Montag, 31. Oktober 2011

Rabbi Berel Wein zur Holocaust - Verleugnung

B"H

Rabbi Berel Wein zum Thema "Holocaust - Verleugnung". Da in wenigen Tagen der 9. November ansteht und somit der Reichskristallnacht (1938) gedacht wird, stelle ich das nachfolgende Video vom recht bekannten Rabbi Wein in den Blog.

Viele Deutsche sprechen es laut aus: "Jetzt muss aber langsam mal Schluss sein mit dem Holocaust ! Wir haben genug an Israel gezahlt und heute sind die Israelis die neuen Nazis !"

Gerade in unserer Zeit aber stellen wir fest, dass sich nicht viel veraendert hat und solange dies nicht geschieht, solange wird insbesondere Deutschland mit der Vergangenheit konfrontiert. Ob es nun passt oder nicht. Hinzu kommt, dass ausgerechnet weite Teile der deutschen Presselandschaft absolut antisemitisch eingestellt sind. Im Dritten Reich wären diese "Journalisten von heute" mit Leichtigkeit beim "Stürmer" oder "Völkischen Beobachter" untergekommen.

Die Ansprache von Rabbi Berel Wein dauert eine Stunde, doch sollten sich interessierte englischsprachige Leser die Zeit nehmen und genau hinhören.

ZDF - Beitrag zum Raketenkrieg aus Gaza

B"H 

Sehenswerter realistischer Beitrag des ZDF - Auslandjournal zum Raketenkrieg aus Gaza. Ist doch anders, wenn ein Moderator einen Live - Raketenalarm durchleben muss. 

Zwar ist der Bericht schon ein paar Jahre alt, doch immer noch so aktuell wie damals. 


Raketenkrieg gegen Israel geht weiter

B”H

Wie zu erwarten flogen auch heute wieder Raketen aus Gaza gen Israel. Besonders betroffen: Die Stadt Ashkelon. Dem “Jihad Ha’Islami” sowie der “Hamas” wird es jedoch allmählich zu langweilig, immer "nur" den Süden des Landes zu bombardieren. Insgeheim schiele man ja schon auf Rishon le'Zion, Bat Yam, Cholon und natürlich auf Tel Aviv. Sobald Tel Aviv mit Raketen beschossen wird, wird ein Krieg in Gaza unvermeidbar. Und genau darauf haben es die palästinensischen Terroristen aus Gaza abgesehen. 

In dem Moment, in welchem sich Israel verteidigt, dreht die Welt samt ihrer Presse den Spiess um und Israel wird zum Aggressor deklariert. So jedenfalls sehen wir es an der aktuellen Berichterstattung, in der die Bombardierung Ashdods, Ashkelons oder Gan Yavne kaum eines Wortes gewürdigt wird. 

Gaza - Missile verfehlt mehrstöckiges Wohnhaus in Ashdod und die Bewohner danken G - tt fuerWunder,was ihnen geschah. Der letzte Angriff auf Ashkelon geschah vor ca. 1,5 Stunden. Ein Ende ist nicht abzusehen. 

Ex – Skinhead Byron Widner entfernte seine Hate Tattoos

B”H

Der bekannte amerikanische Neonazi Byron Widner heiratete im Jahre 2006 und kurz darauf setzte sein Umdenkprozess ein. Einstmals strammer Neonazi mit unendlichen vielen Hate Tattoos am ganzen Körper, wollte er sich zumindest die Tätowierungen am Kopf per Laser entfernen lassen. Nach seinem Ausstieg erhielt er jahrelang anonyme Drohanrufe alter Gesinnungsgenossen, doch der Ausstieg hat sich für Byron gelohnt. Nach einer schlimmen Kindheit und all dem Selbsthass macht er heute keine Afrikaner oder Juden mehr für sein private Misere verantwortlich.



Wie Byron Widner in dem Interview richtig sagt: Man kann mit seiner Vergangenheit abschliessen, doch nicht mit seinen Tattoos, denn die erinnern einen immer wieder neu. Genau das sage ich mir auch, wenn Männlein oder Weiblein sich den Namen eines Gatten oder Freundes eintätowieren lassen. Was, wenn die Beziehung irgendwann zerbricht und sogar im Trennungskrieg endet ? Dann kann ein Tattoo schnell zu einem Fluch werden. 

Weitere Details:


Tel Aviv Ende Oktober 2011

B”H

Gestern liess ich meine Blogs etwas schleifen, denn ich kam total platt von der Arbeit. Da glaubt man direkt, nach all den jüdischen Feiertagen wäre es touristenmässig ruhiger in Tel Aviv, aber nichts da. Der Rubel rollt und die Touristen erst recht. Vor allem jetzt, wo es in Jerusalem wettermässig kalt wird und in Tel Aviv noch gebadet werden kann. Trotz Regen am gestrigen Abend.

Ich wünschte, ich hätte eh mehr Zeit für meine Blogs, aber das wird erst demnächst passieren. Heute musste ich ein paar privaten Erledigungen nachgehen und endlich einmal auf den Carmel Markt zum Einkaufen. Da ich immer spät von der Arbeit komme und mich nach der Dusche nicht mehr so recht aufraffen kann, nahm ich heute die Gelegenheit wahr. Obwohl das Telefon mich heute früh aus dem Bett klingelte und man fragte, ob ich nicht meinen freien Tag kippen und zur Arbeit erscheinen will. Wer das einmal anfängt, hat schon verloren und so lautete meine Antwort NEIN.

Stattdessen begab ich mich in die tiefste Innenstadt und hier sind ein paar aktuelle Photos, die ich nebenbei machte. 


Ecke King George / Bugrashov 



In der Shopping Mall DIZENGOFF CENTER



Der Carmel Markt (Shuk HaCarmel)



Im malerischen jemenitischen Viertel neben dem Carmel Markt, welches heutzutage gar nicht mehr allzu jemenitisch ist. Dennoch lohnt sich ein Besuch und viele Kneipen, kleine Imbissbuden und Cafes laden zum Sitzen ein. 







Photos: Miriam Woelke

"Shalit - Deal" versus "Terroristen"


Der Verlust der deutschen Staatsbürgerschaft

B"H

Ich falle ebenso in die Kategorie "Deutsche Staatsbürgerschaft verloren", da ich Israeli bin. 

Die Deutsche Botschaft in Tel Aviv definiert einige wesentliche Verlustgründe der deutschen Staatsbürgerschaft:

http://www.tel-aviv.diplo.de/Vertretung/telaviv/de/02_20-_20Visa_2C_20P_C3_A4sse_2C_20Staatsangeh_C3_B6rigkeit_2C_20Wiedergutmachung/Staatsangeh_C3_B6rigkeit/Verlust__Staatsangeh_C3_B6rigkeit.html

Sonntag, 30. Oktober 2011

Verschärfung des palästinensischen Raketenkrieges auf Israel


Der "Eisendom" über Ashdod. Gestern war die Raketenabwehranlage nicht in Betrieb.


B”H

Circa 25 Raketen des Typ Grad und Kassam schlugen gestern auf israelischen Territorium ein. Abgefeuert von den Terroristen des “Jihad HaIslami” in Gaza. Obwohl es gestern nicht die Hamas war, gibt Israel der Terrorbewegung dennoch die Schuld, denn allgemein ist die Hamas für eine Ausweitung des Raketenkrieges verantwortlich. Die israelische Luftwaffe beschoss Raketenabschussrampen in Gaza, wobei mindestens zwei Terroristen umgekommen sein sollen. Zuvor flogen aus Gaza Raketen, was das Zeug hält. Besonders betroffen die Städte Ashdod, Ashkelon sowie Gan Yavne. In Ashkelon kam der 56jährige Ami Moshe (siehe Photo oben rechts) bei einem Raketenangriff ums Leben. In Ashdod schlug eine Grad – Rakete auf einem Parkplatz ein und die Explosion liess acht Fahrzeuge ausbrennen. 

Heute werden 200,000 Schüler aus dem Süden des Landes nicht zur Schule gehen. Im Umkreis von 40km um den Gazastreifen herum fällt die Schule aus und die Leute sollen sich in der Nähe von Bunkern aufhalten. 

298,000 israelische Studenten beginnen heute das neue Semester, doch die Ben Gurion Uni in Beersheva sowie die akademische Einrichtung in Sderot bleiben heute ebenfalls geschlossen. 

Zwar verkündet Israel, dass die Hamas sicher keine Lust auf eine Ausweitung des Raketenkrieges hat, aber wer weiss das schon genau zu sagen ? Wann hat die Hamas denn einmal keine Lust, Juden umzubringen ?


Raketenattacke der Hamas aus Gaza auf die israelische Hafenstadt Ashdod 




Samstag, 29. Oktober 2011

Nepper, Schlepper, Konversionsfänger !

B"H 

Was ist bei der Suche nach einem orthodoxen Konversionskurs zu beachten: 

Zipi Livni und ihr innigster Wunsch Premierminister zu werden


Netanyahu in Nazi - Uniform


Photomontage eines linksradikalen israelischen Blogs.
 
B”H 

Israels radikale Linke hat schon längst jeden Realitätssinn verloren. Früher sagte man in Deutschland, dass die westdeutschen DKP – Mitglieder doch in die DDR übersiedeln sollen, wenn es ihnen in der BRD nicht passt. Heute sage ich: “Israelische Linke, wenn es Euch in Israel nicht passt, ab nach Gaza, Ramallah oder ins Achmadinejad – Land ! Dort werdet Ihr nach wenigen Sekunden sehen, was Eure arabischen Terroristenfreunde mit Euch anstellen. Wenn Ihr Glück habt, ist der Kopf schnell ab. Habt Ihr Pech, bekommt Ihr die gesamte Folterpalette zu spüren. 

Details zum Hintergrund der Photomontage und des linken Blogs, welcher nicht mehr Online ist:

Die Moderne in Ramat Gan


Ramat Gan bei Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke

Gaza schiesst auf Israel


Freitag, 28. Oktober 2011

Bild des Tages


Gesehen in Neve Zedek / Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke

Israel führt die Welt der Mobile Apps an

B”H 

Es kommt keineswegs überraschend, dass Israel auch im Handybereich die führende Position einnimmt. Genau so wie bei der Anzahl der Internet Startups. Die deutsche Internetwelt kommt mir dagegen weitgehend langsam und konservativ vor. Das mag wohl daran liegen, dass in Deutschland seit jeher auf Altbewährtes gesetzt wird und weniger Ambitionen zu einer kompletten Neugestaltung vorhanden sind.

 

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Vorsicht ! Terroristen in der Stadt !

B"H

Israels Rechte veröffentlichte ein Plakat, auf dem jene palästinensischen Terroristen zu sehen sind, welche aufgrund des "Shalit - Deal" in Ost - Jerusalem freigelassen worden sind. 

Näheres bei ARUTZ 7 (Englisch) sowie auf WALLA (Hebräisch).

Notariell beglaubigte Dokumente und Kopien in Israel

B”H 

Momentan durchlaufe ich eine private Rechtsangelegenheit, die eigentlich mehr Deutschland als Israel betrifft. Von Deutschland aus werden daher beglaubigte Kopien von Dokumenten angefordert und mittlerweile fand ich einen vertrauenswürdigen Anwalt, der alles erledigt. Da ihn mir Freunde empfohlen hatten, erhielt ich recht günstige Preise, was sonst in Israel weniger der Fall ist. 

Das Problem ist natürlich die Sprache, denn die von ihm notariell verfassten Rechtsdokumente werden in englischer Sprache sein und mit der Anerkennung in Deutschland ist das hin und wieder schon ein Problem. 

In Israel gelten ganz andere Identitätsmerkmale einer Person als in Deutschland. Zum Beispiel erhält hierzulande jeder Staatsbürger mit der Geburt oder der Einwanderung eine einzige Personalausweisnummer, die er in der Regel auswendig kann, und die ihm ein Leben lang erhalten bleibt. Die Nummer ist das A und O bei israelischen Ämtern und im öffentlichen Leben. In Deutschland findet die Identifizierung einer Person vorwiegend per Ausweis, Reisepass oder Geburtsdatum statt. 

Was in den USA die Sozialversicherungsnummer, ist in Israel die Personalausweisnummer. Manchmal überkreuzen sich die Identitätsnachweise und das kann, besonders bei Deutschen, zu Verwirrungen führen; wie ich selber im privaten Rechtsfall bemerke. 

