Dienstag, 30. November 2010

Bild des Tages


Tiberias (Tveryia) in Nordisrael.

Photo: Miriam Woelke

Gestrandete deutsche Touristen in Israel

B"H

Durch Tiberias geistert seit Jahren ein holländischer Tourist. Ein paar Mal schon begegnete er mir, doch nüchtern war er nie. Ständig im Suff, ohne feste Bleibe und oft von der Polizei aufgesammelt. Gestern zog er gröhlend durch die Hagalil Street in Downtown und vor einer Woche zog er seine Alki - Show vor dem Chabad House an der Promenade des See Genezareth (Kinneret) ab.
Kann sein, dass er Staatsbürger ist, denn die Polizei lässt ihn nach einer Weile stets wieder laufen. Es würde mich keineswegs überraschen, wenn er in der Vergangenheit einmal mit einer Israelin verheiratet war und somit irgendwann die israelische Staatsbürgerschaft erlangte.

Wie der Holländer zieht eine gewisse Anzahl von gestrandeten Touristen durch unser Land. Vorweglich in den Großstädten, denn da ist es leichter, ohne gültigem Visum unterzutauchen. Wer nicht gerade afrikanischen oder asiatischen Looks ist, der hat es wesentlich einfacher, der Ausländerpolizei "OZ" zu entkommen.

Als ich Ende der 80iger Jahre das erste Mal nach Israel kam, im Kibbutz volontierte und nebenbei das Land bereiste, traf ich auf verhältnismässig viele junge deutsche (nichtjüdische) Touristen, die einfach so in Israel bleiben wollten. Damals kam nicht ständig die Polizei in die Hostels zur Passkontrolle und es liess sich superleicht einige Monate oder wenige Jahre im Land leben. Jobs gab es in Restaurants. Kellnern oder abwaschen. Die Hostels selber stellten Touristen an ihrer Rezeption ein. Dafür gab es dann ein kostenloses Bett im Dormitory (Mehrbettzimmer). Immerhin ein Bett und manchmal servierte der Hostelbesitzer eine Mahlzeit mit dazu.

Heute hingegen ist alles anders und die Polizei droht ständig aufzukreuzen, um den Pass samt Visum zu kontrollieren. Razzien sind keine Seltenheit. Ob im Hostel, am Arbeitsplatz oder mitten auf der Straße. Wer ohne Visum erwischt wird, dem droht die Abschiebung ins Heimatland. Weiterhin darf nach einer Abschiebung das Land Israel für mindestens fünf Jahre nicht mehr betreten werden.

Im Kibbutz, aber auch in den Städten, traf ich häufiger auf deutsche Touristen, die einen Israeli geheiratet haben. Einige von ihnen waren längst wieder geschieden, denn entweder klappte die Beziehung nicht oder die Verwandtschaft des jüdischen Partners legte sich quer. Man wollte keinen Nichtjuden in der Familie. Ja, ich kenne sogar Fälle, in denen sephardische Familien selbst keinen zum Judentum Konvertierten in der Familie haben wollten. Keine dieser Beziehungen war von langer Dauer, denn sephardische Juden sind familienorientiert und legen sich nicht mit den Eltern und Tanten wegen eines Partners an. Eine blonde Freundin oder ein blonder Freund mögen zwar anfangs eine Attraktion sein, doch nach einiger Zeit zieht der Alltag ein und mit ihm die keifende israelische Verwandtschaft, die alles will, nur keine Schickse.

Zahlreiche Touristen kommen in Israel an und sagen sich, dass ihnen all das nicht passiert. Erst einmal sehen und falls sich für das "einfach dableiben" entschieden wird, so ist sich derjenige sicher, all die Schwierigkeiten zu bewältigen. Was kaum jemand von ihnen in Erwägung zieht: Was geschieht mit mir in einem Krankheitsfall ? Was ist mit meinen Rechten und was, wenn der Boss mir einfach das Gehalt verweigert und ich plötzlich meine Bleibe nicht mehr zahlen kann ? Was dann ?
Manchmal geschieht es sogar, dass neidische Mitmenschen oder Leute, mit denen der Tourist im Streit liegt, einfach die Ausländerpolizei anrufen und den Illegalen verpfeiffen. Ein Leben im Untergrund und einige abgeschobene Touristen (u.a. aus Finnland) schrieben mir hinterher in einer Mail, dass sie froh waren, abgeschoben zu werden. Damit hatte der Alptraum, zum Flughafen zu müssen und dort einzugestehen, kein gültiges Visum zu haben, ein Ende. Oder anders herum gesagt: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Seltsamerweise traf ich auf recht viele Deutsche, die eine / n Israelin / Israeli geehelicht hatten und im Nachhinein alles andere als glücklich waren. Das Land ist ihnen, trotz Sprachkenntnisse und Kinder, stets fremd geblieben. Wer nicht zum Judentum konvertierte, hat es normalerweise schwerer. Die Mitmenschen reden; und das nicht immer nur hinter dem Rücken, sondern mitten ins Gesicht hinein. Ferner befindet sich im Personalausweis ein sichtlicher Vermerk, dass derjenige Bürger kein Jude ist. Den Palästinensern, Drusen und Beduinen ist das egal, doch nicht immer jenen Nichtjuden, die in Israel mit einem Juden verheiratet sind. Früher stand im Ausweis offen die Religionszugehörigkeit, heute dagegen ist der Vermerk nur einem eingeweihten ersichtlich. Laut Personalausweis ist derjenige Jude, der ein Geburtsdatum gemäss des jüdischen Kalenders im Ausweis stehen hat. Das einwandfreie halachische Judentum desjenigen wird jedoch nicht nach dem Personalausweis entschieden, sondern nach der Halacha. Dennoch erscheint der Ausweisinhaber auf den ersten Blick in einem bestimmten Licht.

Viele meiner Blogleser interessieren sich für das Leben und Arbeiten in Israel, dürfen dabei aber nicht die Realität vergessen. Was laut Gesetz nicht geht, geht nicht und wer heiratet, erfährt noch lange kein unendliches Glück. Das richtige israelische Leben lernt Ihr erst im Land selber kennen und ich weiss nicht, ob ihr nach dieser Erleuchtung noch so begeistert sein werdet.

Die Hizbollah und der Mord an Rafik Hariri

B"H

Meine Freundin "Frumlife" bringt auf ihrem Blog ein paar interessante Einblicke in den libanesischen "Hariri - Mord". Die Hizbollah, der Iran & Konsorten beschuldigen Israel, doch wer bzw. was steckt wirklich hinter der Hinrichtung des libanesischen Politikers ?

