Sonntag, 31. Oktober 2010

31. Oktober 2010

B"H

Heute abend ist mein letzter Arbeitstag in der Bäckerei. 
"Falls etwas nicht klappt nach dem Umzug in den Norden und so, ich könne jederzeit zurückkommen und wieder anfangen", so die Kollegen. 
Wobei ich natürlich hoffe, dass dieser Fall nicht unbedingt eintrifft.

Ich bin froh, wenn diese Woche herum ist, denn es warten eine Menge Erledigungen. Bis Mitte der Woche jedoch stecke ich noch fest und kann nicht viel unternehmen. Deswegen habe ich mich entschlossen, ein paar Tage im ruhigen gemächlichen Zfat (Safed) zu verbringen, bevor der Sturm richtig losgeht.

Von der Nationalversicherung "Bituach Le'umi" muss ich mir noch die Gesetzesvorlagen holen, damit mir die Bäckerei beim Ausstieg zahlt, was mir zusteht. Die Bituach Le'umi gibt genaue Vorlagen, wieviel wer bekommt, wenn er soviele Jahre in einem Betrieb gearbeitet hat. Es gibt alle möglichen Vorschriften, Regeln und Fristen.
In Israel ist es immer gut, sich eingehend zu erkundigen und nichts dem Zufall zu überlassen, ansonsten besteht die Gefahr, von vorne bis hinten ausgenutzt zu werden.

Trotz allem bin ich froh über den Tapetenwechsel. Nach Jahren der Pendelei von Jerusalem nach Tel Aviv und zurück kann ich kaum mehr Egged Busse sehen. Das Positive ist, dass ich innerhalb dieser Jahre viele unterschiedliche Einblicke in die israelische Gesellschaft gewann und mich mit unsagbar vielen Themen auseinandersetzte. Von den Prostituierten in Tel Aviv bis hin zu den Ultra - Orthodoxen in Mea Shearim / Jerusalem. Von den Bunkern in Sderot bis hin zur Gilad Shalit Demo. Der Stoff reicht für mehrere Romane, doch neben all der Arbeit, suche ich endlich einmal mehr Zeit für mich selbst.

Morgen sitze ich also wieder einmal mehr als drei Stunden im Bus und fahre ins beschauliche Zfat. Etwas Religiöses unternehmen und ein paar Freunde treffen, wobei mich das kühler gewordene Wetter nicht besonders stört.

Das Grab der Rachel wird auch Moschee

B"H

Die Juden sind vielen in der Welt ein Dorn im Auge und in relig. Kursen aller Art kam stets die Frage auf, warum das so ist. Sind die Juden selber dran schuld oder begreift die Welt einfach nur nichts ? Die Antwort lautete stets, dass schon Avraham den ersten Antisemitismus zu spüren bekam. Und das als er noch in seinem Heimatort Ur Kasdim, im heutigen Irak, unter König Nimrod lebte. Avraham kam zu der Erkenntnis, dass es nur einen einzigen G - tt geben kann, welcher die gesamte Welt beherrscht und regiert. Weder Mond noch Sonne können G - tt sein und schon gar nicht König Nimrod oder eine der kleinen Götterstatuen, die Avrahams Vater Terach an die damaligen vorbeiziehenden Touristen verkaufte.

Avraham war anders als die Mitmenschen, glaubte an einen G - tt und den Rest kennen wir aus der Thora. An all dem hat sich bis heute nichts geändert und die Welt betrachtet die Juden immer noch als "anders". Die Araber und Palästinenser beabsichtigen die Juden unschädlich zu machen, denn Hitler hat ja, ihrer Meinung zufolge, versagt. Also will dass jetzt einmal ein Machmoud Achmadinejad in die Hand nehmen, damit nichts mehr schiefläuft. Die Palästinenser schreien nach ihrem eigenen Land und die Welt steigt so richtig mit ein. Israel sei schuld und die arabische Terroristenwelt im Recht.

Die Vereinten Nationen haben sich in der letzten Woche wieder einmal ein ganz tolles Fettnäpfchen geleistet, denn sie erklärten das Grab der Rachel (Frau des biblischen Yaakov) gleichfalls zur Moschee. Nicht nur "Kever Rachel", sondern ebenso Moschee.
Ich wiederhole die UN - Entscheidung, denn sie klingt so absurd, dass man sie beim ersten Hinhören für einen Scherz hält.

Das Grab der Rachel liegt ausserhalb von Beit Lechem (Bethlehem) und bis zum Jahren 1996 hat sich kein einziger Moslem darum gekümmert. Noch im 19. Jahrhundert gaben die in der Umgebung lebenden Araber einstimmig zu, dass es sich um das Grab der Rachel handele und sie, die Moslems, haben mit der Stätte nichts zu tun. Seit vielen Jahrhunderten wurde das so gehandhabt, bis die Intifada aufkam und die Palästinenser erneut eine Gelegenheit sahen, die jüdische Geschichte Israels auszumerzen. Die UNESCO gab den Palis Recht und beugte sich wieder einmal mehr dem Islam.
Herzlichen Glückwunsch zur Fälschung der Geschichte. Vielleicht wird ja das UNO - Gebäude demnächst auch noch Moschee !


Weitere Details bei


911 Press 4 Truth - Fakten zum World Trade Center Attentat

B"H

Einige aktuelle und hochinteressante Videos sind auf Youtube im Umlauf:
Darunter diese Dokumentation einiger mutiger Opferfrauen des 11. September 2001 (dem Tag des Al Khaida Attentates auf das New Yorker World Trade Center).





Als Zweites die Reportage ueber jene Menschen, die sich aufgrund der Hitze - und Raucheinwirkung aus dem World Trade Center stuerzten.:

Bilder aus der Neustadt von Tiberias / Nordisrael


Der See Genezareth (Kinneret)





Die Blumen sind nicht echt, sondern aus Metall geformt.






Das Rathaus von Tiberias.







Photos: Miriam Woelke

Umm - al - Fachem und Umgebung

B"H


Mehrere Male schon photographierte ich den arabischen Ort Umm - al - Fachem sowie die umliegenden arabischen Ortschaften. Alle Orte liegen zwischen Hadera und Afula in Nordisrael; eingebettet in eine Gegend, die keine grosse arabische Geschichte zu haben scheint, denn die Bauten sehen neu aus.











Photos: Miriam Woelke



Weitere Links:


Baruch Marzel demonstriert in Umm - al - Fachem


Umm - al - Fachem, Photos Teil 1


Umm - al - Fachem, Photos Teil 2

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Es muss nicht immer die Promenade sein

B"H

Heute nachmittag unternahm ich einen 3 - stündigen Spaziergang durch die Neustadt von Tiberias am See Genezareth. Die kommenden zwei Wochen werden etwas chaotisch werden, denn ich ziehe in den Norden um.
Tiberias ist zwar relativ billig, doch die Arbeit liegt nicht auf der Strasse. Ich arbeite an einigen Projekten mit und bin deshalb recht gut versorgt. Hinzu kommt, dass ich heute den super günstigen Supermarkt "Chetzi Chinam - Halb Umsonst" entdeckte. Die Lebensmittelpreise sind landesweit stets am Ansteigen und so hilft solch ein billiger Supermarkt ungemein aus.

Die Stadt Tiberias besteht nicht nur aus dem Kinneret (See Genezareth), sondern aus einer verhältnismässig grossen Neustadt. Und wer nicht mit dem Bus den Hang hinaufklettert, der muss sich nach oben schuften. Bis ganz oben schaffte ich es nicht, doch erreichte ich Polizeistation, fast das Grab des talmudischen Rabbi Akivah und danach das Rathaus sowie einige reli. Bezirken.

Seit einiger Zeit steigen die Immobilienpreise der Stadt, denn die ultra - orthodoxen Haredim haben sie fuer sich entdeckt. Ganze Stadtteile kaufen sie auf und bauen neue hinzu. Spannungen wie in Jerusalem gibt es bisher keine, denn die Haredim hier sind aufgeschlossener und mischen sich viel mehr unter die Allgemeinheit.

Nach all der Action in Tel Aviv und Jerusalem suche ich endlich einmal ein weniger stressiges Leben und da kommt die Provinz gerade recht. Leute kennen zu lernen ist nicht schwer, nur die tropische Hitze am See macht etwas zu schaffen. Ein Trost: Wenn es in Jerusalem im Winter so richtig kalt wird, liegen die Temperaturen in Tiberias immer noch um die 18 Grad Celsius.

In den 30iger und 40iger Jahren lebten recht viele deutsche Juden in der Stadt. Jene, die Hitler nocht rechtzeitig entkommen waren. Da ich mich nicht unbedingt mit deutschen Juden umgebe bzw. den Kontakt sucht, kenne ich den Stand der heutigen Dinge weniger. Eine Bekannte aus Zfat sagte mir jedoch, dass sie eine deutsche Freundin in Tiberias habe.



An der Uferpromenade

Photo: Miriam Woelke


Morgen abend zum Schabbat werde ich wieder in Jerusalem sein. Zumindest bis zum Montag. Sonntag ist mein letzter Arbeitstag in der Bäckerei und ich glaube, man bereitet dort eine Party für mich vor.
Ein allzu direkter Abschied wird es nicht, denn ich werde mich einige Male im Monat in Jerusalem aushalten. Und meine Wohnung in Tiberias haben meine Jerusalemer Freunde und Arbeitskollegen schon im Visier, denn man plant Besuche und Grillfeste. Alles ist recht, Hauptsache keinen Kuchen aus der Bäckerei mehr.:-)

Bilder der gestrigen "Baruch Marzel Demo" in Umm - al - Fachem

B"H


Mit ca. 30 Leuten marschierte Baruch Marzel durch Umm - al - Fachem, wie ich gestern hier berichtete:


http://lebeninjerusalem.blogspot.com/2010/10/baruch-marzel-demonstriert-in-umm-al.html




Ein Bekannter von mir war Teil der Demo als die Araber ausflippten und wild mit Steinen um sich warfen. Heute rief man in Umm - al - Fachem zum Generalstreik auf, da die Araber der Meinung sind, die israelische Polizei habe zu sehr auf sie eingeschlagen.


So ist das: Wenn es gegen alles Rechte in Israel geht und draufgeschlagen wird, freuen sich die Araber. Geht es ihnen selber an den Kragen und wird der Speiss einmal umgedreht, geht das Geschrei los.
Ich fuhr heute morgen auf dem Weg nach Tiberias durch Umm - al - Fachem und es herrschte offenbarer Friede. Zu sehen gab es jedenfalls keine Action, aber man macht halt wieder einmal ein Statement, damit sich die Welt auch aufregen darf.



Mein Bekannter stellte diese Photos ins Internet:





In der Mitte: Baruch Marzel

Alle Photos gibt es HIER auf Facebook einzusehen !

Mohammad und die Briten



B"H

Die heutige israelische Tageszeitung "Israel Hayom" verkündet uns eine aktuelle englische Meldung: Wie lautet der populärste Jungenname in England ?
Die Mehrheit der in England lebenden Eltern nennen ihr männliches Neugeborenes MOHAMMAD.

33% der heutigen britischen Bevölkerung ist moslemisch und da erstaunt die neue Statistik wenig. Allerdings denke ich bei solchen Begebenhiten oft an meinen Englischlehrer Mr. Jenkins aus Birmingham, der uns da Shakespeare und richtiges altes Englisch a la Agatha Christie lehrte.

Wie gut, dass Mr. Jenkins all die "Mohammad - Sachen" von heute nicht mehr miterlebt !

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Mittwoch, 27. Oktober 2010

B"H

Spätsommer - So jedenfalls kommt es einem vor. Circa 30 Grad Hitze in Jerusalem verbunden mit strahlendem Sonnenschein. Zum Schabbat hin soll es kühl und regnerisch werden. Dabei haben die Meterologen einen ungewöhnlich milden Winter vorausgesagt. Regnen soll es auch nicht viel, wobei Israel so dringend Regen benötigt.


Von der dem knappen Wasser ist bislang kaum die Rede, denn die Tagespresse gibt uns andere Themen vor. Die Nachfrage nach dem Eigenheim bzw. der eigenen Wohnung steigt und derzeit erleben Städte wie Jerusalem, Tel Aviv, Ashdod, Holon, Rishon LeZion oder Netanya einen wahren Boom beim Wohnungskauf. Das Bauunternehmen Ginadi muss sogar eine Verlosung zwischen den einzelnen Kaufbewerbern abhalten, so stark ist die Nachfrage im Grossraum Tel Aviv.
Dem ganzen Treiben will der Vorsitzende der Bank of Israel, Stanley Fisher, nun Einhalt gebieten und er plant die Hypothekenzinsen zu erhöhen. Viele junge Paare sehen das als Aus ihrer Zukunftsplanung, denn eine eigene Bleibe sollte her. Dabei frage ich mich, inwieweit junge Leute bereit sind, sich für einen Wohnungskauf zu verschulden. Teilweise werden weit mehr als eine Million Schekel für eine Wohnung abkassiert. Und das, wo offiziell fast die Hälfte der israelischen Arbeitsnehmer mit einem Monatseinkommen von 5500 Schekel (ca. 1100 Euro) aufwarten kann. Darüber hinaus ergab eine aktuelle Statistik, dass 48 % der Israelis Schwierigkeiten haben, ihre Hypotheken bzw. Darlehen zum Wohnungskauf zurückzuzahlen. Nicht wenige Immobilien landen unter dem Hammer des Zwangsversteigerers.
Die Tageszeitungen geben heute Tipps, wie sich die Wohnungskäufer auf die Zinserhöhung einstellen sollen und sie ggf. besser bewerkstelligen.


