Sonntag, 30. November 2008

Rezept für Chanukkah Sufganiot (Krapfen)


Photo: Kumah


B"H

Am Abend des 21. Dezember beginnt das jüdische Chanukkahfest.
In Israel sind sie schon seit wenigen Wochen im Handel, die traditionellen Sufganiot (Krapfen, Berliner).

Hier erst einmal ein Rezept aus unserer Bäckerei:

1 kg Mehl (Vollkornmehl)

Eine dreiviertel Tasse Zucker

1 Teelöffel Salz

2 Eier

2 Eßlöffel Cognak

Eine halbe Tasse Olivenöl

60 g Hefe

Das ist alles. Man kann die Sufganiot ganz normal im Backofen backen. 20 Minuten lang bei 160 Grad.

Meistens aber werden die Sufganiot in einer Pfanne oder einem Topf voll Olivenöl gedünstet. Heisst, sie müssen darin schwimmen.

Die Füllung wird hinterher reingespritzt. In der Bäckerei verwenden wir überwiegend Dattel - Apfel - Füllung.
Je nachdem kann man die Sufganiot noch mit Olivenöl, Puderzucker, Honig, etc. bestreichen.

Der Cognak verursacht übrigens, dass das Olivenöl vom Teig besser aufgesaugt wird.

Viel Spaß beim Backen und gutes Gelingen !!!


Tragödie im Chabad Haus


Im Chabad Haus


B"H

Es versteht sich von selbst, dass die israelische Presse derzeit fast nur auf ein Thema eingeht. Nebst den Hamas Raketenangriffen aus Gaza, bei denen mehrere Soldaten verletzt worden sind. Einer schwer, denn er verlor ein Bein.

Hauptthema ist jedoch INDIEN.
Ohne all die weiteren Opfer zu übersehen, so werden dennoch die neun Toten im Chabad Haus hervorgehoben. Gestern abend war es dann ganz offiziell in den Nachrichten:

Im Chabad Haus gab es keine Überlebenden.

Sofort nach Bekanntwerden des Angriffs auf das Chabad Haus in Mumbai entsandte Israel eine ZAKA - Delegation. ZAKA ist eine israelisch - haredische (ultra - orthod.) Freiwilligenorganisation, welche jüdische Opfer identifiziert und halachisch bestattungsbereit macht. Bedeutet, eventuelle Körperteile einsammelt, denn halachisch sollte alles mit in einem Grab des Verstorbenen vorhanden sein, wenn der Meschiach eintrifft und es zur Wiederauferstehung der Toten kommt.


Photos der ZAKA Delegation im Chabad Haus







Unter den Toten ist nicht nur das Chabad Ehepaar Rivka und Rabbi Gabriel Holzberg, sondern, u.a., auch ein Schwiegersohn des Rebben der chassidischen Gruppe Toldot Avraham Yitzchak, Rabbi Aryeh Leibusch Teitelbaum (38).



Rabbi Aryeh Leibusch Teitelbaum


Rabbi Teitelbaum war nach Indien gereist, um koscheres Essen zu prüfen.

In einem Interview gab Chabad gestern abend bekannt, dass man auch weiterhin seine Häuser in der ganzen Welt stets für alle Juden offen halte und sich nicht wegen des Terrorattentates in Mumbai verschanze.

Die Beerdigung von Rabbi Gabriel Holzberg sowie seiner Frau Rivka findet am Montag (morgen) in Israel (Kfar Chabad) statt. Beide sind in Israel geboren.



Das Chabad Ehepaar Holzberg


In Israel ist man geschockt; schon alleine aus dem Grund, weil wieder einmal mehr klar wurde, dass Israelis zum weltweiten Terrorziel geworden sind. Aber auch, weil solch ein "Mega - Attentat" jederzeit bei uns selber stattfinden könnte.


Facebook Group

The Israel Condolence Book for the Terror Victims of India


Einziger Überlebender: Der zweijährige Moshe Holzberg, der von seinem christlichen Kindermädchen gerettet worden wor. Chabad beabsichtigt, das Kindermädchen nach Israel auszufliegen.





Links:

Chabad

Ynet

Familie Holzberg

Freitag, 28. November 2008

Ehud Olmerts kriminelles Ego

B"H

Ehud Olmert reichte zwar offiziell sein Rücktrittschreiben ein, doch an einen Rücktritt mag er jetzt lieber doch nicht mehr denken. Ehrgeiz, Aufgeblasenheit, grenzenlose Arroganz ohne ihn laufe ja wohl in diesem Lande nichts.
Das Gegenteil ist der Fall, denn nach dem hoffentlich baldigen Verschwinden Olmerts wird sich niemand mehr an ihn erinnern. Zipi Livni kommt bestens allein zurecht und genau diese Ausgrenzung seiner eigenen langweiligen Person scheint dem Premier zu schaffen zu machen.

Jetzt knallt es wieder einmal mehr zwischen Olmert und Livni, denn Olmert will seinen Platz partout nicht räumen, obwohl ein gerichtliches Verfahren gegen ihn eingeleitet ist.

Livni hänge laut Umfragen dem Likud von Benajmin Netanyahu weiter hinterher und die Israelis haben Kadima satt. Falls Olmert sich wieder aufstellt, wird dies zu einem Desaster führen, denn dann haben sämtliche Parteien ein superleichtes Spiel, Kadima zu kippen.

Kann jemand Olmert dringende psychiatrische Hilfe erteilen, denn in dessen Kopf scheint das alles irgendwie nicht zu gehen.

Stürmung des Chabad Hauses in Mumbai


Chabad Haus im indischen Mumbai

B"H

Indische Spezialeinheiten stürmten das Chabad Haus in welchem der Rabbiner Gabriel Holzberg zusammen mit seiner Frau Rivka von pakistanischen Terroristen gefangen gehalten werden.
Das Schicksal des Ehepaares aber weiterhin unbekannt.

Gestern liessen die Terroristen das Kindermädchen zusammen mit dem kleinen Sohn des Chabad - Paares frei und die Angestellte berichtete, dass das Paar verletzt und bewusstlos sei. Mittlerweile sind die Eltern Rivkas von Israel nach Indien geflogen.

In Israel schaut man ganz besonders auf das Attentat, denn alljährlich fahren Tausende meist junger Israelis nach Beendigung des Armeedienstes nach Indien, um sich selbst zu finden oder nur etwas anderes zu sehen. In den attackierten Hotels waren auch Israelis und es ist noch unbekannt, ob auch welche unter den Toten sind.


Link:

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3630071,00.html

Donnerstag, 27. November 2008

Gegensätze

B"H

Israel ist ganz klar ein Land der absoluten Gegensätze, was mir ab und zu im privaten Bereich nur allzu bewusst wird. Da ich viel über die haredische Gesellschaft schreibe, bewege ich mich natürlich in breitem Maße in dieser Gesellschaft. Ich habe dort viele Freunde und geniesse meine Anwesenheit schon oft. Dann aber kommt wieder der Einbruch und ich muss etwas anderes sehen. Tagelang war ich in Jerusalem und fahre morgen wieder schon zurück, um dort bei Freunden den Schabbat zu verbringen. Außerdem will ich am Sonntag zum Bauamt aufs Rathaus gehen. Erkundigungen über eine Baustelle anstellen. Eine Bekannte meinte vorhin, dass in Israel jeder Bürger das Recht habe, vom Bauamt zu erfahren, wer welches Grundstück besitzt, denn das gelte als öffentliches Interesse. Na, dann …

Dann das Gerenne zum Zentralen Busbahnhof in Jerusalem, vor dessen Türen sich schon die Schlangen gebildete hatten. Der Haupteingang ist donnerstags besonders überlaufen, denn zum Schabbat hin fahren Tausende zu ihren Eltern, Soldaten kehren am Wochenende heim und jeder meint, er müsse den im Winter kurzen Schabbat irgendwie ausnutzen.

Sicherheitskontrollen bis zum geht nicht mehr. Tasche auf, Tasche zu und dann noch alles durchs Infrarotlicht oder was immer das ist. Heute war es besonders schlimm, was wohl am Attentat in Indien liegt. Geschieht irgendwo ein Attentat, dreht in Jerusalem gleich alles mit durch.

Im zweiten Stock, um den Ticketverkauf scharten sich mindestens Hundert Äthiopier. Okay, ich lasse jetzt das rassistische Gesäusel, doch was ist mit den Haare der Äthiopier geschehen. Alles ist frisch gefönt und steht ab. Wie eine Schar Aliens kamen sie daher. Mißliebig wurden die Blicke der Israelis auch gleich wieder, was an eine Schlägerei unterhalb der Äthiopier lag.

Gestern abend schon hatte ich zwei erwischt, wie sie an einem Laden des Jerusalemer Klal Centers eine Scheibe eintraten. Einfach so. Wham. Wahrscheinlich einmal wieder zugekifft.
Als ich dem Wachpersonal Bescheid sagte, tat das mehr als desinteressiert. Dann raffte man sich auf und schickte mir einen Typen mit Maschinengewehr. Einen Äthiopier. Der fragte mich, wie denn die Täter ausgeschaut hätten.
"Äthiopisch halt", gab ich zurück. Wobei ich das etwas abschwächen wollte und ein "Äh, afrikanisch" hinterherschob.

Als ich vorhin schließlich an der Haltestelle an einem der zwei Busse nach Tel Aviv ankam, wartete schon die nächste Katastrophe. Es war gerammelt voll und als Bus Nr. 480 kam, quetschte sich alles hinein. Mit ein paar anderen war ich dann in der "glücklichen" Lage keinen Sitzplatz mehr gefunden zu haben. Eine Stunde im Gang stehen also. Gegenüber vom Fahrer gab es frei Plätze, die da aber mit Übergebenem versehen waren. Ein Fahrgast bot die Plätze einer Mutter mit ihrem Kind an. Wie freundlich und entgegenkommend. Vollgekotzte Sitze, aber sie könne sich ja dann an den Rand setzen. Da sei weniger oder fast nichts. Die Frau lehnte ab und konnte nicht glauben, was man ihr anbat.

Tel Aviv - der Gegensatz zu Jerusalem. Und einmal wieder etwas anderes sehen und aus dem Trott herauszukommen ist schon empfehlenswert. Hoffentlich tritt heute mal keiner eine Tür ein.

Terroristen bei Chabad in Mumbai


Der Chabad Schaliach, Rabbi Gabriel Holzberg, mit seiner Frau Rivka und seinem kleinen Sohn.


B"H

Von den Attentaten in Indien ist ein jeder schon unterrichtet, doch ist vielleicht bisher unbekannt geblieben, dass die Terroristen von Mumbai den örtlichen Chabad - Schaliach (Abgesandten) in ihren Händen haben. Der kleine Sohn des Rabbiners sowie dessen Kinderpflegerin durften das Haus verlassen, doch der Rabbi selbst und seine Frau befinden sich noch in der Hand der Terroristen. Laut Aussage der Kinderpflegerin sei das Ehepaar am Leben doch bewusstlos.


Links:

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3629332,00.html

Chabad Website

Mittwoch, 26. November 2008

Details zum "Friedenshaus" in Hebron

B"H


Das zu räumende "Friedenshaus - בית המריבה" in Hebron einmal aus der Sicht der Bewohner.


Einen ausführlichen Stimmungsbericht verfasste ich am letzten Freitag:


Die LETZTEN Zionisten


Job Fair (Job Börse)



Mehr als 50 Firmen sowie 1100 angemeldete Besucher kamen gestern zur "Job Fair der Orthodox Union" im Jerusalemer Ramadan Hotel.