Die sehr wahrscheinliche Antwort lautet: Syrien !


Montag, 29. November 2010

Eine Biographie schreiben

Quelle: Overfloden


B"H

Ein Buch über eine einem selbst unbekannte Person zu verfassen, ist alles andere als einfach. Allein der intensive Research kann nervenaufreibend sein. Manche Leute sagen mir sogar: "Alle Zeitzeugen sind tot, also lasse alles auf sich beruhen".
Diese Aussage jedoch hält mich nicht von meinem Vorhaben ab.


Bis vor kurzem kannte ich den Namen der Person, über die ich schreibe, gar nicht. Mittlerweile versuche ich, ein Puzzle zu ergründen und zusammenzusetzen.


Man stelle sich vor: Da hat jemand im Leben einiges an Bekanntheit erlangt, wird älter, krank und verschwindet im Altenheim. Was wird dann aus all den Träumen der "Unsterblichkeit" ? Gestern noch mit einem Staatspräsidenten auf der Veranda gesessen und heute kommt die Altenpflegerin zum Windeln wechseln.


Was muss in solch einer Person vorgehen ? Beginnt man dann nachzudenken ? Was hat der Ruhm im Endeffekt gebracht ?


In der vergangenen Woche sagte mir jemand, dass ich in meinem nicht in der Lage bin, mich in eine Person im Altenheim hinein zu denken. Der Mensch durchlaufe verschiedene Phasen im Leben und im Seniorenalter sitzt man nicht da und denkt, dass das bisher gelebte Leben vielleicht ein Fehler war. Eher werde an die Zukunft gedacht und wie alles von nun an positiver gestaltet wird.


Es ist gewiss nicht einfach, eine Biographie zusammenzusetzen. Es ist Arbeit, doch im Nachhinein beginnt man als Schreiber über sein eigenes Leben nachzudenken und daran, was einem selbst im Leben wichtig erscheint.

Israelis unterwegs: "Frau Eichmann heiraten - להינשא לגברת אייכמן"


Israelis unterwegs



B"H

Der Israeli Yossi Yovel verfasste den Roman "Frau Eichmann heiraten - להינשא לגברת אייכמן" in welchem er das Studienjahr des Yossi Lavi in Tübingen beschreibt. Der israelische Tel Aviv University Student Yossi Lavi geht für ein Jahr ins Ausland, findet einen WG - Bleibe und wird Assistent bei einem der Professoren.
Was Yossi Lavi alles durchlebt und wie seine Umwelt auf seine israelische Identität reagieren, ist sehr gut und oft witzig beschrieben. Ursprünglich kam die Romanfigur Yossi mit nur wenigen Deutschkenntnissen in Tübingen an. "Raus, Gas, Heil Hitler oder Juden" - darauf basiert sein Wortschatz.

Immer wieder stellt sich heraus, dass die deutsche Umwelt unwissend auf den Israeli zugeht. Man kenne Juden bzw. Israelis nur aus dem TV und da sehen die ganz anders aus. Ausgerechnet im Jahre 2006 ist Yossi in Tübingen; in dem Jahr als der zweite Libanonkrieg ausbrach. Bei der Umwelt kommen die alten Ressentiments gegen Israel auf und Yossi wundert sich über die Komplikationen der deutschen Sprache:

"Ich habe das akkustisch nicht verstanden", sowie die Worte "Sperrmüll" oder "Mitfahrgelegenheit".

Bisher scheint der Roman nur in der hebräischen Sprache veröffentlicht worden zu sein, dennoch ist es interessant zu lesen, wie der Autor Yossi Yovel Tübingen und das Verhalten der Deutschen beschreibt. Manches mag er, doch vieles kommt ihm sehr seltsam vor.

Wie erging es den deutschen Juden des Dritten Reiches in Israel ?

B"H

Im Jahre 1966 befand sich der ehemalige Bundeskanzler Konrad Adenauer zu Besuch in Israel und fragte dabei eine deutsche Jüdin, die gleich nach der Machtübernahme Hitlers ins damalige Palästina ausgewandert war, wie es denn den einstigen deutschen Juden in Israel ergeht. Ob sie alle ihr Glück fanden und wirtschaftlich alles in Ordnung sei ?

Ich fand die Frage Adenauers bemerkenswert, denn normalerweise hört man derlei Fragen von deutschen Politikern nicht. Heutzutage scheint dies eh zu spät, denn die  deutschen Juden von damals haben Kinder, Enkel und Urenkel. Viele von den alten Jekkes sind schon längst tot oder in Altenheimen. Neue Generationen wuchsen heran, von denen sich viele nur für eine deutsche Sache interessieren: Sie alle haben ein Anrecht auf einen deutschen Pass und mit einem EU - Pass lässt es sich ganz einfach bequemer reisen.

Viele aus dem Dritten Reich geflüchteten Juden fanden in Israel ihr Glück und wer heute von verarmten Holocaust - Überlebenden hört, der muss sich gewahr werden, dass die Mehrheit davon aus dem untergegangenen Ostblock stammen. Im allgemeinen ging es den deutschen Juden verhältnismässig gut, obwohl sie ihre eigene deutsche Mentalität mitbrachten. Vielerorts führte das deutsche Gehabe zur deutschen Cliquenwirtschaft. Vor der Auswanderung oder zumindest bei der Einwanderung in Palästina bekam der deutsche Jude von damals vorgetragen, was es denn in Israel zu essen gibt und wie man sich behilft. Arabische oder überhaupt die Küche des Mittleren Ostens ist nicht immer jedermanns Sache. In vielen Fällen vermieden die deutschen Juden in Palästina den Kontakt zur einheimischen jüdischen Bevölkerung. Der eigene deutsche Freundeskreis stellte den neuen / alten Lebensraum dar. Nicht immer war das der Fall, doch konnten in den 30iger und 40iger Jahren deutsche Bekannte von Nutzen sein, denn nicht wenige hatten hohe Positionen im Land ergattert oder eigene Unternehmen gegründet. Und wenn da ein deutscher Jude frisch aus Deutschland eingetroffen einen Job suchte, wurde er gegenüber der einheimischen Bevölkerung bevorzugt. Bei Deutschen weiss man, dass sie mit deutschen Tugenden an die Arbeit gehen und nicht schlampen.

Kann der deutsche Aliyah - Jude heutzutage mit der gleichen Behandlung rechnen ?
Definitiv nicht, denn es sind kaum deutsche Juden vorhanden. Viele Russen geben sich als Deutsche aus, denn sie wanderten aus Deutschland ein. Das Gleiche ist es nicht, denn in Israel bleibt ein Russe ein Russe.