Ich für meinen Teil bekomme auf diesem Blog ziemlich viele Hits auf die Themen "Arbeiten in Israel". Dazu kann ich sagen, dass der Interessent immer bedenken muss, wo er welchen Job sucht. In welcher Stadt und in welcher Berufssparte. Allgemein ist es in Israel nicht leicht, einen Job zu ergattern. Besonders nicht auf Touristenvisa - Basis. Früher vor 15 - 20 Jahren war alles anders und leichter. Man ging in ein Hotel putzen oder kellnerte im Restaurant. Und falls nichts ging, blieb immer noch der Kibbutz übrig. Heute dagegen kämpft Israel mit Tausenden von Gastarbeitern und zur Schande aller, ziehen im Wesentlichen die Hotels Schwarzafrikaner für die Dreckjobs im Hotel vor. Die sind billig, halten die Klappe und wenn sie nicht spuren, fliegen sie.

Erkundigt Euch also eingehend vor der Jobsuche. Wenn es geht noch in Eurem Heimatland !

Bild des Tages


Das neuere Tiberias der Läden und Büros in
der Yehudah HaLevi Street.

Photo: Miriam Woelke

Baruch Marzel demonstriert in Umm - al - Fachem

B"H

Der extreme Rechtspolitiker Baruch Marzel marschiert mit seiner wahrscheinlich 100 - Mann starken Truppe heute wieder einmal durch das arabische Umm - al - Fachem (nahe Afula in Nordisrael). Anlass der Demo ist der 20. Todestag des Rabbi Me'ir Kahane, den die rechte Szene als Statement nutzen will: Juden sollen in Israel leben und nichts anderes !

Die Araber in Umm - al - Fachem scheinen es gelassen zu nehmen und wollen dem Demonstrationszug weitgehend aus dem Wege gehen. Schon im vergangenen Jahr unternahmen Baruch Marzel & Co. einen Marsch durch das wohlhabend aussehende Umm - al - Fachem. Einem Ort, in dem stetig gebaut wird und es den Arabern offenscheinlich wirtschaftlich bestens geht. Allerdings zeigt der Nachbarort ARA wesentlich mehr Protz & Villen als Umm - al - Fachem. Wer auf der Autobahn Hadera / Afula daran vorbeipendelt, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Von wegen bemitleidenswerte Palis und so.

Hier ein paar Blicke nach Umm - al - Fachem und Umgebung:



Ich sehe Baruch Marzel als ein Mann - Show und sonst nichts. Und damit meine ich, dass der gute Mann niemanden neben sich selbst duldet.

Bilder aus Galiläa / Nordisrael


Quelle: Wikipedia

B"H

Zum Leben wäre die nordisraelische Kleinstadt Safed (Zfat) nichts für mich und vielen Touristen ist sie leider gänzlich unbekannt. Trotz ihrer imposanten berühmten Kabbalah - Vergangenheit des Mittelalters. Im Mittelalter waren es gerade die Orte Safed und Tiberias, welche von den Juden am meisten besiedelt wurden.

Dennoch ist Safed einen Ausflug wert. Vor allem die Altstadt mit ihren engen malerischen Gassen und der tollen Aussicht auf die Berge Galiläas. Vom Jerusalemer Binyanei HaUma fährt mehrere Male täglich der Egged - Bus Nr. 982 nach Safed hinauf. Die Fahrt dauert ca. 3,5 Stunden (mit einer 15 - minütigen Pause an einer Autobahnraststätte nahe Afula) und kostet 44 Schekel (ca. 9 Euro).







Stadteinfahrt





In der kommenden Woche werde ich wieder einmal einige Tage in Safed sein und auch morgen bin ich unterwegs. Allerdings eine Stunde südlich von Safed:



Tiberias am Kinneret (See Genezareth)

Photos: Miriam Woelke

Dienstag, 26. Oktober 2010

Nefesh Be'Nefesh, Renten und die Aliyah mit 50 - Teil 2

B"H

Grundsätzlich darf mit der Jewish Agency jeder Jude Aliyah nach Israel machen. Genaue Detailangaben zur Einwanderung kann ich leider keine mehr machen, denn die Gesetze ändern sich alle paar Monate. Nach meinen weit mehr als zehn Jahren in Israel habe ich keinen blassen Schimmer mehr.

Die Aliyah Organisatoin "Nefesh B'Nefesh", die da insbesondere zuständig ist für die USA, Kanada oder England, scheint im Gegensatz zur Jewish Agency eine weitaus andere Agenda zu verfolgen. Vornehmlich werden einwanderungswillige Juden gesucht, die einen guten Beruf haben (Wissenschaftler oder Hightech) und leichter auf dem israelischen Arbeitsmarkt zu vermitteln sind. Wer dagegen nicht so toll dasteht und über weniger Finanzspritzen verfügt, kann auch schon einmal angemault werden a la "Israel brauche keine Neueinwanderer, die dem Steuerzahler hinterher zur Last fallen, weil sich der Neueinwanderer nach Abnutzung seiner Aliyahrechte nicht mehr allein finanzieren kann und eventuelle auf die Sozialhilfe angewiesen ist. Wozu dann Aliyah machen und Israel zur Last fallen ?
Allein die letzte Bemerkung finde ich total mies, denn jeder Jude hat das Recht auf Aliyah. Natürlich geht es bei Nefesh B'Nefesh um viel Geld, denn die Organisation zahlt Unsummen an jene Leute, welche mit ihr Aliyah machen. Und da will man Erfolge vorweisen und keine zu hohe Rate von Neuankömmlingen, die die Nefesh B'Nefesh Begrüssungskohle abstauben, davon 2 - 3 Jahre leben und wenn das Geld alle ist, wieder in die USA oder sonst wohin abhauen.