Die bestehende Weltwirstschaftskrise sorgt in Israel immer mehr für Krisenstimmung und da eh gerade Wahlkampf (am 10. Februar sind Knessetwahlen) angesagt ist, warten auch die Parteien mit einem Aufgebot an Vorschlägen zur Lösung der Krise auf. Ich habe es mir heute morgen erspart, all die unterschiedlichen Pläne von Bibi bis hin zu Zipi unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht allein deswegen, weil unsere Bäckerei fast von allein läuft und was ich nebenher mit dem Schreiben als Freelancer bzw. meinen relig. Vorträgen verdiene, reicht allemal. Eher im Gegenteil, denn ich bekam heute noch einen Job bei einem riesigen relig. New Yorker Online Service hinzu. Kein Grund zur Sorge also ?
Sorgen machen sich alle; insbesondere ueber die stetig ansteigenden Lebenshaltungskosten. Was mir total auf die Nerven geht ist, wenn ich für ein Paket Klopapier früher in Deutschland beim ALDI umgerechnet ca. 6 Schekel (3 DM) zahlte und hier mindestens 20 Schekel oder noch viel mehr. Kommt darauf an, wie weich denn das Klopapier beschaffen sein soll.

Aus Protest verzichte ich auf derlei Produkte. Nicht auf das Klopapier, doch auf diverse teure Fressalien, die mir hier einfach zu teuer erscheinen und ich einfach zu geizig bin, irgendwelchen Geschäftemachern alles in den Rachen zu schmeissen.
Klar, dass ich mir nur allein damit wehtue, denn ich würde gern, verzichte aber.

Aber zurück zur gestrigen Job Börse. Derlei Veranstaltungen sind nichts Außergewöhnliches und finden ständig statt. Neueinwanderer (Olim Chadaschim) sollen auf dem Arbeitsmarkt integriert werden. Derzeit suchen in Israel insgesamt 193.000 Menschen nach einem Job. Und gerade diese Job Börsen sind immer gut besucht und jene der Orthodox Union war wochenlang vorher ausgebucht. Geschlossen wegen der hohen Teilnehmerzahl, denn viele hoffen halt doch auf ein kleines Wunder den perfekten Job zu finden. Oder zumindest überhaupt eine der wenigen Jobs.

Hier ein paar Eindrücke der Job Börse, auf der, nicht viele, so meine ich, tatsächlich auch einen Job fanden. Dennoch, die Hoffnung darf man halt nie verlieren.

Wetter Widget

B"H

Nur zur Info:

Auch ich entschied mich, einen "Wetter Widget" in diese Site aufzunehmen, damit die Leser einen Einblick in das Jerusalemer Wetter bekommen.
Nur stellte sich heraus, dass der Widget tagsüber das Wetter unserer Nachtemperatur anzeigt, denn der Widget wird aus den USA gesteuert. Daher die Zeitverschiebung.

Derzeit werden 15 Grad C angezeigt, welche der Nachttemperatur entspricht. Tagsüber jedoch ist es in Israel wieder richtig warm (mit über 20 Grad C) geworden.

Leider warten wir immer noch auf den ausstehenden Regen, der gerade hier so wichtig ist.

Dienstag, 25. November 2008

Die Obamas auf dem Weg ins Weisse Haus

B"H

Ein großartiges Stück israelischen Humores:

Familie Obama zieht ins Weisse Haus ein


Aus einem haredischen Forum


Einfach auf das Photo klicken, um es zu vergrössern !!!

Arbeitslosengeld in Israel

B"H

Die weltweite Wirtschaftskrise wird auch immer mehr in Israel zu spüren sein, obwohl wir soweit einigermassen von den negativen Folgen verschont worden sind. Dennoch, ein Entkommen gibt es anscheinend nicht und die heimische Wirtschaft rechnet mit Massenentlassungen. Hier ein wenig Arbeitsrecht dazu aus der haredischen (ultra - orthod.) Tageszeitung "HaModiah".

Wer in Israel erst einmal fest eingestellt ist, der erfährt besondere Rechte. "Kviut - Festeinstellung" zu erhalten, ist bestimmt kein leichtes Unterfangen. In vielen Jobs (auch in Büros) beginnt man oftmals ohne Arbeitsvertrag. Diese Art des Arbeitsverhältnisses kann jahrelang andauern. Manchmal offeriert einem ein Betrieb kein festes Arbeitsverhältnis und man hängt irgendwie in der Luft. Trotzdem stehen jedem Arbeitnehmer, der Staatsbürger ist, gewisse Rechte zu. Zum Beispiel gibt es seit fast einem Jahr das gesetzliche Recht auf eine Rentenversicherung.

Wer festeingestellt ist, dem muß der Arbeitgeber bei einer eventuellen Kündigung den Kündigungsgrund offen darlegen. Warum gerade er als Arbeitnehmer entlassen wird und kein anderer.
Sollte die Kündigung einfach nur so banalen Gründen erfolgen, so darf sich der Arbeitnehmer das Recht nehmen, seinen Boss zu verklagen.

Breiten Raum nehmen in Israel die "Pizu'im - die finanzielle Kündigungsentschädigungen" ein. Jeder Gekündigte sollte unbedingt prüfen, wieviel finanzielle Entschädigung ihm zusteht. Insbesondere jene Arbeitnehmer, welche ein regelmässiges Einkommen bezogen haben. Zusätzlich gibt es Fälle, bei denen die private Rentenversicherung eine Entschädigung dann zahlt, wenn der Arbeitnehmer von sich aus kündigt.

Entschädigungstips:

Sich unverzüglich nach der Kündigung um die bürokratische Einleitung des Entschädigungsprozesses (Pizu'im) kümmern und alle dazu erforderlichen Dokumente bereithalten. Zu diesen Papieren gehört das "Formular 161". Dieses wird vom Arbeitgeber ausgefüllt und beinhaltet die Lohnsteuerzahlungen. Dieses Formular dient allgemein dazu, die Höhe der Steuer des Entschädigungsgeldes festzulegen.

Weiterhin sollte ein Kündigungsschreiben vorliegen.

Weitere Krankenkassenzahlungen sollten geregelt werden und man sollte sich diesbezüglich eingehend informieren.

Sich informieren, ob einem eventuelle Lohnsteuerrückzahlungen zustehen.

Nicht die gesamten Entschädigungsgelder sofort ausgeben.

Außerdem sollte nachgefragt werden, on man die monatlichen Zahlungen an eventuelle laufende Häuserbaukredite / Hypotheken auf kurzfristige Zeit stornieren kann.

Gemäß eines neuen Gesetzes, welches im Januar 2008 in Kraft tat, hat jeder Arbeitslose mit dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit ein Recht auf Arbeitslosengeld. Einem Arbeitslosen bis zum 28. Lebensjahr steht die Arbeitslosengeldsumme in Höhe von 60% seines vorherigen Gehaltes zu. Wer älter ist als 28 Jahre, der bekommt 80% seines vorherigen Gehaltes.

Schwangere sowie all jene, welchen das Arbeitsamt Billigjobs vermittelte oder jene, die an einer Umschulung teilnehmen, bekommen ebenso festgelegte Prozentsätze ausgezahlt.

Wer sich für die genaue Errechnung des Arbeitslosengeldes interessiert, kann sich entweder an die zuständigen Behörden wenden oder mir eine e - mail schreiben. Ich sende dem Betreffenden dann eine Liste mit den Beträgen zu.


Links:

Bituach Leumi

Montag, 24. November 2008

"Eine Ohrfeige ist kein Gewaltakt"

B"H

Ganze 70 % der arabischen Frauen in Israel sind der Ansicht, dass wenn der Ehemann seine Frau schubse oder ihr eine Ohrfeige verpasse, dies kein Akt von Gewalt in der Familie sei.

Die aktuelle Umfrage wurde von der Frauenvereinigung Na'amat durchgeführt. Diese Umfrage fand zum "Internationalen Tag der Eliminierung von Gewalt gegen Frauen" statt.

Weiterhin sehen sich 73 % der arabischen Frauen in Israel nicht Opfer familiärer Gewalt, wenn der Partner sie beschimpft oder sonst irgendwie verflucht.

Gewalt gegen Frauen in der palästinensischen Gesellschaft wird im Ausland kaum wahrgenommen. In Israel hingegen schon, denn diese Frauen suchen Schutz in israelischen Frauenhäusern oder anderen sozialen Einrichtungen. Offiziell heißt es, dass ca. 50 % der palästinensischen Frauen von ihren Ehemännern mißhandelt werden.

Vielerlei Gründe werden hierfür genannt:

- In der moslemischen oder besser arabischen Gesellschaft sei der Mann halt ein Kerl und habe das Sagen.

- Von Arbeitslosigkeit und Armut betroffen, rastet der Gatte unter diesen Umständen eher einmal aus.

- Einer der Hauptgründe ist jedoch, dass es auch in der palästinensischen Gesellschaft nichts Ungewöhnliches ist, mit mehreren Frauen verheiratet zu sein. Wobei die erste Frau die meist standesgemässe ist und die Übrigen mehr oder weniger formal geheiratet werden. Viele Frauen, viele Kinder und die oft hinzukommende Armut. Mehrere Generationen leben unter einem Dach, was besonders auf die Landbevölkerung zutrifft.

Hilfe erhält die mißhandelte Frau kaum, denn ihren Nachbarinnen ergeht es kaum besser und man fügt sich halt dem bestehenden Gesellschaftsbild. Frauen die flüchten, tun dies zu israelischen Sozialarbeitern und Einrichtungen.

Übrigens gelten all diese Angaben nicht nur für palästinensische Frauen; auch die Frauen der Beduinen sowie der Drusen befinden sich in der heutigen Zeit in einem Status des Sklavendaseins. Kaum eine Beduinin oder Drusin bricht aus der Gesellschaft aus, sondern ordnet sich lieber unter.

Lösungen sind bisher nicht in Sicht denn die Gesellschaft an sich tut sich schwer mit dem Problem. Ein Problem, was dort nicht als Problem gilt.


Link:

http://www.haaretz.co.il/hasen/spages/1040235.html

Liste israelischer Frauenorganisationen

"Arabs for Israel"

B"H

Man mag es kaum glauben, aber soetwas gibt es auch:

"Arabs for Israel"

Die Palästinenserin Nonie Darwish, die Gründerin der Site, traut sich da aber einiges zu.

Der gähnende Soldat

B"H

Vor knapp zwei Wochen gähnte ein Luftwaffengefreiter als zum Andenken des ermordeten Ministerpräsidenten Yitzchak Rabin eine offizielle Rede gehalten wurde. Man mag es kaum glauben, doch der Soldat wurde zu einer Haftstrafe verdammt. Jetzt nach 10 Tagen wurde ihm Gnade bewilligt und er befindet sich wieder auf freiem Fuß.

Der Artikel hier auf ARUTZ 7.

Der 21 - jaehrige Soldat Almog Amran wurde zur Lachnummer als er seine Knaststrafe antrat. Er selber konnte kaum glauben, dass die Armee ihn wegen Gähnens einsperrte.

Laut IMRA soll Amran begnadigt worden sein, weil sich herausstellte, dass der Soldat nicht aus einer Familie von Nationalisten kommt.

Was soll uns jetzt das wieder sagen ?

Zweierlei Maß ?

Sonntag, 23. November 2008

Jerusalem & Tel Aviv Events

B"H

Zwei empfehlenswerte "Was, wo, wie " - Sites:




Tel Aviv
City






Jerusalem City

Die Trendwelt wankt

B"H

Israel ist so ziemlich von allem gebeutelt, doch wenn es um die liebe Wirtschaft geht, dann wird das Thema sofort auf Platz 2 der Agenda gesetzt. Die Sicherheit des Landes dagegen steht stets an erster Stelle, egal, ob die Börsen crashen oder nicht.

Die nördliche Ben Yehudah in Tel Aviv ist in der letzten Zeit durch die vermehrte Eröffnung neuer Rastaurants und Bistros bekannt geworden. Vor allem Junggastronomen liessen sich nieder und eröffneten trendige kleinere Restaurants. Vom Sushi bis zur Hausmannskost - alles ist dabei. Und schick eingerichtet noch dazu. Die ollen Plastikstühle oder Holzbänke sind schon lange out und Tel Avivs Restaurantwelt steht einem New York oder London nicht mehr viel nach. Essen vor toller Kulisse, wenn auch die Preise und die Essensqualität oftmals zu wünschen lassen. Aber man ist halt mal dabei und IN.

