifft ja sonst in Israel kaum auf die "Ösis", sondern eher auf die Schweizer.:-)

Cat Stevens verweigert Teilnahme

B"H

Der britische Popsänger oder besser gesagt - "Ex - Popsänger - Yusuf Islam alias Cat Stevens lehnte eine Einladung des israelischen "Peres Center" ab. Das "Peres - Center" plant sein 10 - jähriges Bestehen zu feiern und beglückte Cat Stevens mit einer Einladung, welche von ihm ohne Angabe von Gründen abgelehnt wurde.

Wahrscheinlich besser so, denn Stevens war in den Jahren 1999 sowie 2000 die Einreise nach Israel verweigert worden, da er für seine anti - israelischen Bemerkungen mehr als bekannt ist. Außerdem steht er im Verdacht, die Terroristenvereinigung Hamas finanziell zu unterstützen.

"Cat Stevens, just remain wherever you are because we don't need people like you in Israel !"

Montag, 6. Oktober 2008

Sonderzulagen



B"H

Zu meiner Zeit in Deutschland, und zugegeben, das ist schon etwas mehr als acht Jahre her, gab es Urlaubs - oder Weihnachtsgeld. Erschwerniszulagen und überhaupt war alles betrieblich oder gesetzlich geregelt. Man brauchte sich um nichts zu kümmern, denn irgendwie war alles immer auf dem Konto. Jedenfalls dann, wenn man nicht gerade für eine Zeitarbeitsfirma beschäftigt war.

In Israel alles anders, obwohl es seit fast einem Jahr auch gewisse neue gesetzliche Regelungen gibt. Insbesondere das Recht auf Rentenversicherungen. Richtige Sonderzulagen und die besten Jobbedingungen geniessen jedoch bis heute nur diejenigen, die entweder staatlich fest oder sonst bei einem großen rennomierten Unternehmen in einer festen Position angestellt sind. Verkäufer, kleine Angestellte, viele Arbeiter, Friseure, Kellner, Zeitarbeiter oder Sicherheitskräfte haben oft das Nachsehen. Besonders dann, wenn man einen Stundenlohn und kein Angestelltengehalt bezieht.
Das israelische Berufsleben kann ein pures Auf und Ab sein. Mal die Schnauze voll und man kündigt, nur um dann wieder zurückzukehren. Das gehört zur Berufsnormalität und wenn ich nebenbei in der Bäckerei arbeite, geht es mir genauso. Eigentlich habe ich dazu keine Zeit mehr und gab zweimal auf. Und zweimal kehrte ich zurück.

Unsere Bäckerei ist ein Mittelstandsunternehmen mit 25 - 30 Angestellten. Die Lage am Machane Yehudah Markt ist perfekt und über fehlenden Umsatz kann sich unser Boss nicht beschweren. Der Laden läuft und der Rubel rollt.

Als ich das letzte Mal vor zwei Monaten ging, fand man sogar eine Nachfolgerin. Doch die entpuppte sich schnell als Fehlgriff und man rief mich zurück. Begründung: Die Tussi sei geflüchtet.
Doch dann kam sie zurück und ich war heilfroh. Vor Rosh HaShana bekam ich erneut eine e - mail. Ob ich nicht wieder mindestens zweimal pro Woche arbeiten könne, denn die Tussi sei nun völlig entschwunden und man finde niemanden. Alle hauen immer gleich nach ein paar Tagen ab und arbeiten will eh keiner. Es ist schwer auf dem israelischen Arbeitsmarkt jemanden zu finden, der nicht andauern jammert "Ejn Li Koach - Ich habe keine Kraft oder Lust". "Dies ist mir zu schwer oder das, und wann machen wir denn endlich Pause ?"

Also ging ich wieder zurück; allerdings mit der Auflage von flexiblen Arbeitszeiten. Dann kam gleich Rosh HaShana und zu dem Feiertag bekommt die Mehrheit des israelischen Proletariats Geschenkgutscheine (Tluschim) zum Fest. Mal mehr und mal weniger, und sogar unser sonst so knauseriger Boss läßt ein paar Schekel springen. Jahrelang schon gibt es Krach darum, denn einige Teile der Belegschaft fühlt sich öfters hintergangen. Zum Beispiel gab es vor zwei Jahren keinen Gutschein im Wert von einigen Hundert Schekeln, sondern eine Box mit einer Weinflasche, einer CD mit Blabla - Musik, ein Honigfäßchen und noch irgendwelchen Kitsch. Gewisse Teile der Fabrikbelegschaft im ersten Stock rasteten aus und machten auf Protest. Entweder gebe es einen Gutschein oder sie schmeissen die Box aus dem Fenster. Am Ende nahmen alle die Kitschbox, weil es sonst gar nichts gegeben hätte. Unser Boss jedoch lernte aus dem Vorfall und beim nächsten Mal an Pessach gab es wieder Gutscheine.

Gutscheine gibt es immer noch, aber bei vielen je nach Leistung. 300 Schekel (ca. 60 Euro) Maximum und das immer nur für den Alki - Laden gegenüber. Wer braucht schon für 300 Schekel Weine oder anderweitigen Suff ? Alle würden einen Supermarktgutschein bevorzugen, doch unser Boss scheint ein Abkommen mit dem Alki - Laden zu haben.

Da ich erst wenige Tage vor Rosh HaShana zurückkehrte, rechnete ich mir keine großen Chancen auf einen Gutschein aus. Andere hingegen prahlten schon mit ihren 300 Schekeln und fragten, ob ich denn auch schon im Alki - Laden gewesen sei. Das geschah nur um herauszufinden, ob und wieviel ich bekommen habe.

Nichts geschah und ich fand mich damit ab, ohne sauer zu sein.

Gestern früh kam wieder die übliche Nachfrage, was ich denn gekauft hätte. Wenn bloß nicht immer dieser furchtbare Proletarierneid auftauchen würde. Was aber sollte ich groß berichten, denn ich hatte ja nichts bekommen ?

Als ich gehen wollte, kam der Ausruf via Intercom. Oben in der Fabrik wartete ein Briefumschlag auf mich, der da anscheinend schon eine ganze Weile herumstand. Ein 200 - Schekel - Gutschein für den Alki - Laden war drin und die Belegschaft schnüffelte gleich, wieviel ich denn bekam. "Naja, 200 wär jetzt aber nicht viel und ich soll mich da mal bloß beschweren gehen". Ich hingegen freute mich, überhaupt soviel zu bekommen, da ich ja eine ganze Zeit gar nicht dort war.

Ich ging zum Manager ins Büro, wo ich eh hin wollte und bedankte mich nebenbei für den Gutschein. "Pscht, meinte der, das sollen doch die anderen gar nicht wissen". "Zu spät, gab ich zurück, wenn Du soetwas in die Fabrik aufs Regal stellst, brauchst Du Dich nicht wundern, wenn jeder drumherum schnüffelt".

Und einen Streikfall gab es dann doch wieder. Eine Bäckerin, die angeblich immer zuviel Ausschuß produziert, wurde die Gutscheinsumme gekürzt und sie weigert sich, den Umschlag anzunehmen. Der klebt nun mitten an der Bürotür und der Manager lästerte, dass der Umschlag da bis in alle Ewigkeiten hänge, wenn B. ihn nicht annehme.

Und genau aus dem Grund hat unser Boss soviel Erfolg, denn jeder ist neidisch auf den anderen und anstatt zusammenzuhalten, kloppt sich die Belegschaft lieber untereinander.