Mittwoch, 30. November 2011

Warum sind Israels Restaurants teurer als die in London ?


Imbiss am Rothschild Boulevard (Tel Aviv)

Photo: Miriam Woelke

B”H

Am Montag las ich einen Zeitungsartikel, dessen Inhalt sich mit den horrenden Preise israelischer Restaurants befasste. Selbst Mac Donald’s in Israel ist dermassen teuer, dass sich kein normaler Europäer oder Amerikaner auf die Preise einlassen täte. Einmal davon abgesehen, dass mindestens die Hälfte der israelischen Mac Donald’s Filialen nicht koscher ist. 

Wer in Israel auswärts essen geht, der mache sich auf eine Rechnung gefasst. Die Portionen sind bescheiden, die Preise hoch. Vielerseits kommen mindestend 10 % für die Bedienung hinzu, denn der Service ist in zahlreichen Restaurants nicht mit inbegriffen. In Deutschland zahlt jeder Gast separat und rundet normalerweise den Betrag auf und somit ergibt sich das Trinkgeld für die Bedienung. In Israel hingegen erhält ein Tisch die Endabrechnung und dann darf jeder Gast einzeln auseinanderklamüsern, was er bestellte und nun bezahlen muss. Jeder am Tisch schmeisst dann sein Geld auf den Tisch und es beginnt ein wildes Herumgeschiebe von Kleingeld, wer jetzt wem was schuldet. Nervig, zeitaufreibend, dann kommt die Bedienung, nimmt den Gesamtbetrag mit und kommt mit etwaigem Wechselgeld wieder. Wenn wir das Restaurant verlassen, legen meine Freunde und ich ein gemeinsam eingesammeltes Trinkgeld auf den Tisch. Ob der Service in der Rechnung inbegriffen ist oder nicht, seht ihr am Kassenzettel, wenn Euch die Bedienung die Rechnung bringt. Da steht das üblicherweise drauf.


Cafe im Stadtteil Florentin (Tel Aviv)

Photos: Miriam Woelke

Warum aber verlangen israelische Restaurants höhere Preise als weise London oder Berlin ? 
Die Restaurants reden sich gerne heraus, dass sie ja ihren hohen Mieten und Steuern zahlen müssen. Dass die Zutaten so masslos teuer seien und was nicht noch alles. Tatsache ist, dass alle verdienen wollen. Deswegen eröffneten sie schliesslich ihr Business. Investionen sollen wieder reinkommen und Profite mit dazu. Außerdem finden sich immer Kunden, die die horrenden Preise zahlen und wenn keine Israelis, dann halt Touristen mit vielen Euros. Die Touristen wissen eh nicht, was Sache ist und zahlen alles. Mit Euros meinen sie der King zu sein und denken, alles sei billig. Immerhin liegt der Euro nach wie vor fünf mal so hoch wie der israelische Schekel. Wobei der Schekel jedoch momentan stabiler ist. 

Zu viele Israelis eröffnen Imbisse und Restaurants, haben aber eigentlich wenig Ahnung vom Gewerbe. Einnahmen sollen her und das schnell. Eine Falafelbude neben der anderen, eine Pizzeria neben der anderen, Suschi, Steaks oder Thaifood. 

Egal, wie teuer oder billig das Essen ist, am liebsten esse ich immer noch daheim. Da brauche ich mich über keine Bedienung aufregen und das Essen gestalte ich, wie ich es will. Touristen haben da ganz klar das Nachsehen, doch vielleicht ist manchmal ein beim Bäcker gekauftes Brot und irgendein Käse oder eine Salami dazu besser als jedes Restaurantmenu. Und dazu noch weitaus billiger.


Link:

Einschreiben von Israel nach Deutschland

B”H 

Falls jemand interessiert ist: 

Ein Einschreibebrief von Israel nach Deutschland dauert ganze zwei Wochen ! Eine lange Zeit und ich dachte bereits, mein versandtes Einschreiben sei verloren gegangen. 

Wer sich gerade in einer ähnlichen Situation im Wartezustand befindet: Die deutsche Post läßt sich die meiste Zeit. Zwei Tage war mein Brief in Israel unterwegs, wurde dann nach Deutschland versandt, wo er zwölf !!! Tage herumgurkte, bis er auf seinen Empfänger traf.

Israels Natur im November






Gesehen am 28. November 2011 in Ra'anana

Photos: Miriam Woelke

29. November 2011: Pay a Blogger Day

B"H

Gute Idee, doch nur wenig effizient.:-)

Dienstag, 29. November 2011

Die Knesset schränkt die Pressefreiheit ein

Photo: BeRuby


B”H 

Nun ist es also durch die Knesset; das neue Gesetz, welches Journalisten und Bloggern jegliche Hetze gegen Personen im Internet verbietet. Gleichzeitig müssen wir Siteinhaber darauf achten, keinerlei hetzerischen Kommentare gegen andere Personen mehr durchzulassen. 

Im Klartext bedeutet dies, dass jedes Individum, welches sich angegriffen fühlt, eine Internetsite auf eine saftige Geldstrafe verklagen kann.  Die Gefahr der Einschränkung der israelischen Pressefreiheit begibt in höhere Dimensionen, denn zu viele Journalisten haben Angst und halten sich zurück. Gesetzesbrechern kann dieses Gesetz nur Recht sein und nicht umsonst sehen Kritiker in der neuen Gesetzgebung einen Racheakt vieler Politiker, die von der hiesigen Presse diverser Vergehen angeklagt worden sind. So wie Moshe Katzav und seinen Vergewaltigungen, der ehemaligen führende Politiker Chaim Ramon (sexuelle Belästigung) sowie weitere Politiker, die sich bestechen lassen. 