Der Preis für eine notarielle Beglaubigung incl. Schreiben des Anwaltes kostet in Tel Aviv ca. zwischen 400 – 500 Schekel (ca. 80 – 100 Euro). Zusätzlich verlangt der Anwalt eine Kopie des Personalausweises sowie ggf. die Personalausweisnummer einer im Schreiben aufgeführten Person.

We've got Hate Mail

B"H 

Hier ist eines der wenigen Exemplare an Hate Mail, die ich so beziehe. Der selbsternannte Yonathan Greenberg alias jonnyjungle1@gmail.com schreibt: 

ich bin bald zurück in tel aviv ich lese dein blog seit 4 jahren es steht manichmal auch was intresantes drin aber ich kann diese nazi hetze von dir nich ab ich habe mir zum ziel gesetzt heraus zu finden wo du wohnst ich denke das du king georg irgendo wo lebst miriam ich hau dir auf die fresse ich hau keine frauen doch dich werde ich hauen du dume nazi sau ich hase sowieso konvertiten du kriegst aufs maul das will ich seit 3 jahren wenn du mich anzeigst sarg ich das du dich antisemitisch verhalten hast ich freu mich drauf

Auch als Blogger muss man anscheinend mit derlei grammatikbedarften Geisteskranken leben.

Grad – Rakete auf Ashdod

B”H 

Nach zweimonatiger Ruhepause flog gestern abend gegen 23.00 Uhr eine Grad – Rakete auf die israelische Hafenstadt Ashdod. Abgeschossen im Gazastreifen ging die Rakete außerhalb von Ashdod auf unbewohntem Gelände nieder. Zum ersten Mal wurde beim Anflug der Rakete auch Sirenenalarm in den Städten Gedera, Kiryat Malachi, Nes Ziona sowie Rishon Le’Zion ausgelöst, wo die Bewohner vor Ungewissheit fast ausflippten. 

In Zukunft jedoch müssen wir damit rechnen, dass nicht nur der Süden des Landes beschossen wird, sondern dass sich die Palästinenser weitere Ziele suchen. Der Hauptangriffspunkt wird Tel Aviv und Umgebung sein. An Raketenmaterial dürfte es in Gaza bestimmt nicht fehlen. 

Wie der einstige Premierminister Yitzchak Rabin die Bevölkerung anlog zeigt das unten folgende Video mit einer Rede Rabins. In den 90iger Jahren führte Yitzchak Rabin ausgiebige Friedensgespräche mit Yassir Arafat, obwohl große Teile der israelischen Bevölkerung keinerlei Zugeständnisse an die Palästinenser befürwortete. Die rechte LIKUD – Partei mit Uzi Landau, Ariel Sharon, Moshe Arens oder Benjamin Netanyahu warnte Rabin vor zu erwartenden Raketen aus Gaza, doch Rabin wiegelte ab. “Panikmache” werde da betrieben und der LIKUD sei ein "Feind des Friedens". 

Heute sehen wir das Ergebnis und der wahre Depp war Rabin selber !

David Schwartz aus Deutschland erstach Israelin in Tel Aviv

B”H 

Wer kennt den 27jährigen David Schwartz aus Deutschland ? Seit einem Jahr lebt er in Tel Aviv und die israelische Presse druckst herum, ob es sich nun bei ihm um einen deutschen Juden handelt, der nach Israel einwanderte oder eher um einen Touristen. Die englische Ausgabe der “Jerusalem Post” jedenfalls nennt Schwartz einen “Neueinwanderer aus Deutschland”. 

David Schwartz wird des Mordes an der 62jährigen Rachel Gano beschuldigt und er gab die Tat bereits zu. Die Ermordete hatte dem Obdachlosen helfen wollen, indem sie ihm in ihrem Blumengeschäft einen Job verschaffte. Vor ein paar Tagen dann erwischte sie ihn inflagranti in ihrer Wohnung als er Geld aus ihrem Portemonnaie stahl. Rachel Gano schrie den Dieb an und drohte, die Polizei zu rufen. Schwartz drehte durch und erstach seine Helferin.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

SBARRO - Attentäterin kennt keine Reue

B”H 

Ahlam Tamimi war an dem am 9. August 2001 stattfindenden Terroranschlag auf die Jerusalemer Pizzeria SBARRO beteiligt, doch Reue oder Bedauern kennt sie nicht. Vor einer Woche kam die zu 16x lebenslang Verurteilte im Austausch gegen Gilad Shalit frei, ist jedoch nach wie vor der Meinung, sie habe lediglich Allah gedient. 

Alles zum SBARRO – Attentat: 


Einkaufen statt Ausgehen

B”H 

Seit langem schon bin ich auf dem Einkaufen – und selber kochen Trip. Ewig auszugehen, weil nach der Arbeit einfach keine Lust zum Kochen mehr da ist, habe ich längst gestrichen, obwohl gerade Tel Aviv dazu verführt. Suschi, Falafel, Schwarma (Döner), Pizza, Sandwiches, Hotdogs … alles befindet sich in unmittelbarer Nähe, doch mit der Zeit wird all das viel zu teuer. Nicht nur das: Daheim schmeckt es einfach am Besten. 

Obwohl der Sozialkampf gegen die großen Nahrungsmittelketten wie OSEM oder TNUVA weitergehen, die 24 – Stunden – Kette AM:PM erhöht im Wochentakt die Lebensmittelpreise. Stets schleichen sich Erhöhungen von 50 Agorot bis zu einem Schekel ein. Zuerst fällt das nicht so auf, aber mittlerweile reicht es mir gewaltig und ich laufe den weiteren Weg zum Billigsupermarkt. 

Angeblich soll OSEM die Preise einiger Erzeugnisse gesenkt haben, denn die Konsumentenboykotte laufen weiter. So soll das Hühnersuppenpulver billiger geworden sein genau so wie die “Schkedej Marak”. Was das auf Deutsch heisst, weiss ich gar nicht. Die Dinger halt, die man in die Suppe tut. 

Beim Schufersal kostet der beliebte MILKY (Schokoladenpudding nur nochSahnehäubchen) momentan um die 3 Schekel.

Strandatmosphäre in Tel Aviv


Photo: Miriam Woelke

Dienstag, 25. Oktober 2011

Das KIBBUTZ PROGRAMME CENTER in Tel Aviv

B”H 

Das heutige KIBBUTZ PROGRAMME CENTER befindet sich in der Frishman Street 6 in Tel Aviv. Leicht und bequem zu erreichen, denn die Ben Yehudah Street und ein paar Hostels liegen gleich um die Ecke. 