Aber seit kurzem fällt auf die neue Trendwelt ein langer Schatten, denn auch die Weltwirtschaftskrise erreicht Israel.
In Deutschland bei Opel oder woanders im Land oder der Welt, wer spürt sie nicht ? Immerhin, Israel ist bisher weitgehend verschont geblieben. Zwar steigen die Lebenshaltungskosten, aber wann tun sie das nicht ?
Massenentlassungen ?
Nein, soweit noch nicht.

Aber dennoch erwischt es uns allmählich. Es gibt Entlassungen und bisher ist von 7000 die Rede. Davon sollen 300 Betroffene sogar aus den Führungspositionen stammen, die sich derweil schämen, den Weg zum Arbeitsamt anzutreten. Sie wollen da nicht auf ihre ehemaligen Untergebenen treffen, so die Begründung.

Tel Aviv ist teuer und wenn es wirtschaftlich einmal nicht so läuft, wird sich halt eingeschränkt. Meistens als allererstes beim Ausgehen. Und dies wiederum bekommen nun auch die Restaurants zu spüren. Die Kette der betroffenen Betriebe und Branchen wird immer länger und die Trendwelt meldet Umsatzrückgang. Zu allem Übel melden auch noch die Rentenkassen Verluste und viele jetzt in Rente gehenden Arbeitnehmer müssen anscheinend mit weit weniger Rentenzahlungen rechnen. Der Staat will nicht einspringen und so mancher Zukunftsrentner sieht seine 40 Jahre langen Einzahlungen dahinschwinden.

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann auch in Israel der große Einbruch kommt. Und was dann ? Preise sind eh hoch und die Einkommen in der Peripherie und Jerusalem niedriger als an der Küste um Tel Aviv, Ra'anana, Kfar Saba oder Rishon Le'Zion.
Da im Februar Knessetwahlen anstehen, kommen die Parteien nicht so ganz um die Lage herum und müssen reagieren. Bekanntlich ist Oppositionsführer Benjamin Netanyahu immer eilig bei der Wirtschaftssache und betrachtet alles aus Wall Street Augen. Zipi Livni tat jetzt auch etwas und engagierte einen ehemaligen hochrangigen TNUVA - Manager (Tnuva = staatliche Milchproduktion). Letztendes sind wir, und das ist uns ausreichend bekannt, eh wieder einmal nur auf uns selbst angewiesen und daran wird sich derzeit nichts ändern.

Freitag, 21. November 2008

Die LETZTEN Zionisten

B"H

Unser Land ist alles andere als religiös. Das ist keine Neuigkeit und jedem ausreichend bekannt. Dass Israel hingegen alles andere als zionistisch ist, dürfte dagegen für manche neu sein zu hören.

Ariel Scharon hatte mit der Räumung Gush Katifs begonnen, was sich seither als Katastrophe für die Sicherheit Israels herausstellt hat. Man schaue nur auf Sderot und Aschkelon und die Kassam - Raketen.

Herzlichen Dank an den Friedensplan ! Scharon ist nicht mehr ganz unter uns und die Einwohner dürfen büssen.

Immerhin war Scharon noch um einiges besser drauf als die derzeitige Kadima - Blamage. Um von Kadima Zugeständniss zu bekommen, sollte man schon Pali sein und kein Jude. Und wenn, dann erst recht kein religiöser Jude, denn die seien ja der "Krebs des Landes" - so Verteidigungsminister Ehud Barak (Arbeiterpartei) auf der Gedenkveranstaltung zum 13. Todestag Yitzchak Rabins auf dem Kikar Rabin in Tel Aviv vor zwei Wochen.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich es mehr mit der Ideologie der Haredim (Ultra - Orthod.) habe als mit den Nationalreligiösen. Dies wiederum bedeutet nicht, dass ich haredisch herumlaufe und zur Gesellschaft gehöre. Das tat ich einmal, doch heute ist das anders, obwohl ich mich stets eher mit den Haredim identifiziere als mit den relig. Zionisten. Ich laufe also in Hose herum (außer am Schabbat oder haredischen Events) und bin trotzdem einigermassen zionistisch eingestellt.
Mit den Nationalrelig. habe ich es also nicht so und schon gar nicht mit jenen aus der radikalen Siedlerbewegung. Wobei nicht alle Siedler relig. oder radikal sind !
Die Kids aus den Yishuvim (Siedlungen) machen mich mit ihren Mentalitäte wahnsinnig. Vielleicht ist es auch nur die "Dorfmentalität", für die ich eh nicht geschaffen bin.

Allerdings gibt es auch für mich diverse Momente, in denen ich die Reaktion der heutigen israel. Regierungen nicht begreifen kann und auf der Siedlerseite stehe. Insbesondere jetzt, wo es einmal wieder mehr um eine Räumung geht:

Um die Räumung eines JÜDISCHEN Hauses mitten in Hebron !

Das Gericht entschied, dass der Besitzer zwar Jude ist, doch da sich das Haus im Gebiet der Palis befinde, müssen alle Bewohner raus. Juden raus, so in der Art. Genau das ist die Einstellung der Kadima - Regierung sowie der Gerichte. Das ist aus unserem Land und dem Traum der Zionisten geworden. Eine schleimerische Regierung, die den Palis und den USA in den Hintern kriecht und sich um die eigene Bevölkerung einen Dreck schert.

Das jüdische Haus in Hebron soll also geräumt werden und mittlerweile haben sich unzählige relig. Juden dort versammelt, um dem israel. Räumungskommando entgegenzutreten. Ehud Barak, für den eh alle nur Krebsgeschwüre sind, will jedoch die Armee die Keule schwingen lassen. An diesem Schabbat werden die Spannungen besonders hoch sein, denn die Thoralesung lautet "Chaye Sarah". Es geht um den Tode Sarahs, der Frau Avrahams. Und unsere Vorväter sowie deren Frauen liegen in der Ma'arat HaMachpelah" begraben.

Am Schabbat von "Chaye Sarah" versammeln sich jedes Jahr Tausende von Menschen in Hebron. Heute allein werden 20.000 Besucher erwartet, denn es ist einer der wenigen Gelegenheiten, bei denen die der Ma'arat HaMachpelah" die Halle des Yitzchak (Grab des Sohnes Avrahams & Sarahs) geöffnet sein wird. Ansonsten sitzen dort nur die Palis, die überhaupt Hebron und alles darin für sich beanspruchen. Sie sehen Avraham als Ishmaels Vater und es sei Ishmael, von dem sie abstammen und dieser sei der wahre Erbe Avrahams und nicht Yitzchak. Heute lauten viele historische Analysen, dass eben jene Moslems der Mehrheit nicht mehr den Nachkommen des Ishmael entstammen, sondern von anderswo kommen.

Innerhalb der letzten Tage machten sich die jüdischen Protestler Luft, indem sie moslemische Einrichtungen mit Grafittis beschmierten. Was machen die Palis überhaupt in Hebron ? Was in Jerusalem, wo Mohammed selber niemals dort war und das Wort "Jerusalem" nicht ein einziges Mal im Koran auftaucht ?
Doch geht es weniger um Religion als um Macht; und diese Macht soll gezeigt werden und unsere Regierung steigt vollstens mit ein.

In der nächsten Zeit sind also massive Clashe zwischen der Armee und den jüdischen Protestlern zu erwarten. "So billig kommen sie diesmal nicht weg", sagte mir ein Bekannter (Anhänger des radikalen Rabbis Baruch Marzel), auf die Kadima - Regierung anspielend.

Man kann die Sache sehen, wie man will - eine Schande für unser Land ist es allemal. Juden werden von ihrem eigenen Land vertrieben, damit die Palis einziehen. Danach beschiessen uns die Palis und die israel. Armee soll es wieder richten und die Israelis schützen. In welcher paranoiden Situation befinden wir uns eigentlich ?
Juden raus, Palis rein, Palis machen Terror, Juden wieder rein und dann wieder raus, damit die Palis weiter agieren können.

Schabbat Schalom an die beiden Ehuds (Barak & Olmert) !


Anmerkung:
Seit einiger Zeit werden immer mehr israelische Blogger aufgrund ihrer Berichte zum Thema vom Schabak (innerer Geheimdienst) verhört. Die ausländische Presse berichtet, zum Vorteile Olmerts, von einigen radikalen wilden Religiösen, die da den Friedensprozess stören und Randale machen.
Derzeit hetzt Olmert alles gegen jene Blogger auf, welche die tatsächlichen Fakten berichten, denn das mache sich nicht gut im Ausland.



Links:

Das "Friedenshaus" in Hebron und die Taktik der Siedler

Zum "Friedenshaus"

Besitzer des "Friedenshauses" plant Israel zu verklagen

Schabbaterlebnisse aus Jerusalem

B"H

Kleine aktuelle Schabbat - Beschreibung aus Jerusalem.

Donnerstag, 20. November 2008

Bibi liegt in Führung

B"H

Laut einer aktuellen Umfrage liegt Oppositionsführer Benjamin Netanyahu vom LIKUD mit 34 Sitzen deutlich vor Zipi Livnis Kadima - Partei (28 Sitze). Ehud Baraks Arbeiterpartei kommt auf 10 und die extreme Linke Meretz kommt auf 7 Sitze.

Obwohl dieses Ergebnis gar nichts entscheidet und sich alles wieder schnell ändern kann, sehe ich dennoch Netanyahu als neuen israel. Ministerpräsidenten. Kadima hat abgewirtschaftet und die Leute wollen, vielleicht wie in den USA, einen Wechsel. Außerdem macht sich Bibi Netanyahu nun auch an die Wirtschaftsfragen und verkündet, das diese Themen die kommenden Knessetwahl am 10. Februar entscheiden und nicht unbedingt die Sicherheitspolitik.
Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass Netanyahu letztendlich einige prominente Kadima - Miglieder sowie den Sohn des ehemaligen Ministerpräsidenten Menachem Begin, Benny Begin, auf seine Likud - Seite anwerben konnte. So erscheint Bibi allein nicht zu links, sondern kann auch die rechte Wählerschaft innerhalb der Partei bedienen.

Bleibt nur die Frage, ob Benjamin Netanyahu Anfang Dezember auch zum Spitzenkandidaten der Partei gewählt werden wird. Vor lauter neuer/ alter Prominenz mag dies nicht ganz so einfach werden.

Billig einkaufen ?

B"H

Im Laufe der letzten Monaten haben sich die Lebensmittelkosten drastisch erhöht. Nicht, dass Israel schon einmal als billig galt und auf ALDI - Produkte zurückgegriffen werden konnte. Nein, hier ist alles dem teuren COOP - Stil angepasst. Selbst die sonst eher günstigen haredischen Supermärkte werden immer teurer. Bisher kann ich jedoch noch den so oft boykottierten "Shefa - Shuk" empfehlen. Die neue relig. "Yesch - Kette" des säkuleren "Supersal" hingegen ist ein einziger Reinfall. Noch vor kurzem lobte ein Bekannter von mir, ein Rabbi, die verhältnismässig günstigen "Yesch"; und eigentlich war "Yesch" ja als Konkurrent zum Schefa samt aggressiver Werbung groß in die Branche eingestiegen.

Vor einer Woche nun zog es mich einmal zum Jerusalemer "Yesch" neben dem Zentralen Busbahnhof. Das Resultat war, dass ich kaum etwas kaufte, denn die Produkte waren mehr als überteuert. Der Besitzer "Supersal" läßt da nur schön grüssen. Was bleibt in Jerusalem also anders übrig als der Machane Yehudah Markt oder "Shefa" ?

In Tel Aviv ist der stets geöffnete AM:PM in relig. Kreisen zwar umstritten, aber zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass ausgerechnet der Luxus - AM:PM immer noch billiger ist als andere Lebensmittelgeschäfte. Der "Supersal" übertrifft AM:PM preismässig bei weitem.

Wohin soll man also noch einkaufen gehen ?