Zugegeben, unsere Presse übertreibt leider allzu oft; im Grunde genommen aber wurden auf diese Weise unzählige Politskandale aufgedeckt. Wie ich persönlich dieser Tage erfahren musste, sah sich auch eine relig. Institution von mir zu Unrecht angegriffen, brachte jedoch im Gegenzug keinerlei Gegenbeweise ihrerseits. Der Angriff fand nicht von mir, sondern von anderweitigen Sites sowie Bewohnern des entsprechenden Stadtteiles statt. 

Was soll ich sagen ? 

Vor Nepper, Schlepper, Bauernfänger darf das Internet jetzt auch nicht mehr warnen. Zumindest nicht in Israel, es sei denn, es liegen handfeste Beweise vor. Liegen diese denn vor, wird weiter abgestritten. Wir Schreiber verbreiten nur Lügen und Gerüchte. So nämlich reden sich die Schuldigen gerne heraus und versuchen uns einzureden, dass eigentlich wir die Bösen sind und nicht sie. 

Wer der hebräischen Sprache mächtig ist, kann hier ein paar Blogbeitraege zum Thema lesen: 

Organhandel im Sinai

B”H  

Dass verschiedene Beduinenstämme im Sinai ihr Unwesen treiben, ist bekannt. Schleuserbanden verlangen horrende Summen von Afrikanern aus Eritrea oder dem Sudan, um Menschen über die grüne Grenze nach Israel zu bringen. Afrikanische Frauen werden von Beduinen zur Prostitution gezwungen und sobald sie nutzlos werden, gelangen sie nach Israel. 

Ein Blogleser machte mich darauf aufmerksam, dass ebenso Organhandel betrieben wird und die Beduinen groß am verdienen sind. All das rechtfertigt nicht, dass Israel Abertausende illegaler Afrikaner als Flüchtlinge anerkennen muss. Vielmehr sind hier westliche Hilfsorganisationen bzw. die UNO gefordert, dem Treiben im Sinai ein Ende zu bereiten. Zu viel aber steht auf dem Spiel, denn die Al Khaida mischt ebenfalls im Sinai mit. Mir ist nicht bekannt, ob auch im Organhandel, doch was genau im Sinai stattfindet, will wohl niemand auf der Welt so richtig aufklären. 

Angekommen in Israel, werden die Afrikaner allzu leicht Beute für israelische Unternehmen. An erster Stelle die Hotelindustrie in Eilat und am Toten Meer, wo Afrikaner schrubben und putzen. Für wenig Geld und ohne soziale Absicherung. Zum Zweck für die Wirtschaft und da Netanyahu mit Wirtschaftsbossen gut kann, wird er sich hüten, die Grenze weiter abzusichern. 

Links zum Organhandel im Sinai:




Bericht mit CNN Video

Vier Katyusha Raketen flogen auf Israel

B”H 

In der Nacht fielen voraussichtlich vier Katyusha – Raketen auf israelisches Territorium. Mehrere Explosionen waren zu hören als die Raketen, abgeschossen aus dem Libanon, auf das westliche Galiläa niedergingen. Es gab Sachschanden und die israelische Armee reagierte mit Schüssen auf die libanesischen Abschussrampen. 


Libanesische Hizbollah Terroristen mit ihren Raketen


Details auf dem Blog der israelischen Armee:

Montag, 28. November 2011

Trip nach Ra'anana

B”H 

Heute war ich fast den halben Tag lang in der Stadt Ra’anana, nördlich von Tel Aviv gelegen. Die Stadt Ra’anana hat fast 70,000 Einwohner, entwickelte sich innerhalb der letzten Jahre zu einem weiteren Hightech – Center und gilt im Volksmund als “gutbetucht”. Die Bewohner besitzen Geld oder zumindest viele von ihnen. Ferner leben in der Stadt sehr viele Neueinwanderer; vorwiegend aus den USA, Kanada, England, Frankreich und Südamerika. 

Von Tel Aviv aus fahren mehrere unterschiedliche Buslinien nach Ra’anana und ich machte den Fehler, den Bummelbus 501 zu nehmen, der an jeder Haltestelle anhält. So dauerte dann die Fahrt auch Ewigkeiten und wer eine Tour durch Herzliya sucht, der nehme die Buslinie 501. Überhaupt liegen Herzliya, Ra’anana sowie die Stadt Kfar Saba nebeneinander und man braucht quasi nur eine Straße zu überqueren, um in den Nachbarort zu gelangen. 

Eine Bitte: Lasst Euch durch die tollen Bilder aus Ra’anana nicht täuschen, denn es ist nicht billig dort zu wohnen !


Hier stossen Ra'anana und Kfar Saba zusammen.



Ra'anana (Deutsch: Frisch, ein frischer Geruch oder ein frisches Aroma, zum Beispiel)



Einfahrt nach Ra'anana









Copyright / Photos: Miriam Woelke

November 2011: 2464 Afrikaner kamen auf illegalem Weg nach Israel


Afrikanische Junkies am alten Tel Aviver Busbahnhof

Photo: Miriam Woelke

B”H  

Die Zahlen sind erschreckend und viele viele Male berichtete ich in diesem Blog über die Anzahl der illegalen Afrikaner in Israel. Über die ägyptische Grenze eingeschleust und danach verteilen sich die Illegalen auf Eilat und Tel Aviv. Drei Stadtteile in Tel Aviv – Süd wurden mittlerweile zu sozialen Brennpunkten, denn die Afrikaner befinden sich fast in der Mehrzahl. Afrika mitten in Tel Aviv und die Kriminalität nahm drastisch zu. So rate ich davon ab, nach 23.00 Uhr in der Gegend vom neuen sowie alten Busbahnhof zufuss unterwegs zu sein. 

Allein in diesem Monat November wurden 2464 weitere Afrikaner illegal eingeschleust. Zumeist von ägyptischen Beduinen, die dafür horrende Preise von den Schwarzafrikanern abkassieren. Seit Januar dieses Jahres kamen insgesamt 13,410 illegale Afrikaner nach Israel. Die Mehrheit von ihnen stammt aus ritrea sowie dem Sudan. Erst einmal angekommen, verliert sich ihre Spur, denn sie taucht bei Bekannten unter und mit zehn oder zwanzig hausen die Leuten in kleinen Apartments. Gearbeitet wird Schwarz und nebenbei geklaut und mit Drogen gedealt. In Tel Aviv haben die Afrikaner ihren eigenen Handy – und Fahrradmarkt. Alles Diebesgut und weiterverkauft wird an die eigenen Landsleute. Kaum sieht man einen Afrikaner, der kein teures Fahrrad fährt und nicht mit einem Smartphone herumfuchtelt. 

Israelis benutzen sie zum Arbeiten und danach werden die Afrikaner in ihre Ghettos zurückgeschickt. Mit ihnen etwas zu tun haben will niemand und die Illegalen selbst bauten ihre eigene afrikanische Unterwelt um den Zentralen Busbahnhof auf. Sie wollen nichts von Israel außer Geld und Israel will nicht von ihnen. Wenn Deutschland denen morgen Asyl anbietet, sind sie alle weg und machen sich in Europa breit. Doch Europa hat eigene Probleme und machte die Pforten dicht. 

Der Bericht von Ma’ariv Online (leider nur in hebräischer Sprache)

Weitere Links:


Zwischen Junkies und illegalen Afrikanern

Israel: Die Stellenangebote gingen zurück

B”H 

Europa leidet an der Eurokrise und ich muss sagen, dass mir der Euro von Beginn an suspekt war. Da ich bereits ein halbes Jahr vor der Einführung des Euro nach Israel auswanderte, bekam ich das ganze Hickhack gar nicht mehr mit und habe in meinem Leben noch nie mit einem Euro bezahlt. Wenn mir jemand einen Betrag in Euro nennt, rechne ich diesen automatisch in DM um. 

In Israel ist bekanntlich immer wirtschaftlicher Katzenjammer angesagt. Jedenfalls was das Volk betrifft und daher merken wir nie, wenn die Welt erneut an einer Krise leidet. Uns geht es ja eh immer bescheiden und wir haben uns daran gewöhnt. Dabei kommt Israel bei all den internationalen Krisen immer noch mit am besten weg. 

Der Wirtschaftsteil der hiesigen Presse gab heute bekannt, dass, trotz Wirtschaftsboom, die Anzahl der offenen Stellen zurückgegangen sei. Im November 2011 wurden insgesamt 30,995 offene Stellen gemeldet. Zur gleichen Zeit im Vorjahr waren es noch 38,995 Stellen. Betroffen sind diesmal auch die so einstellungsfreudige Telemarketingbranche und auch die Hightech. Israelische Unternehmen lassen sich Zeit bei der Einstellung neuer Mitarbeiter und das Prinzip der Zeitarbeit ist hierzulande nur allzu beliebt.

Riesige Explosion in Isfahan / Iran

B”H 

In der iranischen Stadt Isfahan, dort wo Achmadinejad sein Uranium umwandelt, soll es eine riesige Explosion gegeben haben. Zuerst beschuldigte die iranische Presse den Mossad bzw. Israel, doch kurz darauf wurde die Meldung von der Website genommen und nun wird wieder einmal das Geschehen abgestritten. 

Falls die Explosion tatsächlich in oder nahe einer der Atomanlagen stattgefunden haben sollte, sieht es ganz danach aus als habe der Iran einige interne Betriebsunfälle zu vermelden. 

Mehr bei YNET !

Sonntag, 27. November 2011

Iran richtet 150,000 Raketen gen Israel

B”H 

Der iranische Verteidigungsminister drohte heute abend, dass bei einem Angriff auf sein Land, 150,000 Raketen auf Israel fliegen werden. Darunter auch atomar bestückte Missiles. Egal, welches westliche Land den Iran angreife, Israel wird die Retourkutsche erhalten.

Gestern hiess es noch, dass ebenso der NATO – Stützpunkt in der Türkei angegriffen werde.

Links:


Fish & Chips auf dem Jerusalemer Machane Yehudah Markt

B"H

Wer über den Jerusalemer Machane Yehudah Markt schlendert, hungrig wird und zur Abwechslung einmal auf etwas anderes Appetit hat außer Falafel, Schwarma (Döner), Eis oder Pasta, der gehe zu “Fish & Chips”. Der kleine Imbiss befindet sich in einem der Nebengänge, genau gegenüber von “Pasta Basta”. Betrieben wird der “Fish & Chips” von ein paar jungen Juden sephardischer Herkunft und das Geschäft boomt. Koscher ist das Ganze auch mit einem Zertifikat (Hechscher) vom Oberrabbinat Jerusalem (Kasher Le’Mehadrin).

Wer will, der kann seine Mahlzeit auf einem der Stühle am Imbiss einnehmen oder sich einpacken lassen. Persönlich empfehle ich die Mahlzeit zu 32 Schekel (ca. 6,50 Euro) mit Pommes und frischen Fischsticks. Einige Dips dazu gibt es inklusive und das Essen ist reichlich.


Photo: Miriam Woelke

Es wird dunkel in Tel Aviv


Am Strand von Tel Aviv mit der Hafenstadt Jaffa im Hintergrund (rechts).

Photo: Miriam Woelke

Photos aus NEVE ZEDEK / Tel Aviv

B"H

Hier einmal wieder ein paar Photos aus Tel Avivs romantischem IN - Stadtteil NEVE ZEDEK. Bei Besuchern ist der Stadtteil ein absoluter Hit sowie ein unbedingtes MUSS. Mitten in der Stadt gelegen und leicht erreichbar von der Allenby Street / Ahad Ha'am / Lilienblum.










Copyright / Photos: Miriam Woelke

Samstag, 26. November 2011

Zeig dein Geld nicht in Jerusalem

B”H 

 “Jerusalem ist voller Parasiten !” Das jedenfalls sagen viele meiner Freunde aus Tel Aviv und sogar aus Jerusalem. Nicht, dass damit ultra – orthodoxe Juden gemeint wären, von denen einige nicht arbeiten, sondern tagsüber im Kollel den Talmud lernen. Wer mit der Aussage gemeint ist, das sind die stinknormale Bewohner, die tagtäglich zur Arbeit gehen oder auch nicht. 

Sobald ich in Jerusalem aus dem Bus steige, schlägt es mir entgegen: Die Armut. Das Stadtsäckel ist leer und die Leute haben kein Geld. Die Arbeitslosenquote liegt hoch, die Mieten und Lebenshaltungskosten steigen und damit auch die Depressionen. Vielen Jerusalemer sieht man es nicht unbedingt auf den ersten Blick an, dass sie keinen Cent im Portemonnaie tragen. Immerhin sind diese Leute anständig angezogen, haben einen festen Wohnsitz, da die Sozialhilfe springt ein. Was Jerusalem von Tel Aviv unterscheidet ist, u.a., die Kleidung der Bewohner. Nicht jeder Tel Avivi ist top gekleidet, aber welcher Anblick mich in Jerusalem erwartet, übersteigt oftmals alles. 

Vor zwei Wochen befand ich mich daheim in Tel Aviv auf der Suche nach neuen Turnschuhen. Feste bequeme Schuhe und länger halten sollen sie auch. Von daher musste ein Markenprodukt her. Wahrscheinlich machte ich den Fehler in der Innenstadt zu suchen. Dizengoff Center, wo die Preise eh unverschämt sind. Im Center jedoch gab es kaum Angebote und so landete ich nebendran im NIKE Center. Das billigste Paar Schuhe kostete 500 Schekel (100 Euro). Ausschuss oder so gab es gar nicht. Was es dagegen massig gab waren die neuesten NIKE editions zu 700 Schekel (140 Euro). 

Bei allem Geld der Welt schaffe ich mir Sneakers zu 500 oder 700 Schekel an. Und dann auch noch in knalligem orange. Freunde hatten mir einen Sportladen in der nahegelegenen Bugrashov empfohlen und das war meine letzte Station. Sonderangebot von 290 Schekel (58 Euro): Ein paar sehr gute Schuhe des deutschen Herstellers aus Herzogenaurach. Da weiss man wenigstens, was man hat. 

Kurz darauf fuhr ich auf einen Tag nach Jerusalem und vorher überlegte ich tatsächlich, ob ich denn jetzt meine neuen Schuhe anziehe oder nicht. Neue Schuhe in Jerusalem, die da mehr als 100 Schekel kosten … Zu viele kommen da auf den Gedanken, dass derjenige Geld haben muss. Und schon beginnt das Parasitentum viel zu vieler Bewohner der Hauptstadt. 

Der Blick fiel immer zuerst auf die Schuhe und als ich die Bäckerei besucht, in der ich bis vor einem Jahr arbeitete, begrüsste mich eine Kundin und verlangte kurz darauf, ich solle ich doch ein Gerste – Buchweizenbrot kaufen. 

“Ach ja, neue Schuhe ? Und Du wohnst in Tel Aviv ?” 

Ständig die immer wiederkehrende Frage als ob Tel Aviv gleichbedeutend mit einem nicht enden wollenden Geldfluß sei. Ich muss für mein Geld auch arbeiten und nichts fällt mir in den Schoß, doch Tatsache ist, dass es in Jerusalem zu viel Schmarotzertum gibt. Arbeitslose, die nicht arbeiten wollen und sich tagsüber in mindestens zwei Suppenküchen die Bäuche vollschlagen. 

Ich lernte schnell (und lerne immer noch) mich nicht mit solchen Leuten einzulassen. Kein Mitgefühl zu zeigen und jede Antwort auf irgendeine dumme Anspielung zu vermeiden, denn sonst hat man die Leute wie Leim an sich kleben. Sehen sie einen im Café sitzen, kriechen sie an und fragen penetrant, ob man ihnen denn auch einen Café zahle. Falls ja, dann aber auch mit dickem Kuchen und noch einer zweiten Tasse. Bloß nicht sein Portemonnaie in Jerusalem zeigen und zu Freunden meinte ich sarkastisch, dass ich das nächste Mal mit zerrissenen Klamotten komme. Dann lassen mich die Leute hoffentlich in Ruhe. 


Photo: Miriam Woelke

Kaum mit dem Bus in Tel Aviv angekommen, begab ich mich zur Haltestelle meines Stadtbusses. Der Fahrer glotzte auf meine Schuhe und fing an: 

“Ah, neue Schuhe ? Welche Marke, was haben die gekostet und wo hast Du die gekauft ?” 

Ich kaufe mir bald gar nichts mehr und suche mir meine nächsten Schuhe verdreckt und durchlöchert aus einer Mülltonne. Sozusagen meine Tarn – und Quatsch mich bloß nicht um Geld an – Kleidung.

Bücherveröffentlichungen

B”H 

Ich kann durchaus verstehen, dass israelische Schriftsteller sich aufregen, wenn ihre Bücher bei den zwei größten Buchhandlungsketten des Landes, “Zomet HaSefarim” und “Stimatzky”, teilweise zu Ramschpreisen verhökert werden und deswegen keine Verdienste mehr reinkommen. Natürlich freut sich der israelische Kunde, wenn da Bücher günstig angeboten werden, denn selbst der Taschenbuchpreis liegt mit ca. 84 -100 Schekel (um die 20 Euro) verhältnismässig hoch. 

In der Schabbatausgabe der israelischen Tagezeitung MA’ARIV jammerte die Schriftstellerin Orli Castel – Blum ordentlich herum, obwohl sie gewiss noch nicht am Hungertuch nagt. Durch ihren aufwendigen Lebensstil verlor sie ziemlich viel Geld, was ich wiederum nicht nachvollziehen kann. 
Und was jetzt dasitzen und jammern ? In der modernen Literaturbranche betreibt man seine eigene PR und eröffnet, u.a., einen Blog und / oder veröffentlicht seine Bücher selber. Zwar bringt einen das nicht in die Regale der cliquenhaft fungierenden Buchhandlungen, doch ein wenig mehr Einfallsreichtum und Eigeninitiative sollte schon vorhanden sein.

Tel Aviv - Yaffo




Herbert Samuel Street am Strand


B”H 

Nach den Regengüssen am letzten Schabbat zeigte sich der heutige Schabbat von seiner sonnigen Seite und ein Bekannter von mir stellte die obigen Photos auf Facebook ein. 

Allerdings soll der Regen schon am Montag wieder zurückkommen.

Freitag, 25. November 2011

Wochenendschlagzeilen

B”H 

Es gibt Wochenendausgaben der israelischen Tagespresse, die es oft nicht wert sind, dass für sie Geld ausgegeben wird. Heute jedoch kaufte ich die Tageszeitung MA’ARIV, in der ich bereits nach kurzem Blättern mindestens zwei lesenswerte Artikel fand. Zum einen geht es wieder einmal um die “hungernden” israelischen Buchautoren, deren Literatur auf dem heimischen Markt zu Dumpingpreisen zu haben ist. Die hierzulande bekannte Schriftstellerin Orli Castel – Blum gibt ein Interview zum Thema, denn sie wurde vom Pleitegeier eingeholt. “Bettlerin” – so bezeichnet sie sich selbst. Wer als israelischer Autor seine Bücher nur national und nicht international umsetzt, dem droht das Leben am Rande des Sozialhilfesatzes. Nicht nur Orli Castel – Blum beschwert sich darüber, sondern auch Naomi Ragen tat dies in der Vergangenheit. 

Ein weiteres großes Thema in der MA’ARIV ist die Verabschiedung eines neues Gesetzes, welches Verleumdungen in der israelischen Medienlandschaft abschalten soll. Die im Land berühmten Journalisten Carmela Menashe und Razi Barka’i führen ein Gespräch über die Auswirkungen. Offenbar schützt das neue Gesetz jeden Humptydumpty, der etwas zu verbergen hat, vor der Öffentlichkeit. Leute, die gegen das Gesetz verstossen, finden und suchen Schutz in dem Gesetz und wenn wir nicht aufpassen, geht der Schuss nach hinten los. 

Das neue Gesetz – Ein Freifahrtschein für Kriminelle ? 

Ich werde die Artikel genauer unter die Lupe nehmen und nach Schabbat berichten.

Donnerstag, 24. November 2011

Das palästinensische Paradox

B”H

Die palästinensische Autonomiebehörde will die Touristen, sprich das Geld, anlocken. Aus diesem Grund wurde ein neues PR – Video veröffentlicht, welches Palästina von seiner schönsten Seite zeigt. Jedoch ohne Raketen aus Gaza und heimischen Selbstmordattentätern, die sich in Israel in die Luft sprengen.

Da glaubt man immer, die Palästinenser seien so arm dran und dann erscheint dieses Video. Wobei viele gezeigte Orte zu Israel gehören und nicht zu Palästina. Die Szenen im Video sind zu schön um wahr zu sein. Ein 5 – Sterne – Hotel mag dem Standard entsprechen, doch auf den palästinensischen Straßen sieht die gelebte Realität wesentlich anders aus. Nichts ist so gemütlich und unvorstellbar gediegen gepflegt. Was zählt, ist das Geld des Touristen und Abzocke wird ganz groß geschrieben. Die Mehrheit der Palästinenser quartiert sich in keinen luxuriösen Hotels ein, hat aber dennoch vielerseits ihr geregeltes Auskommen.



 Weitere Links:



Ist Israel ein "Apartheit - Staat" ?

TAGLIT (BIRTHRIGHT): Der perfekte Weg zur Aliyah ?


B”H 

Junge Juden bis zu einem bestimmten Alter haben die Möglichkeit, sich bei der internationalen Organisation “Birthright” (Hebräisch: TAGLIT) anzumelden, um auf diese Weise zwei bis drei Wochen Israel kostenlos zu geniessen. Inklusive Sterne – Hotels und Gruppentrips. Sinn und Zweck von “Birthright” ist es, so vielen jungen Juden wie möglich das Land Israel nahezubringen und ggf. zur Aliyah (Auswanderung nach Israel) zu animieren. In den meisten Fällen gelingt dies nicht, denn die Jugendlichen kehren zu ihren Eltern zurück, gehen auf das College oder die Uni und richten ihr Leben im jeweiligen Diaspora – Land aus. Der Israeltrip war toll und bleibt unvergessen, doch leben will man nicht gerade im Heiligen Land. Da bleiben jüdische Heranwachsende lieber im eigenen Land, wo es bequem ist, Jobs vorhanden sind und das Leben in geregelten sowie vertrauten Bahnen verläuft. 

Viele Israelis betrachten die Einrichtung “Birthright”, die vorwiegend von aussen gesponsort wird, als reine Geldverschwendung. Im eigenen Land leben Tausende Jugendliche unter dem Existenzminimum und dann rauschen Jugendliche aus der Diaspora an und machen im 5 – Sterne – Hotel Highlife. Ist das fair ? Warum nicht das Geld in die heimische Jugend stecken anstatt in ausländische Jugendliche, für die der Trip eh nur ein Abendteuerurlaub darstellt und die danach auf “Nimmer Wiedersehen” verschwinden ? 

Zahlreiche Israelis beschweren sich darüber zu Recht. Genau so übrigens wie über Neueinwanderer, die hierherkommen, ihre finanziellen Rechte abkassieren und, wenn das Geld aufgebraucht ist, in ihre Heimatländer zurückkehren. 

“Birthright” darf mit gemischten Gefühlen betrachtet werden. Was mich jedoch an der Organisation stört ist, dass hier auch Jugendliche akzeptiert werden, die aus einer Intermarriage stammen. Beispiel: Der jüdische Vater heiratete eine nichtjüdische Frau und demnach sind die daraus hervorgehenden Kinder keine Juden mehr. Es gibt Eltern, die ihre Kinder auf derlei Trips schicken, damit sie ggf. einen jüdischen Freund bzw. Freundin finden. Erschreckend ist, dass schlimmstenfalls das Kind mit einem nichtjüdischen Partner zurückkehrt. Und das ausgerechnet aufgrund von “Birthright”.

Tiberias / See Genezareth (Kinneret)


Photo: Miriam Woelke
B"H

Wenn alles klappt, gehe ich im Januar in den wohlverdienten Urlaub. Zumindest ein paar Tage, denn ich plane ja immer noch meinen Umzug nach Jerusalem. Derzeit jedoch stecke ich wegen einer Familienangelegenheit mitten in der Bürokratie fest. Und das weniger in der Israelischen als in der Deutschen. 

Wenn endlich Urlaub angesagt ist, geht es in den Norden nach Tiberias und Zfat.

Mittwoch, 23. November 2011

MUTTER und VATER auf Hebräisch

B"H  

Jemand fragte danach, was denn MUTTER auf Hebräisch heisse. 

Antwort: IMMA 

Hier auch gleich noch das hebräische Wort für Vater: ABBA

Wie deutsche Organisationen sich in die israelische Gesetzung einmischen wollen

B"H 

Diverse deutsche Organisationen drohen Israel: 

Den genauen Wortlaut findet Ihr HIER oder HIER !

Will Netanyahu die israelische Presse mundtot machen ?

B"H 

Vor wenigen Tagen erst verabschiedete die Knesset ein vielerseits umstrittenes neues Gesetz, nach dem Journalisten mit einer Geldstrafe von bis zu 300,000 Schekel (ca. 60,000 Euro) belegt werden können, wenn sie denn falsche Gerüchte in die Welt setzen. Zum Beispiel, wenn ein Politiker irgendeines Vergehens beschuldigt wird, obwohl noch gar keine ausreichenden Beweise vorhanden sind. 

Ich muss zugeben, dass ich den genauen Wortlaut des neuen Gesetzes noch nicht gelesen habe und kann mir daher kein Bild machen, ob und in wieweit die Pressefreiheit dadurch wirklich eingeschränkt wird. Wenn überhaupt, denn ein Journalist sollte schon wahrheitsgetreu berichten. Ob das Gesetz auch auf Blogger zutrifft, kann ich ebenso wenig sagen. Nur, dass die extreme Linke wieder einmal Amok läuft und “Peace Now – Schalom Achshaf” bereits eine Protestdemo hier in Tel Aviv abzog. Da jedoch “Peace Now” der Organisator war, hielt sich die Teilnehmerzahl sehr in Grenzen. 

Wer sich die israelische Medienlandschaft vor Augen hält, dem ist sehr gut bekannt, was an Gerüchten oftmals in die Welt gesetzt wird, weil irgendein Journalist so seine eigenen Schlussfolgerungen zieht. Außerdem geht mir die Lobbyarbeit und die versteckten Kriechereien mit den Politikern auf die Nerven. Viele Journalisten cliquen mit ihrem Politikerspezi und schreiben alles in seinem Sinne. Bananenpresse in der Bananenrepublik. Von daher ist das Gesetz gar nicht einmal so schlecht. 

Stadteinfahrt Jerusalem








Photos: Miriam Woelke

Dienstag, 22. November 2011

Deutschland: “Die Vertuschung und das böse Erwachen”

B”H 

Deutschland diskutiert, den Medien zufolge, über ein Verbot der NPD. Dabei scheint es unerheblich, ob die NPD offiziell existiert oder nach einem etwaigem Verbot im Untergrund kursiert. 

Jahrelang versuchte Deutschland den eigenen Rechtsradikalismus kleinzureden und am Ende beschränkten sich die Medienberichte, mehr oder weniger, auf den radikalen Islam. Und seit Ewigkeiten beschweren sich viele Deutsche darüber, dass nun endlich einmal Schluss sein muss mit den Entschädigungszahlungen an Israel. Der Holocaust sei lange her und heute ist Deutschland eine Demokratie; ein anderes Land mit neuen Generationen. 

Wie man es auch dreht, die kleinen Adolfs spuken immer noch in den Köpfen vieler und nach dem Mauerfall nennen Sympathisanten offen und ohne Scham ihre Namen und Adressen. Nicht jeder identifiziert sich mit dem Glatzenkloppern der NPD oder Anhängsel. Der moderne Antisemitismus aber beginnt heute schon bei diversen Auslegungen der Israelkritik. Angefangen bei der zumeist linksgerichteten deutschen Presse. 

Da wollte man den Israelis endlich zeigen, wie demokratisch und liberal Deutschland fungiert und glatt kamen die alten Geister der Vergangenheit zurück.

Der ewige Neueinwanderer

B”H 

Vor ca. zwei Wochen traf ich mich mit einem deutschen Blogleser hier in Tel Aviv. Und eben jener Leser, der auf Besuch in unserem Land weilte, konnte es kaum glauben, dass ich mich nicht in deutschen Kreise bewege. Er, so gab er an, kenne total viele Deutsche in Israel und wenn ich wolle, könne er mir ein paar Namen nennen. 
Ich wollte nicht. 

Was ich ehrlich gesagt nicht verstehe ist, dass ich mich nach ca. 15 Jahren Israel immer noch als Neueinwanderer fühlen soll. Als wir auf das Thema zu sprechen kam, erzählte ich meinem Gegenüber folgende Story: 

Nach meiner offiziellen Einwanderung im Juni 2000, nahm ich an einem weiteren Hebräischkurs teil. Eigentlich ging es weniger um gesprochenes Hebräisch, denn dem waren wir Kursteilnehmer längst mächtig, da wir bereits Jahre zuvor in Israel gelebt hatten. 

Einer der Kursteilnehmer schlug jeden Morgen vor der Lehrerin sein Wörterbuch auf und konzentrierte sich nur noch auf die dortigen Vokabeln. Eines Tages fragte ihn die Lehrerin, was er da mache, immer das Wörterbuch aufschlagen. Glaube er etwa, alle Israelis stehen morgens auf und blättern ihrer Hebräischvokabeln wegen im Wörterbuch ? Der Wortschatz komme, früher oder später, von allein. Nur keine Bange ! 

Und was soll das hier überhaupt mit “Neueinwanderer” und so ? Neueinwanderer sind gerade angekommene neue Bewohner eines Landes und nicht wir, die da schon zwischen 3 – 7 Jahren im Land leben. Neueinwanderer bin ich drei Wochen und danach Israeli. 

Das Land tut seinen Assimilationsschlund auf und schluckt mich hinein. Dann befinde ich mich in der Tretmühle “Israel”. Spätestens dann, wenn meine Euros (damals noch DM) dahinschwinden und ich nur noch Schekel im Portemonnaie habe. Dann, wenn mein Bankkonto schrumpft und ich um den Lebensunterhalt kämpfe. Ab dem Zeitpunkt bin ich so richtig Israeli, denn die Neueinwanderer steigen gerade auf dem Flughafen die Gangway hinunter, damit auch sie in drei weiteren Wochen verschluckt werden. 

Ich bin nicht in Israel geboren und irgendwann einmal eingewandert. So definiere ich mich und die Umwelt auch. Ich habe einen Akzent im Hebräischen, spreche nicht so super fliessen wie ein gebürtiger Israeli und habe halt etwas andere Macken. Genau wie jeder andere, der einmal einwanderte. Nicht mehr und nicht weniger. 

Gebürtige Israelis sehen in mir jemanden, der im Ausland aufwuchs und ansonsten ist das kein Thema. Weder auf der Arbeit noch im Freundeskreis. Unsere Gesprächsthemen belaufen sich auf das JETZT, auf unser Privatleben, die Arbeit, eben alles Alltägliche. Deswegen ist es mir fremd und ich finde es furchtbar, wenn einige Einwanderer die ewige “Neueinwanderer – Chose” abziehen. Neueinwanderer – Das war einmal, doch danach folgt Alltag und Eingliederung. Ich will vorwärts kommen im Leben und mich weiterentwickeln und nicht auf dem ewigen Neueinwandererstatus stehenbleiben und jammern.

Neuer Oberrabbiner in Hamburg

B"H

Das israelische YNET berichtet heute, dass es in Hamburg einen neuen Oberrabbiner gibt. Trotzdem frage ich mich, was Juden eigentlich noch in Deutschland zwischen NPD und radikalen Muslimen verloren haben.

Montag, 21. November 2011

Zur Ausnutzung israelischer Arbeitnehmer

B”H 

Trotz der allgemeinen Gewerkschaft “HISTADRUT” existieren in Israel nicht gerade die tollsten Arbeitnehmerrechte. Im weitesten Sinne treiben viele Bosse ihr mieses Spiel mit den Angestellten. Entweder wird das Gehalt nicht pünktlich gezahlt, die Belegschaft herumkommandiert, Betriebsräte sind eh eine eher seltene Einrichtung, schriftliche Arbeitsverträge existieren auch nicht immer oder die Belegschaft wird bedroht. Nicht selten habe ich es erlebt, dass die Angestellten vor Angst dem Chef quasi vor den Füssen herumkriechen und sich sogar gegenseitig denunzieren. Das vorwiegend in Tel Aviv, wo fast jeder von Existenzängsten geplagt wird. 

Zum Glück bin ich bald raus aus diesem Alltag und muss mich nicht mehr mit Vorgesetzten herumplagen, doch die gelebte Arbeitnehmerrealität wird immer schlimmer. Die israelische Wirtschaftszeitung “THE MARKER” berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe vom KabelTV – Anbieter “HOT”. Bei “HOT” nämlich liess man eine Demonstration von ca. 20 hauseigenen Technikern filmen und die Teilnehmer auf eine schwarze Liste setzen. Ohne Betriebsrat, ohne alles, sondern aus reiner Willkür heraus. 

Kein Einzelfall und eine Besserung ist, trotz Gewerkschaft, lange nicht in Sicht. Ganz einfach, weil zu viele Arbeitnehmen die Klappe halten, da sie auf den Job und das Geld angewiesen sind. 

Die Homepage der HISTADRUT ist leider nur in hebräischer Sprache abrufbar: 

Wetterbesserung


Bugrashov / Ecke Pinsker in Downtown Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke
B”H 

Das sonnige Wetter hat uns wieder, was zugleich ein positives Lebensgefühl hervorruft; nach all dem Regen und grauem Himmel. Im Verlauf des Tages fahre ich nach Jerusalem ein wenig Bürokratie erledigen und Freunde treffen. In der Hauptstadt zumindest wird mich kälteres Wetter erwarten als an der warmen Küste.

Sonntag, 20. November 2011

Am Strand von Tel Aviv




Photos: Miriam Woelke

Die jüdischen "Taliban" Frauen

B”H 

Heute widmete ich mich einmal mehr meinem religiösen HAMANTASCHEN – Blog und beschrieb in einem Artikel die jüdischen “Taliban” Frauen, die da ihren extremen Anstandsregeln folgen. In Israel findet man sie zumeist in Jerusalem, Bnei Brak oder Beit Shemesh. Kleine Grüppchen, die da vom Rest der jüdischen Orthodoxie abgelehnt werden. 


Wettervorhersage für Sonntag, 20. November 2011

B”H 

Regen, Regen, Regen 

Es gibt fast gar nichts anderes mehr. Am Nachmittag soll es jedoch endlich trocken werden, aber dafür bleibt es kalt. Auf dem Hermon gab es sogar etwas Schnee. 

Höchsttemperaturen in Tel Aviv 17 – 19 Grad Celsius und in Jerusalem 11 Grad Celsius. 

Obwohl Israel dringend Wasser braucht, wäre es besser, wenn nicht alles auf einmal vom Himmel rauscht. Die Gebäude sind hierzulande nicht allzu wasserdicht gebaut und deshalb muss man sich zwangsläufig auf nasse Wände oder Decken einstellen. Auch bei mir tropft es mittlerweile unter dem Fensterrahmen hervor. Nicht viel und ein kleines Tuch zum Aufsaugen reicht … aber das ist nun einmal Israel im Winter. Zum Glück soll heute nachmittag der Regen erstmal ein Ende finden.

Samstag, 19. November 2011

Leserfrage: Aliyah 50 +


Downtown Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke
B”H 

Soll ein Jude Aliyah nach Israel machen, wenn er bereits älter als 50 Jahre  jung ist ? Diese Frage googelte ein Blogleser und vom relig. Blickpunkt kann ich keinem Juden vom Auswandern nach Israel abgeraten werden.  Die gelebte Realität hingegen schaut etwas anders aus. 

Grundsätzlich gebe ich jedem deutschen, österreichischen oder schweizer Juden, der nach Israel auswandern möchte, den Rat, nicht ganz ohne finanzielle Mittel anzukommen. Einiges an Erspartem sollte vorhanden sein, denn die Zuwendungen des Staates sind nicht gerade berauschend. Ein kleines Kapital mitzubringen wäre ratsam, damit der Neueinwanderer nicht nach kurzer Zeit mittellos und auf der Straße dasteht. 

Mit Einwanderern aus den USA oder Kanada vergleiche ich die deutschen Juden nicht, denn die Anglo – Länder unterliegen einer Einwanderungsorganisation mit dem Namen “Nefesh be’Nefesh” und von dort aus erfahren jene Einwanderer riesige finanzielle Mittel. Auf deutsche Juden trifft das “Nefesh be’Nefesh” Programm nicht zu und es darf munter ums Überleben gekämpft werden. 

Wer im fortgeschrittenen Alter Aliyah macht, sollte erst recht einiges an finanziellen Mitteln dabei haben, denn die Jobsituation schaut in Israel genau so aus wie in Deutschland. Ältere Semester sind schwer vermittelbar. Ferner muss eben jene Einwandererkategorie beachten, dass eventuell die Kinder und Enkel vermisst werden und das Gejammere diverser Leute kennen wir hier alle. Darüber sollte sich jeder vor der Aliyah im Klaren sein, dass Kinder und Enkel nicht mehr regelmässig besucht werden und der Kontakt vorwiegend via Skype oder Facebook besteht. 

Links:


Die Aliyah der Grossmutter S.D.

Tel Aviv: Wohnraum der Massen


Wohnraum in Tel Aviv ist knapp und noch dazu teuer. Es wird zusammengequetscht, wo es nur geht, wie hier in der HaAliyah Street.

Photo: Miriam Woelke

Ramschmarkt in Tel Aviv

B”H 

Wer in Tel Aviv ist und dringend ein paar superbillige Klamotten sucht, der findet an der King George, Höhe Shenkin – Allenby, einen Ramschmarkt, auf dem die schlimmsten Klamotten “Made in China” angeboten werden. Zwischen King George und Tschernichowsky findet sich einfach alles. Von der Jogginghose bis zum Bikini. Wer Glück hat, kann sogar ein Schnäppchen machen, doch meist leiert der Stoff des T – Shirts nach dem ersten Waschen aus. 

Übrigens ist der Markt täglich geöffnet und gehört zum Stadtbild. 






Photos: Miriam Woelke