Deutsche Juden spielen im heutigen Israel keine Rolle mehr und niemand fragt nach ihnen. Viele Teile des Landes werden von sephardischen Juden "beherrscht" wie, u.a., Jerusalem. Wer interessiert sich da für einen Jekken mit deutschen Tugenden ? Und welches Unternehmen ist heute noch deutsch ? Die Besitzer haben längst gewechselt oder neue Generationen sind herangewachsen.

Ich habe weder positive noch negative Erfahrungen gemacht, weil ich aus Deutschland komme. Mein Verhalten ist oft nicht mehr deutsch, sondern verwandelte sich in israelische Chutzpah. Ich liebe die sephardische Küche und keinen Gefillten Fisch und brauche nicht mehr vor dem "fremden" Essen gewarnt werden, wie die Deutschen von einst. Israel ist zum kunterbunten Mix geworden und wer zurecht kommen will, der mische sich unter die breite Masse.


Sonntag, 28. November 2010

Rabbi Israel Weiss und seine Erinnerungen


Photo: inn.co.il

B"H

Der ehemalige oberste Militärrabbiner der israelischen Armee, Rabbi Israel Weiss, schrieb ein Buch und zog Bilanz.
In seinem Buch greift Rabbi Weiss den ehemaligen Premier Ariel Sharon sowie den damaligen Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Dan Chalutz, mächtig wegen der Räumung Gush Katifs im Gazastreifen an. Ferner tut es Rabbi Weiss leid, sich für eine Räumung eingesetzt zu haben, aber Chalutz habe ihm nicht die ganze Wahrheit über das Ausmass gesagt.

Am Freitag veröffentlichte die Tageszeitung "Yediot Acharonot" ein Interview mit Rabbi Israel Weiss. Dieser beschrieb im Interview sowie im Buch auch, dass er vielen Eltern getöteter Soldaten nicht die volle Wahrheit darüber sagen konnte, welche Körperteile sich wirklich im zu bestattenden Sarg befanden. Zum Beispiel fragte ihn eine Mutter, nachdem ein Panzerwagen am einstigen "Zir Philadelphi" (Grenze nach Ägypten) im Jahre 2004 auf eine Tonne Sprengstoff fuhr und explodierte, ob die Überreste ihres Sohnes im Sarg so aussehen, wie die Opfer nach einem Bombenanschlag. Rabbi Weiss antwortete ihr darauf, dass die Bombenopfer im Bus von einer Detonationsmenge von 10 - 15kg Sprengstoff getötet werden; ihr Sohn aber befand sich in einem Panzerwagen, der da auf eine ganze Tonne Sprengstoff fuhr. Die Frau schwieg und wusste Bescheid.

Manchmal konnte nur ein Finger beerdigt werden. Hautfetzen die sich im Sarg befanden und mehr nicht. Nach der Explosion eben jenes Panzerwagen gab es fast gar nichts zu bestatten, denn die Körper der toten Soldaten hatten sich so gut wie pulverisiert. Ihre Kameraden suchten den "Zir" nach Körperteilen ab, was in Israel eine riesige Diskussion hervorrief.  

Auch jetzt kam Kritik, denn alte Wunden würde der Rabbiner mit seinem Buch aufstossen. Rabbi Weiss aber sieht in dem Bericht eine Notwendigkeit und niemand dürfe den Hinterbliebenen die Wahrheit verschweigen.



IDF - Soldaten suchen nach der Überresten ihrer toten Kameraden (2004).



Link:

Bundespräsident Christian Wulff in Israel

B"H

Bundespräsident Christian Wulff ist in Israel gelandet und war, wie die Agenda allgemein vorsieht, schon zur Kranzablage im Jerusalemer Holocaust Museum "Yad Vashem". Wulff trifft auf Peres, später auf Netanyahu, Liebermann, Zipi Livni und die gesamte Politriege. Religiöse Politiker ausgeschlossen.

Die Tageszeitung "Yediot Acharonot" veröffentlichte heute einen mehr als liberalen Artikel zu Wulff. Er sei jung, geschieden und wiederverheiratet. Begleitet werde er von seiner Tochter, da seine Frau daheim blieb.

Zuerst geht der Artikel durch all das Blabla, bis dann Wulff im Interview meinte, er könne sich für den Nahen Osten nur eine Zwei - Staaten - Lösung vorstellen und da begann ich mich zu fragen, woher Herr Wulff denn das so genau weiss, wenn er gar nicht im Nahen Osten wohnt, sondern 4000km entfernt.

Israel müsse nachgeben und mit Abu Mazen einen Frieden eingehen.

Und da frage ich doch einfach einmal weiter:
Hat Herr Wulff Gilad Shalit vergessen, der da mit keinem Wort erwähnt wird ?

Wer muss da also zuerst was erfüllen ?


Mehr Details hier:

http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/140868

Ist die "Jüdische Stimme" jüdisch ?

B"H

Zufällig bin ich bei Youtube auf einen "MONITOR"beitrag vom 17. Juni 2010 gestossen, in welchem es um sogenannte deutsche "Juden" geht, die sich für Gaza sowie die Flotilla einsetzten bzw. einsetzen. Henryk Broder verfasste zu dem Monitor Bericht einen Kommentar, in welchem er darstellt, dass es sich bei zumindest einer im Bericht gezeigten Frauen um keine Jüdin handelt.

Schon beim Anschauen der Kurzreportage fiel mir das ins Auge, denn Frau Edith Lutz sieht den selbsternannten "Juden", die eigentlich Christen sind und durch Jerusalem wandern, mehr als ähnlich. Derlei Deutsche haben wir in Israel zuhauf.

Ein Blick auf die Website der sogenannten "Jüdischen Stimme" haette Herrn Border schon geholfen, denn die dort angegebenen Links sprechen Bände: Nämlich die Bände der MESSIANISCHEN Juden ! Wobei die Mehrheit der sich selbst titulierenden messianischen Juden gar keine Juden sind, sondern Christen.

Israels intellektuelle Linke und die Propaganda gegen die eigene Heimat


Israels Linke und ihre Hetze gegen das eigene Land.

Samstag, 27. November 2010

Photos vom DONA GRACIA FESTIVAL in Tiberias

B"H

Eine historische Persönlichkeit, die leider vielen allzu unbekannt ist:
DONA GRACIA, vor 500 Jahren in Lissabon geboren, die da versuchte, die europäischen Juden vor der Inquisition zu retten und den türkischen Sultan überedete, ihr Tiberias zu überlassen. Die Juden Europas sollten sich dort ansiedeln und die reiche Dona Gracia plante sogar schon eine eigene Industrie: Eine Textilindustrie, die Seidenstoffe produziert.

Dona Gracia erreichte Tiberias nicht mehr und verstarb im Jahre 1569. Nur wenige Juden kamen nach Tiberias und den Rest kennen wir: Abertausende von Juden wurden von der katholischen Inquisition grausam ermordet.

Dona Gracia allein bedeutet ungemein viel Research und ich werde auf HAMANTASCHEN im Verlauf der Zeit mehr über sie berichten.

HIER immerhin einige Photos des DONA GRACIA FESTIVALS von vor knapp zwei Wochen:

http://hamantaschen.blogspot.com/2010/11/photos-vom-dona-gracia-festival-in.html

Momentan fasse ich in einem Buch die Laufbahn einer weiteren historischen Persönlichkeit zusammen, wobei besonders die Geschichte von Tiberias eine Rolle spielt. Ein Thema, dass bisher fast unbekannt geblieben ist und selbst in unserer Stadt erweist es sich als alles andere als einfach, Zeitzeugen zu finden. Photos sind eine Menge vorhanden und die Veröffentlichung wurde mir von einer städtischen Einrichtung gestattet, doch die geschriebene Geschichte dazu muss ich selber recherchieren und die Inhalte auf die Beine stellen.

Kein Regen in Sicht


Der See Genezareth (Kinneret) mit den Golanhöhen am anderen Ufer.

Photo: Miriam Woelke


B"H

In Tiberias am See Genezareth werden wir morgen, nur wenige Tage vor Chanukkah, 29 Grad Celsius haben. Das luftfeuchte Haifa am Mittelmeer wird gar 31 Grad Celsius verbuchen.
Zwar wird es gegen abend hin schon recht kühl, doch tagsüber strahlt die Sonne und keine Spur vom kälteren Wetter zu Chanukkah zeigt sich am Horizont.

Schlechte Nachrichten:
Mittlerweile ist der Kinneret (See Genezareth) wieder um fast einen Zentimeter gesunken. Am Ufer liegen Gesteinsbrocken, die noch vor ein paar Jahren Bestandteil des Sees waren und tief unterhalb des Wassers lagen. Heute dagegen schrumpft der See zusammen.

Das jüdische "Schema Israel - Gebet" sagt uns, dass nur G - tt allein für den Regen über Israel verantwortlich ist. ER allein entscheidet und hoffen wir, dass dies bald geschieht und vor allem reichlich ausfallen wird !

Freitag, 26. November 2010

Klatsch aus Israel

B"H

Blättern wir heute in den israelischen Wochenendausgaben der Tageszeitungen, so winkt uns wieder einmal eine weitere Vergewaltigungsaffäre entgegen. Nach Ex - Präsident Moshe Katzav (sein Prozess läuft noch) ist jetzt der hochrangige Polizeioffizier Uri Bar Lev in die Schlagzeilen geraten. Zwei oder drei Frauen erstatteten wegen sexueller Belästigung und Vergewaltigung an. Die erste anklagende Frau ist eine Beamtin aus dem Ministerium für Innere Sicherheit. Bar Lev gab ausserehelichen Sex zu, doch bestreitet die Vergewaltigungen. Das sei alles mit gegenseitigem Einverständnis erfolgt. Nun scheiterte der Polizeioffizier beim Lügendetektortest und die Beamtin gab ihr Gesicht samt Namen preis.

Bar Levs Gattin, eine Holländerin, hält zu ihrem Mann, der da selbst alles als Verschwörungstheorie gegen sich sieht. Seine Kollegen sowie Konkurrenten wollen ihn nicht als zukünftigen obersten Polizeichef sehen, sondern selbst das Ruder übernehmen.
Ich frage mich dagegen, warum die Gattinen solcher Männer immer noch zu ihnen halten. Beim Hausmütterchen Gila Katzav war das allen irgendwie verständlich, doch was ist mit der holländischen Frau von Uri Bar Lev, der nun die Öffentlichkeit ins Gesicht lacht, weil ihr Mann den Ehebetrug eingestand. Allen, nur der Gattin nicht.


Die Tageszeitung "Yediot Acharonot" liess seit Beginn der Woche eine riesen PR Kampagne anrollen. Endlich einmal wieder ein saftiger Skandal eines TV Stars. Nein, nicht das israelische Model Bar Rafaeli, die da mit Leonardo Di Caprio herummacht und beide vor wenigen Tagen noch im Tel Aviver DAN Hotel urlaubten. Die Paparazzi waren gerüstet, doch warum wird solch ein Wirbel betrieben, wenn eine Jüdin mit einem Nichtjuden herummacht. Laut der Thora sind einem Juden derlei Beziehungen untersagt !

Beim Yediot - Skandal ging es jedoch um Eyal Shani, den berühmten TV - Koch der Sendung "Masterchef". Nicht, dass Shani im TV kocht. Vielmehr gehört er zur Masterchef Jury, welche da Kandidaten kochen lässt und danach wird probiert und entschieden, wer von den Hobbyköchen eine Runde weiterkommt. Seit Wochen befindet sich Israel im Masterchef - Fieber und morgen abend steigt das große Finale der restlichen drei Kandidaten Smadar (die marokkanisch - israelische Version der Mutter Beimer), Ina und Elkanan. Im gestrigen Halbfinale flog Aviva hinaus.

"Masterchef" ist momentan das israelische "… sucht den Superstar". Nur halt als Koch und Eyal Shani fungiert als eine Art Dieter Bohlen. Zynisch, nicht immer beleidigend, doch frech aber gleichzeitig versüsst er seine Kommentare mit kulinarischer Poesie. Hinter den Kulissen des zweiten israelischen TV - Senders kracht es zwischen Sheni und dem Jurykollegen Chaim Cohen, doch Shani gilt als Star der Sendung. Oder kann sich jemand "Deutschland sucht den Superstar" ohne einen Bohlen vorstellen ?

Yediot Acharonot jedenfalls deckt heute das geheime Privatleben Shanis auf, welches da lautet: Millionenschulden. Am Ende des mehrseitigen Artikels geht das Massenblatt dann aber doch eher mitfühlend mit Shani um und der Jurykoch rechtfertigt sich, indem er bekannt gibt, er stottere momentan seine Schulden ab.