Ferner kommt es Nefesh B'Nefesh genauso auf das Alter an, denn man will junge Leute / Ehepaare nach Israel bringen. Wer älteren Semesters ist, der sollte vorab ausreichende eine Altersversorgung aus dem vorherigen Land parat haben, denn sonst kommt die Anfrage, ob denn nicht lieber die Kinder im einstigen Heimatland als Bürgen eintreten wollen. Im Klartext: Macht die Mutter es in Israel nicht, sollen die Kinder in den USA, England oder Kanada finanzielle einspringen.

Bin ich froh, dass ich mit der Jewish Agency Aliyah machte und mir der ganze Nefesh B'Nefesh Firlefanz erspart blieb. Mit einem jedoch haben sie Recht: Wer bei der Aliyah über 40 ist, der sollte sich um eine israelische Altersversorgung kümmern, sonst steht er bei der Rente fast leer da. In Deutschland werden einem die Rentenbeiträge direkt vom monatlichen Gehalt abgezogen. In Israel hingegen läuft das anders und fast alle Arbeitnehmer schliessen einen privaten Vertrag mit einer Versicherungsgesellschaft ab. Das kostet und ein Teil unserer monatlichen Beiträge stellt die Provision des Versicherungsheinis. Tolle Abzocke !

Je älter man ist, desto höher die Beiträge !
Mein Ratschlag: Sorgt ernsthaft vor und holt Euch alle möglichen Infos zu den einzelnen Versicherungsgesellschaften. Lasst Euch die Prämien des Angestellten sowie Euren privaten Anteil ausrechnen. Nicht nur auf heute, sondern über sämtliche Jahre hinweg. Ansonsten erhaltet Ihr im Alter eine Mindestrente, die vorne und hinten nicht langt.


Links:


Königsberg, die Juden und die Vertriebenen

B"H

Derzeit unternehme ich eine Menge Research zu einem bestimmten Thema. Die einstige ostpreussische Stadt Königsberg spielt dabei auch eine Rolle und so schaute ich mich einfach einmal auf Youtube um. Zum "alten" Königsberg von vor dem Zweiten Weltkrieg fand ich dieses sehenswerte Video:



Es stimmt traurig, dass die Stadt fast vollkommen zerstört worden war und Russland später überliche hässliche Bauten aufstellte. Bei aller Trauer um eine alte grosse Vergangenheit (vor der Machtübernahme Hitlers), zeigte Königsberg ebenso ein hässliches Gesicht. Nämlich das nach der Machtübernahme:



Viele Youtube - Kommentare schwelgen von einer Rückkehr der Stadt Königsberg, die heute Kaliningrad heisst, und vergessen dabei die Realität. Ich selber kenne diese Traumvorstellungen aus Teilen meiner Familie, denn auch die lebte ursprünglich im Osten. Nicht in Ostpreussen, sondern in Oberschlesien. Dennoch denken nur wenige Familienmitglieder daran, einmal wieder dorthin zurückzuziehen. Wir haben nach wie vor Verwandte in Polen und es kommt zu Besuchen, doch wohnen will von den Westlern dort niemand mehr. Man hat sich längst mit dem Leben in Westdeutschland abgefunden, obwohl der Anfang dort nach dem Krieg alles andere als einfach war.

Viele Juden lebten vor dem Holocaust in Königsberg und viele von ihnen liessen sich schon nach der Machtergreifung der Nazis in Palästina nieder. Die Königsberger Juden hielten zusammen. Egal, ob das in Jerusalem oder Tel Aviv war. Eine der Berühmtesten von ihnen wurde Lea Schlossberg; die spätere Frau des 1995 ermordeten Premierministers Yitzchak Rabin.

Nach einem Grossangriff der Roten Armee auf Ostpreussen im Januar 1945, begann die Vertreibung der Deutschen aus der Gegend. Beim Anschauen entsprechender Videoberichte fragte ich mich, ob man Gleiches mit Gleichem vergelten sollte. Die Wehrmacht, samt SD und Waffen - SS trieben im Krieg ihr bestialisches Unwesen, doch bombardierten die Rote Armee sowie die westlichen Allierten hinherher Flüchtlingstrecks. Ferner versenkte ein russisches U - Boot die "Wilhelm Gustloff".
Von einer kollektiven Strafe wegen der Schuld am Holocaust will ich nicht reden, und das Einzige, was wir vielleicht aus all dem Lernen können ist, nie wieder ein Terrorregime an die Macht kommen zu lassen und die Demokratie zu erhalten.

Bei den Nachfahren der Königsberger Juden in Israel stelle ich mir vor, dass diese kaum mehr eine Vorstellung ihrer Wurzeln haben und sich stattdessen auf das heutige Leben in Israel konzentrieren.

Montag, 25. Oktober 2010

Verliert Deutschland gegen den Islam ?


B"H

In letzter Zeit machen mich Freunde immer wieder darauf aufmerksam, dass die Blogosphere darauf besteht, Deutschland sei schon dermassen stark vom radikalen Islam durchsetzt, dass ein Fall kurz bevorstehe. Deutschland werde noch vor England und Frankreich ein islamisches Land. 

Ich kann mich mit dem Gedanken nicht so ganz anfreunden, doch diese Sites schon:





Was sagen eigentlich die Neonazis zu all dem ? Und wo bleibt der allgemeine Aufschrei oder versinkt er in der falschen Toleranz. Thilo Sarrazin brach ein Taboo und andere sollten sich aufraffen und es ihm nachmachen !

Tiberias, Jerusalemer Mieten und die 80iger Jahre

B"H

Neulich las ich einen israelischen Blog, in dem der Autor die am See Genezareth (Kinneret) liegende Stadt Tiberias als ein "Überbleibsel aus den Achtziger Jahren" betitelte. Nicht viel habe sich in all den Jahren verändert, es sei denn, man schaue hinauf auf die neugebauten Wohnviertel am Hang. 

Vielleicht ist es das, was mich an der Stadt anzieht. Das alte Jerusalemer Flair ist schon lange futsch und der grauen Moderne von Bürgermeister Nir Barkat und seinen hochtrabenen Zukunftsplänen gewichen. Jerusalem heute ist nicht mehr das von vor mehr als acht oder zehn Jahren. Die Mentalität der Bewohner hat sich gewaltig verändert und nicht wenige sehen zu, dass sie baldigst fortziehen. 



Downtown Tiberias: HaBanim Street




Hotelmonster in der Innenstadt und nahe der Uferpromenade
des See Genezareth (Kinneret).




Der See mit dem Golan im Hintergrund.