Das Office selber ist recht klein und nach meinem Eintreten fühlte ich mich sogleich in die Vergangenheit zurückversetzt. Es roch nach Kibbutz, Arbeiterklasse; kurz gesagt: Ein richtiges israelisches Büro von “damals”. 

Drei Bewerber waren bei meinem gestrigen Eintritt zugegen. Ein schwedisches Pärchen sprach mit der Angestellten, ein weiterer junger Mann befand sich im Wartezustand und ich setzte mich neben ihn auf einen der Stühle in der Warteecke. Noch dachte die Angestellte bestimmt, ich komme zur Bewerbung, aber das dürfte mit meinen mehr als 40 Jahren nichts mehr werden. Das Höchstalter liegt bei 35 Jahren. 

Die Schweden zogen happy von dannen, denn sie erhielten offenbar einen vielversprechenden Kibbutzplatz und wollten schon am nächsten Tag dorthin reisen. Dem jungen Mann wurde ein Job beim Abwasch angeboten. Eine Maschine wäscht das Geschirr im Speisesaal und ein oder mehrere Personen nehmen danach das saubere Geschirr vom Fliessband. 

 

Aya Sagi - Die Leiterin des Kibbutz Programme Centers in Tel Aviv



Die Leiterin des Programme Centers betrat die Räumlichkeiten und erkundigte sich, ob alle Wartenden bedient werden. Ich sagte ihr, dass ich kein Bewerber sei, sondern Blogger und ob sie vielleicht einige Details beisteuern könnte. Aya Sagi, so heisst die Leiterin, war total freundlich und bat mich in ihr Büro. Zwar hätte ich mich durch die offizielle Website gearbeitet, die reichlich mit Infos gespickt ist, doch einige Frage blieben offen. Auch aufgrund der Fragen des Bloglesers aus Deutschland. Und so durfte ich fragen, was ich wollte. Aya Sagi nahm sich Zeit. 

Zuerst einmal interessierte es mich, warum man sich jetzt im voraus beim Kibbutz Programme Center anmelden muss. Ein entsprechendes Formular ist auf der Website zu finden und dies sollte schon im jeweiligen Heimatland des Bewerbers ausgefüllt und abgesandt werden. 

Früher zu meiner Zeit war es so, dass man sich bei der JEWISH AGENCY in Frankfurt anmelden konnte, doch immer wieder tauchten Leute spontan im Office auf und bekamen Plätze zugewiesen. Ohne all die immensen Kosten bei der Jewish Agency. Heute ist alles ganz anders und es läuft kaum mehr etwas ohne Voranmeldung. Aya Sagi nannte mit den Grund dafür: 

“Schuld” daran sei das israelische Innenministerium, denn das bewilligt nicht unbedingt allen Bewerbern eine Zulassung. Das Ministerium will die Namen im voraus wissen. Namen und Passnummern, um sicherzugehen, dass niemand in der Vergangenheit in Israel unangenehm auffiel. “Israel ist ein jüdisches Land!” und dieser Status Quo soll gehalten werden. Heutzutage kommen die Kibbutzvolontäre nicht nur aus reichen Industrieländern, sondern auch aus Osteuropa, China oder Indien. Und gerade Leute aus diesen Ländern versuchen immer wieder in Israel zu bleiben. Man schaue sich nur unsere Anzahl illegaler Gastarbeiter an. Israel selbst will die Infiltrierung weitgehend vermeiden und das ist der Grund, warum potentielle Volontäre vorab gecheckt werden. Einmal pro Woche geht Aya Sagi mit der Bewerberliste zum Innenministerium und fragte nach einem Okay. Zwar kann der ein oder andere immer noch spontan erscheinen, doch Garantien für einen Platz gibt es keine. Ferner sei es ein Problem, dass Touristenvisum, welches jeder Tourist am Flughafen erhält, danach in ein Volontärsvisum umzuwandeln. Wer dagegen angemeldet kommt, erhält bei der Einreise gleich sein Volontärsvisum. 

Die Krankenversicherung 

Früher war es so, dass der Bewerber eine Krankenversicherung bei der Jewish Agency kaufte oder billig beim Kibbutz Office in Tel Aviv bekam. Auch das ist heute anders und Euch bleibt nur die eine Möglichkeit, die Krankenversicherung im Kibbutz Center direkt zu kaufen. Kostenpunkt: 340 Schekel (ca. 65 – 70 Euro). Etwas anderes akzeptiert das Office nicht mehr. 

Laut Aya Sagi erhält jeder Volontär eine Versicherung der israelischen Krankenkasse “Kupat Cholim Klalit”. Das sei Standard und die Klalit kommt für fast alles auf, wohingegen andere Krankenkassen in der Vergangenheit Probleme bereiteten. Es kam vor, dass der Volontär zuerst für die Behandlunsgkosten aufkommen musste, nicht genügend Geld dabei hatte und somit der Kibbutz einsprang. Der Volontär jedoch reiste irgendwann ab und so blieb der Kibbutz allein auf den Kosten sitzen. “Man habe immer noch viele offene Rechnungen”, so Aya Sagi. Um das zu verhindern, gibt es jetzt die Einheitskrankenkasse für alle. 

Wie lange darf man volontieren ? 

In der Regel bis zu sechs Monaten. Drei weitere Monate können in Ausnahmen gewährt werden. Hierzu aber ist eine Erlaubnis des Innenministeriums erforderlich. Wer nicht zugelassen wird, dem empfiehlt Aya Sagi, u.a., ein Volontariat bei SAR – EL. Vielleicht seien da ja die Aufnahmebedingungen umkomplizerter. Wer weiss …

Weiterhin kann sich ebenso bei WWOOF Israel beworben werden. Landwirtschaft einmal auf organische Anbauart. 

Insgesamt befindet sich heute viel weniger Kibbutzim im Kibbutz Programme wieder. Viele Kibbutzim nehmen einfach keine Volontäre mehr auf und so sind die Jobs begrenzt. Alles sei saisonal bedingt, so Aya Sagi. Im August, zum Beispiel, kommen weniger Volontäre, doch die Kibbutzim suchen Arbeitskräfte. Wer im Dezember / Januar kommen will, der erhält mit Sicherheit einen Platz. Übersteigt die Zahl der Bewerber jene der freien Stellen, kann es zu Warteschleifen kommen. Man versuche hier jedoch, die Wartezeit nicht länger als 1 – 2 Wochen werden zu lassen. 