Was wären wir nicht ohne den heimischen Klatsch und Voyeurismus ?
Bleibt nur noch eines: In den kommenden Tagen startet Israels liebstes Kind mit einer neuen Auflage: BIG BROTHER ist wieder da !  

Die Seepromenade von Tiberias






Photos: Miriam Woelke

Donnerstag, 25. November 2010

Frauenhäuser in Israel

B"H

Im Jahre 2009 wurden in Israel 2391 Frauen vergewaltigt.
Insgesamt existieren im Land 13 Frauenhäuser.
40 % der im Frauenhaus lebenden Frauen sind unter 40 Jahre alt.

Hier der Notruf für Frauen in Not:

1 - 800 - 393 - 904

Photos von NATIONAL GEOGRAPHIC



Brilliante Photos aus dem NATIONAL GEOGRAPHIC:

Israelis im Ausland

B"H


Ab und an berichtet die israelische Presse über all die Tausende Israelis, die ins Ausland (Diaspora) gezogen sind. Sei es nun Los Angeles, Toronto, Montreal, London, Perth, Melbourne oder selbst Berlin. Wobei viele nach wie vor nicht verstehen, warum ein jüdischer Israeli ausgerechnet nach Deutschland zieht.

Israelis ziehen aus allen möglichen Gründen heraus ins Ausland, doch zumeist stehen die eigenen wirtschaftlichen und finanziellen Interessen im Vordergrund. Das kann ich verstehen, denn wenn ich mir einige Israelis im Ausland so anschaue weiss ich, dass sie es in Israel nicht schaffen täten. Das wissen sie und bleiben lieber, unter anderem, im Wohlstandsland Deutschland.

Andere jedoch plagt das Heimweh. Vor allem jene junge Paare, die Kinder bekommen und diese in einer israelischen Schule und Umgebung wissen wollen und in keiner künstlich herbeigeführten "jüdischen" Atmosphäre einer jüdischen Schule in der Diaspora.

Zahlreiche Israelis ziehen zurück nach Israel und es gibt sogar einen kleinen RUN in die alte Heimat. Einige von ihnen traf ich und sie alle bestätigten, dass unsere Regierung zwar eine riesen PR - Welle schlaegt, was denn den Israeli zurück in der Heimat alles für Vorteile erwarten. Die Realität aber sehe bitter aus. Geld gibt es keines und wer kommt, der sollte etwas Cash im Koffer haben. Dafür gibt es ein paar Steuervorteile sowie einen Kühlschrank. Wenn sich der Heimkehrer einen Kühlschrank kauft, so erhält er das Geld zurück. Der Haken: Der Kühlschrank muss MADE IN ISRAEL sein !

Allerdings gibt es Fälle, bei denen die Heimkehrer im Ausland eine Menge Geld machten und sich jetzt in Israel ein Eigenheim leisten. Sowie die Israelin, die nach 30 Jahren Holland zurückkehrte und sich nun ein Haus in Zfat (Safed) / Nordisrael kaufte.

Immer wieder betonen die potentiellen Heimkehrer, dass sie ja gerne würden, doch die israelische Regierung nicht unbedingt bei der Wiedereingliederung behilflich ist. Sei es nun bei den Akademiker oder anderen.
Letztendlich kommt immer wieder alles auf Geld und Ansehen zurück. Ein israelischer Uniprofessor verdient in Israel ca. 12,000 Schekel (ca. 2500 Euro). Nichts gegen einen Professor in den Staaten, der da ein saftiges Jahresgehalt sowie Auto und Haus gleich dazu präsentiert bekommt. Israel kann sich das nicht leisten und stellt keine finanziellen Mittel für verwöhnte Profs bereit.

Im Endeffekt muss jeder Israeli selber sehen, wo er glücklicher ist und nicht nur auf die Geldquellen der israelischen Seite drängen. Über die Konsequenzen, die sich aus einem Umzug ins Ausland heraus ergeben, sollte sich ebenso ein Jeder im Klaren sein und miteinplanen.

Mittwoch, 24. November 2010

Backrezept: Chanukkah Sufganiot





Sufganiot am Jerusalemer Machane Yehudah Markt in der vergangenen Woche.

Photos: Miriam Woelke


B"H


Am 2. Dezember beginnt das jüdische Chanukkahfest.
In Israel sind sie schon seit Kurzem im Handel, die traditionellen Sufganiot (Krapfen, Berliner). Je nach Füllung kosten sie zwischen 3 - 6 Schekel (ca. 60 Cent 1,20 Euro).


Hier erst einmal ein Rezept aus unserer Bäckerei:

1 kg Mehl (Vollkornmehl)

Eine dreiviertel Tasse Zucker

1 Teelöffel Salz

2 Eier

2 Eßlöffel Cognak

Eine halbe Tasse Olivenöl

60 g Hefe

Das ist alles. Man kann die Sufganiot ganz normal im Backofen backen. 20 Minuten lang bei 160 Grad. Meistens aber werden die Sufganiot in einer Pfanne oder einem Topf voll Olivenöl gedünstet. Heisst, sie müssen darin schwimmen. Die Füllung wird hinterher reingespritzt. In der Bäckerei verwenden wir überwiegend Dattel - Apfel - Füllung. Je nachdem kann man die Sufganiot noch mit Olivenöl, Puderzucker, Honig, etc. bestreichen.


Der Cognak verursacht übrigens, dass das Olivenöl vom Teig besser aufgesaugt wird.


Viel Spaß beim Backen und gutes Gelingen !!!


KÄSE BLUFF made in Israel



B"H

"Kolbotek", so nennt sich das israelische Gegenstück zum deutschen TV - Report "Vorsicht Falle". In Israel ist der Journalist Rafi Ginat zum selben "Kolbotek - Symbol" geworden wie einst Eduard Zimmermann mit "Vorsicht Falle" oder "Aktenzeichen XY ungelöst".

Gestern abend war einmal wieder "Kolbotek Time" und ich kam gerade zur rechten Zeit zum Falafelstand als die Sendung begann. Nach einer langen Busfahrt von Jerusalem nach Tiberias wollte ich eigentlich schnell heim, blieb jedoch wegen Falafel und Kolbotek noch länger stecken.

Die Sendung war interessant und hatte nur ein Thema:
Wie israelische Firmen falsche Milchprodukte als Käse verkaufen, die gar kein Käse sind. Bewiesen wurde ebenso, dass der Verzehr von Butter gesünder ist als das Essen von Margarine. Rafi Ginat liess einen Block Butter neben einen Block Margarine legen und die Kakerlakenzucht frei. Die Viecher liessen die Margarine links liegen und frassen nur an der Butter. Das beweist, dass sogar Tiere mehr Verstand besitzen als Menschen, denn die lassen sich nicht auf ein künstlich herbeigeführtes Produkt wie Margarine ein.

Es ist vollkommen richtig, dass israelische Hersteller wir Kfir oder Willi Food ihre Milchprodukte gar nicht aus Milch herstellen, sondern lediglich aus Chemikalien, Pflanzenölen sowie einigen wenigen Milchresten. Ohne Milchreste wird der Mozzarella sogar parve (nicht milchig und nicht fleischig). In der jüdischen Kaschrut ist PARVE besonders wichtig, denn wer fleischig ißt und hinterher für einige Stunden keine Milchprodukte essen darf, der will oft nicht auf sein Eis oder Sonstiges verzichten. Somit bieten Eis ohne Milchzusätze oder ähnlich hergestellte Lebensmittel einen Ausgleich.

Ginat gab den großen Supermarktketten wie "Chetzi Chinam", "Supersal" oder "Mega" die Schuld, denn sie stellen die nachgeahmten Käsesorten, die gar kein Käse sind, mitten in die regulären Käseprodukte im Kühlregal und das verwirrt den Kunden, der da meint, Käse zu kaufen. Auch die Hersteller betrügen mit ihren verwirrenden Etiketten. Welcher Kunde schaut schon auf das Etikett, wenn der gelbe Käse wirklich nach 
Käse aussieht ?

Als Kunde muss man unbedingt auf den Milchanteil, angegeben auf dem Etikett, achten. Milchanteil, Calcium oder Proteine. Ist davon kaum etwas vorhanden, sondern lediglich von Fetten die Rede, dann handelt es sich um ein künstlich herbeigeführtes Produkt, was zwar wie Käse aussieht und vielleicht auch schmeckt, doch es aber nicht ist. Oder in anderen Worten: Das Lebensmittel ist ein Klotz hergestellt aus Chemikalien.





Kolbotek Moderator
Rafi Ginat


Das Einzige, worauf der Kunde genauer schaut, ist der Preis. Israelischer Käse ist teuer. Selbst wenn es sich nur um 100g Schnittkäse handelt. Die nachgeahmten Produkte liegen weit unter dem Preis, sind daher billig und der Kunde meint, einen tollen Deal gemacht zu haben. Dass es sich bei dem erstandenen Käse um gar kein Milchprodukt handelt, fällt niemandem auf.

Nur die Supermarktkette "Rami Levi" erklärte sich, laut Kolbotek, bereit, derlei "falsche" Produkte separat ins Kühlregal zu stellen. Alle anderen Ketten sowie die Hersteller meinten, dass sie ihre Produkte so auszeichnen, dass der Kunde allein drauf kommen muss, dass in der Verpackung kein richtiger Käse enthalten ist, sondern nur ein billiger Käseersatz.

Die Sendung wurde heute in vielen Tageszeitungen kritisiert und es ist verständlich, dass die Hersteller an die Decke gehen, bei all der realen Kolbotek - Aufklärung. Ich jedenfalls schaute heute beim Einkauf genauer hin und kaufte richtigen Käse, der ein paar Schekel teurer war als die Kopien.

Am nächsten Dienstag geht es in der Kolbotek um Fleisch und Eier !

Y. Arafat + S. Hussein = Out



Cartoon: Arutz 7

Dienstag, 23. November 2010

Briefmarkenausstellung in Jerusalem






Photos: Miriam Woelke


B"H

In meiner Kindheit sammelte ich einige Zeit lang Briefmarken, doch mein Vater war mit grösserem Eifer dabei. Heute interessieren mich Briefmarken weniger, denn wer sendet heutzutage noch geschriebene Briefe ?
Ein Irrtum ?
Das Briefmarkensammeln kommt selbst in Israel gut an.

Im Jerusalemer Messezentrum "Binyane'i HaUma" findet derzeit eine internationale Briefmarkenausstellung statt. Der Eintritt ist kostenlos und professionelle sowie internationale Hobbysammler stellen aus. Aus Deutschland gibt es neue Marken sowie altes aus dem Dritten Reich zu sehen. Auch eine Postkarte aus Auschwitz ist dabei.

Es lohnt sich die Ausstellung anzuschauen. Leider hatte ich zu wenig Zeit und war gestern abend mit einem Freund nur kurz dort.

Ausblick ins Jordantal


Photo: Miriam Woelke

Pitzuim (Entschädigungszahlungen bei Jobkündigung) in Israel

B"H

Seit Wochen laufe ich meiner gesetzlichen Entschädigungszahlung hinterher, die mir zusteht, weil ich meinen vorherigen Job kündigte. Nachdem ich meinen ehemaligen Arbeitgeber endlich dazu brachte, die notwendigen Formulare weiterzuleiten, stellt sich jetzt die Versicherung quer a la "Das würde alles noch dauern, aber man strenge sich halt an". Gestern und heute war ich beim israelischen Gewerkschaftsbund "Histadrut", denn dort wird jedem Arbeitnehmer geholfen. Ob er nun zahlendes Mitglied ist oder nicht.

Es bestehen Gesetze, die da Fristen für die Ausgleichszahlungen setzen. Die Versicherungsgesellschaft, bei der ich meine Rentenversicherung habe, meint jedoch, die Gesetze treffen nur dann zu, wenn der Arbeitgeber direkt die Entschädigungen zahlt. Sobald jedoch die private Rentenversicherung einspringt, was bei mir der Fall ist, beginnt die Frist erst, nachdem der Antrag auf Zahlungen vollständig eingereicht ist. Bedeutet incl. der Steuerfreistellung vom Finanzamt. Das alles habe ich erst heute erbracht so kann alles dauern. Aber, wie gesagt, man werde sich halt bemühen.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich die Schnauze voll habe. Jeder sagt etwas anderes und gegen abend kehre ich zurück nach Tiberias. Was ich dort morgen tun werde ist, mich mit der lokalen Histadrut in Verbindung zu setzen und eingehend zu beraten. Die Sekretärin des Jerusalemer Agenten anzuschreien bringt nichts, wie ich selber merkte. Die Tussi lacht sich nur eins und meint, alle Versicherten seien eh doof.

Sobald ich alles geregelt habe, kündige ich die Versicherung und organisiere ein anderes Verfahren der Renteneinzahlungen. Ausführlich werde ich im Blog darüber berichten.