Jerusalem:
Auf den Machane Yehudah Markt. Aber zuerst herumstöbern und schon mal Preise vergleichen gehen. Nahe der Yaffo sind die Stände allgemein billiger als jene der Agrippas zugewandt.

Tel Aviv:
Der Carmel - Markt. Aber auch dort nicht gleich drauflos kaufen, sondern Preise auskundschaften und sich vor allem in die kleinen Seitengassen des Marktes bemühen. Allgemein sind die Waren im unteren Teil des Carmel wesentlich billiger als alles, was sich um die Allenby bewegt.

Mittwoch, 19. November 2008

Schweinekopf auf dem Judenfriedhof



B"H

Am letzten Wochenende gab es in (Ost) Deutschland wieder einmal zwei weitere Schändungen jüdischer Friedhöfe. Dieses Mal hatten sich die Täter, anscheinend Neonazis etwas ganz "Besonderes" einfallen lassen: Ein blutverschmierter Schweinekopf wurde auf dem Davidstern des Friedhofes deponiert.

Von Januar - September dieses Jahres hat man allein in Deutschland 800 antisemitische Taten verzeichnet.

Eine Überraschung ?

Die israelische Tageszeitung "Yediot Acharonot" nimmt in ihrer heutigen Ausgabe das Thema "Schweinekopf" ganz groß auf. Und das gleich auf Seite 2 - 3. Beschrieben wird, wie die weltweite fatale Wirtschaftslage den Antisemitismus wieder neu zum Leben erweckt hat.

Und das, wo es doch schon viele Jahre aus so mancherlei deutschen Landen verlautet, dass man doch endlich einmal den Holocaust Holocaust sein lasse. Soll Deutschland ewig im Bußgewand herumlaufen und an Israel Gelder zahlen ? Und was haben wir, die junge Generation mit all dem zu tun ?
Wie wir sehen, recht viel.

Neulich stellte ein israel. Journalist die Frage, ob sich Kanzlerin Merkel ihren, mehr oder weniger, pro - israelischen Kurs weiterfahren kann, wenn doch ihr eigenes Volk ausgesprochen israelfeindlich eingestellt ist. Wie lange könne Merkel da gegen den Strom schwimmen ?

Ob sie tatsächlich so gegen den Strom schwimmt, sei einmal nebenbei dahingestellt, denn immerhin verkauft sie munter Waffen an den Iran.

Dennoch, liegt gerade der deutsche Antisemitismus aufgrund der wirtschaftlichen Krise vor oder geht es da um etwas ganz anderes ?
Seit dem Fall der Mauer traut man sich wieder mehr und hält nicht mehr hinter dem Berg. Ob rechts oder links, Antisemitismus, oft in Camouflage des anti - Israelismus, ist gesellschaftsfähig. Man weise nur nebenbei auf die furchtbar brutale israelische Armee hin und das da die armen Palis so leiden. So beginnt es und nicht nur die Bevölkerung trägt daran die Schuld.

Sei wievielen Jahren missinformieren "DER SPIEGEL", "Tagesschau" und was weiß ich wer noch alles die eigene Bevölkerung ? Man schaue sich nur die realitätsfremden Nachrichten an und jedem, der in Israel lebt, dreht sich hier teilweise der Magen um. Nur den Palis natürlich nicht, denn ihre eigene Propagandamaschinerie trägt bessere Früchte als die des jüdischen Staates.

Und die Deutschen ? Holocaust abgehakt, oder was ?
Die Mehrheit hat sicherlich keine Lust mehr auf das Thema. Heute ist anderes aktuell und da will man nichts hören von der eigenen historischen Barbarei. "Heute sind wir anders und besser !"
Tatsächlich ?

Viele Menschen schon, doch gibt es stets eine unbekannte Grauzone von jenen, die sich nicht gerade outen. Und was ist mit den Linken und sogar einem der israel. rechten Politik feindlich gesinnten Daniel Cohn - Bendit, der sich selber nur allzu gern als Jude rechtfertigt (halachisch jedoch keiner ist).

Presse, Linke, Rechte, immer noch unbewältigte Vergangenheit ... dies scheinen mir eher die Gruende für den stets presenten Antisemitismus zu sein.

Aber nicht nur Deutsche Neonazis machen sich frei ans Werk; immer wieder gibt es Angreife auch aus den radikalen moslemischen Reihen, die sich mehrheitlich ebenso im Aufwind sehen und Stärke beweisen wollen.

Lösungen ?
Insbesondere Juden sollten entscheiden, wo sie leben wollen. Wenn mir jemand sagt, er lebe lieber in Deutschland, fürchte sich jedoch, dann zeige ich dafür kein Verständnis. Immerhin haben Juden heute ihren eigenen Staat.

Nichtjuden hingegen sollten sich eingehender informieren und den Mut aufbringen, rigoros gegen den islamischen sowie den nazistischen Terror vorzugehen.

Links:

Ynet (in Englisch)

Haredi Forum (in Hebraeisch)

Internationales Jüdisches Filmfestival in Düsseldorf



B"H

Liebe Freunde und Kollegen,
es ist wieder soweit. Zum 4. Mal findet in Düsseldorf vom 29.11. bis zum 4.12. das Internationale Jüdische Filmfestival statt. Auch dieses Jahr sind neue Filme zu sehen, die zum ersten Mal im deutschen Verleih laufen. Gäste aus Frankreich, England, Marokko und Deutschland kommen zu Publikumsgesprächen.
Die Neue Website: www.j-fd.de

Erika Rubinstein

Dienstag, 18. November 2008

Wie verhalte ich mich in einer Synagoge ?

B"H

Vor geraumer Zeit schrieb ich schon einmal zu dem Thema, doch wird es gerade in Jerusalem immer akuter. Zumindest dem Anschein nach. Spezifisch auf Jerusalem bezogen betrifft das meist christliche Interesse an einem Synagogengang die Hauptsynagoge in der Keren HaYesod (gegenueber dem SHERATON) sowie die Carlebach Synagoge "Kol Rina" im Stadtteil Nachlaot.
Die Hauptsynagoge gilt schon längst als Touristenort, an dem man halt mal so reinschaut und dann wieder geht. Schwerer dagegen tun sich christliche Touristen in anderen Synagogen, in denen sie nicht unbedingt willkommen sind. Dies geschieht aus vielerlei Gründen.
Zuerst einmal besteht natürlich der Verdacht der Judenmission. Zu recht ! Weiterhin machten wir die Erfahrung, dass wenn an einem Schabbat einem Nichtjuden der Eintritt gewährt worden war, er in der kommenden Woche seine Freunde mitbrachte. So sprach sich das rum und dann musste man die Leute erst einmal wieder loswerden.

Insgesamt jedoch ist eine Synagoge der Ort zum jüdischen Gebet und manchmal sind die Plätze begrenzt und hat aus dem Grund nur für Juden reserviert. Darüber hinaus wollen wir nicht permanent angeglotzt werden wie im Museum. "Ah, ja, das ist also wie die Juden beten. Na, dann ... Komisch schaut das ja alles schon aus mit den Riten und so ..."

Der Sprüche gehen einem mehr als nur auf den Wecker. Es hat nichts damit zu tun, keine Fremden haben oder Fragen nicht beantworten zu wollen. Aber stets kommen die gleichen Sprüche und die häufig angesagte Ignoranz lässt in einem das Grauen aufkommen. Da verliert man schnell die Lust und geht lieber an die Decke.

In deutsch - jüd. Foren sehe ich immer wieder die Anfrage, wie man denn als Nichtjude einmal an einem Synagogeng - ttesdienst teilnehmen kann. Manche Gemeinde haben da ihre eigenen Spielregeln entwickelt und verlangen Anmeldungen und dergleichen. Dies geschieht, meines Erachtens nach, ebenfalls zu recht, denn ich selbst erlebte es, dass plötzlich mehr Christen als Juden in der Synagoge waren und die dann auch sofort meinten, sie seien der Herr im Haus. Also limitiert werden sollten die Besuche schon. Eben aufgrund jener schlechten Erfahrungen. Wobei nicht alle Besucher ueber einen Kamm geschert werden sollen, aber es bleiben halt gerade immer die negativen Erfahrungen in Erinnerung.

Wie also verhalte ich mich als Nichtjude in einer Synagoge ?

In Israel sicher manchmal anders als in Deutschland und bei den Haredim (Ultra - Orthod.) anders als bei den Carlebach - Hippies. Um das einmal etwas salopp auszudrücken.

In Deutschland sollte man sich also schon vorher bei der jeweiligen Gemeinde erkundigen, ob man kommen darf. Und vor allem nicht vergessen, nach den jeweiligen Gebetszeiten zu fragen.

Ein Mann / Junge sollte eine Kopfbedeckung tragen. Wer keine Kipa hat, der setzte sich halt eine Mütze / Hut auf. Eine Frau sollte, wenn orthod., in einem langen Rock erscheinen, welcher zumindest die Knie bedeckt. Die Ärmel sollten bis zum Ellbogen reichen.

Auf christliche Anhängsel wie Kreuze und dergleichen sollte man verzichten. Auch ziert es sich nicht, am Schabbat mit der Kamera daherzukommen und um sich zu knipsen. Das Mitbringen des Neuen Testamentes sowie christl. Gebetbüchern sollte ebenso vermieden werden.

Man gehe einfach ganz normal los. Ohne grossen Aufhebens und weinerliches Holocaust ("Ich fühle mich ja so schuldig") Getue.
Nach dem Eintreten in den Synagogenraum sollte man sich vielleicht erkundigen, wo man sitzen darf. Ob etwas reserviert ist oder Leute ihre festen Plätze beanspruchen. In manchen Synagogen ist dies der Fall.

In Reformgemeinden kenne ich mich nicht aus, aber bei uns Orthodoxen dauert der Service an sich recht lange. ca. drei Stunden. In manchen chassidischen Gemeinden kann der Service auch viel länger dauern.

Geht also davon aus, dass Ihr in einer orthod. Gemeinde mind. drei Stunden lang kein einziges Wort versteht, denn der Service findet in hebräischer Sprache statt. Nicht so schlimm, denn die meisten deutschen Juden haben oft auch kaum eine Ahnung, was da jetzt genau abgeht. Ihr seid also nicht allein.

In den Synagogen liegen Gebetbücher (Sidurim) aus. Teils auf Hebrae. + Deutsch. In Deutschland wird allgemein langsamer gebetet als dies in Israel der Fall ist. Lasst Euch auf alle Fälle nicht von der Länge und Fülle der Gebete abschrecken.
Ihr müsst jetzt nicht krampfhaft dasitzen und auf grosses "Verstehen" machen. Auch wird nicht verlangt, dass Ihr aufsteht bzw. Euch hinsetzt, wann es gerade verlangt wird. Schaut halt, ob die anderen gerade aufstehen, aber seid nicht verlegen, wenn Ihr mal nicht so schnell bei der Sache seit bzw. etwas falsch macht.

Abgesehen vom anständigen Anziehen, setzt Euch hin und schaut es Euch an. Verstehen ? Eher nicht, denn wie gesagt, alles findet auf Hebräisch statt.

Haltet Euch hinterher mit aufdringlichen Fragen a la "Warum erkennen die Juden J. nicht als Meschiach an ?" zurück.
Überhaupt solltet Ihr jetzt nicht fragend losstürmen, denn eines solltet Ihr immer bedenken:

Juden kommen zum Gebet und wollen sich darauf konzentrieren. Auch hinterher bei gewissen Ritualen wie dem Kiddusch (Segnung des Weines). Und gerade am Schabbat steht uns nicht immer der Sinn nach dem Beantworten Tausender Fragen. Das stoert ganz einfach die Schabbatatmosphäre, ohne dass Ihr das beleidigend aufnehmen solltet.

Aber Juden wissen nicht, wer da so kommt und was für Ziele beabsichtigt werden. Ein guter Rat ist immer: Haltet Euch zurück und werdet nicht aufdringlich. Vielleicht ist es eh ratsam, sich vorher schon etwas ueber den jüdischen Ritus zu informieren. Allerdings ist es kein Grund zu verzweifeln, wenn man nicht mitkommt und halt nur so dasitzt.