Einer Bäckereikollegin soll die Wohnungsmiete drastisch erhöht werden. Sie wohnt im Stadtteil Nachlaot nahe der Bäckerei und ist gezwungen, sich eine neue Bleibe zu suchen, denn die jetzige kann sie nach der Mieterhöhung nicht mehr halten. Mittlerweile fragt sie mich, ob ich meine gefundene 4 - Zimmer - Wohnung in Tiberias auch mal untervermiete. Dann könnte sie ja einziehen. Vier Zimmer für 1500 Schekel (ca. 300 Euro) Miete pro Monat, das sei ja unfassbar. Das findet niemand in Jerusalem, wo schon eine kleine Wohnung in der Tschernichowsky 3000 Schekel (ca. 600 Euro) koste. Wer es billig sucht, der ziehe hinaus in die Vororte Pisgat Ze'ev oder Gilo. Ansonsten ist nicht mehr viel los auf dem Jerusalemer Wohnungsmarkt, ausser man hat viel Geld zum investieren.

Eine Freundin hatte noch Glück und sie verlängerte gerade ihren Mietvertrag um ein weiteres Jahr. Zwei Zimmer in Nachlaot für 2200 Schekel (ca. 450 Euro) pro Monat. Wohin die Mieten und Immobilienpreise sich hinbewegen, weiss kein Mensch. Der Norden des Landes ist ruhiger und nicht übervölkert. Wer jedoch bezüglich eines Jobs nicht improvisationsbereit ist und vor allem keinerlei Einfallsreichtum sowie die Gründung eigener Projekte vorweist, könnte das Nachsehen haben.



Mac Donald's gleich am See.
Die Filiale ist nicht koscher !



Statt städtischer Action gehts also in die "Pampa der 80iger". Mit Landschaft, Idylle und einer gnadenlos feuchten Hitze.

Photos: Miriam Woelke

Handlangerjobs am Strassenrand

B"H

Längst haben sich alle an den allmorgentlichen Anblick gewöhnt:
In vielen Städten Israels bieten sich Äthiopier oder illegal eingereiste Schwarzafrikaner aus Nigeria, Ghana oder dem Sudan als Handlanger an. Jobs für ein paar Stunden oder einen Tag.

Wenn Israelis jemanden zum Zimmerstreichen oder Umzugs - oder Gartenhilfen suchen, dann fahren sie zu den Stellen, an denen die Afrikaner sich morgens sammeln und suchen sich eine Arbeitskraft aus. Man handelt den Stundenlohn aus und das war es. Ohne Sozialversicherung und alles illegal "schwarz".



Gestern morgen: Auf Jobsangebote wartende Äthiopier in der Agrippas Street / Jerusalem.

Photo: Miriam Woelke


Weiterer Link:

Zur Jobsituation vieler Neueinwanderer

Sonntag, 24. Oktober 2010

Blogrecherchen und Interviews

B"H

So mancher israelische Blogger besitzt einen Presseausweis. Meine persönliche Ansicht dazu ist, dass die Regierung Netanyahu jenen Bloggern diesen Ausweis ausstellt, wenn schon im Vorfeld ersichtlich wird, dass der Blogger eben auch in jenem Regierungssinne bloggt. 

Oft macht der beste Ausweis keinen guten Journalisten aus und in vielen Fällen ist der Presseausweis ebenso nutzlos. Gerade hörte ich im privaten Freundeskreis von einem Filmemacher, der Noam Shalit, den Vater des gekidnappten Soldaten Gilad Shalit im Jerusalemer Protestzelt interviewen wollte, und eine deftige Abfuhr bekam. Noam Shalit nämlich sagte, er rede mit niemandem, der da nicht von den grossen Medienkonzernen a la CNN, BBC, Ynet, israelisches TV oder sonst woher komme. Was, mit einem Filmemacher ? Dabei ist eben jener Filmemacher sehr erfolgreich und auf internationaler Basis wollte er eine Reportage über Gilad Shalit ausstrahlen. Da hat sich Noam Shalit mächtig in den eigenen Hintern getreten als er D. rüde überfuhr und ich hatte Glück, denn auch ich wollte Shalit ein paar Fragen stellen, liess es aber bisher bleiben. Nun weiss ich, dass ich erst gar nicht aufzutauchen brauche und aufgrund Vater Shalits arrogantes Verhalten, werde ich mir in Zukunft die Wege zum Protestzelt sparen.

Was geschieht in Israel, wenn da ein Blogger kommt, der um Interviews bzw. Infos 
bittet ? Und damit meine ich jetzt keinen der bekannten Journalisten, welche da nebenbei ihre Blogs tippen.

Wie ergeht es mir, denn in letzter Zeit habe ich mich etwas mehr der persönlichen Recherche unterworfen. Alles ist Gewöhnungsphase und manchmal Glück.
In Israel gehören Blogs zum Alltag und somit zeigt sich auf die Frage "Wo man denn schreibe" bei der Antwort "Blog" keiner mehr überrascht.
Bei eher "unwichtigen" Leuten habe ich bisher oft die Erfahrung gemacht, dass sie die erste Frage auf die Bloghits ausrichten. Wieviele das denn so lesen am Tag ?
Wenn ich daraufhin antworte, dass es nicht selten unbedingt auf die Menge der Leser ankommt, folgt das Schulterzucken. Entweder wird gestottert, man habe das ja nicht so gemeint und natürlich kann ein Blog mit nur fünf Hits am Tag der Blog von der allerhöchsten Qualität sein. Oder es kommt ein: "Naja, man will da schon kalkulieren, ob sich denn ein Interview mit dem Blogger lohnt".
Letzteres ist mir soweit nur ein einziges Mal passiert und die Person entpuppte sich als mehr oder weniger gescheitert. Im Nachhinein stellte ich fest, dass sie jeden so behandelte. Egal, ob der Interviewer vom TV oder einem Blog kam.

Wer sich als Blogger entscheidet, Recherche anzustellen, der kommt mit der Umwelt mehr als genug in Kontakt. Flexibilität und Ideenreichtum gehören dazu. Wie komme ich an was heran ? Wer kann mich soweit bringen oder an wen kann ich mich ausserdem wenden ? Nicht selten folgt eines dem anderen und so mancher Gesprächspartner steuert zu einem anderen Thema noch mehr Infos dazu oder gibt sich diesbezüglich hilfsbereit a la "er kenne da noch andere Leute, die er kontaktieren könnte". Geschickt in das laufende Interview gefädelt, kann es ohne Weiteres zu derlei Hilfsaktionen kommen und mir ist das bisher sehr häufig passiert.

Zu einem Interview sollte man unbedingt vorbereitet erscheinen. Nicht zum Thema herumstottern, sondern mit Fakten bewaffnet fragen. Ich treffe mich mit Rabbinern oder Historikern; also bereite ich mich im Vorfeld intensiv vor. Je besser man vorbereitet ist, desto intersiver wird das Interview und meist läuft in dem Fall alles auf einen längeren Kontakt hinaus. Wenn noch Fragen da sind und man könne jederzeit anrufen oder bei einem ähnlichen Theme wieder nachhaken.

Es kann der Fall eintreten, dass der Interviewpartner vom Blogger eine gewisse Garderobe erwartet. Damit meine ich nicht unbedingt nur die relig. Klamotte, sondern edle Häuser. Dem sollte man sich nicht widersetzen, sondern in dem Fall genauso vorbereitet sein. Viele Verhaltensweisen verstehen sich halt von selbst.

Interviewpartner fragen ebenso gerne nach Referenzen. An welchen Themen arbeitet der Blogger und mit wem arbeitete er in Interviews schon zusammen ?

Versteht der Blogger die Antwort nicht, weil sie zu professionell erscheint, muss er nachfragen. Der Interviewpartner meint nicht gleich, dass der Blogger deswegen dumm sein muss. Bloss nicht scheuen nachzufragen und wenn Namen fallen, nach der exakten Schreibeweise fragen und mitschreiben.

Nach einiger Zeit tritt eine kleine Routine ein, obwohl jeder Interviewpartner anders ist ! Man wird mutiger und enthusiastischer beim Schreiben des Artikels. Ich halte es so, meinen Interviewpartner im voraus eine Kopie zu senden, denn manchmal sind fachliche Korrekturen nötig. In den Inhalt selber lasse ich mir jedoch nicht hineinreden. Weiterhin halte ich meine Interviewpartner auf dem laufenden, ob ich noch mehr Material sammele und ob ich am Artikel arbeite.

Ich gehe an kein Gespräch trocken oder desinteressiert heran. Heute spreche ich mit demjenigen über das und morgen mit jemand anderem zu einem ganz anderen Stoff. Bloss keine Langeweile zeigen, sondern zuhören und nachfragen.

Was ich für wichtig halte ist, mit dem Interviewpartner auf einer persönlichen Basis zu kommunizieren und verzichte auf hochgestylte bürokratische und viel zu förmlichen Redewendungen. Ferner gebe ich zu, wenn ich etwas nicht weiss und dass ich mich in ein Thema noch nicht richtig eingearbeitet habe.

Kurz gesagt: In Israel sind mir noch keine herben Absagen vorgekommen. Die eigenen Verhaltensweise und das Interesse lassen einen manchmal auf die tollsten Ideen kommen, wen man kontaktieren könnte. Und, von so manchem Promi kommt der Blogger vollkommen enttäuscht zurück, denn der Promi entpuppt sich als ganz anders als erwartet.  

Aliyah Job Center: Arbeitsgesetzgebung in Israel

B"H

Hier findet Ihr eine sehr gute Auflistung der Arbeitsregelungen in Israel:



Wie bereitet man sich nach der Aliyah auf die Jobsuche vor ?

Artikel Research & Themenklau

B"H

Vielerorts ist es in den Medien leider so, dass die "Journaille" einen Artikel ruckzuck fertiggestellt haben will. Eine Deadline zur Abgabe eines Artikels besteht und so wird, haudrauf, ermittelt. 

Wo sind all jene guten Journalisten, welche da noch richtigen Research betrieben ? Sich mit dem Thema lange und detailliert auseinandersetzten, Ansprechpartner suchten und so richtig nach Infos gruben ? Heutzutage geht es schnell zu Wikipedia, irgendein Ansprechpartner wird gesucht. Egal, wer, denn dem Leser kann man eh alles vorsetzen. 

Ich habe mehrere grosse Artikel in Planung und betreibe kein Hauruckverfahren, wo es um eine eventuelle schnelle Mark geht. Zum Thema "Dona Grazia", zum Beispiel, spreche ich mit mehreren Personen, die sich in der Historie auskennen, gehe an verschiedene Orte und ferner lese ich momentan drei Fachschriften. In Vorbereitung auf ein anderes Thema tun sich gerade neue Personen auf, mit denen ich vielleicht sprechen kann. 

Mein Punkt ist eigentlich kurz gemacht:
Ich ziehe nichts Schnelles ueber den Hocker, sondern lege Wert auf Infomaterial ! Deswegen dauert die Vorbereitung und Veroeffentlichung einiger Artikel wesentlich laenger. 
____________________________ 

Was mir in letzter Zeit auffiel ist, dass anscheinend einige Leute von mir abkupfern, denn ihnen selbst fallen keine Themen ein. Und damit meine ich Journalisten und keine Blogger. Es ist erstaunlich, wie sehr sich Journalisten so furchtbar loben, aber noch nicht einmal eine eigenstaendige Idee zusammenbekommen und sich bei anderen vergreifen muessen. Da fragt man sich, wer hier den Beruf verfehlt hat.

Neues von der Jerusalemer Strassenbahn

B"H

Ab April 2011 soll die Strassenbahn durch Jerusalem rollen und ich lasse mich jetzt nicht wieder über die 1000 Skandale bezüglich des Baus und der Verschwendung von Finanzmitteln aus.

Am letzten Donnerstag morgen sah ich gleich vier Strassenbahnzüge vor dem Zentralen Busbahnhof stehen und hier ist ein Photo von dem Ereignis:



Photo: Miriam Woelke

Bild des Tages


Gesehen an der Strandpromenade von Tiberias.

Photo: Miriam Woelke

Michael Douglas und der Krebs - Teil 2

B"H

Aktuelle Photos von Michael Douglas und seinem Gesundheitszustand bietet die "Daily Mail Online":

http://www.dailymail.co.uk/tvshowbiz/article-1322950/Michael-Douglas-looks-frail-takes-daughter-Carys-school-run.html

Halskrebs Phase 4 lässt sich nicht mehr so einfach abtun wie angenommen. Seit dem Interview bei David Letterman dürfte Michael das Lachen vergangen sein !

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Nefesh B'Nefesh, Renten und die Aliyah mit 50 - Teil 1

B"H

Erst gestern berichtete ich von der Aliyah - Organisation "Nefesh B'Nefesh" (NBN), die da den "Aliyahmarkt" in den USA, Kanada oder Frankreich fast vollständig beherrscht. NBN bietet den Neueinwanderern nach Israel besondere Rechte, welche niemand bei einer Aliyah mit der Jewish Agency bekommt. Fragt nicht, wieviele Tausende von Dollar ein NBN - Ankömmling in Israel erhält.