Anmerkungen:
Bei den meisten israel. Arbeitgebern schliesst der Arbeitnehmer eine private Rentenversicherung ab, denn im Normalfall existiert keine allgemeine Rentenversicherung wie in Deutschland. Bedeutet, man muss zu einem privaten Versicherungsagenten und zahlt monatlich direkt vom Gehalt ein. Ebenso übernimmt der Arbeitgeber seinen Teil der Einzahlung.

Kündigt ein Arbeitnehmer oder wird er gekündigt, stehen ihm die gesetzlichen PITZUIM zu. Bedeutet: Ein volles Monatsgehalt für jedes erbrachte Jahr bei ein und demselben Arbeitgeber. Hierbei jedoch kommt es darauf an, ob der Arbeitnehmer stundenweise und vollzeitig beschäftigt ist und wieviel er in den letzten sechs Monaten vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses verdiente.

Das Finanzamt erstattet auf die Pitzuim einen Steuerfreibetrag bis zu 10,500 oder max. 11,000 Schekel jährlich.

Eines bestätigt sich einmal wieder mehr. Und das sicherlich weltweit:
Versicherungsagenten sorgen sich nicht um den Versicherten, sondern einzig und allein um das eigene Portemonnaie !


Link:

HaHistadrut HaChadasha

(leider nur auf Hebräisch abrufbar)

Montag, 22. November 2010

Kaktusfrüchte (Sabras)




Photos: Miriam Woelke

Jerusalemer (Arbeits) Bürokratie

B"H

Heute früh nahm ich den ersten Bus von Tiberias nach Jerusalem und passte dabei nicht auf, dass ich in den Egged Bus Nr. 961 stieg. Es handelt sich durchaus um den richtigen Bus, doch fährt dieser, im Gegensatz zu den Linien 962 und 963 durch das Jordantal. Durch die Stadt Beit She'an, zum Beispiel. Und gerade die Einwandererstadt der marokkanischen Juden hat sich zu einem richtigen Center im Norden gemausert. Mit grosser Mall aus den vom Kinneret üblichen Basaltsteinen. Neue Wohngebiete sind auch entstanden. Im Norden tut sich richtig was, ausser vielleicht in Tiberias und Zfat (Safed). Dafür hat Zfat die unvergleichliche Landschaft der Berge Galiläas.



Zfat in Nordisrael.

Photo: Miriam Woelke


In Jerusalem bleibe ich voraussichtlich bis morgen oder Donnerstag, denn ich regele meine Entschädigungszahlungen meines alten Arbeitgebers. In Israel ist es Gesetz, dass jemand, der den Job wechselt, für jedes gearbeitete Jahr vom Arbeitgeber ein volles Monatsgehalt bekommt.

Heute war ich schon beim Versicherungsagenten. Morgen geht es weiter zum Finanzamt, nochmals zum Versicherungsagenten und dann geht es in die letzte Kampfphase mit einem Ex - Arbeitgeber. Wenn alles ausgestanden ist, werde ich einen Artikel verfassen, worauf ein Arbeitnehmer achten muss, wenn er vor dem Boss steht.

Kurzmitteilungen

B"H

1. Seit einigen Monaten arbeite ich an einem Buch und werde dies in nicht allzu entfernter Zeit fertigstellen. Es kostet mich zwar noch wenige Wochen, denn, nach wie vor betreibe ich einige Recherchen und ein paar Personen müssen noch interviewt werden. Ansonsten jedoch steht der Text.

Bisher war alles ein Haufen Arbeit und eine ziemliche Herumreiserei im Land, aber es hat sich gelohnt. Worum es in dem Buch geht, möchte ich jedoch noch nicht verraten und dies erst kurz vor der Veröffentlichung tun.


2. Unheimlich viele Leser finden mich mit Hilfe von Google, wenn sie ihre Suche mit Hilfe der Worte "Israel, in Israel leben oder arbeiten" durchführen.
Wie ich in zahlreichen Artikel schon zum Ausdruck brachte, kann sich nicht jeder einfach so in Israel niederlassen, sondern es gibt strenge Gesetzesregelungen. Wenn Ihr einige Zeit in Israel leben und auch arbeiten wollt, dann ist der beste Weg der des Kibbutzvolontäres, denn so kommt man erst einmal an, hat eine Bliebe, etwas zu tun und kann sich in aller Ruhe umschauen. Bezahlte Jobs stehen für einen Touristen nicht gerade oben an, denn meistens werden Staatsbürger gesucht. Dies geschieht schon allein aus steuerlichen und anderweitigen rechtlichen Gründen. Und hierbei ist es fast unerheblich, ob der Tourist Jude ist oder nicht. Allgemein sieht die Jobsituation ziemlich mies aus.

Volontärsjobs liegen sicher auch nicht gerade auf der Straße, doch sind sie vielleicht eher zu ergattern. Wenn, dann rate ich Euch, sich in Israel vor Ort umzuschauen. Über befristete Visaausstellungen solltet Ihr Euch ebenso im Klaren sein.

Die Adresse des Zentralen Busbahnhofes in Jerusalem

B"H


Ein Blogleser interessierte sich für die Adresse des Zentralen Busbahnhofes in Jerusalem. Die Antwort lautet, dass dieser in der Jaffa Road liegt. Genau gegenüber vom Messezentrum Binyane'i HaUma (siehe Bild unten). Fast alle Stadtbusse halten am Zentralen Busbahnhof, welcher da in der hebräischen Sprache "Tachanah Merkazit" genannt wird. Falls ein Stadtbus einmal nicht direkt davor anhält, so hält er garantiert am Binyane'i HaUma gegenüber. 



Jerusalem, Binyanei HaUma

Photo: Miriam Woelke

Sonntag, 21. November 2010

Water Show auf dem See Genezareth (Kinneret)

B"H

Jeden abend im Sommer finden an der Promenade in Tiberias (Tveriya)b am See Genezareth (Kinneret) die beliebten Water Shows statt. Die bunten Wasserstrahlen sind echt, doch die Bilder stammen von einem Diaprojektor an der Promenade.

Die Shows finden jeden Tag um 19.00, 20.00 und 21.00 Uhr statt. Auch am Schabbat.
Eintritt kostet es keinen, nur muss man halt mit Hunderten Besuchern rechnen, dei einem auf den Fuss trampeln. Nicht immer gibt es dieselbe Show zu sehen, sondern es wird abgewechselt.