Auf meine Frage hin, ob es denn immer noch Kibbutzim gebe, die keine deutschen Volontäre aufnehmen, wollte Aya Sagi nicht so recht herraus mit der Sprache. Sie fand das peinlich, doch ich versicherte ihr, dass man in Deutschland verstehe, wenn da ein Kibbutz mit zahlreichen Holocaust – Überlebenden nicht unbedingt Volontäre aus Deutschland aufnehme. 

“Naja, einen Kibbutz, der sich noch im Programme befinde, nehme keine Deutschen auf”. Allgemein aber, so versicherte mir Aya sagi, seien deutsche Volontäre überaus beliebt und willkommen. Grund: Ihr deutscher Arbeitswille und die Pünktlichkeit. Deutsche verursachen selten Probleme und sind pflegeleicht. “Das sei alles eine Sache der Mentalität” – so Aya Sagi. “Und sage den Deutschen, sie sollen kommen. Wir nehmen sei sehr gerne ins Kibbutz Programme auf !” 

Ganz billig ist die Sache dennoch nicht. Allein die Anmeldegebühr beträgt derzeit 400 Schekel (ca. 80 Euro). Das zahlt Ihr direkt im Office. Hinzu kommen die 340 Schekel für die Krankenkasse und dann will man auch noch sehen, dass Ihr mindestens 800 Schekel (ca. 160 Euro Cash in der Tasche habt). Niemand soll einfach so halb pleite ankommen und dann dem Kibbutz auf der Tasche liegen. 

Zusätzlich verlangt fast jeder Kibbutz eine kleine Kaution von ein paar Hundert Schekel, die es am Ende wiedergibt, falls kein Mobiliar zerstört wurde. Aya sagi gab mir unendlich viel Material mit und ich werde in den nächsten Tagen noch viel mehr zum Thema berichten. Neben der Website des Centers könnt Ihr Euch auch auf der Facebook Page eintragen !  

Meine Kibbutzvergangenheit

B”H 

Als ich Ende September 1987 zum ersten Mal das Kibbutz Office in der Hayarkon Street in Tel Aviv betrat, war mir alles fremd. Vor allem jene jungen Leute, die sich im Wartezimmer versammelt hatten und nacheinander aufgerufen wurden. 

Mein Englisch war mies, doch noch betrübter stimmten mich die drei Deutschen, die das Wartezimmer füllten. Deswegen war ich eigentlich nicht nach Israel gekommen, um hier Deutsche zu treffen. Der Neuseeländer nebendran war mir da wesentlich sympathischer, denn der machte sich weniger wichtig. 

Als auch ich aufgerufen wurde und die Angestellte mich fragte, wohin in denn wolle; in den Norden oder lieber in den Süden, entschied ich mich für einen Kibbutz im Zentrum des Landes. Der Rest der Deutschen reiste ab nach Ashkelon in den Süden und ich war sie los. 

Das waren noch Zeiten. Das alte Kibbutz Office, was sich schon lange nicht mehr in der Hayarkon befindet. Ich erhielt den Kibbutz Gezer zugesprochen und machte mich auf den Weg zum Zentralen Busbahnhof, der schon längst durch einen neuen ersetzt worden ist. Den Bus in die nicht allzu weit entfernte Kleinstadt Ramle sollte ich nehmen und von dort aus einen Lokalbus nach Gezer. Ramle mag deme in oder anderen als Hinrichtungsort von Adolf Eichmann bekannt sein. In Ramle wohnen zudem viele Araber, doch den mehrheitlichen Anteil der Bevölkerung halten die Juden. Die Stadt hat sich seit 1987 sehr verändert und kaum jemand würde sie heute wiedererkennen. 

Nach meiner Ankunft in Gezer traf ich zuerst auf den Verantwortlichen für die Volontäre. Jeff hiess der damals und der Kibbutz setzte sich zumeist aus eingewanderten Amerikanern zusammen. Jeff erklärte mir die Regeln und zeigte mir ein Zimmer, welches ich mit zwei anderen jungen Frauen teilte. Typische Volontärshäuser in einer Volontärsgegend des Kibbutzes. Etwas abgeschieden von den Häusern der Chawerim (Kibbutzmitglieder). 

Norweger, Holländer, Amerikaner, Engländer, Kanadier – so sah damals die Volontärsherkunft aus. Wir arbeiteten in der Küche, dem Speisesaal, auf den Feldern, im Kindergarten, in der Wäscherei, bei der Weintraubenernte, in der Klebstofffabrik, im Kuhstall oder im Hühnerstall. Ich war zumeist im Speisesaal oder bei den Hühnern und liebte diese Jobs. Die Leute waren super, manche Volontäre weniger, denn die zeigten sich häufig besoffen. 

Der Kibbutz bemühte sich, die Volontäre dort einzusetzen, wo sie am liebsten arbeiten wollten. Das Essen war okay, zu Kibbutzfeiern waren wir eingeladen, einmal pro Woche wurde ein Film gezeigt. Dazu span jemand im Speisesaal eine Leinwand auf. Im Kibbutz Club, genannt “Moadon”, floss freitags Bier und es gab Musik und Tischtennis. Mein Lieblingsort war die kleine Bibliothek, in der ich als Volontär neben der Arbeit freiwillig nochmals volontierte. Idylle pur und nachmittags nach der Arbeit wurde regelmässig Mittagsschlaf gehalten. 

Neun Monate blieb ich in Gezer, kehrte nach Deutschland zurück und kam nochmals zu zwei anderen Kibbutzim, in denen ich jeweils einen Ulpan (Hebräischsprachkurs) besucht: In Revivim in der Negev sowie in Givat Brenner bei Rehovot. In Revivim arbeitete ich neben dem Unterricht vorwiegend in der “Lady Shaver” Fabrik. Die Plastikrahmen für die “Lady Shaver” wurden dort produziert und Hunderte von Shaverhüllen flossen aus der Schmelzanlage auf das Fliessband. Wir Volontäre durften dann alles in einen Karton schlichten und so ging das mindestens sechs Stunden am Tag. 

Es war eine super Zeit, an die ich stets gerne zurückdenke. Alles war easy, der Kibbutz machte uns faul, denn es war für alles gesorgt. Essen gab es dreimal am Tag, die Wäsche wurde gemacht … Heute ist vieles anderes, denn die Kibbutzim entwickelten sich weiter. Gesellschaftlich genau so wie wirtschaftlich. 

Am meisten geschockt war ich über die heutigen Zulassungsvoraussetzungen, denn die sind mittlerweise wesentlich strenger geworden. Die offiziellen Website des KIBBUTZ PROGRAMME CENTERS ist sehr informativ, dennoch blieben bei mir ein paar Fragen offen. Gerade aus deshalb, weil mich ein Blogleser kontaktiert hatte und mir einige detaillierte Fragen sandte. Da ich schon seit längerem ein Update zum Volontärsprogramme plante, ging ich gestern kurzerhand ins Kibbutz Office und hoffte auf jemanden zu treffen, der bereit war, meine Fragen zu beantworten. Dazu jetzt mehr im nächsten Artikel !

Kibbutz & Jerusalem

B"H

Heute abend werde ich einen ausführlichen Bericht zu meinem gestrigen Besuch beim Tel Aviver Kibbutz Office verfassen. Dort sprach ich eine ganze Zeit lang mit der Leiterin und die erwies sich als überaus hilfsbereit. Einige Erneuerungen haben mich so ziemlich überrascht und nichts scheint mehr so wie in den alten Kibbutz Volontär Zeiten.:-)

Danach fuhr ich nach Jerusalem, um Freunde zu besuchen und kam am Ende erst um Mitternacht zurück nach Tel Aviv. Die Lokalbusse fuhren um die Zeit nicht mehr und so musste ich den Levinsky Park, vollgepackt mit illegalen Afrikanern durchqueren, um an ein Sherut – Taxi zu gelangen. Keine tolle Erfahrung um diese Uhrzeit am Busbahnhof herumzulaufen und sich den Weg durch Afrikaner, Junkies und Prostituierte zu bahnen.


Jerusalems neue Strassenbahn



Nahe der Ben Ben Yehudah Mall in der Innenstadt von Jerusalem.

Photos: Miriam Woelke

Montag, 24. Oktober 2011

Freigelassene palästinensische Terroristen weigerten sich, dem Terror zu entsagen

B”H 

Zum "Shalit - Deal":

Kurz vor Entlassung der Terroristen legte der innere israelische Geheimdienst “Schabak” den Freizulassenden ein Formular zur Unterschrift vor. Offiziell sollten sie ihre Absage vom Terrorismus bekunden. 

Ob das Versprechen eingehalten wird oder nicht sei einmal dahingestellt, eine Unterschrift sollte aber dennoch erfolgen. 

Die Mehrheit der Terroristen aus dem “Shalit – Deal” weigerte sich jedoch, das Papier zu unterschreiben, wurde aber dennoch freigelassen. Die Stellungnahme von Netanyahus Office lautet, dass die Unterschrift unter das Dokument nicht Teil des Abkommens mit der Hamas war. Andererseits machte Netanyahu der Bevölkerung die ganze Zeit über weis, dass nur jene Terroristen freikommen, die versprechen, den Terror zu entsagen. Glauben tut daran eh niemand. Im Gegenteil !  

Aber es kommt noch viel schlimmer: Zwar ist es geheim, doch wird berichtet, dass Netanyahu sich ebenfalls verpflichtete, keinen der Terroristen zu verfolgen, selbst wenn dieser einen neuen Anschlag vorbereitet oder sich daran beteiligt. 

Die Terroristen jedenfalls zögerten nicht lange nach ihrer Freilassung und verkündeten stolz, mit dem Terror gegen Israel fortzufahren.

Recherche zum Kibbutzaufenthalt

B”H 

Ein Blogleser stellte mir gestern ein paar nähere Fragen zum Kibbutzaufenthalt und ich konnte kaum glauben, was ich auf der Site des “Kibbutz Programme Centers” von Tel Aviv sah. Vieles hat sich wieder einmal verändert seit meinem letzten Artikel und ich werde selbst vorbeischauen und nachfragen. Zwar heisst es, dass man sich als Freiwilliger stets im voraus aus seinem Heimatland anmelden muss, trotzdem sehe ich hiesige Touristen einfach so spontan vorbeischauen. 

Ob das nach wie vor geht und wie das mit Krankenversicherung etc. aussieht, versuche ich heute ein wenig zu erfragen. Ich hoffe die Leutchen im Office sind diesmal hilfsbereiter als beim letzten Mal.

Ich bin taubstumm


Gesehen am Zentralen Busbahnhof Jerusalem.

Photo: Miriam Woelke

Sonntag, 23. Oktober 2011

Trübes Wetter in Tel Aviv

B”H 

Obwohl es gestern wieder einmal recht war und sonnig war, der Winter zieht langsam ein. 

Tel Aviv 18 – 27 Grad Celsius – so die heutige Wettervorhersage. 

Trübe und regnerisch schaut es momentan aus, aber im Winter ist es vielleicht günstiger eine Wohnung zu finden. Die Mehrheit der Israelis sucht wenn, dann neue Wohnungen im Sommer. In zwei bis drei Monaten mache auch ich mich wieder einmal auf, eine neue Bleibe zu suchen, denn ich brauche etwas Größeres und einen anderen Stadtteil. 


Allenby Street / Tel Aviv. Im Hintergrund rechts der "Shalom Tower". 



Strassenszene King George / Tel Aviv



In der Levinsky Street / Tel Aviv

Photos: Miriam Woelke

Samstag, 22. Oktober 2011

Neuer Terror in Jerusalem und Tel Aviv

B"H

Und es geht weiter mit dem Terror: Ein arabischer Terrorist stach heute im Jerusalemer Stadtteil Ramot auf einen jugendlichen Israeli ein. Siehe YNET !

Noch wurde niemand verhaftet, denn der Täter flüchtete. 

Dazu gibt es Terrorwarnungen für Tel Aviv und Umgebung. Palästinensische Terroristen planen offensichtlich einen neuen Anschlag. 

Deutsches Konsulat in Jerusalem ?

B”H 

Ein Leser googelte nach einem “deutschen Konsulat” in Jerusalem. Soweit mir bekannt ist, gibt es einzig und allein eine “Deutsche Botschaft” im Land und die befindet sich in der Daniel Frisch Street in Tel Aviv.  

Die USA haben, neben ihrer Botschaft in Tel Aviv, ein Konsulat in Jerusalem, doch die Deutschen sicher nicht. Was es in Jerusalem gibt, ist ein “Goethe Institut” (in der Sokolov Street), das jedoch keinen Botschaftsrang besitzt. :-)

Hier findet Ihr die Website der Deutschen Botschaft in Tel Aviv

Der Entführungsfall SHMUEL ROSENWASSER

B”H 

Israel, Kidnappings von Israelis durch arabische Terroristen und Gefangenenaustausch – all das ist wahrlich nichts Neues, nur mag der heutige Unterschied sein, dass der Preis, welchen die Terroristen fordern, immer weiter ansteigt. 

Ich blättere derzeit einmal so in all der “Austausch – Geschichte”, wie der jeweilige Gefangenenaustausch zustande kam und der Hintergrund, der eine Rolle spielte. Dabei stiess ich unvermeidlich auf einen der ersten Fälle, welcher am 1. Januar 1970 seinen Lauf nahm. 

In der Nacht des 1. Januar 1970 wurde der Nachtwächter Shmuel Rosenwasser (damals 58 Jahre alt) gekidnappt. Und das von der FATACH (heutiger Vorsitzender: Abu Mazen). Ort des Geschehens war die Umgebung der Kleinstadt Metulla nahe der Grenze zum Libanon. 

Genau vier Tage später verkündete die Fatach, dass der Nachtwächter sich in ihren Hände befinde. So jedenfalls schreibt es der israelische Journalist Ronen Bergmann in seinem Buch “By any means necessary” (“Medinat Israel Ta’aseh HaKol”). 

Kurze Zeit danach forderte die Fatach einen Austauschpreis von bis zu 100 einsitzender palästinensischer Gefangener gegen einen Mann: Shmuel Rosenwasser. Eigentlich ging es der Fatach jedoch nur um zwei freizupressende Hauptterroristen: 

1. Fatach Terrorist Mahmoud Hijazi, der im Jahre 1965 ein Terrorattentat geleitet hatte und, neben Adolf Eichmann und Me'ir Tuviansky der Dritte im Bunde war, welcher in Israel zum Tode verurteilt wurde.

2. Die erste weibliche Terroristin Fatma Barnawi, verurteilt zu lebenslänglicher Haft, da sie versucht hatte, dass “Zion” Kino in Jerusalem in die Luft zu sprengen. Geschehen im Jahre 1967. 

Ein weiterer Fatach – Grund betraf keine Terroristen sondern den schleierten Versuch, Israel auf eine Verhandlungsebene zu bewegen. In dem Moment wo Israel sagt “Ja, wir verhandeln”, erkennt der Staat automatisch die Fatach an. Bis zu dem Zeitpunkt und auch noch viel später wurde die Politik betrieben, kein einziges Wort mit Arafat & Co. zu reden und etwaige Treffen mit ihm und seinem Anhang standen unter gesetzlicher Strafe. 

Wir müssen uns ganz einfach in die damalige Zeit hineinversetzen. Die Premierministerin hiess GOLDA ME’IR und der Name des Verteidigungsministers lautete MOSHE DAYAN. Und gerade Golda war es, die da stets sagte, dass ein palästinensisches Volk nicht existieren. 

Israel roch den ausgelegten Köder der Fatach und Golda Me’ir umging die Aktion, indem sie ganz einfach der libanesischen Regierung die Schuld für die Entführung Rosenwassers in die Schuhe schob. Schon am 2. Januar 1970 drang eine israelische GOLANI – Militäreinheit in das libanesische Dorf Kila ein und nahm dort mehrere Personen gefangen. Grund: Kurz nach seiner Entführung war Rosenwasser in das Dorf verschleppt worden. 

Neben den mehreren libanesischen Soldaten sowie Zivilisten nahmen die Golani ebenso gefundene Waffen und Munition mit nach Israel. Die israelische Regierung sowie die Armee aber planten ein ganz anderes Unternehmen. Nämlich sollte ein einsitzender israelischer Araber als Doppelagent gewonnen werden, was im Nachhinein auch gelang. Dem neuen Agenten wurde die Flucht aus dem Gefängnis ermöglicht. Ferner gelang es ihm, in den Libanon zu fliehen. Daheim in Israel wurde die Presse informiert und diese berichtete ausführlich von dem entflohenen Araber, ohne zu ahnen, was wirklich abging. 

Mittlerweile hatte der Agent im Libanon Verbindung mit der Fatach aufgenommen und denen etwas vorgejammert von wegen “es ginge im so schlecht und er werde von den bösen Israelis verfolgt”. Er schimpfte auf die Zionisten und die Fatach nahm ihm alles ab, denn die israelischen Zeitungen berichteten ja von dem Fall. Auf diese Weise kam der Agent auf die Spur Rosenwassers und gab die Infos an Israel weiter. Sogar den genauen Aufenthaltsort des Entführten. Aufgrund der örtlichen Situation schloss Israel dennoch eine militärische Befreiungsaktion aus. 

Am Ende gaben beide Seiten nach und alles endete in einem Gefangenenaustausch. 14 Monate nach seiner Entführung kam Shmuel Rosenwasser an seinem 59. Geburtstag frei. 
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Quellen:


"Medinat Israel Ta'aseh HaKol" von Ronen Bergmann

Der "Shalit - Deal" aus einer jüdisch - religiösen Perspektive

B”H 

Ein Leser meines englischen Blogs sandte den Link zu einem interessanten Artikel, welcher den “Shalit – Deal” au seiner jüdisch – religiösen Perspektive heraus betrachtet. 

Freitag, 21. Oktober 2011

Schabbat Schalom

B”H 

Sukkot ist vorbei und ab Sonntag geht der Alltag wieder so richtig los. Nicht für mich, denn ich habe die gesamte Zeit über gearbeitet und konnte mich kaum irgendeines Urlaubs erfreuen. Dafür habe ich in der nächsten Woche einiges mit den Behörden zu tun, was mein Leben ziemlich positiv verändern und beeinflussen wird. 

Mittlerweile hat sich das Wetter drastisch abgekühlt. Als ich am Montag in Jerusalem war, ging abends ohne Jacke kaum  mehr etwas. Ich wagte es dann doch und fror wie sonstwas. In Tel Aviv ist es nicht anders und des Abends sollte eine Jacke dabei sein. Obwohl die Temperaturen tagsüber die 20 Grad Celsius übersteigen, gegen Abend folgt die Abkühlung. 

Mit dem Thema “Gilad Shalit” lasse ich es für einige Zeit auf sich beruhen, denn es gibt nichts Neues. Obwohl Vater Noam Shalit mit der Presse redet finde ich, dass Gilad sich erst einmal erholen und in sein neues Leben zurückfinden soll. Erfahren haben wir u.a., dass die Hamas ihm einen Fernseher sowie ein Radio zur Verfügung stellte und Gilad Shalit im Wesentlichen über alles informiert war. Auch unternahm er gestern ein Fahrradtour durch seinen Wohnort und traf alte Schulfreunde. Eine Pressekonferenz wird es, laut Vater Noam, aber noch nicht geben. 

Nicht nur eine kleine Organisation spricht nun an, was viele Israelis denken. 

“Warum nicht die Todesstrafe für palästinensische Terroristen einführen ?” 

Wenn sie abgeurteilt und tot sind, lohnt sich keine weitere Entführung von Israelis und Freipressungen gibt es auch keine mehr. Ein Vorschlag, der selbst von vielen Knessetabgeordneten befürwortet und offiziell diskutiert wird.

Straßenszene aus Jerusalem


Jerusalem: Jaffa Road mit Blick auf den Stadtteil Kiryat Moshe im Hintergrund.

Photo: Miriam Woelke

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Sukkot Trubel am Jerusalemer Jaffa Tor

B"H

In Israel ist das Sukkot - Fest heute abend zuende gegangen, in der Diaspora ist dies erst morgen abend der Fall. 

Hier ein paar Bilder vom Sukkot - Trubel in Jerusalem. Am Jaffa Tor, dem Eingang zur Altstadt. Die Bilder nahm ich am vergangenen Montag auf.




Auch die Araber machten ihr Business und verkauften, u.a., Backwaren Snacks.



Photos: Miriam Woelke

Sucht Euch einen Job nach der Aliyah !

B”H 

Was mir viele Male bei jungen Juden aus Anglo - Ländern oder Südamerika auffällt ist, dass sie sich nach der Einwanderung nach Israel zwar in einen Ulpan sowie ein “Mercaz Klitah – Neueinwandererunterkunft” begeben, doch dann strömt einiges Cash herein und schon wird sich auf die faule Haut gelegt. 

Einwanderungsorganisationen wie “Nefesh be’Nefesh” (für Juden aus Nordamerika) zahlen massig Cash an jeden jüdischen Neueinwanderer und das verlockt nicht wenige, das Geld recht locker auszugeben. Man hat ja vorerst genug zum Leben und da ist die Verlockung groß, in den Tag hineinzuschlafen und die Jobsuche auf später zu verschieben. Ehe man sich versieht, ist das Geld schnell ausgegeben und dann steht derjenige da. Nicht wenige kehren nach der Erfahrung frustriert in ihre alten Heimatländer zurück. 

Wer Aliyah macht und noch kein ausreichendes Hebräisch spricht, der sollte sich schnellstens um einen Ulpan (Sprachkurs) bemühen. Den ersten Kurs erhaltet Ihr umsonst und Listen mit entsprechenden Ulpanim gibt das jeweilige “Absorption Center” heraus. Gleich anschliessend mit der Jobsuche beginnen, selbst wenn Ihr vorerst nur eine minderwertige Beschäftigung findet, doch jeder hat einmal klein angefangen. 

Auf gar keinen Fall erstmal auf die faule Haut legen !

"Amana Muna" oder "Mord im Internet"

B”H 

Irgendwo las ich in der deutschen Presse einen Leserkommentar, der andeutete, dass sich ja unter den 1027 freizulassenden palästinensischen Terroristen (im Shalit – Deal”) auch Frauen befinden. Und diese Frauen seien unschuldig und die bösen Israelis hätten sie einfach aus ihren Haushalten heraus weggekidnappt. 

Liebe deutsche Kommentarschreiber: Wenn ihr diesen weiblichen palästinensischen Terroristinnen begegnen würdet, täten diese keine Sekunde zögern, Euch die Kehle durchzuschneiden, in die Luft zu jagen und Eure Eingeweide an die nächste Autoantenne zu hängen. 

Als kleines Beispiel: Die Mörderin des 16 – jährigen Israeli OFIR RACHUM. 


Ofir Rachum


Im Januar 2001 wurde der 16 – jährige Ofir Rachum nahe Ramallah ermordet aufgefunden. Monate zuvor hatte Ofir in einem Online Chat eine junge Frau kennen gelernt und sich offenbar in sie verknallt. Mindestens zweimal reiste der aus Ashkelon stammende Junge nach Jerusalem, um sich mit der damals 20 – jährigen zu treffen. Auf seine Frage hin, warum sie denn Hebräisch mit arabischem Akzent spreche, hatte die junge Frau mehrere Antworten parat. Eine davon lautete, sie sei erst kürzlich aus Marokko eingewandert, um hier in Israel als Jüdin besser leben zu können. 

Das letzte Mal als Ofir zu einem Treffen nach Jerusalem fuhr, schlug die junge Frau vor, man könne ja einen kleinen Trip im Auto unternehmen. Ofir Rachum ging darauf ein, ohne zu ahnen, dass die junge Frau das Auto nach Ramallah lenkte. Unterwegs hielt ein zweiter Wagen, denn die Frau hatte Freunde angerufen, die ganz nebenbei palästinensische Terroristen sind. Die Frau hiess AMANA MUNA und gab ihren Chatpartner absichtlich einem Mörder preis. 

Gestern wurde Amana Muna nach Gaza entlassen, denn anderswo in der Palästinensichen Autonomie kann sie sich nicht mehr blicken lassen. Nicht nur, dass sie für den Mord an Ofir Rachum verantwortlich ist; ihre eigenen Landsleute, Frauen aus dem Sicherheitsknast, haben ein Hühnchen mit ihr zu rupfen. Jahrelang habe Muna im Knast weibliche palästinensische Häftlinge drangsaliert und sogar misshandelt. Aus Angst vor Rache liess sich Amana Muna nach Gaza verfrachten, denn dort kennt sie kaum jemand. In Ramallah dagegen hätte man sie wahrscheinlich gleich in die nächste Mülltonne verfrachtet. 


Ein Interview mit dem Vater von Ofir Rachum zum "Shalit - Deal"