Vorwiegend siedelt Nefesh B'Nefesh die Neueinwanderer in Modi'in oder Beit Shemesh (beide Orte sind liegen nahe bei Jerusalem) an. Seit Neuestem steht das interne Programm "GO NORTH" auf dem Plan. Neueinwanderer können sich für ein Leben in Nordisrael entscheiden und bekommen noch mehr an Vergünstigungen als ihr Counterpart, der sich in Jerusalem oder Beit Shemesh niederlässt.

Seit Jahren schlägt NBN mit Erfolgszahlen um sich. Tausende machen alljährlich Aliyah mit NBN und die Erfolgsquote, dass es ein Neueinwanderer in Israel schafft und auch nach dem Ausgeben des Geldes der Aliyahrechte im Land bleibt, liege bei 98 %. Eine Zahl, die ich für mehr als übertrieben halte, denn ich traf in der Vergangenheit auf viele NBN - Leute, die das Land wieder verliessen und in die USA zurückkehrten. Trotz Job und allem komme man in Israel nicht zurecht und ziehe seine alte Heimat vor.

Was sich jedoch alles auf den ersten Blick so toll anhört und wo jeder bei all den super Vergünstigungen dabei sein will, steckt eine knallharte Agenda und Politik dahinter. Nichts ist halt umsonst und NBN ist ein Business, welches Erfolgszahlen sucht. Wie ich heute erfuhr, beschränkt sich das "GO NORTH" Programm lediglich auf Personen, bei denen ein finanzielles Auskommen nach der Ablauf der von Nefesh B'Nefesh gezahlten Vergünstigungen gesichert ist. Ist jemand über 50 oder 60 Jahre alt, so wird derjenige von NBN abgelehnt, falls niemand aus dem Familienkreis für das finanzielle Weiterbestehen im Land die Garantie übernehmen will.

Wer in Israel als Arbeitnehmer keine private Rentenversicherung abschliesst, der steht im Rentenalter fast mit leeren Händen da. Diverse staatliche Angestellte bilden Ausnahmen, doch die Mehrheit der Arbeitnehmer bekommt wenig Rente. Der staatliche monatliche Rentenbetrag liegt bei ca. 1500 Schekel (ca. 300 Euro).
Wer soll davon leben ?

Wer im fortgeschrittenen Alter Aliyah nach Israel macht und aus seinem Heimatland keine Rentenreichtümer zu erwarten hat, steht allein mit der staatlichen Miete da. Und was dann ?

Je älter der Neueinwanderer ist, desto höher der monatliche Beitrag zur privaten Zusatzrente ! Sagen wir, jemand macht mit 50 oder 60 Jahren Aliyah und hatte bisher keine israelische Zusatzrente, dann bekommt er lediglich die gesetzlich vorgeschriebene Mindestrente zugesprochen. Ferner hängt die Höhe der Rente am letzten Einkommen !

Wer sagt, er will privat Beiträge für einige Jahre nachzahlen, den hetzen gnadenlos die Versicherungsgesellschaften, denn die wollen dicke Provision abkassieren. Eine Nachzahlung ist möglich, doch dann sollten die Beträge sich auf mindestens 1000 Schekel pro Monat belaufen. Kurz gesagt, das Rentenwesen ist kompliziert und nicht billig für den Versicherten.


FORTSETZUNG FOLGT AM SONNTAG !

Bilder aus Gaza

B"H


Hier seht Ihr, wie die Leute in Gaza wirklich leben. Niemandem fehlt es am Handy, i - phone oder modischer Kleidung. Obwohl: Die modische Kleidung für Frauen ist in Gaza recht eingeschränkt, denn die Hamas erlaubt nichts Unanständiges.:-)




Gaza Prison Heaven Come See The Truth


Anständiges Baden im See Genezareth (Kinneret)


Photo: Miriam Woelke


B"H

Das Tückische am See Genezareth (Kinneret) und an der Stadt Tiberias ist, dass sich beides in einer Art Tal befindet. Kurz nach der Einfahrt nach Tiberias geht es nur noch bergab. Die Innenstadt wird vom See umrahmt und alles, was es hier gibt, ist der See.

Die Luftfeuchtigkeit des Sees staut sich im Tal über der Stadt Tiberias sowie den umliegenden Orten am Ufer. Hitze und Schwüle stauen sich zugleich und die Luft scheint festgefahren. Wie in einem steril geschlossenen Glas. Treibhausluft und schlimmer als Tel Aviv. Ohne Klimaanlage läuft nicht viel. Man gewöhnt sich an die Hitze und lernt mit ihr zu leben. Genauso wie die Bewohner von Haifa, Tel Aviv, Beersheva oder Ashdod.

Am vergangenen Freitag war ich das erste Mal seit vielen Jahren wieder im Kinneret baden. Viele Strände verlangen Eintrittsgelder. An der Promenade gibt es einen kleinen kostenlosen Strand, der von der Stadt verwaltet wird.  Richtung Migdal oder zur anderen Seite Richtung Beit Shean befinden sich freie Strände. Ohne Geld, aber auch ohne Dusche.

Das Schwimmen im See ist an den kostenlosen Stränden nicht immer einfach, denn vielerorts muss man zuerst einmal ueber hohe Steine krabbeln. Ich rutsche dabei auch gleich so richtig aus und setzte mich auf den Hintern. Mitten in eine Schlammpfütze, aber man ist ja flexibel. Das kommt eben davon, wenn man einen Strand in der Wildnis aufsucht.

Meine Hose musste ich erst einmal im See waschen, sonst denken die Leute hinterher noch sonstwas. So richtig ins Wasser konnte ich dann auch nicht, da eine haredische (ultra - orthodoxe) Familie neben mir badete. Kinder und Ehemann planschten fröhlich herum, die Frau stand mit ihrem langen Chaluk (Hauskleid) sowie ihrer Kopfbedeckung im Wasser. Na, wenn das kein Anstand ist !

Trotz all der kleinen Hindernisse genoss ich das "Halb"bad im See, hatte aber nicht bedacht, dass dort Fische leben. Und so roch ich dann auch: nach Fisch.
Aber schön war es trotzdem !