Links:

Verhaltensregeln beim Gebet

Die Geschichte des Gebetbuches (Sidur)

Wieder in Gaza

B"H

Die israelische Armee operiert seit heute früh wieder in Gaza um Bomben entlang des Sicherheitszauens auszuheben.
Innerhalb der vergangenen zwei Wochen schoß die Hamas weit über 100 Kassam Raketen auf israelisches Gebiet ab. Betroffen war auch einmal wieder die Stadt Aschkelon. Und gerade in Aschkelon zeigt man sich nicht begeistert von der Ankündigung, die Hamas werde über kurz oder lang auch Raketen mit längerer Reichweite einsetzen.

Waffenstillstand ?

Welcher Waffenstillstand ?

Israelische Wahlzettel

B"H

Wie wird in Israel gewählt ?

Als ich das erste Mal zu den Knessetwahlen ging, zeigte ich meinen Te'udat Zehut (Personalausweis), mein Name wurde aus einer Wahlliste herausgesucht und markiert und als fast immer treuer Wähler in Deutschland wartete ich nun auch in Israel auf meinen Briefumschlag sowohl als auch einen ellenlanges Papier, auf dem sämtliche Parteien verzeichnet sind.
Wie das halt in Deutschland so der Fall ist. Man nimmt die Liste und den Umschlag, geht in die Wahlkabine und macht sein Kreuzchen.

Auch in Israel wird in Schulen und Kindergärten gewählt. Auch hier bekommt man einen Umschlag, geht in die Wahlkabine und stopft hinterher alles in eine Wahlurne. Nur die lange Liste und das Kreuzchen fehlen. Dabei hätte ich doch gerade das so gerne gemacht.

Das Einzige, was man bekommt, ist ein Umschlag und dann gehts in die Wahlkabine, in welcher eine Box mit kleinen Zettelchen ausliegt. Man nehme den Zettel mit seiner Partei, stecke ihn in den Umschlag und danach in die Wahlurne (Kalpi).



Zettelbox in der Wahlkabine. (Diese Stimmzettel waren allerdings für die Jerusalemer Bürgermeisterwahl bestimmt und nicht für die Knessetwahlen).


Im Februar sind wieder Knessetwahlen und diesmal werde ich routinierter an die Zettelchen herangehen.

Doch welchen Zettel mit welcher Partei soll man überhaupt noch in den Umschlag stecken ??????

Maccabi Netanya zurechtgewiesen

B"H

Der Lothar Matthäus Club "Maccabi Netanya" bekam gestern abend einen Denkzettel von Gegner "Beitar Yerushalaim".

Obwohl Netanya in der ersten Hälfte mit 1:0 in Führung gegangen war, glich Beitar in der zweiten Hälfte aus und schoß auch noch den Siegtreffer.

Ergebnis:

Beitar Yerushalaim : Maccabi Netanya 2:1

Montag, 17. November 2008

Explosion in Tel Aviv

B"H

In der Namir Road (Derech Namir) in Tel Aviv explodierte heute morgen eine Autobombe neben einem Bus. Dabei kam eine Person ums Leben und mehrere weitere wurden verletzt.

Nein, nein, nicht die Palästinenser !

Immer wieder wird vor allem die Küstengegend (Gush Dan) von konkurrierenden Mafia - Gruppen heimgesucht, die sich gegenseitig in die Luft sprengen. Nichts Neues in Tel Aviv, Lod oder in der näheren Umgebung.

Auch dieser Anschlag soll einmal wieder mehr auf das Konto der israel. Mafia gehen. Die Polizei steht bei jenen Attentaten immer etwas machtlos da, denn zuviele Jahre vernachlässigte man die eigene Kriminalität zugunsten des paläst. Terrors. Und nun erfolgen ständig die bösen Überraschungen.

Link:

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3624173,00.html



Derech Namir und Umgebung

Die "Derech Namir" ist eine der meistbefahrensten Straßen Tel Avivs und kreuzt sich im Verlauf mit der Shaul HaMelech - Richtung Ibn Gavirol. Ebenso grenzt an Derech Namir der Busbahnhof bzw. die Zugstation Arlozoroff.

Die Abkommen des Nir Barkat

B"H

Aus dem "SPIEGEL" sowie anderweitiger deutscher Presse entnahm ich nach den Kommunalwahlen in Jerusalem ein Hoch auf die Jerusalemer, die da dem Haredi Me'ir Porush anscheinend den Gar ausmachten und mit Nir Barkat einen säkuleren Bürgermeister wählten.

Jerusalem wolle mehrheitlich säkuler bleiben und die Einwohnerschaft haben ein deutliches Zeichen gesetzt !!!

Wer soetwas behauptet, der hat, mit Verlaub, keine Ahnung von den kleinen Schieberein zur Wahl des Bürgermeisters. Und Tausende Male erklärte ich bereits, dass wer die haredische Welt nicht eingehend kennt, von Urteilen Abstand nehmen soll.

Wer sich mit all den Themen wie Jerusalemer Kommunalwahl sowie den Hintergründen näher befasste, der wird festgestellt haben, dass der Haredi Me'ir Porush von vielen seiner eigenen Mit - Haredim abgelehnt worden war. Hierzu gibt es viele interne Dispute innerhalb der haredischen Gesellschaft, durch welche so manch ein Haredi selber nicht mehr durchsteigt. Am Ende jedoch wählten die Belzer Chassidim sowie andere Porush doch noch.

Nur einer blieb weg und das waren die Chassidim von Gur (Jiddisch: Ger). Gur ist die grösste chassidische Gruppe in Israel mit 10.000 Mitgliedern. Mehr oder weniger erklärte ich GUR schon einmal, obwohl die Angaben längst nicht der Vollständigkeit entsprechen.

Der Gerrer Rebbe, Rabbi Yaakov Aryeh Alter, schloss mit dem säkuleren Nir Barkat einen Pakt. Gur stimme für Barkat.
Klar, dass die Stimmen nicht einfach nur so wegen eines Zwists mit Porush abgegeben worden waren.

Der säkulere Barkat steht nach seiner Wahl zum Bürgermeister unter Zugzwang. Mit Gur ist nicht zu spassen und ohne sie hätte er die Wahl niemals gewonnen.

Und schwupps erscheint die erste Froderung von Gur:
"Das Bauamt gehört und und wir werden den Referenten stellen !"

Na, dann mal alles Gute an Nir Barkat und seine Abhängigkeiten, die ganz und gar nicht mehr so säkuler sein werden.


Weitere Links zur Chassidut Gur:

http://chassidicstories.blogspot.com/search/label/Chassidut%20Gur


Machtspiele: Der Gerrer Rebbe und seine Chassidim

Sonntag, 16. November 2008

Israelischer Pop

B"H



Pop Mix



Zahava Ben und die Ethnix

Tel Aviver & Siedler RAUS !!!

B"H

In Jerusalem bekam ich es nur zu oft mit:
Die in Tel Aviv sind materialistisch und sowas von säkuler, das glaubt man ja nicht. Keiner tut sich doch da für jüdische Identität, Jerusalem, die Stadt unserer Vorväter, Hebron, sowie für die Besiedlung unseres Landes interessieren. Da hocken die in Tel Aviv und Umgebung, verdienen ein Schweinegeld und wollen so sein, wie alle auf der Welt auch.

In Tel Aviv dagegen hört man ganz anderes:
Die ganzen Haredim in Jerusalem und das Siedlerpack. Die haben sie doch nicht alle. Okay, Religion und so ist schon was Gutes, aber so wie die das da praktizieren. Ist ja nicht zu fassen. Radikal und fundamental. Und wie die nationalrelig. Siedler rumlaufen. Wie olle Hippies mit Peyot (Schläfenlocken).

Wie die gegenseitigen Urteil / Vorurteile auch immer ausschauen mögen, eines ist mir in Tel Aviv sehr klar geworden. Es ist nicht so, dass die Leute an der Küste die Siedlungen oder alles Traditionell - Religiöse ablehnen. Tatsache ist, dass jemand in einer Stadt wie gerade Tel Aviv das Leben in relig. Siedlungen oder überhaupt ein Leben in Jerusalem (verbunden mit den dortigen lokalen Problemen) nicht kennt. Ignoranz spielt dabei keine Rolle, sondern flächenmässig bestehen in Tel Aviv andere Probleme und Lebensinhalte als in Jerusalem, Kiryat Arba, Hebron, etc. Deswegen braucht man sich nicht gegenseitig abzulehnen, was leider zu oft der Fall ist.

Eine Lösung, wenn auch etwas zu futoristisch, wäre vielleicht, einen Jerusalemer (oder Umgebung) einmal für eine gewisse Zeit an die Küste zu verpflanzen und einen Tel Aviver eine Woche oder so nach Hebron oder in eine Siedlung entsenden. Momentan jedoch kann sich der eine die Lebensumstände des anderen nicht oder kaum vorstellen und so wird es wohl vorerst weitergehen mit den Mißverständnissen.



Pioniergeist pur ?
Neu entstehende israel. Siedlung in der Peripherie.





High Tech versus Tradition / Tel Aviv

Amerikanische Arroganz / Ignoranz

B"H

Über die amerikanische Arroganz:
Aliyah nach Israel machen, aber kein Interesse daran zeigen, ausreichend die Landessprache Hebräisch zu lernen.

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Diesen Artikel setzte ich in meinen englischen Blog und die amerikanischen Gemüter überschlugen sich fast. Dann bekam ich auch noch ein neues Argument zu hören, welches ich bisher noch nicht kannte:
"Wir Amerikaner geben soviel Geld an Israel, da soll Israel sich gefälligst zu unseren Gunsten verändern oder uns zumindest genügend Respekt zollen".

Aber, wie ich immer wieder betone, Israel ist nicht Amerika. Genauso wenig wie Israel Europa oder sonst irgendetwas ist. Israel ist ein Land mit einer eigenen Religion, dem Jüdischen Volk, einer eigenen Tradition und Kultur. Und eben einer eigenen Landessprache, welche viele Neueinwanderer entweder nicht lernen wollen oder, aus welchen Gründen auch immer, sich schwer tun damit.

Wer jedoch des Hebräischen als Staatsbürger nicht mächtig ist, wird niemals Teil der israelischen Gesellschaft sein. Gerade deshalb ist es so wichtig, die Sprache zu lernen; auch um akzeptiert zu werden.




Nun, wer Jiddisch spricht, Haredi (Ultra - Orthod.) sein sollte und sich eben vorwiegend in dieser Gesellschaft bewegt, kommt auch mit etwas Englisch weiter.

In Mea Shearim lernte ich vor einigen Monaten eine ältere Schweizerin kennen, die seit 50 oder 60 Jahren im ultra - orthod. Mea Shearim lebt, und immer noch kein Hebräisch kann.
Macht nichts, denn in dem Stadtteil ist Jiddisch gefragt und sie kommt mit den Menschen sprachlich dort besser zurecht als ich.

Maccabi Haifa wieder Tabellenführer

B"H

Gestern abend spielte der derzeitige Erstligist der israelischen Fußballliga (Ligat HaAl) Maccabi Haifa gegen Kiryat Shemona. Das Spiel endete 1:1 unentschieden, aber dennoch katapultierte sich Haifa wieder auf den ersten Platz der Liga und verdrängte Netanya auf Platz 2. Maccabi Netanya spielt erst am morgigen Abend.

Morgen, Montag, um 20.50 Uhr (israel. Zeit) wird das Spitzenspiel der Liga "Beitar Yerushalaim : Maccabi Haifa" live im TV übertragen.

Bei Maccabi Netanya handelt es sich um jenen Club, der von Lothat Matthäus trainiert wird.

Samstag, 15. November 2008

Die Dummheit dieser Welt

B"H

Ignorant, dumm, verblendet oder alles zusammen ?
Was genau ist diese Welt ?