Mika Drimer und ihre Keramikkunst



B"H

Ich traf die israelische Keramikkünstlerin Mika Drimer am letzten Pessach (im April) im Tel Aviver "Diaspora Museum - Beth Hatefuzot". Sie stellte einen gedeckten Schabbattisch aus, auf dem alles aus Keramik war. Sogar die Serviertten. Ihr Herstellungsgeheimnis wollte sie uns Betrachtern dann aber lieber doch nicht verraten.:-)

Wer einmal die Gelegenheit hat, in eine der Mika Drimer - Ausstellungen zu gelangen, entweder in Israel oder im Ausland, der sollte die Mühe nicht scheuen und sich ihre Keramikwerke anschauen. 

Uwe Barschel und der Mossad

B"H

Der israelische Journalist Eldad Beck beruft sich in der heutigen Ausgabe der Tageszeitung "Yediot Acharonot" auf einen Artikel der aktuellen "Welt am Sonntag" Ausgabe:

In seinem im Jahre 1995 erschienen Mossad - "Enthüllungsbuch" beschrieb der selbsternannte Mossad - Agent Victor Ostrovsky wie der Mossad angeblich den ehemaligen Ministerpräsidenten von Schleswig - Holstein, Uwe Barschel, in Genf ermordet haben soll. Ostrovsky habe die exakte Menge an Chemikalien angeben, an denen Barschel tatsächlich starb, so der schweizer Drogenexperte Professor Hans Brandenberger. Ostrovsky widerum fühlt sich geschmeichelt, dass der Schweizer sich auf ihn berief. Kein Wunder, denn das bringt dem derzeit in Arizona lebenden Ostrovsky Unmengen an PR für sein Buch und der Rubel rollt.

Als Grund für den Mord an Barschel nennt Ostrovsky ein geheimes Abkommen, nachdem Israel gen Iran Waffenlieferungen vornehmen wollte, und diese über Deutschland abwickeln liess. Uwe Barschel, der seine Polit - Karriere schwinden sah, plante angeblich alles der Öffentlichkeit preisgeben und deswegen schritt der Mossad ein.

Meine eigene bescheidene Meinung dazu:
Es gab bisher einige Waffenlieferungsskandale zwischen Israel und Deutschland und da hätte ein Skandal nicht mehr Chaos verursacht als all die weiteren. Deswegen soll der Mossad Barschel ermordet haben ? Klingt unglaubwürdig und wie der Inhalt eines schlechten Spionageromans.

Der israelische Journalist Ronen Bergmann schrieb neben den Artikel der Yediot einen Kommentar: Victor Ostrovsky ziehe seine Spionageerzählungen an den Haaren herbei. Vielleicht aus Rache, denn er flog aus dem Vorbereitungskurs des Mossad. Danach machte er sich eilig auf ins Ausland und begann an seinen "Mossad - Enthüllungen" zu arbeiten.

Immerhin wäre Victor Ostrovsky nicht der erste Mossad - Bedienstete, der mit seinen Stories Geld verdienen will. Ab und an werden Mossad - Bücher von unwichtigen Mossad - Angestellten veröffentlicht. Von jenen selbsternannten Agenten, die nie aktiv bei einem Einsatz dabei waren, aber sich dennoch eine aufregende Story formen, denn schliesslich soll das eigene Buch sich verkaufen.

Victor Ostrovsky diente, laut Ronen Bergmann, als Offizier im "Kele 6" (einem Militärknast für bestrafte israelische Soldaten). Danach gelang es ihm in einen Vorbereitungskurs des Mossad aufgenommen zu werden, doch scheiterte er dabei und wurde entlassen. Kurz darauf veröffentlichte Ostrovsky seine haarsträubenden Stories und verdiente eine Menge Geld. Dem Ansehen des Mossad jedoch schadete seine Krimi nicht.

Freitag, 19. November 2010

Eine Bombe zum Frühstück

B"H


Eines muss ich einmal wieder ablassen:
Wenn wir in Israel solch einen täglichen Zirkus aufgrund einer Terrorwarnung veranstalten würden, wie das momentan in Deutschland geschieht, dann dürften wir theoretisch gar nicht mehr das Haus verlassen. Am besten gleich noch am dem Klo einschliessen. 


Okay, Deutschland ist bisher vom islamischen Terror verschont geblieben und in Israel besitzen wir nach all den Jahren eine gewisse Bombenroutine. Bei mir trat diese Routine gleich nach meiner Aliyah ein, denn da begann die zweite Intifada. Im Jahre 2001 wohnte ich in der Jerusalemer Innenstadt. Nahe am Brennpunkt Kikar Zion / Ben Yehudah Mall. Morgens beim Aufstehen hörte ich die erste Bombe hochgehen. Ein Selbstmörder, der einen israelischen Grenzsoldaten töten wollte. Geschehen in der unmittelbaren Nachbarschaft in der HaNevi'im Street. 


Vor unserem Haus in der HaChavazelet war eine 100kg Autobombe in einem Kofferraum deponiert. Vier Stunden lang war die Strasse gesperrt und das Terror - Bombenentschärfungskommando rollte an. Ich konnte nicht ins Haus und meine Mitbewohner nicht hinaus. Alles stand still und dazu die lauten Beschwerden der Anwohner, die endlich die Strasse betreten wollten. Da kommt man von der Arbeit heim und darf nicht in seine Strasse. "Geh doch einen Kaffee trinken", rief mir ein Polizist zu. 


Beim Ben Yehudah Anschlag mit zwei Selbstmördern und einer weiteren Autobombe war ich dann live dabei. Zuvor flog nur wenige Hundert Meter entfernt die Pizzeria SBARRO in die Luft. Danach schoss ein irrer Pali in der Jaffa Road um sich und nebendran in der King George sprengte sich ein weiterer Selbstmörder in die Luft. 
In den Jahren 2001 / 2002 hatten wir mehr als Genug Terror in Jerusalem, aber nie haben wir eine Diskussion wie in Deutschland aufkommen lassen. 


Selbstverständlich gab es mulmige Gefühle, wenn da ein Palästinenser mit einer grossen Tasche in den Bus einstieg. Aber sagen wir eines einmal klipp und klar: Israel traf alle möglichen Vorkehrungen und trotzdem knallte es. Man denke nur an die zwei Security Mitarbeiter der Busgesellschaft Egged, die Bus Nr. 19 zweimal durchsuchten, nichts fanden und sich mittendrin eine Selbstmörder in die Luft sprengte.










Terror gehört mittlerweile weltweit zum Alltag und die Anschlagsgefahr besteht immer und überall ! Gerade dann, wenn man gar nicht damit rechnet. Es hilft nichts und wir alle müssen uns damit abfinden. 


Einen kleinen Tipp aus Israel: 
Nicht verrückt machen lassen und seinen Alltag normal weiterleben !