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Go North - Aliyah nach Nordisrael

B"H

Die Aliyah Organisation Nefesh B'Nefesh (NBN) bietet auf ihrer Site die Aliyah in den Norden an. "GO NORTH" - so das Motto. 
Vielerseits siedelte NBN amerikanische, britische und französische Neueinwanderer (Olim) im Zentrum des Landes an. Beersheva in der Negev wurde für einige Olim ebenso zum Hit, denn es muss nicht immer Jerusalem, Tel Aviv, Modi'in oder Netanya sein. Nefesh B'Nefesh drängt in die Provinz, denn die Zentren sind voll, zu teuer und die Jobs werden rar. Trotzdem fühlen sich englischsprechende Neueinwanderer in den grossen Zentren wohl, da es genug Gleichgesinnte gibt. Wer sucht nicht ab und an dieselbe Mentalität und Sprache ?

Seit einiger Zeit also steht der Norden auf dem Programm. Carmiel oder Haifa an erster Stelle, denn dort gibt es die meisten Jobs. NBN arbeitet nicht in Deutschland und für deutsche, schweizer oder österreichische Juden und deren Aliyah nach Israel ist nach wie vor die Jewish Agency zuständig. Aber darum geht es an dieser Stelle weniger, denn im Laufe der Zeit tat sich ein Problem auf, an dass man im Vorfeld nie gedacht hatte. Vor allem nicht jene Neueinwanderer, die sich einen Wohnsitz im Norden suchen.

Nicht wenige Neueinwanderer nach Israel zieht es gerade in den Norden, denn dort lassen sich günstig Wohnungen mieten und die Landschaft ist wunderschön. Für mich aus Bayern bieten die Berge Galiläas eine kleine Erinnerung an Bayern. Wenn denn das Landschaftsbild im Endeffekt doch anders ist.

Wer Aliyah macht, der geht häufig euphorisch zur Sache. Zionismus, in Israel leben, richtig Jude sein ohne Rechtfertigungen vor anderen, wow. Da liegt die Versuchung nahe, sich in der Peripherie niederzulassen und so richtig den pionierreichen Zionismus auszuleben. Nur an eines denken viele Olim nicht:
Viele Orte im Norden haben einen hohen Bevölkerungsanteil sephardischer Juden. Ich nenne hier nur Tiberias am See Genezareth (Kinneret) als Beispiel. Juden aus Marokko, Kurdistan, Tunesien oder anderen arabisch geprägten Ländern. Eine vollkommen andere Mentalität gegenüber den aschkenazischen Juden aus den USA oder Europa. Hinzu kommt, dass sephardische Juden nicht unbedingt die tollen englischen Sprachkenntnisse besitzen und sich im Wesentlichen auf Hebräisch und bestenfalls ihres sephardischen Dialekten oder dem Französischen (die Marokkaner) bedienen.

Neueinwanderer, die sich im Norden niederliessen, einige davon auf dem Golan (an der Grenze zu Syrien) merken plötzlich, dass sie allein dastehen. Hebräisch können sie noch nicht und quälen sich gerade mal so durch einen Ulpan (Sprachkurs). Aber das Anfängerhebräisch reicht längst nicht aus, um frei zu kommunizieren geschweige Freundschaften aufzubauen. Kurz gesagt, viele Olim im Norden stehen als Aussenseiter da. Einsam, keine Kontakte und die Mentalität ist gleich dreimal fremd.
Was tun ?

Der Chabadnik Eli Naiditch vom Chabad - Hostel "Ascent" in Zfat macht sich so seine Gedanken und versucht momentan Kontakte zu Nefesh B'Nefesh zu knüpfen. Treffen für Anglos aus Orten, in denen sonst niemand des Englischen mächtig ist, sollen organisiert werden. Das alles befindet sich in der allerersten Anfangsphase, doch finde ich es eine sehr gute Idee. Andererseits sollte sich der Neueinwanderer im Vorfeld erkundigen, wo genau er sich da niederlässt. Ansonsten besteht die Gefahr, hinterher in der Einsamkeit zu enden.

Neueinwanderer, die sich gerade im Norden niederlassen, verdienen eine hohe Anerkennung, denn es ist gewiss nicht leicht, sich durchzukämpfen und, vor allem, einen Job zu finden. Die Infrastruktur ist rar, es sei denn, man geht tatsächlich nach Haifa oder ins nahegelegene Carmiel.

Tamy Arad und die Eltern Shalit

B"H

Tamy Arad, die Frau des vor 24 Jahren gekidnappten israelischen Luftwaffenpilot Ron Arad, gab dieser Tage zu, keinen Ärger auf die jeweiligen israelischen Regierungen zu verspüren, sondern sie sei traurig und enttäuscht.

Der israelische Journalist Ronen Bergmann schreibt in einem seinen Bücher, dass es zu Zeiten des vor 15 Jahren ermordeten Politikers Yitzchak Rabin eine Chance gab, Ron Arad aus den Händen einer militanten libanesischen Gruppe zu befreien. Rabin jedoch habe gezögert, eingesperrte palästinensische Terroristen freizulassen. Jahre zuvor fand solch ein Austausch statt und es kam teilweise zu erheblichen Protesten innerhlab der israelischen Gesellschaft. Rabin scheute eine eventuelle erneute Kritik und so wurde Ron Arad kurz darauf vom Libanon in den Iran gebracht.

Vorgestern abend ging ich mit Freunden am Protestzelt der Familie Shalit vorbei. Es war schon dunkel, doch Gilad Shalits Eltern, Noam und Avivah sowie Bruder Joel, sassen noch im Zelt. Es war das erste Mal, dass ich Noam Shalit sah, denn seiner Frau Avivah war ich schon einmal begegnet.
Noam Shalit sah konzentriert auf sein Handy und wartete anscheinend auf gute Nachrichten. Avivah hingegen gab sich gelassener und strickte.

Beim Vorbeigehen stellten wir uns die Frage, ob wir nicht ins Zelt gehen und den Shalits alles Gute wünschen sollen. Ich könnte einen Photo für meine Blogs machen und eventuell mit Noam reden. Stattdessen aber gingen wir nur stumm am Zelt vorbei. Nach einigen Metern warf ich in die Runde, ob wir nicht zurückkehren und den Shalits wenigstens ein freundliches Wort geben sollen. Meine Freunde aber gaben mir zur Antwort: "Was sollen wir denn sagen ? Es ist schrecklich genug das mit anzusehen wie sie da sitzen und auf eine Lösung warten".

Das Protestzelt wurde vor wenigen winterdicht gemacht und erhielt einen wasserdichten Fussboden. Trotz heutiger 36 Grad Celsius, der Jerusalemer Winter kommt bestimmt und die Shalits haben nicht vor aufzugeben und in ihr Haus nach Mitzpe Hila (Nordisrael) zurückzukehren. Jedenfalls nicht ohne Gilad.


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