Da verlautet es aus israelischen "Hasbara - Aufklärungskreisen" dass man allein schon bei jungen Deutschen auf permanente Ignoranz stößt. Ständig werde von deutscher Seite sofort drauflosgedroschen, dass uns, den Israelis oder Juden, Israel gar nicht gehöre, sondern den Palästinensern.

Wer soetwas behauptet, der solle sein Wissen nicht aus der "Tagesschau" beziehen, sondern sich eingehend informieren. Vor allem historisch. Wer dies tut und nicht nur auf Berieselung vertraut, der bekommt ein völlig anderes Bild von der Situation. Aber manchmal scheint es tatsächlich so zu sein als ob gerade die Deutschen aufgrund ihrer Kriegserfahrungen und Schuld dermaßen fatal auf Frieden machen, dass sie für gewisse Kriegs - oder Terrorsituationen vollkommen den Überblick verlieren. Alles muss nach ihrer Friedensnase gehen und wehe dem nicht …

In den Wochenendausgabe der Tageszeitung MAARIV gab Daniel Cohn - Bendit von den Grünen ein ebenso futoristisches Friedensinterview zum Nahen Osten. Das man für derlei Meinungen, von Leuten, welche die hiesige Situation nur aus dem Internet kennen, überhaupt Papier verschwendet? Weiterhin behauptete Cohn - Bendit Jude zu sein.
Soviel mir bekannt ist, war nur sein Vater Jude oder irre ich mich da ? Falls also nur sein Vater Jude war, ist Cohn - Bendit also kein Jude. Kein Halber und gewiß kein Ganzer, denn halbe Sachen gibt es im Judentum nicht.

Apartheid !!!
Damit betiteln uns viele Teile der Weltbevölkerung.
Einfach absurd. Da schießt die Terroristen - Hamas seit Tagen wieder Kassam - Raketen auf israelisches Gebiet, Israel wehrt sich und schon werden wir automatisch zum Apartheitsstaat.

Dies ist nun die neueste Attacke gegen Israel:

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3623216,00.html

Vielleicht wäre ein Hamas - oder Bin Laden - Orchester erwünschter. Dazu ein netter Kassam - Beschuß, damit die Vorstellung auch noch ihre richtige Würze bekommt.

Goethe-Institut unterstützt Gewalt-Rapper

B"H

Die Site der "Political Incorrectness" berichtet Erstaunliches. Und das, obwohl sich ausgerechnet die beiden Goethe - Institute in Jerusalem und Tel Aviv so israelfreundlich geben wollen. Das dem jedoch nicht immer so ist, beweist schon allein die überaus hohe Teilnahme von Palästinensern an den angebotenen Deutschkursen.

Wenn ich als Israeli Deutsch lernen wollen würde, denn täte ich mich nicht gerade ans Goethe - Institut wenden, wo ich mit einer palästinensischen Mehrheit die Schulbank im Abendkurs drücke.

http://www.pi-news.net/2008/11/goethe-institut-unterstuetzt-gewalt-rapper/

Und jetzt auch noch das ...

Freitag, 14. November 2008

Schabbat Schalom

B"H

Eine Menge wäre zu berichten, doch bleibt mir einfach keine Zeit mehr. Da ich meine ursprünglichen Schabbatpläne etwas über den Haufen geworfen habe und mich spontan entschloß, den chassidischen Tisch des gerade in Bnei Brak weilenden Satmarer Rebben Aharon Teitelbaum zu besuchen, habe ich vorher noch so einiges zu tun.

Immerhin ist das Wetter perfekt und es läßt sich abends gut nach Bnei Brak laufen und später auch wieder zurück. Da ich einigermaßen religiös bin und daher keine Busse am Schabbat benutze, bin ich gezwungen meine Füsse zu benutzen. In Tel Aviv jedoch fahren eh keine Busse am Schabbat, wie in Haifa. Dafür fahren die Sammeltaxen (Sherut), was aber auch nicht in Frage kommt.

Ich wünsche allen Lesern ein tolles Wochenende und Schabbat Schalom !

Donnerstag, 13. November 2008

Jerusalem im Dreck

B"H

Wo man in vielen Stadtteilen Jerusalems auch hinschaut, eines sticht fast immer ins Auge: Der herumliegende Müll.
Gestern Mittag ging ich in den Supermarkt "Yesh" am Zentralen Busbahnhof und was sah ich nebendran liegen ? Einen riesen Müllberg links hinter einer häßlichen Betonabsperrung.

Egal, ob man am Schabbat oder wochentags durch Jerusalem spaziert, vielerorts befindet sich einfach stinkender Müll, dem die Stadt nicht Herr zu werden scheint. Allabendlich wird der Machane Yehudah Markt in der Innenstadt reingewaschen. Palästinensische Reiningungsarbeiter kommen dann mit dicken Wasserschläuchen angerollt und spritzen tonnenweise Wassermassen auf den Asphalt. Oft erfolglos, denn im Machane Yehudah wie auch anderswo sieht man schon einmal die ein oder andere Ratte umherlaufen. Dick, fett und überaus gut ernährt. Ferner herrscht in der Stadt ein Katzenplage. Irgendwie muß man ja der Ratten Herr werden, aber die Katzen vermehren sich unaufhörlich und wenn gar nichts mehr geht, schickt die Stadtverwaltung ihr Katzenentsorgungsteam los, um die Katzen ins Jenseits zu befördern.

Müll und Katzen verursachen vielerort einen ungemeinen Gestank. In Teilen Nachlaots ist es ganz besonders schlimm mit den Katzenviechern. Ich frage ich ständig, wieso die Bewohner nicht krank sind, bei all dem Müll.
Nichts gegen Jerusalem, aber man nehme sich ein Beispiel an Tel Aviv, wo aufgeräumt wird. Jaja, Tel Aviv hat halt mehr Geld und Jerusalem krebst mit den Finanzen hinterher. Das hat auch der frischgewählte neue Bürgermeister Nir Barkat erkannt und will nun in Jerusalem das große Reinemachen beginnen.

Allerdings kann er nicht in kurzer Zeit einen halben Slum zu einer Pariser Metropole aufpolieren. Barat vergeht sich in Wunschträumen, jährlich 10 Mio Besucher nach Jerusalem zu holen. Als "Neu - Tel Aviver" frage ich mich, was denn bloß all die Leute in Jerusalem tun sollen ? Ehrlich gesagt sind fehlende Attraktionen (außer der Religion) sowie die popelige Kleinstadtmentalität nicht gerade ein Ansporn für die Besucherschaft. Aber zuerst einmal muß der Müll weg und damit die Ratten und im Sommer auch die fetten Kakerlaken.



Ein bekanntes Bild in Jerusalem - Abfall.

Mittwoch, 12. November 2008

Der Kampf ist entschieden

B"H

Wenn ich sage, dass der Kampf entschieden ist, dann meine ich damit nicht Abu Mazen, der auf einer Gedenkfeier zum Todestage Arafats einmal wieder mehr von sich gab, dass auch er in Zukunft weiterhin auf die Djahidim (Selbstmordattentäter) baue, denn nur so könne Israel in die Knie gezwungen werden.

Anscheinend geht es Abu Mazen einmal wieder mehr darum, vor seinem eigenen Volk Stärke zu simulieren, denn die Hamas holt auf. Und um die Gewaltbereitschaft einiger Palästinenser zu befriedigen, sie aber dennoch von der Hamas fern halten will, droht Abu Mazen gleichzeitig Israel.

Und mit so einem Mann treten wir in Verhandlungen …

All diese Gründe sind jedoch keine Entschuldigung für das Verhalten des Fatah - Vorsitzenden und keineswegs ist er positiver für Israel als die Hamas. Die Hamas - Gegner jedoch wollten erst gar kein Risiko eingehen und setzten die Gedenkfeierlichkeiten für Arafat erst gar nicht an. Yassir wurde ignoriert in Gaza.

Die Kämpfe mit den Palis gehen also weiter, aber dafür fanden gestern in 159 Kommunen Israel Wahlen statt. Und hier ist schon alles entschieden.

Vielleicht erst zur Überraschung:
Ron Chulda'i ist neuer / alter Bürgermeister von Tel Aviv - Yaffo.
Der linke Chulda'i wurde permanent beschuldigt, nur noch dem Kapital zu dienen und die kleinen Leute in der Küstenstadt zu ruinieren. Ständig steigende Mieten und Lebenshaltungskosten; besonders junge Tel Aviver sind dazu verdammt, in einer 1- Zimmer - Bruchbude zu hausen und dabei eine horrende Miete zu bezahlen. Selbst der Schimmel an den Wänden kostet heute schon 400 oder mehr Dollar (für ein kleines Zimmerchen). Und wer zum überteuren AM:PM rennt, um seine Lebensmittel einzukaufen, der kommt immer noch billiger dabei weg als sich beim sich selbst als "günstig" titulierenden MEGA in der Ibn Gavirol zu bedienen. Eine soziale Schande sei das alles und Chulda'i, der Knecht der Investmenthaie, müsse schleunigst weg.

Sein Gegner Dov Chenin, auch mehr als links eingestellt, aber auf Sozialritter machend, sollte Chulda'i das Fürchten lernen, was ihm auch gelang. Tel Aviv - Yaffo solle endlich wieder zu sich selbst finden. Soziale Gerechtigkeit, neue Kindergärten und überhaupt alles sozial. Penner Aharon, seit acht Jahren auf einer Matratze zum Eingang der Sheinkin Street hausend, vermittelte da einen ganz anderen Eindruck. Der Tel Aviver Wochenzeitung "Ha'Ir" gab Aharon nach der "milden" Gabe von 20 Shekeln (ca. 4 Euro) + einem Schwarma (Döner) für 23 Shekel sogar ein Interview.

Kann man eigentlich die kleinen Erpressungen eines Obdachlosen von der Steuer absetzen ?

Nach dem Schwarma sagte Aharon, dass er keinem der Kandidaten traue und überhaupt sei ihm ja alles egal. Von seiner Matratze will ihn eh keiner runterholen.

Ron Chulda'i bekam es tatsächlich mit der Angst zu tun, dass es wegen Chenin zu einer Stichwahl kommen kann, denn Chenin zog vor allem die Jüngeren an. Nun ist es entschieden und Chulda'i hat wieder einmal gewonnen und bleibt Bürgermeister. Kein Wunder, denn die Wahlbeteiligung lag unter 20 %.

In Jerusalem gewann der säkulere Nir Barkat den Bürgermeisterstuhl. Sein haredischer Konkurrent Me'ir Porush verlor die Wahl um 9 % und dazu noch wegen interner Querelen. Hätte, ja hätte die Chassidut Gur nur für Porush gestimmt … Aber nein, der Gerrer Rebbe liess aus Rache gegen Porush seine Chassidim für Barkat stimmen. Wer sagt, die haredische Welt sei da noch in Ordnung ?

Wäre der Haredi Porush für Jerusalem so schlecht gewesen ?
Leider haben zuviele Säkulere panische Angst vor vielen Religiösen. Dabei hatten wir in den letzten vier Jahren den haredischen Bürgermeister Uri Lupolianski über uns und trieb der etwa alle in die Synagogen oder schloß Pubs am Schabbat ? Porush wäre nicht viel anders gewesen und Jerusalem hätte zumindest eine gewisse jüdische Identität behalten, was gerade in unserer Stadt sehr wichtig ist.

Aber wer jammert da für die deutsche Presse, dass die Haredim alle so schlimm seien und sich hier ausbreiten wie wer weiß was ?
Gerade jene nichtjüdischen Korrespondenten, die eh keine Ahnung von der haredischen Gesellschaft haben oder halt jene, die mit einem Juden verheiratet sind und aufgrund ihrer eigenen nichtjüdischen Identität eine Abneigung gegen alles jüdisch Religiöse verspüren. Solche Leute berichten flappsig daher und haben in ihrem Leben noch keinen Schabbat in Mea Shearim verbracht. Aber wissen tun sie natürlich alles; auch, dass die Ultra - Orthodoxen da total mies sind.

Ob Nir Barkat oder Me'ir Porush ? Barkat gehört Zipi Livnis Kadima - Partei an und wenn Zipi Jerusalem teilen will, dann wird Barkat bei Fuß stehen. Mit Porush wäre es weniger einfach gewesen. Aber warten wir einmal ab, wer die Knessetwahlen im Februar gewinnt.

Genau das sagten sich gestern auch die Wahlberechtigten, die sowohl in Tel Aviv als auch in Jerusalem weitgehend den Wahlurnen fernblieben.

Dienstag, 11. November 2008

Kommunalwahlen in Israel - Teil 2

B"H

Offenbar gewann der säkulere Kadima - Kandidat Nir Barkat die Jerusalemer Bürgermeisterwahlen.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3621486,00.html

Was wurde eigentlich aus ... ?


Illegaler Afrikaner in Tel Aviv


B"H

Und was wurde eigentlich aus den vielen Hunderten von Darfur - bzw. Eritrea - Flüchtlingen, die seit Monaten schwarz über die israelische Grenze aus Ägypten kamen und noch versuchen zu kommen ? Fast alle von ihnen hielten den "Illegal - Status" und erst einmal in Tel Aviv angekommen, hausten sie monatelang im Levinsky Park, gegenüber des Zentralen Busbahnhofes.

Was wurde aus ihnen und wo befinden sie sich jetzt ? Immer noch im Levinsky Park, abgeschoben nach Ägypten oder wo sonst ?

Gleich nach ihrer Ankunft wurde nur einer einzigen Stelle die Verantwortung für die sich in illegal in Israel aufhaltenden Flüchtlinge zugeschoben: dem Büro der UNO in der Ben Yehudah Street in Tel Aviv. Dort versammeln sich nach wie vor täglich mehrere Afrikaner, damit die UN ihren Aufenthalt in Israel legal regelt. Legalität als Asylant. Ein Asylant mit Rechten ?
Ja, denn im Gegensatz zu Deutschland durften die legalen Asylanten an den heute stattfindenden Kommunalwahlen in Tel Aviv teilnehmen. Eine rechtliche Tatsache, über welche die Afrikaner jedoch gar nicht aufgeklärt worden waren, bemängelt die Tel Aviver Wochenzeitung "Ha'Ir".

Viele von den Illegalen haben inzwischen einen legalen Status erhalten und einige Kommunen wie Tel Aviv und Lod wiesen ihnen mittlerweile Unterkünfte zu. In Tel Aviv sehe ich viele von ihnen per Fahrrad unterwegs. Israel ist teuer und viele von den Darfur - Leuten werden hart schuften, um ihren Lebensunterhalt einigermassen zu verdienen. Genau wie wir alle in diesem Land.

Seit letztem Freitag gibt es ein besonders positives Beispiel:
Zwei 17 - jährige Eritrea Flüchtlinge gewannen den Tel Aviver Marathon.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3619678,00.html

Erst vor sechs Monaten kamen John Pasahi und Taspaldat Dasta nach Israel und belegten bereits Platz Eins und Zwei bei einem Marathon. Über den Sudan und Ägypten flüchteten sie aus ihrem Heimatland nach Israel. Beide träumen nun davon, hierbleiben zu koennen, obwohl sie ihr Heimatland vermissen. Zurück jedoch wollen sie nicht mehr, sondern stattdessen in der israelischen Armee dienen. Noch mehr aber wünschen sie sich, Israel einmal bei den Olympischen Spielen zu vertreten.

Eine perfekte Eingliederung also ?
Wohl kaum, denn Israel ist ein tolerantes sowohl als auch rassistisches Land. Selbst nur wenige der äthiopischen Juden bringen es in der heutigen israel. Gesellschaft zu einer angesehenen Position. Die Mehrheit der älteren eingewanderten Äthiopier bleibt auf ihrem Analphabetentum sitzen. Die Jugend verkriecht sich häufig immer mehr in ein eigens Ghetto, aus dem die wenigstens zu entkommen wissen.

Und wo ist Israel da tolerant ?
In welchem anderen Land dürfen anerkannte Asylanten an Kommunalwahlen teilnehmen ?
Aber das ist nur eines von vielen positiven Argumenten.

Maccabi Netanya führt Tabelle an

B"H

Bezüglich meines Lothar Matthäus Berichtes vor wenigen Tagen:

Gestern abend schlug Lothars Club "Maccabi Netanya" den Erstligisten aus Haifa mit 3:2. Mit dem Sieg wurde "Maccabi Haifa" auf Platz 2 der Tabelle verwiesen, wo nun Netanya Platz 1 einnimmt.

In einem live im TV übertragenen Spiel, in dem Matthäus keine einzige Miene verzog, glänzte Netanya mit einer überragenden Leistung.

Montag, 10. November 2008

"No Hebrew - Kein Hebräisch !"

B"H

So manchen Touristen sehe ich mit einem hebräischen Wörterbuch herumlaufen. Nicht, dass jetzt alle Vokabeln auswendig gelernt werden und man die Händler oder Leute auf der Straße mit einem falsch übersetzten Satz oder einem ewigen Gestammele nerve. Vielmehr verzichten die Touristen dann lieber auf die ein oder andere neue Vokabel, wenn es denn darauf ankommt. Und im Ernstfall gibts halt lieber englische Hausmannskost. Wobei Israelis es eh vorziehen, Englisch zu sprechen, denn das ist für sie gleichzeitig ein Test ihrer eigenen Englischkenntnisse.

Ich weiß nicht, ob die hebräische Sprache unbedingt so romantisch klingt und in Bezug auf Romantik ziehe ich definitiv Französich vor. Aber wer Hebräisch nicht nur anhand eines Wörterbuches lernen will und einiges an Zeit und Geld hat, der kann sich in einem der städtischen Ulpanim (Sprachkurse) anmelden.
Früher gab es soetwas kostengünstig im Kibbutz, doch schon lange werden die Ulpanim der Kibbutzim von der Jewish Agency gesponsort und somit werden dann auch nur Neueinwanderer als Schüler zugelassen. Nicht wenige Kibbutzim machen mit den Neueinwanderern heute so ihr Geld.

Neben dem Sprachkurs sollte in der Freizeit nicht darauf verzichtet werden, die neue Sprache anzuwenden. Nur nicht davor zurückscheuen, denn Israelis sind diesbezüglich erfahren und relativ tolerant. Fehler sind erlaubt, denn das geht eh jedem so und nicht nur den Neuankömmlingen.


Eine Liste der Jewish Agency aller Ulpanim

http://www.jewishagency.org/JewishAgency/English/Aliyah/Learning+Hebrew/Tourists/List+of+Ulpanim.htm


Zusätzliche Ulpan - Infos:

http://www.moia.gov.il/Moia_en/StudyingHebrew/AdditionalTypes.htm

Mein Tip:
Stellt Preisvergleiche an bevor Ihr Euch irgendwo einschreibt !!!
Und nehmt ruhig an ein oder zwei Probeunterrichten teil, um nicht hinterher festzustellen, dass der Kurs Euch nicht zusagt.

Die "Rabin - Konspiration"

B"H

Bis heute halten sich hartnäckige Gerüchte, dass der ehemalige Premier am Abend des 4. November 1995 von seinem Mörder Yigal Amir nur angeschossen worden war und der israelische innere Geheimdienst SHABAK hinterher das Übrige tat.

Mag sein, dass sich derlei Gerüchteküche besonders in der rechten relig. Szene hält. Dennoch werden stetig die gleichen Fragen gestellt:

1. Lab tests showing the lack of gun powder on Amir's hands after the shooting.
2. Witnesses at the scene saying that they heard Rabin's body guards yelling 'blanks, blanks', or 'dummy bullets', - inferring that they may have been told before hand that there would be an exercise.
3. The report of the official investigative commission into the assassination says that the murder occurred some 20 minutes later than thousands of witnesses said it actually happened.
Bodyguards were not in place guarding the prime minister's back as is usually done, and the area where he was to walk to his car was not made sterile, this even though there was belief that the Prime Minister might be targeted for an assassination.
4. Doctors who treated Rabin stated that Rabin's vertebrae were shattered by one of the bullets, yet on the video of the assassination, Rabin turns his head to see where the shot came from and continues to step towards his car.


Weitere mehr als ausführliche Details sowie eine Umfrage der Bevölkerung gibt es hier:

http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/123871

Erstaunlich, dass laut besagter Umfrage der Zeitung MAARIV immerhin 28 % der Israelis der Meinung sind, dass Yigal Amir Rabin nicht umbrachte.

Kommunalwahlen in Israel

B"H

Ich kenne es mittlerweile aus Jerusalem und Tel Aviv, obwohl es andernorts auch nicht viel besser ausschaut. In vielen israelischen Kommunen finden morgen (Dienstag) Kommunalwahlen statt, aber hier ist es keineswegs immer so, wie es in Deutschland der Fall sein mag. Es wird nicht unbedingt für eine spezielle Partei gestimmt, sondern vielmehr kommt es auf die Persönlichkeit des jeweiligen Kandidaten an.

Wo man in Jerusalem oder Tel Aviv auch hingeht, fast überall stehen irgendwelche Teenies an den Straßenrändern, die jeden von uns mit Flugblättern nur so zumüllen.

Hier ein kleiner Einblick in das Jerusalemer Wahlchaos:

http://chassidicstories.blogspot.com/2008/11/porush-versus-barkat.html

Sonntag, 9. November 2008

Kleinkariert

B"H

Neulich hatte ich es in einem Kommentar zu einem anderen Thema schon einmal angesprochen:

"Der Zentralrat der Juden in Deutschland macht zu leicht aus einer Mücke einen Elefanten".

Was ist jetzt an der Aussage des Christian Wulff antisemitisch, falsch, unangebracht oder was auch immer ?

Ehrlich gesagt, verstehe ich die Aufregung des Zentralrates nicht. Was hat Wulff falsch gemacht ?
Nur, weil er das Wort "Pogrom" aus einem anderen Zusammenhang heraus benutzte, wird ein vollkommen unnötiges Geschrei fabriziert ?

Vielleicht fordert der Zentralrat uns Israelis demnächst ja auch auf, zurückzutreten. Die Siedler beschimpfen die Polizei als Nazis, israelische Jugendliche tun untereinander schon einmal das Gleiche loslassen und von der Knesset fange ich jetzt lieber erst gar nicht an.

Die Palis benutzen das Wort "Pogrom" tagtäglich und die Nazis sind wir, die sie in ein KZ schicken.

Christian Wulff wagte es, das Wort "Pogrom" zu benutzen. So, what ! Man kann es auch übertreiben mit der verletzten Eitelkeit und einer masslosen Kleinkariertheit.

Übrigens ist das "Kasperle - Theater" des Zentralrates in Israel keine einzige Zeile wert.
Das wäre auch noch schöner.

Lobenswert ist dahingegen das Verhalten der Fans von Werder Bremen. Besonders jetzt zum 70. Jahrestag der Reichskristallnacht. Vielleicht sollte man sich eher auf das Positive konzentrieren, anstatt jedem sofort alles nur erdenklich Negative zu unterstellen.

Samstag, 8. November 2008

Die Positionen sind neu verteilt


Kurz vor der heute abend stattfindenden Gedenkveranstaltung auf dem Kikar Rabin.
Photo: Ynet


B"H

Am 4. November jährte sich die Ermordung des einstigen Ministerpräsidenten Yitzchak Rabin zum 13. Mal.
Am Montag, dem Datum folglich des hebräischen Kalenders, findet eine familiäre Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof des Jerusalemer Herzl - Berges statt, auf dem Rabin beerdigt liegt.

Heute abend nun, am Mozzaei Schabbat (Schabbatausgang) des 8. November, fand die übliche Gedenkveranstaltung für die Masse statt. Ort: Der Kikar Rabin (Rabin Platz) vor dem Tel Aviver Rathaus.
Der Ort, an dem am 4. November 1995 eine große Friedensdemo lief, nach der Rabin vor der Hintertreppe des Rathauses von dem Jurastudenten Yigal Amir erschossen wurde.

Seither wiederholt sich jedesmal die Veranstaltung, nur dass es ums Rabingedenken geht.
Einem Bekannten aus Tel Aviv sagte ich, dass ich auf die Veranstaltung gehe. Nicht, dass ich mit all dem sich dort Abspielenden einverstanden bin. Aber immerhin bin ich neugierig und zweitens will ich darüber im Internet einiges berichten. Mein Bekannter meinte, dass nicht nur alle Teilnehmer fanatische Linke sein werden, die da die Friedenspfeife mit der Hamas rauchen wollen. "Du triffst da auf ganz unterschiedliche Leute", sagte er.
Also machte ich mich auf den Weg.

Fast sommerliches Wetter und der Platz war schon gefüllt (100.000 Besucher) als ich ankam. Kurze Sicherheitskontrollen in den Nebenstraßen und dann sah ich auch schon das, was ich eigentlich erwartet hatte. Hunderte Jugendliche in ihren blauen Uniformen. Die linke Jugendorganisation "Noar Lomed ve'Oved". Nebenbei gab es mit weißen T - Shirts und der Aufschrift "Shalom Achschaf - Peace Now", einen Politstand der linksextremen Meretz - Partei sowie einen weiteren Stand von "Chadash", der arabischen Knessetpartei zu begutachten. Na, wer sagts denn ? Keine Linken, oder was ?

"Peace Now" scheint mit dem Friedensschiff einmal nicht in Gaza angelegt zu haben, sondern man trudelte auf dem Rabin Platz ein. Beim Passieren des arabischen Politstandes überhörte ich das Wort "Kivusch - Besetzung". Die israelische Armee besetzt also und die armen Palis müssen so leiden. Es gibt Momente, in denen man sich Jerualem zurückwünscht und nicht das linke Einheitsgesülze. Meretz - oder arab. Politstände ?
Na, da täten in Jerusalem schnell die Fetzen fliegen.
Nicht wegen irgendwelcher Religiösen, sondern wegen vieler traditioneller Leute. Jerusalem - eine Stadt, in der fast jeder einmal Zeuge eines Terrorattentates war, jemanden darin Verwickeltes kennt oder sonst irgendwie damit zu tun hat. In Jerusalem erzählt man nichts von Solidarität, wenn vielerseits Steine auf Israelis fliegen. Die heile Welt kann man in Tel Aviv vermitteln, aber nicht in einer terrorgebeutelten Stadt wie Jerusalem.

Wer wollte, der konnte von "Peace Now" Propagandaplakate bekommen. Es ging mal wieder gegen die Siedler. Als ob die Siedler etwas mit der Ermordung Rabins zu tun hätten. Aber bei solch einem Event scheinen viele Mittel recht zu sein, nur nicht die Realität.
Die Veranstaltung wurde mit der Rede Rabin, welche er kurz vor seinem Tode eben auf jenem Platz hielt, eingeleitet. Danach folgten abwechselnd je eine Rede und danach ein musikalischer Beitrag. Unter anderem traten Ran Danker und der "Ich bin Superstar" Harel Skadd auf. Die Sängerin Efrat Gosh machte einen total zugedopten Eindruck und wir litten durch ihr Lied, von dem sie selber gar nichts mitzubekommen schien.

Ich hatte mir einen wunderbaren Stehplatz ergattert und konnte alles überblicken. Gleich vor der Haupttribüne, neben dem VIP - Eingang. Dieses Mal ging die Polizei keine Risiken ein; selbst die VIPs und die Presse wurden durchgecheckt. Securitychecks anhand von elektronischen Durchleuchtungen wie am Flughafen oder dem Jerusalemer Zentralen Busbahnhof. Nichts mehr da mit einem Yigal Amir, der unbeobachtet herumstehen konnte.

Die Sprecher des abends waren Präsident Shimon Peres, der Tel Aviver Bürgermeister Ron Chulda'i, Verteidigungsminister Ehud Barak und die frischgewählte Kadima - Vorsitzende Zipi Livni.
Während Peres Rabin hinterherjammerte (seinem großen ehemaligen Konkurrenten) war es der linke Ehud Barak, der eines beim Namen nannte. Ausgerechnet er und niemand der anderen Sprecher verlor auch nur ein einziges Wort darüber. Nämlich das wir vom Frieden weit entfernt sind. Der Iran sowie die Hizbollah bedrohen uns und in Gaza herrscht die Hamas. Und dann sei da auch noch der entführte Soldat Gilad Shalit. Hinter mir schrie jemand Barak entgegen: "Und wieso tust Du nichts, um ihn freizubekommen ?"

Als der Name Gilad Shalits fiel, kam ein riesen Beifall auf. Alle Achtung, dass wenigstens einer es wagte, seinen Mund aufzumachen. Obwohl Ehud Barak sich hinterher in konfusen Siedlerkonspirationen verlor, immerhin brachte er wichtige Punkte zur Sprache. Und diese lauten, dass wir heute, im Gegensatz zur Vergangenheit vor 13 Jahren, völlig woanders stehen. Schon lange wissen wir, dass Rabins Oslo - Abkommen scheiterte. Beim Attentat in der Jerusalemer Yeshiva Mercaz HaRav benutzte der Terrorist eine Waffe, welche durch das Rabin - Abkommen in die Pali - Hände fiel. Überhaupt, wer betrachtet heute noch die ehemaligen oder aktuellen Friedenspläne als real und durchsetzbar. Wer glaubt an den Frieden ? Sind wir nicht viel zu sehr von der Realität gebeutelt ? Jerusalem soll geteilt werden und Zipi Livni ist bereit alles aufzugeben.
Gut, dass Rabin das nicht mehr miterleben muß. War es doch er, der niemals auf den Golan oder Jerusalem verzichten wollte. Und was stellen seine Erben in seinem Namen an ?
Was ist mir Sderot, wo es wieder Kassam - Raketen aus Gaza hagelt ?

Man wundert sich, warum die relig. Bevölkerung nie an der Gedenkveranstaltung teilnimmt.
Eben weil man diese Realitäten tagtäglich vor Augen hat. Nicht, weil sich plötzlich alle mit Yigal Amir identifizieren, sondern weil man einen Gilad Shalit, ein Jerusalem oder ein Sderot wahrnimmt. Weder die Hamas, noch Abu Mazen, noch die Hizbollah lassen sich durch Landabgaben zum Frieden treiben. Wer das heute immer noch glaubt, der hat nichts gelernt und ist einfach dumm. Aber was soll die Linke machen, wenn sie nichts anderes zu bieten hat ?

Zipi Livni begann ihre Rede fast mit einer Entschuldigung. Damals, zur Zeit der Ermordung Rabins, war sie ja noch im Likud und deren damaliger Vorsitzender Benjamin Netanyahu wird bis heute beschuldigt, die Massen zum Mord an Rabin aufgewiegelt zu haben. Eine etwas obskure Anschuldigung.
Zipi meinte, Rabin sei auch ihr Premier gewesen, auch wenn sie ihn nicht gewählt habe. Sie wolle seinen Weg fortführen und ein Land für alle müsse her. Demokratisch, frei und ohne relig. Einflüsse und Rabbiner.
Ob sie das wohl auch dem ehemaligen sephardischen Oberrabbiner und jetzigem geistigen Führer der haredischen SHASS - Partei vor wenigen Tagen so sagte ? Da nämlich kroch sie zu Rabbi Ovadiah Yosef und bedeckte sich sogar ihr verheiratetes Haar; ganz nach jüdischer Halacha. Rabbi Yosef wird interessiert zugehört haben und lacht sich ins Fäustchen, denn Livni braucht ihn für eine Koalition.

Trotz aller berechtigter Trauer um Rabin lieferten die Politiker eine friedliche unrealistische Scheinwelt ab. Der Gipfel kam mit einem amerikanischen Obama - Abgesandten, der da typisch amerikanisch behauptete, dass Rabin Obama geliebt hätte.
Wer um alles in der Welt lud diesen Typen zu der Veranstaltung an ?
Ein Yitzchak Rabin hätte niemals ohne Konditionen mit dem Iran verhandelt, Geld von der Hamas angenommen und Jerusalem geteilt. Was um alles laberte der amerikanische Obama - Idiot daher ?
Viele machten sich dann auch schon auf den Abmarsch, darunter auch ich.

Wer nicht da war, hat nichts verpaßt und im nächsten Jahr werde ich mir die Teilnahme ersparen.

Bleibt noch ein kleiner Nachtrag:
Nicht aus lauter Sensibilität wurde das aktuelle Interview mit dem Rabin - Mörder Yigal Amir vom Kanal 10 sowie dem 2. TV - Kanal gestrichen. Vielmehr ging es darum , dass Amir behauptete, er habe nur einmal auf Rabin geschossen und der Winkel, aus dem der zweite Schuß kam, sei gar nicht seine Position gewesen. Mit anderen Worten, Yigal Amir gab neuen Stoff für die alte Konspirationstheorie, nach der Amir Rabin zwar anschoß, Rabin selber aber kurz darauf auf dem Weg ins Krankenhaus von Shabak - Angestellten (Geheimdienst) erschossen worden war. Bis heute ist der Fall nie ganz geklärt worden.

Und was macht der Lothar in Netanya ?

B"H

In deutschen Zeitungen liest man, dass Lothar Matthäus in Israel Erfolg zu haben scheint. Sein Club "Maccabi Netanya" liegt auf den vorderen Tabellenplätzen der ersten israelischen Liga (Ligat HaAl) und das sagt ja wohl alles.

Vielleicht, doch am gestrigen Freitag veröffentlichte das wöchentliche Tel Aviver Lokalblatt "Ha'Ir" eine ganz andere Betrachtung der Lage.

Nach eigenen Worten hatte Lothar Matthäus den Trainerjob in Netanya angenommen, weil er dem israelischen Fußball etwas beibringen wollte. Kennen tat er ihn zwar nur aus dem TV, doch Lothar wollte, gegen viel Bares, Entwicklungshilfe leisten. Gesagt, getan und Lothar machte sich frisch ans Werk.
Gleich zu Beginn stellte er mit Entsetzen fest, dass viele Profispieler noch nicht einmal den Ball ins Tor hangeln, wenn der ihnen nicht gerade perfekt auf den Fuß fällt. Und Lothar zeigte seine Tricks und fühlte sich so als der "Superg - tt", der hier alles kann. Manchen Spielern machte das durchaus Spaß, denn immerhin lernten sie eine Menge. Andere wiederum kuschten und mischten sich nicht ein.

Mittlerweile aber ist Schluß mit lustig, denn Lothar läßt zu sehr den Superstar heraushängen. Öffentlich fährt er seine Spieler an: "In Europa würde niemand wie Du es zu etwas bringen !"
Er putzt seine Spieler herunter mit dummen besserwisserischen Sprüchen. Hinzu kommt, dass er selber Termine fast platzen läßt. So komme er ständig zu spät, weil sein Flugzeug aus Deutschland nicht pünktlich lande. Fast immer pendelt Lothar unterwegs zwischen Israel und Deutschland und das scheint ihn zu erschöpfen.
"Wer meint, ich hänge da in Deutschland nur faul herum, so geifert Lothar zurück, der irrt gewaltig. Schließlich habe ich dort ein Business und meine Kinder".

Ebenso sind die Spieler sauer darüber, ohne jegliche Erklärung oder Absprache auf die Bank geschickt zu werden. So manch einer beim Maccabi Netanya scheint Lothar Matthäus jedenfalls bald gründlich satt zu haben.

Lothar, das kommt davon, wenn man nur ans Geld denkt und nicht an die Mentalitäten. Wir sind hier nicht im maschinenperfekten Deutschland und wer weiß, wer hier am Ende wem Entwicklungshilfe leistet. Wahrscheinlich eher Netanya an Matthäus als umgekehrt.
Wir werden sehen, wie es weitergeht …