Mittwoch, 10. November 2010

Wie ultra - orthodoxe Juden den Holocaust sehen

B"H

Vor einiger Zeit verfasste ich einen längeren Artikel zum Thema und möchte dem Inhalt einige kurze Aspekte hinzufügen.

Viele chassidische Gruppen reden bis heute nicht offen über den Holocaust, welcher so vielen Chassidim das Leben kostete. Ich kenne einen Belzer Chassid, der seinen Kindern nichts zum Thema "Holocaust" lehrt. Einmal davon abgesehen, dass der Holocaust des Dritten Reiches eine Katastophe für das jüdische Volk war; nichtsdestotrotz eine Katastrophe unter vielen innerhalb der Geschichte des Volkes. Allzu oft vergessen wir leider allein schon die Zeit der Inquisition und wieviele Juden von der Kirche des Mittelalters gefoltert und schlimmstenfalls hingerichtet worden sind. Der Holocaust des Dritten Reiches unterscheidet sich vielleicht durch seine durchorganisierte Ausführung, insgesamt jedoch steht er für eine Katastrophe unter vielen.

Die Haredim (Ultra - Orthodoxen) gedenken der Holocaustopfer am Halbfastentag 10. Tevet (fällt in diesem Jahr auf den 17. Dezember 2010). Ein Trauertag mit Tradition und, u.a., wird an dem Tag jener toten Juden gedacht, deren Ort der Beerdigung / Ort des Grabes unbekannt ist.

Die chassidische Gesellschaft, einschliesslich Chabad, ignoriert die Shoah keineswegs, aber was sie tut ist, grossen Wert auf religiöse Aspekte zu legen. Es werden keine Holocaust - Gedenkreden geschwungen, sondern es wird sich hingesetzt und Thora gelernt. Dies schon allein aus dem Grund, die Seelen der Toten zu erhöhen, wie die jüdische Tradition besagt. Religiöse Juden gedanken anders und nicht nur an einem einzigen Tag.

Hunderttausende Mitglieder verloren die Chassidim im Holocaust. Danach herrschte allgemeines Entsetzen. Warum liess G - tt soetwas zu ? Hatten die Juden etwas falschgemacht ? Wozu diente der Holocaust und was sollen die Juden daraus lernen ?
Sehr intensive und eindringliche Fragen innerhalb des Kreises der relig. Juden.
War es die Assimilation ? Der aufkommende Zionismus ? Das Reformjudentum ? Was ? Warum mussten die Juden in der organisierten Todesfabrik Trelinka umkommen ?

Bis heute wird die Tradition des Thoralernens aufrecht erhalten. Man konzentriert sich auf relig. Aspekte. Zu leugnen sei trotz allem nicht, dass besonders die haredische Gesellschaft nach dem Holocaust die verlorenen Generationen wettmachen wollte, indem man mehr Kinder gebar.

Ein furchtbares Thema für chassidische Gruppen und bis heute gilt Deutschland teilweise als Abbild des Judenhassers "Amalek". Daran wird sich wenig ändern, denn vor 2000 Jahren sprach schon der Talmud davon (siehe Megillah 6b sowie Yoma 10).

_________________________________


Weitere Links zum Thema:


- Rabbi Kalonymus Kalman Shapira

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen